Prävention und ihre Bedeutung für die Gesundheit

Berlin, 12.07.2018 - Wie wertvoll die Gesundheit ist, merkt man oft erst, wenn sie gefährdet oder beeinträchtigt ist. Erkrankungen schränken nicht nur unsere Lebensqualität ein: Sie können weitere Krankheiten (Folgeerkrankungen) nach sich ziehen und unter Umständen sogar lebensbedrohlich sein. Umso wichtiger ist es, Risiken zu minimieren, Krankheiten vorzubeugen bzw. ihre Folgen einzudämmen. Ein Blick auf die Möglichkeiten der Prävention.

Ob Rückenschmerzen oder Lungenkrebs: Beschwerden und Krankheiten lassen sich mit gewisser Wahrscheinlichkeit vermeiden oder hinauszögern – wenn man auf sich selbst achtet. Auch nach Eintreten einer Krankheit lässt sich oftmals etwas tun. Die Möglichkeiten der Prävention sind vielfältig. Grundsätzlich bezeichnet der Begriff alle Maßnahmen, die Krankheiten oder Verletzungen vorbeugen oder deren Folgen abschwächen. Expertinnen und Experten teilen die Prävention dabei in drei Arten: die Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention. Einige fügen noch die Quartärprävention hinzu. Ob für Jung oder Alt macht keinen Unterschied: Prävention beginnt im Kindesalter und zieht sich durch das ganze Leben.

Primärprävention: Damit Gesunde gesund bleiben Sekundärprävention: Krankheiten früh erkennen Tertiärprävention: Die Krankheit beherrschen Quartärprävention: Vor unnötigen medizinischen Maßnahmen schützen

Grundsätzlich gilt: Die verschiedenen Präventionsarten lassen sich nicht immer strikt voneinander trennen: Die Information über ausreichend Bewegung hat beispielsweise im Rahmen der Primärprävention zum Ziel, die Gesundheit zu erhalten, im Zuge der Tertiärprävention wiederum soll sie dazu beitragen, die negativen Folgen einer bestimmten Krankheit eindämmen. Egal um welche Maßnahme es aber geht: Prävention muss immer auf zuverlässigen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Nur so lässt sich einschätzen, ob tatsächlich Präventionserfolge möglich sind oder ob eine Präventionsmaßnahme sogar schaden kann.  

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Damit Prävention gelingt, setzt sie an zwei unterschiedlichen Ebenen an: Zur sogenannten Verhaltensprävention gehören Maßnahmen, die auf eine Veränderung des individuellen Verhaltens abzielen: beispielsweise eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Entspannung. 
Demgegenüber steht die Verhältnisprävention: Sie ist darauf gerichtet, die Lebensbedingungen der Menschen – vom Arbeitsumfeld über die Familie bis hin zur Freizeit – gesundheitsfördernd und präventiv zu gestalten. Das können gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen sein (zum Beispiel ergonomische Arbeitsplätze oder flexible Arbeitszeitgestaltung) genauso wie ein Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen oder das gesunde Mittagessen in Kindertagesstätten.

Gesundheitsförderung und Prävention: Zwei Wege. Ein Ziel. Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Prävention und Gesundheitsförderung dienen einem Zweck: der Erhaltung bzw. Verbesserung der Gesundheit! Dennoch gibt es einen wesentlichen Unterschied: Bei der Prävention orientieren sich Wissenschaftler und Gesundheitsexperten an Krankheiten und entwickeln entsprechende Strategien wie Impfkampagnen oder Tabakentwöhnungsprogramme. 

Bei der Gesundheitsförderung steht hingegen die Gesundheit des Menschen und deren Stärkung im Mittelpunkt – ohne dabei den Blick auf eine bestimmte Krankheit zu richten. Die zentrale Frage der Gesundheitsförderung ist: Was hält Menschen gesund? Eine wesentliche Rolle spielen dabei auch wirtschaftliche, soziale und politische Faktoren. Bereits in der 1986 veröffentlichten Ottawa-Charta für Gesundheitsförderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde festgehalten: Nicht nur das Gesundheitswesen steht in der Verantwortung, sondern alle politischen und gesellschaftlichen Ebenen. Wie wachsen Menschen auf? Wie leben sie? Wie altern sie? Antworten auf Fragen wie diese sind Teil der Gesundheitsförderung. Dazu gehört auch, Kompetenzen und Fähigkeiten der Menschen und Gruppen zu stärken, damit sie sich selbstbestimmt für ihre Gesundheit einsetzen können.

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