Inhaltsverzeichnis

Fragen zu Impfempfehlungen

Für wen wird eine Auffrischungsimpfung empfohlen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Auffrischungsimpfung für alle Menschen ab 12 Jahren. Die Auffrischung sollte in der Regel etwa drei Monate nach der vorangegangenen COVID-19-Impfung erfolgen.

Auch Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel sowie Menschen, die nach einer COVID-19-Impfung eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die Empfehlung gilt auch für Personen, die nach einer Infektion bereits eine COVID-19-Impfung erhalten haben. Für die Auffrischung rät die STIKO zu einem mRNA ImpfstoffBei Menschen unter 30 Jahren wird der Einsatz des Impfstoffes Spikevax der Firma Moderna nicht empfohlen.

Für bestimmte Personengruppen wird außerdem eine zweite Auffrischungs-Impfung empfohlen. Lesen Sie mehr dazu hier. 

Warum werden Auffrischungs-Impfungen empfohlen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Untersuchungen aus verschiedenen Ländern deuten darauf hin, dass der Impfschutz gegenüber einer Infektion mit SARS-CoV-2 über die Zeit sinkt. Eine Auffrischungsimpfung soll nicht nur den eigenen Schutz aufrechterhalten. Sie soll auch das Risiko der Ansteckung und der Übertragung von SARS-CoV-2 senken, insbesondere vor dem Hintergrund der sich schnell ausbreitenden Omikron-Variante. 

Für ältere Menschen oder Menschen mit Immunschwäche sind die Auffrischungen noch dringlicher, da sie das höchste Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben. Hinzu kommt, dass der Impfschutz bei älteren und immunschwachen Menschen nach der zweiten Impfung ohnehin schon geringer ausfällt. Für diese Personengruppen wird inzwischen sogar eine zweite Auffrischung empfohlen.

Für wen wird eine zweite Auffrischung empfohlen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Seit Anfang Februar 2022 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine zweite Auffrischungs-Impfung für Personen, die besonders gefährdet sind, sich mit COVID-19 zu infizieren oder schwer zu erkranken. Dazu gehören:

  • Menschen ab 70 Jahren
  • Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben oder dort betreut werden
  • Menschen mit Immunschwäche ab 5 Jahren
  • Menschen, die in medizinischen Einrichtungen oder Pflege-Einrichtungen arbeiten

Personen, die ein hohes Krankheitsrisiko haben, sollen die zweite Auffrischung frühestens drei Monate nach der ersten Auffrischung erhalten. Personal in medizinischen und Pflege-Einrichtungen frühestens nach sechs Monaten. Auch die zweite Auffrischung soll mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Grund für die Empfehlung ist, dass der Schutz der ersten Auffrischung gegen Infektionen mit der Omikron-Variante innerhalb weniger Monate abnimmt. Die STIKO geht davon aus, dass auch die zweite Auffrischung gut verträglich ist. Bisher fehlen jedoch Studien, die diese Annahme bestätigen.

Was heißt Aspiration und was bedeutet das für die Impfung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Seitdem 15. Februar empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), dass Ärzte und Ärztinnen vor der COVID-19-Impfung eine sogenannte Aspiration vornehmen. Aspiration ist eine Spritz-Technik, mit der man prüfen kann, wohin der Impfstoff gespritzt wird. Die COVID-19-Impfstoffe sollen ausschließlich in den Oberarm-Muskel gespritzt werden, nicht etwa in die Haut oder in die Blutbahn. Beim Aspirieren sticht der Arzt die Spritze ein und saugt etwas Flüssigkeit aus der Einstichstelle ein. Saugt er dabei Blut ein, hat er eine Vene getroffen. In diesem Fall muss er mit einer neuen Spritze eine andere Einstichstelle wählen. Die STIKO begründet ihre Empfehlung mit den Ergebnissen aus Tierversuchen. In diesen traten vermehrt Herzbeutel-Entzündungen auf, wenn mRNA-Impfstoffe in die Blutbahn gelangten. 

Seit dem Jahr 2016 wird die Aspiration für die meisten Impfungen nicht mehr empfohlen. Grund dafür war, dass viele Menschen die Einstiche als schmerzhaft empfinden. Zudem sind die Blutgefäße am Oberarm-Muskel sehr klein. Es ist unwahrscheinlich, dass beim Impfen versehentlich eine Vene getroffen wird.

