Hintergrund

Was ist eine Erkältung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Bei einer Erkältung sind die oberen Atemwege durch Krankheitserreger entzündet. Eine Erkältung wird auch grippaler Infekt genannt. Die typischen Erkältungsbeschwerden sind Halsschmerzen, Husten, Schnupfen, Heiserkeit und – vor allem bei Kindern – auch Ohrenschmerzen.

Ein grippaler Infekt ist mit allgemeinen Beschwerden (Symptomen) wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und eventuell leicht erhöhter Temperatur verbunden. Außerdem fühlen sich Personen mit einer Erkältung müde und abgeschlagen. Welche Beschwerden im Vordergrund stehen und wie die Krankheit verläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Welche Krankheitserreger haben die Erkältung ausgelöst, wie stark sind die eigenen Abwehrkräfte zum Zeitpunkt der Infektion, liegen seit längerer Zeit schon weitere (chronische) Krankheiten vor und welche Bereiche der Atemwege sind besonders betroffen?

Ohne Komplikationen oder Folgeerkrankungen sind Erkältungen selbstheilend. Die Erkältung stellt die häufigste plötzlich auftretende (akute) Erkrankung in der industrialisierten Welt dar. Bei Erwachsenen können normalerweise etwa drei Erkältungen pro Jahr auftreten. Kinder können noch häufiger betroffen sein. Auch bei sonst gesunden Kindern kann eine Erkältung bis zu zwölf Mal im Jahr vorkommen. Erkältungskrankheiten treten verstärkt in den Herbst- und Wintermonaten auf und gehören zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch.

Was verursacht Erkältungen und wie steckt man sich an? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Erkältungen werden überwiegend von Viren verursacht. Rund 200 verschiedene Viren kommen als Erreger einer Erkältung in Frage, zum Beispiel Rhino-Viren, Corona-Viren und Adeno-Viren sowie Respiratory-Syncytial-Viren (RSV).

Die Erkältungserreger werden von Mensch zu Mensch weitergegeben. Die Ansteckung erfolgt als sogenannte Tröpfcheninfektion über die Luft oder über direkten Kontakt mit den Erregern. Viren werden vor allem über die Hände übertragen: Wenn sie nach dem Husten oder Niesen an den Händen des Erkrankten haften bleiben, dann können die Erreger andere Personen befallen. Das passiert vor allem nach dem Händeschütteln oder engen Umarmungen, wenn sich die andere Person anschließend mit ihren Händen an Mund, Nase oder Auge fasst. So können die Erreger in den Körper gelangen. Die Ansteckungsgefahr ist besonders hoch, wenn viele Menschen in geschlossenen Räumen zusammenkommen, wie zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei größeren Veranstaltungen. Zwischen der Ansteckung und dem Krankheitsbeginn liegen üblicherweise zwölf Stunden bis drei Tage.

Welche Beschwerden hat man bei einer Erkältung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Jeder kennt es, wenn die Nase plötzlich läuft, es im Hals kratzt und man sich kraftlos fühlt: Eine Erkältung bahnt sich an. In den Schleimhäuten der Atemwege breiten sich die Viren rasch aus und bewirken zunächst vor Ort eine Entzündungsreaktion, die dann die Erkältungssymptome hervorruft.

In vielen Fällen beginnt eine Erkältung zunächst mit Halsschmerzen. Nachfolgend können alle Bereiche der oberen Atemwege betroffen sein, da es zu einer entzündlichen Reaktion durch die Infektion mit den Erkältungserregern kommt. Es können auch Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Fieber im Rahmen eines grippalen Infektes tritt vor allem bei Kindern auf. 

Bei Schnupfen ist die Nasenatmung erschwert und man kann nicht mehr so gut wie sonst riechen. Die Bindehaut der Augen kann leicht gereizt und deshalb gerötet sein. Ursache für den Schnupfen ist ein entzündungsbedingtes Anschwellen der Nasenschleimhaut. Diese reagiert mit einer gesteigerten Schleimproduktion. Auch in den oberen Atemwegen wird mehr Sekret gebildet. Der Schleim läuft zum Kehlkopf und zu den unteren Atemwegen ab und verursacht zusammen mit Entzündungsreaktionen im Rachenbereich, dass die Patienten husten müssen. Der in der Nase gebildete Schleim ist zuerst meist farblos. Später kann sich der Schleim gelblich oder grünlich verfärben. Dies allein ist jedoch kein Hinweis auf eine zusätzliche Infektion durch Bakterien, sondern als natürlicher Verlauf der Abwehrvorgänge zu werten. 

Verlauf

Wie lange dauert eine Erkältung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Beschwerden bei unkomplizierten Erkältungen dauern im Normalfall neun Tage, bei Kindern bis zu 15 Tage. Der Husten kann sogar mehrere Wochen bestehen bleiben. Wenn der Husten länger als acht Wochen anhält, empfiehlt u.a. die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, eine ärztliche Abklärung.

