Hintergrund

Was ist Grippe? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Grippe nennt man auch Influenza. Dabei handelt es sich um eine plötzlich auftretende ansteckende Krankheit der Atemwege. Sie wird von bestimmten Influenzaviren verursacht. Grippe beginnt typischerweise unmittelbar mit Fieber, trockenem Husten oder Halsschmerzen, Muskelschmerzen und Kopfschmerzen. Die Beschwerden betreffen häufig nicht nur die Atemwege, sondern den ganzen Körper. Die Betroffenen fühlen sich ganz plötzlich krank.

Andere Erkrankungen wie zum Beispiel eine Erkältung können ähnliche Beschwerden hervorrufen. Man nennt eine Erkältung daher auch „grippalen Infekt“. Erkältungen werden jedoch von anderen Viren verursacht als eine Grippe. 

Wie häufig tritt Grippe auf? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Schätzungsweise zwischen fünf und 20 Prozent der Bevölkerung stecken sich jährlich in Deutschland mit Influenzaviren an.

Grippeviren sind weltweit verbreitet. In Europa infiziert man sich mit Grippeviren gehäuft in den Wintermonaten, daher spricht man auch von einer saisonalen Influenza. Im Winter kann es zu einer Grippewelle kommen, deren Stärke von Jahr zu Jahr erheblich variieren kann. 

Laut Robert Koch-Institut führt die Grippe dazu, dass jährlich schätzungsweise zwischen einer und sieben Millionen Menschen in Deutschland zusätzlich einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Im Winter 2012/2013 wurden schätzungsweise rund 30.000 Menschen aufgrund von Grippe oder deren Folgen ins Krankenhaus eingewiesen. In anderen Jahren wie zum Beispiel im Winter 2013/2014 gab es geschätzt nur 3.000 durch Grippe bedingte Krankenhauseinweisungen. 

In der folgenden Tabelle werden wichtige Begriffe erklärt, die in der Berichterstattung über Grippewellen häufig verwendet werden:

Definitionen zur Grippe

Wie wird Grippe verursacht? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Grippe wird von Influenzaviren verursacht. Es gibt viele verschiedene Influenzaviren – entsprechend ihren Eigenschaften werden sie in drei Typen (Typ A, Typ B, Typ C) mit zum Teil weiteren Untertypen unterteilt. 

Wenn sich eine Person mit Influenzaviren ansteckt, befallen die Viren die Atemwege und zerstören dort die Zellen der Schleimhaut. Auch das Lungengewebe kann betroffen sein. Die Zerstörung der Zellen führt im Körper zu einer Entzündungsreaktion. So entstehen die typischen Grippebeschwerden. 

Wenn man eine Grippeerkrankung überstanden hat, ist der Körper immun gegen das Influenzavirus, welches die Erkrankung ausgelöst hatte. Es gibt allerdings viele Varianten von Influenzaviren. Daher bedeutet eine überstandene Grippe nicht, dass man nicht ein weiteres Mal daran erkranken kann.

Wie wird Grippe übertragen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Influenza-Viren überleben außerhalb des Körpers normalerweise nicht lange. Bei niedrigen Temperaturen und auf bestimmten Materialien wie Plastik oder Stahl können sie aber über mehrere Stunden bis wenige Tage überleben. 

Grippe ist hochansteckend. Die Erreger werden von Mensch zu Mensch übertragen. Personen stecken sich meist über winzige virushaltige Tröpfchen an, die eine erkrankte Person beim Husten oder Niesen versprüht (Tröpfcheninfektion). Darüber hinaus können sich Personen anstecken, wenn sie verunreinigte Oberflächen oder Gegenstände anfassen und anschließend mit der Hand den Mund oder die Nase berühren (Schmierinfektion).  
Die Ansteckungsgefahr ist besonders hoch, wenn viele Menschen in geschlossenen Räumen zusammenkommen, wie zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei größeren Veranstaltungen.

Zwischen der Ansteckung und den ersten Krankheitszeichen vergehen im Durchschnitt ein bis zwei Tage, manchmal auch bis zu vier Tage. Die Inkubationszeit  ist damit relativ kurz. Erkrankte Personen sind für gewöhnlich ab einem Tag vor den ersten Beschwerden bis fünf Tage danach ansteckend.

