Was ist eine Lungenentzündung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Eine Lungenentzündung, auch Pneumonie, kann rasch auftreten und ist dann akut. Sie kann aber auch über einen längeren Zeitraum andauern, also chronisch werden. Die Erkrankung ist durch eine Entzündung des Lungengewebes, der Lungenbläschen oder auch beider Bereiche gekennzeichnet. Eine Lungenentzündung wird von Krankheitserregern verursacht: Bakterien, Viren oder seltener auch Pilzen. Als typische Beschwerden gelten hohes Fieber, Husten und Atembeschwerden. Die Krankheitserreger können in der Lunge das Gewebe schädigen und dort eine Entzündungsreaktion auslösen. Es folgt eine Anschwellung des Lungengewebes (Ödembildung) durch Flüssigkeitsaustritt und eine stärkere Durchblutung der betroffenen Lungenareale. Dadurch wird der Gasaustausch in der Lunge erheblich beeinträchtigt. Eine Lungenentzündung kann zu starker Luftnot und Sauerstoffmangel führen und dadurch für die Betroffenen lebensbedrohlich werden.

Lungenentzündungen können durch Erreger entstehen, die im Alltag und außerhalb eines Krankenhauses in den Körper eingedrungen, also ambulant erworben sind. Es gibt aber auch Lungenentzündungen, deren Keime während eines Krankenhausaufenthaltes aufgenommen wurden. Im Krankenhaus erworbene Lungenentzündungen werden normalerweise von anderen Krankheitserregern ausgelöst, weshalb die beiden Arten der Lungenentzündung auch unterschiedlich behandelt werden. Die Erreger im Krankenhaus können zudem gegen gängige Antibiotika resistent geworden sein. Als Folge können sie schwerer zu behandeln sein. 

Hier wird die im Alltag erworbene Lungenentzündung näher beschrieben. 

Wie häufig ist eine Lungenentzündung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

In Deutschland erkranken jährlich bis zu 660.000 Menschen an einer Lungenentzündung. Die Hospitalisierungsrate der ambulant erworbenen Lungenentzündung liegt bei 46,5 %. Das heißt, fast die Hälfte der an einer Lungenentzündung erkrankten Personen wird im Laufe der Erkrankung im Krankenhaus behandelt. Laut Erhebungen des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2016 beispielsweise 240.000 Menschen aufgrund einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingewiesen. Etwa 20.000 Menschen starben infolge der Erkrankung.

Lungenentzündungen zählen zu den zehn häufigsten Todesursachen in Deutschland. Ein erhöhtes Risiko einer schweren oder gar tödlichen Lungenentzündung haben Babys, ältere Menschen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus, Erkrankungen des Herzens oder der Niere sowie Krebsleiden.

Wenn eine Lungenentzündung frühzeitig festgestellt wird, ist sie aber gut behandelbar und heilt in der Regel folgenlos aus.

Was sind die Ursachen einer Lungenentzündung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Ursache für eine Lungenentzündung ist meist eine Ansteckung mit Bakterien, insbesondere mit Pneumokokken. Andere Bakterien, die eine Lungenentzündung auslösen können, sind zum Beispiel Mykoplasmen, Haemophilus influenzae, Enterobakterien, Legionella pneumophilia und Staphylococcus aureus.

Auch Viren können eine Lungenentzündung verursachen, vor allem in den Wintermonaten. Die Viren werden durch winzige virushaltige Tröpfchen übertragen. 

Die Infektion kann also direkt von bestimmten Viren verursacht werden. Häufiger kommt es jedoch bei einer Atemwegserkrankung durch Viren zu einer sogenannten bakteriellen Superinfektion. Dabei siedeln sich zusätzlich zu den Viren auch Bakterien in den Atemwegen an. Die Bakterien lösen dann eine Lungenentzündung aus. 

