Grippeschutzimpfung

Wem wird die Grippeschutzimpfung empfohlen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die jährliche Grippeschutzimpfung für die folgenden Personengruppen, die ein erhöhtes Risiko von Komplikationen durch die Grippe haben (Stand 2017/2018):

  • Alle Menschen, die 60 Jahre oder älter sind
  • Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens. Dazu gehören unter anderem chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Leberkrankheiten, Nierenkrankheiten, Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Grundkrankheiten, wie etwa Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben, angeborene oder erworbene Abwehrschwäche
  • Personen (z.B. Angehörige, Pflegende), die privat oder beruflich von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können. Als Risikopersonen gelten hierbei Personen mit Grundkrankheiten (siehe oben), bei denen es Hinweise auf eine deutlich reduzierte Wirksamkeit der Grippeimpfung gibt, wie z.B. Personen mit dialysepflichtiger Nierenerkrankung oder Personen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche.
  • Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen
  • Personen mit erhöhter beruflicher Gefährdung, zum Beispiel medizinisches Personal
  • Alle gesunden Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel und Schwangere mit einer chronischen Grundkrankheit ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel
  • Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln

Wann sollte man sich impfen lassen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die STIKO empfiehlt die Grippeschutzimpfung jedes Jahr im Herbst mit dem von der WHO empfohlenen Impfstoff. Eine Impfung in den Monaten Oktober oder November wird angeraten. Durch eine einmalige Impfung ist man ausreichend für die gesamte Grippesaison geschützt. Es dauert etwa zwei Wochen, bis sich ein vollständiger Impfschutz ausgebildet hat.

Da sich die Eigenschaften der Grippeviren von Jahr zu Jahr ändern, ist eine jährlich wiederholte Grippeschutzimpfung mit dem neu festgelegten Grippeimpfstoff notwendig. Die jährliche Impfung wird auch dann von der STIKO empfohlen, wenn die Zusammensetzung des Impfstoffs gegenüber der vorhergehenden Saison unverändert ist.

Welche Impfstoffe gibt es? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Es stehen zwei Grippeimpfstoffe zur Verfügung:

  • ein Totimpfstoff (inaktivierter Impfstoff), der in einen Muskel gespritzt wird, und
  • ein Lebendimpfstoff, der als Nasenspray verabreicht wird.

Das Nasenspray ist in der Altersgruppe von zwei bis 17 Jahren zugelassen. Wenn keine Gegenanzeigen bestehen, kann in dieser Altersgruppe zwischen dem Totimpfstoff und dem Lebendimpfstoff entsprechend den Vorlieben des Patienten, der Patientin gewählt werden.

Wie wirkt die Grippeschutzimpfung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Wirkung einer Grippeschutzimpfung hängt von zwei wichtigen Faktoren ab: erstens von der Zusammensetzung des Grippeimpfstoffes und wie gut dieser auf die Viruseigenschaften der aktuellen Saison angepasst ist. Und zweitens von individuellen Faktoren wie Alter und Vorerkrankungen, welche die Leistungsfähigkeit des Abwehrsystems und damit auch die Wirkung einer Impfung beeinflussen.

Nicht immer kann die Grippeschutzimpfung also verhindern, dass man an Grippe erkrankt. Jedoch kann sie bei manchen Menschen dazu beitragen, dass eine Grippeerkrankung weniger schwer verläuft oder weniger schwere Komplikationen wie zum Beispiel Lungenentzündungen verursacht.

Klinische Studien konnten zeigen, dass Menschen mit chronischen Erkrankungen, die an Grippe erkrankten, mit einer Schutzimpfung seltener ins Krankenhaus mussten. Auch Neugeborene mussten weniger häufig wegen Grippe im Krankenhaus behandelt werden, wenn deren Mütter in der Schwangerschaft geimpft worden waren. Durch die Impfung hat die Schwangere Abwehrstoffe gegen Influenzaviren im Blut. Da die Blutkreisläufe von Mutter und Kind über die Plazenta miteinander verbunden sind, erreicht der Impfschutz auch das Ungeborene. Das Neugeborene bleibt bis zu mehreren Monaten nach der Geburt durch die mütterlichen Abwehrstoffe geschützt.

Die Grippeschutzimpfung soll nicht nur das Erkrankungsrisiko der geimpften Person selbst senken, sondern auch die Menschen im Umfeld schützen, die nicht geimpft sind oder nicht geimpft werden können (sogenannter Herdenschutz).

Welche Nebenwirkungen kann eine Impfung haben? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die zugelassenen Impfstoffe gelten als gut verträglich. Auch für Schwangere und das ungeborene Kind konnte in klinischen Studien die Sicherheit der Grippeschutzimpfung nachgewiesen werden. Nur für Kinder unter zwei Jahren liegen kaum klinische Studien zu Wirksamkeit und Sicherheit der Grippeschutzimpfung vor.

Als häufige Nebenwirkungen treten allgemeine Entzündungsreaktionen auf, die denen einer Erkältung ähnlich sind: leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen, Schwitzen, Müdigkeit. Auch Schüttelfrost kann auftreten. Die Nebenwirkungen klingen in der Regel ohne Behandlung nach ein bis zwei Tagen wieder ab.

Totimpfstoff: Wie bei anderen Impfungen auch kann es an der Einstichstelle vorübergehend zu einer Rötung, Schwellung und leichten Schmerzen kommen. 
Lebendimpfstoff: Für Kinder ist seit 2012 ein abgeschwächter Lebendimpfstoff erhältlich, der als Nasenspray verabreicht wird. Die hier am häufigsten beobachtete Nebenwirkung ist eine verstopfte Nase. Kinder und Jugendliche sollen nicht mit dem Nasenspray gegen Grippe geimpft werden, wenn sie an schwerem Asthma leiden oder zum Beispiel mit Acetylsalicylsäure behandelt werden.

Schwere Nebenwirkungen nach Grippeschutzimpfungen sind selten. Darunter fallen unter anderem allergische Reaktionen, Schwellungen vor allem im Bereich von Kopf und Hals (Angioödem) und vorübergehende Blutbildveränderungen (Thrombozytopenie). Als sehr seltene Nebenwirkung der Impfung wurde das Guillain-Barré-Syndrom beschrieben, bei dem man Körperbereiche nicht mehr richtig bewegen kann.

Wenn nach einer Grippeschutzimpfung Nebenwirkungen oder schwere Reaktionen beim Geimpften beobachtet werden, ist es ratsam, rasch den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin darüber zu informieren. Wichtig ist auch, vor jeder Impfung, dem Arzt oder der Ärztin bekannte Allergien, zum Beispiel gegen Hühnereiweiß, mitzuteilen. Denn im Impfstoff können Hühnereiweiß oder andere Allergene enthalten sein.

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Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin nicht ersetzen.