Das bringt Bewegung

Bewegung hat einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Durch regelmäßige körperliche Aktivität lässt sich beispielsweise das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Auch auf die Psyche kann sich Bewegung vorteilhaft auswirken. Zudem zeigte sich in Vergleichsstudien, dass körperlich aktive Personen im Durchschnitt länger leben als körperlich inaktive. Regelmäßige körperliche Bewegung legt auch den Grundstein dafür, im hohen Alter selbstständig zu bleiben. Denn bei regelmäßiger Bewegung bleibt man in der Lage, die alltäglichen Anforderungen zu bewältigen.

Erfahren Sie mehr darüber, wie bestimme Gruppen von mehr Bewegung profitieren:

Viele Frauen leiden an Krankheiten, die mit zu wenig Bewegung einhergehen:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind für ein Drittel aller weltweiten Todesfälle bei Frauen verantwortlich.
  • Osteoporose tritt am häufigsten bei Frauen nach den Wechseljahren auf.

Regelmäßige körperliche Aktivität kann dazu beitragen, diese und weitere Krankheiten und Leiden zu verhindern. Körperliche Aktivität wird auch mit einer Verbesserung der psychischen Gesundheit in Verbindung gebracht. Denn Bewegung kann zum Stressabbau beitragen und depressive Beschwerden und Ängste lindern. Dies ist besonders bei Frauen bedeutend, da Depressionen bei ihnen doppelt so häufig auftreten wie bei Männern. 

Eine besondere Rolle spielt Bewegung auch für Schwangere und nach der Entbindung.

Mehr über Sport in den Wechseljahren erfahren Mehr über Sport in der Schwangerschaft erfahren

Körperliche Aktivität ist auch bei Männern sowohl für die körperliche als auch für die geistige Gesundheit wichtig. Männer erkranken zum Beispiel häufiger als Frauen an Diabetes, auch Übergewicht und Adipositas kommen bei ihnen häufiger vor. Hier kann körperliche Bewegung vorbeugen oder die Beschwerden abmildern.

Für Erwachsene mit psychischen Erkrankungen Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Mit körperlicher Aktivität lässt sich in manchen Fällen psychische Erkrankungen wie z. B. Depressionen oder Angsterkrankungen vorbeugen oder bestehende Beschwerden lindern. Eine Sporttherapie kann eine zusätzliche Behandlungsmöglichkeit sein.

In einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit aus mehreren wissenschaftlichen Studien hat man bei Erwachsenen mit schweren Depressionen die Wirkung von Ausdauertraining untersucht. Die Studienteilnehmenden bewegten sich durchschnittlich dreimal die Woche 45 Minuten lang mit mittlerer Intensität. Nach neun Wochen hatten sich die depressiven Symptome im Vergleich zu Studienteilnehmenden ohne Ausdauertraining deutlich gebessert.

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Personen mit chronischen Erkrankungen sollten sich ebenfalls regelmäßig körperlich bewegen. Auch bei dieser Gruppe kann Bewegung einen positiven Einfluss auf den Gesundheitszustand und das Wohlbefinden ausüben. Körperliche Aktivitäten können auch Beschwerden der Erkrankung lindern, das Fortschreiten der Erkrankung bremsen und Komplikationen verhindern. Erfahren Sie hier mehr darüber, wie Bewegung bei verschiedenen chronischen Erkrankungen wie z. B. Rückenschmerzen, Herz- oder Lungenerkrankungen helfen kann:

> Mehr zu Auswirkungen von Bewegung bei verschiedenen Krankheitsbildern erfahren

Für Erwachsene mit körperlichen Beeinträchtigungen Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Bei vielen Arten von körperlichen Beeinträchtigungen lindert Bewegung Schmerzen, verbessert die Fitness, die körperliche Funktion sowie die Lebensqualität. Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen können sich an einen Arzt, eine Ärztin, eine Physiotherapeutin oder einen Physiotherapeuten wenden, um die körperliche Aktivität an ihre Fähigkeiten anzupassen.

Hintergrundwissen

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Visualisierung der Anteile Erwachsener mit Bewegungsmangel
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Mindestens 2,5 Stunden Ausdauertraining pro Woche und mindestens zweimal wöchentlich ein Muskelkräftigungstraining werden von der WHO empfohlen. Diesen Empfehlungen kommt allerdings nur knapp ein Viertel (24 %) der befragten 18- bis 64-jährigen Frauen und Männer nach. Das zeigen die Ergebnisse der landesweiten Gesundheitsbefragung „Gesundheit in Deutschland aktuell“. Bei den Frauen sind es 21 % bei den Männern 25 % ab 18 Jahren. Das bedeutet, dass sich vier Fünftel der befragten Frauen und drei Viertel der Männer in Deutschland unzureichend bewegen. Außerdem gibt knapp die Hälfte der Befragten an, während der Arbeit vorwiegend zu sitzen oder zu stehen. Als „Arbeit“ gelten auch unbezahlte Arbeit wie zum Beispiel Studium oder Hausarbeit.

Was sind die Ursachen von Bewegungsmangel? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Früher hatten die Menschen oft keine andere Wahl, als sich zu bewegen: Die Arbeit war meist mit körperlicher Anstrengung verbunden und um an einen anderen Ort zu kommen, musste man laufen. Mit den technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen wurden diese alltäglichen Bewegungen immer seltener. Rolltreppen, Aufzüge und Autos beispielsweise ersetzen große Teile der alltäglichen körperlichen Aktivität. Zudem hat sich der Anteil der Büroarbeit erhöht. In diesem bewegungsarmen Lebens- und Arbeitsumfeld arbeitet mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmenden in Deutschland in einer überwiegend sitzenden Tätigkeit. 

Langes Pendeln zur Arbeit, unregelmäßige oder lange Arbeitszeiten sowie arbeitsbedingter Stress oder Müdigkeit führen ebenfalls zu einem vermehrt sitzenden Lebensstil. Laut der WHO führen 60 bis 85 % der Menschen weltweit einen sitzenden Lebensstil. Laut einer EU-weiten Umfrage hat dieser sitzende Lebensstil in den letzten zwei Jahrzehnten noch zugenommen. Rund 54 % der befragten EU-Bürger und -Bürgerinnen gaben im Jahr 2017 an, pro Tag mehr als 4,5 Stunden in sitzender oder liegender Haltung im Wachzustand zu verbringen. Deutsche lagen dabei im EU-weiten Durchschnitt. 

Die vermehrte Nutzung von Unterhaltungselektronik fördert ebenfalls den Bewegungsmangel und einen sitzenden Lebensstil.

Die mit dem Erwachsenenalter einhergehenden familiären und beruflichen Verpflichtungen schränken die Möglichkeiten körperlicher Betätigung häufig zusätzlich ein. Insbesondere die Elternrolle und die damit verbundene Zeitknappheit erschwert es vielen Betroffenen, körperlich aktiv zu sein.

Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin nicht ersetzen. Interessenkonflikte