Meine Fragen an den Arzt: Auffrischungs-Impfung

Kann ich mich gleichzeitig gegen COVID-19 und Grippe impfen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Es ist möglich, sich gleichzeitig gegen COVID-19 und eine andere Erkrankung impfen zu lassen. Die andere Impfung sollte dabei mit einem sogenannten Totimpfstoff erfolgen. Die meisten Impfstoffe gegen Grippe sind Totimpfstoffe. Grippeimpfstoff und COVID-Impfstoff sollten dabei nicht in denselben Arm gespritzt werden. Es ist theoretisch möglich, dass bei der Doppel-Impfung stärkere Impfreaktionen auftreten als bei einer einzelnen Impfung. Als Impfreaktionen versteht man Symptome an der Einstichstelle wie z. B. Schmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit oder Kopfschmerzen. Die Erfahrung mit anderen Impfungen zeigt jedoch, dass bei Doppel-Impfungen ähnlich starke Impfreaktionen oder Nebenwirkungen auftreten wie bei einer Einzel-Impfung. 

Es gibt noch keine veröffentlichten Daten zu gleichzeitiger Anwendung der in Deutschland angewendeten Totimpfstoffe und COVID-19-Impfstoffe. Es gibt aber erste Hinweise aus Großbritannien zu gleichzeitiger Anwendung von COVID-19- und Grippe-Impfstoffen. Es zeigte sich, dass die vorübergehenden Impfreaktionen etwas stärker ausfallen können.

Was empfiehlt die STIKO zur Impfung von 5- bis 11-Jährigen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Seit Mai 2022 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die COVID-19-Impfung auch für gesunde Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren. Diese sollen zunächst eine einzelne Dosis des Impfstoffs Comirnaty (BioNTech/Pfizer) bekommen. Es darf auch eine zweite Impfung erfolgen, wenn Eltern und Kinder das ausdrücklich möchten.

Für Kinder, die Vorerkrankungen haben, empfiehlt die STIKO weiterhin zwei Impfstoffdosen. Auch Kinder, die engen Kontakt zu Menschen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben, sollen zweimal geimpft werden. 

Laut STIKO-Empfehlung sollen zwei Dosen des Comirnaty-Impfstoffes im Abstand von drei bis sechs Wochen verabreicht werden. Die für Kinder dieser Altersgruppe zugelassene Impfstoffdosis beträgt 10 Mikrogramm. Bei Jugendlichen und Erwachsenen werden 30 Mikrogramm des Impfstoffes verabreicht. Wie wirksam und sicher der Impfstoff Comirnaty bei Kindern im Alter von 5- bis 11 Jahren ist, können Sie in unserem Studiencheck der Zulassungsstudie nachlesen.

Kinder mit Vorerkrankungen, die bereits nachweislich eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen mindestens drei Monate danach eine Impfstoff-Dosis erhalten.

Was empfiehlt die STIKO zur Impfung von 12- bis 17-Jährigen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die STIKO rät alle Kinder und Jugendlichen von 12- bis 17- Jahren impfen zu lassen. Grund dafür ist u.a., dass ungeimpfte Kinder und Jugendliche mit der jetzt vorherrschenden Omikron-Variante ein höheres Infektionsrisiko haben. Die Grundimmunisierung soll mit zwei Dosen des Impfstoffes Comirnaty (BioNTech/Pfizer) im Abstand von 3-6 Wochen erfolgen. Des Weiteren empfiehlt die STIKO die Auffrischungsimpfung für 12- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty in der altersentsprechenden Dosierung von 30 Mikrogramm. Die 3. Impfstoffdosis soll in einem Mindestabstand von 3 Monaten zur vorangegangenen Impfung verabreicht werden.

Eine Impfung mit dem Impfstoff Spikevax (Moderna) wird für Personen unter 30 Jahren nicht empfohlen. Der Grund dafür sind Fälle von Herzmuskelentzündungen nach der Impfung. Diese traten in dieser Altersgruppe nach Comirnaty bisher seltener auf als nach Spikevax.

Jugendlichen ab 12 Jahren, die bereits nachweislich eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, wird empfohlen mindestens drei Monate danach eine Impfstoff-Dosis zu bekommen. 