Symptome und Verlauf

Welche Beschwerden treten bei Grippe auf? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Jeder kennt Erkältungssymptome wie Schnupfen, Husten und Kratzen im Hals. Grippe kann ganz ähnliche Symptome zeigen. Grippesymptome sind aber meist stärker ausgeprägt. 
Typische Grippe-Symptome sind:

  • plötzlich einsetzendes Fieber
  • trockener Reizhusten oder Halsschmerzen 
  • Muskelschmerzen und Gliederschmerzen
  • starke Kopfschmerzen.

Zusätzlich können allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche und Schnupfen auftreten.

Vor allem bei Kindern kann es auch zu Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall kommen. 

Das Krankheitsbild der Grippe ist sehr unterschiedlich. Nicht alle Personen, die sich anstecken, haben die typischen Grippesymptome. Etwa ein Drittel der Angesteckten bekommt tatsächlich Fieber und typische Beschwerden. Bei einem weiteren Drittel der Ansteckungen kommt es nur zu leichten, erkältungsähnlichen Symptomen ohne Fieber. Und beim letzten Drittel können die Symptome ganz fehlen.

Vor allem bei älteren Menschen oder bei Menschen mit Abwehrschwäche können das hohe Fieber und ausgeprägte Krankheitszeichen fehlen. Ältere Menschen können aber auch Symptome wie Verwirrtheit und Desorientierung zeigen.

Wie verläuft Grippe? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die folgende Grafik zeigt den typischen Verlauf der Grippe von der Ansteckung bis zur Heilung. Einige Zeit nach der Ansteckung steigen die Linien für Fieber, Halsschmerzen, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen stark an. Das bedeutet, dass diese Beschwerden recht plötzlich auftreten. Husten und Schnupfen entwickeln sich etwas langsamer. 

In der Regel dauert es fünf bis sieben Tage, bis sich die Symptome einer unkomplizierten Grippe bessern. Erschöpfung und Husten können hartnäckig sein und länger andauern. 

Verlauf einer Grippe

Es gibt auch schwere Verläufe der Grippe mit unterschiedlichen Komplikationen. 

Wer ist besonders gefährdet für Komplikationen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Jede Person in jedem Lebensalter kann Grippe bekommen. Schwere Verläufe und Komplikationen der Grippe können auch in jedem Lebensalter auftreten. Bestimmte Personen haben jedoch ein höheres Risiko von Komplikationen oder einem schweren Krankheitsverlauf. Dazu gehören: 

  • Ältere Menschen 
  • Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus, länger bestehenden (chronischen) Herzerkrankungen oder Lungenerkrankungen
  • Menschen mit einer Abwehrschwäche
  • Kinder unter fünf Jahren, insbesondere Kleinkinder unter zwei Jahren 
  • Schwangere und Frauen in den ersten zwei Wochen nach der Geburt

Welche Komplikationen bei Grippe gibt es? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Komplikationen betreffen vor allem die Atemwege und die Lunge. Aber auch andere Organe können bei einem schweren Krankheitsverlauf betroffen sein.
Mögliche Komplikationen bei Grippe sind:

  • Lungenentzündung durch Bakterien: Die Bakterien können eine durch Grippe vorgeschädigte Lunge leichter befallen.
  • Lungenentzündung durch die Influenza-Viren selbst 
  • Verschlechterung bestehender chronischer Lungenerkrankungen wie zum Beispiel Asthma oder der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)
  • Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten (Meningoenzephalitis)
  • Entzündungen von Herzmuskel oder Herzklappen (Myoendokarditis).

Vor allem bei Kindern können Mittelohrentzündungen (Otitis media) als häufige, aber meistens leichte Komplikation auftreten. Als schwere Komplikationen sind auch bei Kindern eine Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung oder Hirnhautentzündung möglich. 

Warnsignale: Wann sollte ich zum Arzt gehen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Bei Verdacht auf eine Grippeerkrankung wird allgemein geraten, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Das gilt insbesondere dann, wenn zusätzlich Risikofaktoren für Komplikationen bestehen. 

Auch im Krankheitsverlauf können bestimmte Anzeichen für eine Verschlechterung oder für Komplikationen bei Grippe sprechen. Bei den folgenden Krankheitssymptomen wird empfohlen, rasch einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen oder sich notfallmäßig im Krankenhaus vorzustellen:

Natürlich ist ein Arztbesuch auch immer dann sinnvoll, wenn Sie sich Sorgen um Ihren Gesundheitszustand oder den Ihres erkrankten Kindes oder Angehörigen machen. 

Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt nicht ersetzen.