Pilze können vor allem bei stark abwehrgeschwächten Personen eine Lungenentzündung hervorrufen. Das betrifft zum Beispiel Personen, deren Abwehrsystem durch Erkrankungen oder Medikamente geschwächt ist. Lungenentzündungen durch Pilze kommen daher seltener vor. 

Bei bettlägerigen Patientinnen oder Patienten mit Bewusstseinsstörungen oder bei Patientinnen und Patienten, die erkrankungsbedingt Schluckstörungen haben (z. B. bei Halbseitenlähmung nach einem Schlaganfall), kann eine sogenannte Aspirationspneumonie auftreten. Bei dieser Form der Lungenentzündung gelangen Magensäure, Mageninhalt oder Keime aus dem Mund- und Rachenraum versehentlich in die Luftröhre. Sie können in der Lunge eine Entzündung auslösen.

Weitere nicht infektiöse Ursachen für eine Lungenentzündung sind das Einatmen von Giftstoffen, eine Strahlentherapie und bestimmte Medikamente. Auch eine Minderbelüftung oder ungenügende Durchblutung bestimmter Lungenbereiche können eine Lungenentzündung begünstigen. Diese Ursachen sind aber Ausnahmen im Vergleich zu Lungenentzündungen, die durch Krankheitserreger entstehen.

Welche Risikogruppen werden unterschieden? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Das Risiko, an einer Lungenentzündung zu erkranken, ist bei den folgenden Personengruppen erhöht:

  • Säuglinge und Kinder unter fünf Jahren
  • Ältere Menschen über 65 Jahre
  • Menschen mit länger bestehenden Grunderkrankungen wie der Zuckerkrankheit (Diabetes), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schweren Nervenerkrankungen oder Störungen der Nierenfunktion
  • Menschen mit einer Abwehrschwäche, zum Beispiel durch bestimmte Medikamente oder eine Krebserkrankung

Diese Personengruppen haben ein schwächeres oder noch nicht vollständig ausgebildetes Abwehrsystem. Dadurch besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich Krankheitserreger schneller im Körper ausbreiten.
Auch Rauchen oder Alkoholmissbrauch können das Risiko von Lungenentzündungen erhöhen. 

Symptome und Verlauf

Welche Beschwerden treten bei einer Lungenentzündung auf? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Als Symptome einer Lungenentzündung mit typischem Verlauf können auftreten:

  • Fieber und Schüttelfrost
  • Husten mit oder ohne Auswurf 
  • Atembeschwerden wie schnelle und flache Atmung oder Luftnot
  • Schneller Puls 
  • Allgemeines Krankheitsgefühl und Schwäche

Bei älteren Menschen können die klassischen Beschwerden einer Lungenentzündung wie Fieber und Husten weniger stark ausgeprägt sein oder sogar ganz fehlen. Andere Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen oder neu auftretende Bewusstseinsstörungen können vordergründig sein. Fällt eine Person durch ungewohnte Teilnahmslosigkeit, Orientierungslosigkeit und Bewusstseinstrübungen auf, sollte diese rasch ärztlich untersucht werden.

Welche Symptome können Kinder haben? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Erkranken Kinder an einer Lungenentzündung, sind häufig die gleichen Beschwerden zu beobachten wie bei Erwachsenen: Fieber und Schüttelfrost, Husten und Auswurf, schnelle und erschwerte Atmung und schneller Puls.

Bei Kindern können die typischen Symptome wie Fieber und Husten aber auch fehlen und Allgemeinsymptome wie Bauchschmerzen oder Erbrechen im Vordergrund stehen. Säuglinge und Kleinkinder fallen zu Beginn der Erkrankung manchmal nur dadurch auf, dass sie nicht trinken wollen. 

Bei Säuglingen und Kleinkindern kann auffällig sein, dass sich die Haut zwischen den Rippen beim Atmen sichtbar einzieht oder sich die Nasenflügel deutlich auf und ab bewegen. Dies sind Anzeichen von Luftnot. Bei solchen Atembeschwerden sollte das Kind zügig in ärztliche Behandlung kommen. 