Können sich auch Schwangere und Stillende impfen lassen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die COVID-19-Impfung für Stillende oder Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel. Die Impf-Empfehlung für Schwangere gilt für zwei Dosen des Impfstoffes Comirnaty (BioNTech/Pfizer) im Abstand 3 bis 6 Wochen. Wurde die Schwangerschaft nach der ersten Dosis festgestellt, sollte die zweite Dosis ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel erfolgen. Der Impfstoff Spikevax (Moderna) wird für Schwangere nicht empfohlen. Stillende unter 30 Jahren sollen ebenfalls den Impfstoff Comirnaty erhalten. Stillende Frauen über 30 Jahren können auch zwei Dosen des Impfstoffes Spikevax im Abstand von 4 bis 6 Wochen bekommen. Die Imfpstoffe Janssen (Johnson & Johnson) und Nuvaxovid (Novavax) werden für Schwangere und Stillende derzeit nicht empfohlen.

Die Empfehlung der STIKO beruht auf der Analyse von Daten aus der Forschung. Die Impfung soll nicht nur Schwangere und Stillende vor COVID-19 schützen. Es geht auch darum, Schwangerschafts-Komplikationen oder Folgeerkrankungen des Kindes infolge einer SARS-CoV-2-Infektion zu vermeiden. Schwere Verläufe von COVID-19 bei Schwangeren sind im Allgemeinen selten. Die untersuchten Daten weisen jedoch darauf hin, dass eine Schwangerschaft ein Risikofaktor für einen schweren COVID-19-Verlauf darstellt. Außerdem kommt es bei Schwangeren mit SARS-CoV-2-Infektion eher zu einem schweren Verlauf der Erkrankung als bei Nicht-Schwangeren. Bei schwangeren Frauen mit Vorerkrankungen, wie z.B. Diabetes mellitus oder Adipositas, ist das Risiko für schwere COVID-19-Verläufe zusätzlich erhöht. Die von der STIKO analysierten Daten zeigen, dass die mRNA-Impfstoffe Schwangere und Nicht-Schwangere gut vor schweren COVID-19-Verläufen schützen. Allerdings beruhen diese Daten auf anderen Virus-Varianten. Zu der bisher in Deutschland vorherrschenden Omikron-Variante liegen derzeit noch keine Erkenntnisse vor. 

Zur Sicherheit der mRNA-Impfstoffe bei Schwangeren und Stillenden gibt es momentan nur wenige Daten. Bisher gibt es keine Hinweise, dass nach der COVID-19-Impfung vermehrt schwere Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft auftreten, die Mutter oder Kind gefährden. Auch bei stillenden Frauen und deren Kindern traten in bisherigen Studien keine schweren Nebenwirkungen auf. 

Für Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel und Stillende wird auch eine Auffrischungsimpfung etwa drei Monate nach Erhalt der letzten Dosis empfohlen.

Welche Impfabstände werden von der STIKO empfohlen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Für die Zweitimpfungen empfiehlt die Ständige Impfkommission folgende Abstände:

  • Comirnaty (BioNTech/Pfizer): 3-6 Wochen
  • Spikevax (Moderna): 4-6 Wochen
  • Nuvaxovid (Novavax): 3 Wochen 
  • Heterologes Impfschema (Erstimpfung mit Vaxzevria oder COVID-19-Vaccine Janssen plus mRNA-Impfstoff als Zweitimpfung): ab 4 Wochen

Für Menschen, die bereits an COVID-19 erkrankt waren und genesen sind, gelten gesonderte Empfehlungen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Da der Impfschutz gegenüber einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus über die Zeit nachzulassen scheint, empfiehlt die STIKO allen Personen über 12 Jahren etwa 3 Monate nach der Grundimmunisierung eine Auffrischungsimpfung.

Klicken Sie auf die Grafik und finden Sie heraus, welche Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission für Sie gilt:

Vorschaubild zum visuellen Hilfepfad, welche Impf-Empfehlung gegen COVID-19 es gibt.

Video: Welche Rolle spielen STIKO und EMA? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Video als Text

Fragen zum Impfschutz

Kann ich andere anstecken wenn ich vollständig geimpft bin? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Viele Menschen beschäftigt die Frage, ob man sich trotz Impfschutz mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren kann, aber keine Symptome hat – und dann möglicherweise andere ansteckt. Tatsächlich bietet die Impfung keinen vollständigen Schutz vor einer Infektion. Nach allem, was man momentan weiß, ist das Risiko, als vollständig geimpfte Person das SARS-CoV-2-Virus auf eine andere Person zu übertragen, vermindert. In welchem Ausmaß eine Ansteckung trotzdem möglich ist, lässt sich momentan nicht beziffern. 