Wie verläuft eine Erkältung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die folgende Grafik zeigt den typischen Verlauf eines grippalen Infekts. Welche Symptome auftreten und wann sie sich wieder abschwächen, variiert von Erkältung zu Erkältung. Im Durchschnitt dauert eine solche Erkrankung neun Tage.

Verlauf einer Erkältung

Risikofaktoren

Wer ist besonders häufig von einer Erkältung betroffen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Folgende Personengruppen können verstärkt von Erkältungen betroffen sein und möglicherweise einen schweren Verlauf dieses akuten Infektes zeigen: 

  • Personen mit chronischen Vorerkrankungen wie etwa der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Personen mit angeborenen Krankheiten des Abwehrsystems 
  • Personen mit Mangelernährung
  • Raucher/Raucherinnen
  • Kinder, insbesondere Kleinkinder
  • Personen, die erkrankte Kinder versorgen
  • Vermutlich Personen mit psychischem Stress 
  • Vermutlich Personen mit gestörtem Schlaf oder mit Schlafmangel 

Folgen

Welche Folgeerkrankungen können Erkältungen verursachen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

In der Regel ist eine Erkältungskrankheit selbstheilend, das heißt, auch ohne spezielle Behandlung heilt die Erkrankung aus. Es können jedoch auch Komplikationen und Folgeerkrankungen bei einem grippalen Infekt auftreten, die entweder auch durch Viren bedingt sind oder die durch eine zusätzliche Infektion mit Bakterien entstehen.

Komplikationen einer Erkältung sind:

  • Nasennebenhöhlenentzündung (Rhino-Sinusitis) 
  • Mittelohrentzündung (Otitis media), die etwa 20 % der Kinder mit einer viralen Erkältung betrifft
  • Infektion der unteren Atemwege, also ein Entzündung der Luftröhre oder der Bronchien (Bronchitis)
  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Verschlimmerung einer bestehenden Asthmaerkrankung (Asthma bronchiale) 

Bei einer plötzlichen deutlichen Verschlechterung der Erkältungsbeschwerden sollte man sich immer ärztlich behandeln lassen. 

Der Arztbesuch ist für erkrankte Kinder ratsam, wenn das Kind

  • jünger als 3 Monate ist
  • keine oder sehr wenig Flüssigkeit aufnimmt 
  • über mehrere Tage anhaltend hohes Fieber hat
  • länger als 10 Tage anhaltend hustet
  • länger als 14 Tage anhaltenden Schupfen hat
  • eine Bindehautentzündung hat
  • starke Ohrenschmerzen hat

Diagnostik

Was passiert beim Arzt? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Eine komplikationslose Erkältung ist eine plötzliche (akute) Infektionskrankheit, die ohne besondere Behandlung spontan ausheilt. Ein Arztbesuch ist in vielen Fällen nicht notwendig. Erwachsene können zumeist selbst gut einschätzen, ob die Symptome so schwerwiegend sind, dass eine ärztliche Untersuchung und Beratung sinnvoll erscheint. 

Der Arzt oder die Ärztin stellt die Diagnose einer Erkältung nach einer Anamnese und körperlichen Untersuchung. In der Anamnese fragt der Arzt oder die Ärztin unter anderem nach Beschwerden und dem Krankheitsverlauf sowie nach dem allgemeinen Gesundheitszustand. In der körperlichen Untersuchung wird in der Regel ein Teil der oberen Atemwege, wie zum Beispiel der Rachen oder die Nase, angeschaut. Außerdem erfolgen das Abhören von Lunge und Herz sowie eine Beurteilung des Allgemeinzustandes der Patientin, des Patienten. 

Welche Erkrankungen sollten ausgeschlossen werden? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Beim Arztbesuch sollen schwere Krankheitsverläufe erkannt werden. Dazu sind eventuell weiterführende Untersuchungen notwendig: So ist bei Verdacht auf eine Lungenentzündung eine Blutentnahme zum Nachweis von Entzündungswerten sowie ein Röntgenbild oder eine Ultraschalluntersuchung der Lunge sinnvoll. Zudem müssen andere akute Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege ausgeschlossen werden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Heuschnupfen (allergische Rhinitis) 
  • eine akute bakterielle Entzündung von Rachen (Pharyngitis) oder Mandeln (Tonsillitis)
  • Keuchhusten (Pertussis) 
  • echte Grippe (Influenza) 

Wenn durch die Anamnese und körperliche Untersuchung andere Erkrankungen nicht auszuschließen sind, sollte eine weiterführende Diagnostik erwogen werden. Grippeviren oder die Erreger von Keuchhusten lassen sich zum Beispiel im Nasensekret nachweisen. 

Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt nicht ersetzen.