Darüber hinaus sollten Säuglinge oder Kinder rasch ärztlich untersucht werden,

  • wenn sie anhaltend hohes Fieber oder einen Fieberkrampf haben, 
  • wenn sie nicht ausreichend trinken oder sich anhaltend erbrechen, 
  • wenn sie durch Störungen des Bewusstseins auffallen. Diese Kinder reagieren nicht oder nur wenig auf Ansprache oder Berührung, sind verwirrt oder desorientiert. 

Wie verläuft eine Lungenentzündung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Eine Lungenentzündung beginnt häufig mit plötzlich einsetzendem Fieber über 38,5 Grad Celsius. Die Betroffenen fühlen sich deutlich krank. Sie bekommen Husten, bei dem meistens grüner, gelber, brauner oder rostfarbener Schleim mit abgehustet wird. Den Betroffenen fällt das Atmen schwerer und die Atmung ist flacher und schneller als gewöhnlich. Bei leichter körperlicher Anstrengung wie beim Treppensteigen kann es bereits zu Luftnot kommen. Manchmal klagen die Betroffenen über atemabhängige Schmerzen im Brustkorb. 

Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung wird empfohlen, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Hohes Fieber und Schüttelfrost, Atembeschwerden mit zunehmender Luftnot oder mit Schmerzen im Brustkorb beim Ein- und Ausatmen können auf eine Lungenentzündung hindeuten und sollten ärztlich abgeklärt werden. Auch Bewusstseinsveränderungen, die neu auftreten, wie Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit oder Desorientierung sollten ärztlich abgeklärt werden.

Untypischer Verlauf einer Lungenentzündung
Eine Lungenentzündung kann aber auch einen untypischen Verlauf nehmen. Diese Form der Lungenentzündung wird meistens von Viren oder speziellen Bakterien ausgelöst. Beim untypischen Verlauf haben Betroffene weniger die klassischen Beschwerden der Lungenentzündung, eher Kopf- und Gliederschmerzen. Das Fieber steigt in der Regel nicht so stark an. Der Husten ist eher trocken, ohne dass Schleim abgehustet wird (Reizhusten).

Welche Komplikationen sind bekannt? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Eine Lungenentzündung kann insbesondere bei Kindern, älteren Menschen oder Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen zu Komplikationen führen. 

Bei einer bakteriellen Lungenentzündung können sich die Bakterien weiter im Körper ausbreiten und zum Beispiel zu Mittelohrentzündungen (Otitis media), Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis), Hirnhautentzündungen (Meningitis), Herzbeutelentzündungen (Perikarditis) und Herzklappenentzündungen (Endokarditis) führen. 

Wenn die Lunge entzündet ist, dann kann sich auch die dünne Haut um die Lunge herum, das Brustfell, entzünden. Das kann zu atemabhängigen Schmerzen führen. Zwischen Lunge und Brustfell kann sich in diesem Fall auch Flüssigkeit ansammeln (Pleuraerguss). In der Lunge können sich Eiteransammlungen (Abszesse) bilden. 

Bei atemabhängigen Schmerzen im Brustkorb, einer fehlenden Besserung des Allgemeinzustandes, zunehmender Luftnot oder anhaltend erhöhter Temperatur ist es wichtig, Komplikationen ärztlich auszuschließen. Lungenentzündungen können zu ausgeprägter Luftnot und zu Sauerstoffmangel führen und bei schwerem Verlauf eine Sauerstoffzugabe oder sogar maschinelle Beatmung notwendig machen. Eine weitere schwere Komplikation ist eine Blutvergiftung (Sepsis), bei der sich die Erreger über die Blutbahn im ganzen Körper ausbreiten und es in mehreren Organen gleichzeitig zu Entzündungen kommen kann. 

Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt nicht ersetzen.