Es ist möglich, dass auch geimpfte Personen sich mit dem Virus infizieren und es dabei auf andere Menschen übertragen. Das ist wahrscheinlicher, wenn der Impfschutz nach der Impfung mit der Zeit nachgelassen hat. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), sich auch weiterhin an die gängigen Schutzmaßnahmen (z. B. Kontaktbeschränkungen, Masken und Abstand), zu halten. Die empfohlene Auffrischungsimpfung oll den Impfschutz wieder erhöhen.

Wie lange hält der Impfschutz an? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Ergebnisse der Untersuchungen aus verschiedenen Ländern deuten darauf hin, dass auch 6 Monate nach der Zweitimpfung ein guter Impfschutz vor einem schweren COVID-19-Verlauf bei jüngeren und gesunden Personen vorhanden ist. Der Schutz gegenüber einer Infektion mit SARS-CoV-2 sinkt jedoch über die Zeit von 4 bis 6 Monate ab. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Personen über 12 Jahren eine Auffrischungsimpfung. Insbesondere nimmt der Impfschutz bei älteren Menschen oder Menschen mit einer Immunschwäche schneller ab als bei gesunden jungen Menschen. Für diese Personengruppen wird inzwischen eine zweite Auffrischungs-Impfung empfohlen.

Ob in Zukunft weitere Auffrischungsimpfungen nötig sein werden, ist bisher unklar. Wissenschaftliche Erkenntnisse dazu, wie sich der Impfschutz nach drei Impfungen über die Zeit verhält, fehlen noch. Auch in Hinblick auf die neue Virusvariante Omikron lässt sich im Moment noch nicht sagen, wie lange der Impfschutz nach einer Auffrischung anhält.

Video: Was ist ein Impfdurchbruch? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Video als Text

Beeinflussen die Mutationen die Wirksamkeit der Impfstoffe? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Mutationen von Viren sind ein natürlicher Vorgang, bei dem sich das genetische Material des Virus verändert. Dies geschieht in unterschiedlichen Geschwindigkeiten bei verschiedenen Viren. Das muss aber nicht in jedem Fall bedeuten, dass dadurch die Wirksamkeit des Impfstoffs beeinflusst wird.

Mittlerweile gibt es erste Erkenntnisse zu der Wirksamkeit der Impfstoffe gegenüber der neuen Virusvariante Omikron. Demnach zeigen die Ergebnisse einer Studie, dass die Wirkung der Impfstoffe gegenüber einer COVID-19-Erkrankrung (mit Symptomen) geringer ist als bei der Delta-Variante. Zudem lässt die Wirkung nach der zweiten Impfdosis mit der Zeit schnell nach. Das Robert Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass etwa nach 15 Wochen kein ausreichender Schutz mehr vorliegt. Nach einer Auffrischungsimpfung steigt der Schutz jedoch wieder an. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission die Auffrischungsimpfung allen Menschen über 12 bereits drei Monate nach der zweiten Dosis. Wie lange dieser Schutz jedoch anhält, lässt sich zurzeit noch nicht beurteilen.

Fragen zu möglichen Nebenwirkungen

Sind nach der Impfung Spätfolgen möglich? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Unter Spätfolgen versteht man allgemein in der Medizin Komplikationen, die lange nach einer Erkrankung auftreten. Spätfolgen können auch nach medizinischen Eingriffen oder Unfällen vorkommen. So ist zum Beispiel die krankhafte Veränderung der Netzhaut im Auge eine Spätfolge von Diabetes Typ 2

Auch bei COVID-19-Impfungen befürchten manche Menschen, dass lange nach der Impfung bisher noch unbekannte Nebenwirkungen, also Spätfolgen, auftreten können. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass die meisten Nebenwirkungen von Impfstoffen zeitnah nach der Impfung auftreten. In der Regel treten sie in der Zeit von zwei bis sechs Wochen nach der Impfung auf. Auch sehr seltene Nebenwirkungen treten in der Regel zeitnah nach der Impfung auf. Nur kann es längere Zeit brauchen, sie eindeutig mit der Impfung in Verbindung zu bringen. 

Die Sicherheit der Impfstoffe wurde an mehreren Tausend Menschen in den Zulassungsstudien untersucht. Für die mRNA-Impfstoffe Comirnaty (BioNTech/Pfizer) und Spikevax (Moderna) liegen aus diesen Studien mittlerweile Information für einen Zeitraum zwischen vier und sechs Monaten nach der zweiten Dosis vor. Darüber hinaus sollen die Studienteilnehmer für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren beobachtet werden. Unter anderem soll so festgestellt werden, wie lange die Wirkung der Impfstoffe anhält. 

Die Sicherheit der Impfstoffe wird auch unabhängig von den Zulassungsstudien beobachtet. In Deutschland erfolgt das durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Dort können Verdachtsfälle von Nebenwirkungen gemeldet werden. Das PEI prüft dann, ob die Beschwerden im Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten. In anderen Ländern werden solche Untersuchungen ebenso durchgeführt. Das dient vor allem dazu, sehr seltene Nebenwirkungen zu entdecken. 

Zum Beispiel wurde so eine sehr seltene Nebenwirkung der Vektor-Impfstoffe Vaxzevria und Covid-19 Vaccine Janssen erkannt – das Guillain-Barré-Syndrom (GBS). GBS ist eine entzündliche Erkrankung der Nervenzellen. Manchmal bleiben bei Betroffen die Beschwerden trotz der Behandlung über längere Zeit bestehen. Diese Beschwerden könnte man daher als Nebenwirkungen mit Langzeitfolge bezeichnen. Das GBS ist jedoch keine „Spätfolge“ der Impfung, denn die Erkrankung wurde kurze Zeit nach der Impfung festgestellt.

Video: Muss ich mit Spätfolgen rechnen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Video als Text

Was mache ich, wenn es mir nach der Impfung nicht gut geht? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Viele Menschen spüren gar keine oder nur geringe Beschwerden. Falls es Ihnen unmittelbar nach der Impfung nicht gut geht, können Sie sich an das impfende Personal wenden. Nach der Impfung werden Sie noch 15 bis 30 Minuten beobachtet.
In den ersten Tagen nach der Impfung können Beschwerden auftreten. Zu den häufigen Reaktionen auf eine Impfung gehören

  • Schmerzen und Rötungen an der Einstichstelle
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Müdigkeit/Abgeschlagenheit
  • Übelkeit und/oder Fieber

Bei starkem Krankheitsgefühl oder anhaltenden Beschwerden können Sie Ihren Hausarzt, ihre Hausärztin um Rat fragen. Sie können auch den ärztlichen Notdienst unter der Rufnummer 116 117 kontaktieren.

Video: Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Video als Text

Wo kann ich (gravierende) Nebenwirkungen melden? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Wer eine Nebenwirkung bei sich vermutet, kann diese dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) melden – am einfachsten online über das Portal des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Das PEI ist die Bundesbehörde, die die Sicherheit zugelassener Impfstoffe und Arzneimittel überwacht. Dort wird geprüft, ob die Beschwerden in Zusammenhang mit der Impfung stehen können.

Außerdem bietet das PEI die Smartphone-App SafeVac App 2.0 an. Die App befragt die Nutzer anonym zu gesundheitlichen Beschwerden nach der Impfung. Sie kann im App Store und im Play Store kostenlos heruntergeladen werden. Die gesammelten Daten helfen dem PEI, die Sicherheit und Verträglichkeit der Impfstoffe besser zu bewerten. Auch ohne Nebenwirkungen können Sie zurückmelden, wie Sie die Impfung vertragen haben.

Der erste Schritt ist aber, sich beim Auftreten von schweren Nebenwirkungen in ärztliche Behandlung zu begeben. 

Kann die Impfung den Menstruations-Zyklus stören? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

In den Zulassungsstudien der Impfstoffe wurden keine Veränderungen des Zyklus gemeldet. Laut dem Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Institutes (PEI), das in Deutschland für die Impfstoffsicherheit zuständig ist, gab es nach der Zulassung Meldungen über Zyklusstörungen nach der Impfung. Es sind zum Beispiel starke Menstruationsblutungen, Zwischenblutungen, das Ausbleiben der Regelblutung oder auch Blutungen nach der Menopause aufgetreten. Die bisherige Melderate übersteigt allerdings nicht die erwartete Häufigkeit bei nicht-geimpften Personen.

Auch wenn bisher keine eindeutigen Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Zyklusstörungen und COVID-19-Impfungen vorliegen, so wird die Europäische Arzneimittelagentur die Fragestellung weiterhin verfolgen und internationale Meldedaten auswerten. 

Allgemein können verschiedene Faktoren den normalen Menstruations-Zyklus beeinflussen. Dazu gehört beispielsweise Stress. Auch bestimmte Medikamente oder Erkrankungen können zu den Veränderungen des Zyklus führen. Zyklusstörungen können ebenfalls bei anderen Impfungen oder Infektionen auftreten.

Grundsätzlich können Menschen, die Nebenwirkungen der Impfungen bei sich vermuten, diese dem PEI melden. Das geht u. a. online über das Portal des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Wer haftet, wenn ich gesundheitlichen Schaden erleide? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Wenn nach einer Impfung mit einem in Deutschland zugelassenen Impfstoff gegen das SARS-CoV-2-Virus gesundheitliche Schäden auftreten, haben Betroffene Anspruch auf Entschädigung. Unter Impfschäden versteht man u. a. „die gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch die Schutzimpfung […]“. Hierzu gehört auch der sehr seltene Fall einer Hirnvenenthrombose nach der COVID-19-Impfung, die zum Tod führt oder bleibende gesundheitliche Schäden hinterlässt.

Wer durch eine von der obersten Landesgesundheitsbehörde öffentlich empfohlene Schutzimpfung einen Impfschaden erlitten hat, erhält auf Antrag Versorgungleistungen vom Land. Die Länder haften für bekannte Nebenwirkungen, die die von ihnen empfohlenen Impfungen hervorrufen können. Ob eine gesundheitliche Schädigung durch die Impfung verursacht wurde, beurteilt das Versorgungsamt im jeweiligen Bundesland.

Seit dem 28. Mai 2021 regelt §60 des Infektionsschutzgesetzes, dass Betroffenen auch vom Bund eine Entschädigung nach dem Bundesversorgungsgesetz zusteht, wenn die Schutzimpfung einen Schaden durch bisher unbekannte Nebenwirkungen verursacht hat. 

Der Anspruch auf Entschädigung gilt für alle SARS-CoV-2-Impfstoffe, die von der Ständigen Impfkommission empfohlen werden. Ein Anspruch besteht aber auch in Fällen, wenn keine öffentliche Empfehlung seitens der Bundesländer oder der Ständigen Impfkommission ausgesprochen wurde. Das heißt, der Anspruch auf Entschädigung gilt auch bei Menschen unter 60 Jahren, die sich nach ärztlicher Aufklärung freiwillig mit den Impfstoffen der Firmen AstraZeneca oder Janssen impfen lassen. 

Fragen zum Impftermin

Muss vorab ausgeschlossen werden, dass ich infiziert bin? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Verträglichkeit der Impfung wird durch eine akute Infektion mit SARS-CoV-2 laut momentanem Forschungsstand nicht negativ beeinflusst. Deswegen muss vor einer Impfung nicht auf eine aktuelle SARS-CoV-2-Infektion getestet werden. Es wird aber empfohlen, bei (jeglicher) akuten, schweren fieberhaften Erkrankung oder Infektion die Impfung zu verschieben.

Ich bin genesen - was muss ich bei der Impfung beachten? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Klicken Sie auf die Grafik und finden Sie heraus, welche Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission für Sie gilt:

Vorschaubild zum visuellen Hilfepfad, welche Impf-Empfehlung gegen COVID-19 es gibt.

Nach aktuellem Stand der Forschung ist eine Impfung auch dann unbedenklich, wenn jemand bereits eine Infektion (auch unbemerkt) durchgemacht hat. Bei Genesenen unterscheidet die STIKO zwischen der sog. Grundimmunisierung, also dem Aufbau des Impfschutzes und der Auffrischung des Impfschutzes nach einer bestimmten Zeit. 

Für die Grundimmunisierung empfiehlt die STIKO Folgendes:
Für ungeimpfte Personen ab 12 Jahren, die eine nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, empfiehlt die STIKO zunächst eine einmalige Impfung. Das Gleiche gilt für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren, die Vorerkrankungen haben. Personen, bei denen eine SARS-CoV-2-Infektion mittels PCR-Test nachgewiesen wurde, empfiehlt die STIKO die Impfung mindestens drei Monate danach. 

Für Personen, bei denen der Nachweis der Infektion nicht durch einen PCR-Test, sondern durch die Antikörper-Untersuchung im Blut erfolgte, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine einmalige Impfung ab vier Wochen nach der Labordiagnose. 

Sind Personen bereits einmal geimpft und infizieren sich im Zeitraum bis zu 4 Wochen nach der ersten Impfdosis, so soll laut STIKO-Empfehlung die zweite Impfung auch etwa drei Monate nach Genesung erfolgen. Aber auch hier ist es möglich, die zweite Dosis ab 4 Wochen nach Ende der Symptome bzw. Labordiagnose zu verabreichen. Sind zwischen der ersten Impfdosis und der Infektion mehr als 4 Wochen vergangen, so ist zunächst keine zweite Dosis erforderlich. 

Für die Auffrischungsimpfung Genesener empfiehlt die STIKO einen Zeitraum von drei Monaten nach Erkrankung oder Impfung, je nachdem, was zuletzt aufgetreten ist.

Auch Menschen, die sich nach der zweifachen Impfung angesteckt haben, sollen die Auffrischungsimpfung etwa drei Monate nach der Genesung erhalten. 

Wo kann ich mich impfen lassen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Seit dem 7. Juni 2021 können sich in Deutschland alle Menschen ab 12 Jahren freiwillig gegen COVID-19 impfen lassen – unabhängig von Alter, Beruf oder Vorerkrankungen. Inzwischen steht so viel Impfstoff zur Verfügung, dass an vielen Stellen geimpft werden kann. COVID-19-Impfungen können zum Beispiel von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in ihren Praxen durchgeführt werden. Außerdem können Betriebsärztinnen und -ärzte den Impfstoff verabreichen. Auf der jeweiligen Infoseite seines Bundeslandes erfahren Sie zusätzlich, wo sich weitere Einrichtungen oder mobile Impfteams in Ihrer Nähe befinden. 

Wie kann ich nachweisen, dass ich geimpft bin? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Alle Impfungen werden im Impfpass dokumentiert. Wichtig ist, dass nicht nur der Aufkleber mit der Bezeichnung und Chargennummer des Impfstoffs vorhanden ist. Ohne Stempel und Unterschrift des Arztes ist die Impfung offiziell nicht gültig.

Für den digitalen Nachweis einer Impfung gegen COVID-19 gibt es die CovPassApp und die Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts, mit denen es möglich ist, den Impfnachweis digital auf dem Smartphone zu speichern. Dafür benötigt man ein iPhone ab iOS Version 12 bzw. ein Android-Smartphone ab Android Version 6. Der „CovPass“ soll zudem negative Testergebnisse und überstandene Infektionen dokumentieren. Die Zertifikate sind seit Juli EU-weit gültig. In der Corona-Warn-App kann nur ein Zertifikat hinterlegt werden, im CovPass lassen sich auch mehrere Nachweise – etwa für Angehörige – speichern.

So kommt der Corona-Impfpass aufs Smartphone So bekommen Sie den QR-Code für die Apps

Mein Impfzertifikat läuft aus – was muss ich tun?    Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Einige digitale Impfnachweise in der CovPassApp und der Corona-Warn-App haben ein Ablaufdatum. Das heißt: Der QR-Code auf dem Impfzertifikat erscheint ab dann ungültig und kann nicht mehr gelesen werden. Das bedeutet nicht, dass der Impfschutz zum Ablaufdatum erlischt. Die Gültigkeit der Zertifikate ist aus technischen Gründen auf 365 Tage beschränkt. 

Ende Juni 2022 laufen die ersten Zertifikate aus. Nutzer und Nutzerinnen erhalten 28 Tage vorher eine entsprechende Mitteilung in der App. Darin wird ihnen angeboten, das entsprechende Zertifikat selbst mit wenigen Klicks zu aktualisieren. Es muss nur das Zertifikat von der zuletzt erhaltenen Impfung aktualisiert werden, nicht alle. Dafür haben sie nach Ablauf des Zertifikats 90 Tage Zeit. Die Aktualisierung ist z. B. wichtig, wenn ins Ausland reisen möchte. In vielen Ländern wird für die Einreise ein gültiges Impfzertifikat verlangt.

Video: Was hilft bei der Entscheidungsfindung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Video als Text

Meine Fragen an den Arzt: Erstimpfung

Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin nicht ersetzen. Interessenkonflikte
Schlagwörter