Was ist Diabetes Typ 2? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Bei Diabetes mellitus Typ 2 (kurz: Diabetes Typ 2) kann der Zucker im Blut von den Körperzellen nicht mehr richtig aufgenommen und verarbeitet werden. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel an. Im Volksmund ist Diabetes daher auch als „Zuckerkrankheit“ bekannt. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann schwere Folgen für den Körper haben, beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen an den Nieren, Nerven und Augen.

Neben Diabetes Typ 2 gibt es auch noch andere Diabetes-Formen.

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Wie häufig kommt Diabetes Typ 2 vor? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Im Jahr 2015 waren 9,5 Prozent der Menschen in Deutschland an Diabetes Typ 2 erkrankt. Insgesamt steigt die Zahl der Betroffenen: Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 500.000 Menschen neu an dieser Krankheit.

Die Häufigkeit steigt mit dem Alter – daher wurde der Diabetes Typ 2 in der Vergangenheit oft auch Altersdiabetes genannt. Es können jedoch auch schon jüngere Menschen betroffen sein. Ab ungefähr 50 Jahren nimmt die Häufigkeit der Erkrankung stark zu. In der Altersgruppe der 75- bis 85-Jährigen gibt es die meisten Erkrankten. Männer erkranken in fast allen Altersgruppen häufiger an Diabetes Typ 2 als Frauen. 

Entstehung und Ursachen

Kohlenhydrate aus der Nahrung werden im Magen-Darm-Trakt aufgespalten und als Glukose (Traubenzucker) ins Blut aufgenommen. Diabetes Typ 2 entsteht, wenn der Körper diese Glukose nicht angemessen weiterverarbeiten kann. Dabei spielt Insulin eine wichtige Rolle. 

Was ist Insulin? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse hergestellt wird. Die Bauchspeicheldrüse wird auch Pankreas genannt. Insulin wird in bestimmten Bereichen der Bauchspeicheldrüse produziert: den sogenannten Langerhans-Inseln. Dort gibt es verschiedene Zelltypen. Das Insulin wird von den Betazellen gebildet.

Nehmen wir über die Nahrung Kohlenhydrate auf, steigt der Blutzuckerspiegel an. Daraufhin schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin ins Blut aus.

Insulin sorgt dafür, dass die Glukose aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen werden kann. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel. Die Körperzellen nutzen die Glukose, um Energie zu gewinnen.

Wie entwickelt sich Diabetes Typ 2? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Diabetes Typ 2 ist durch eine sogenannte Insulinresistenz gekennzeichnet. Das heißt, die Körperzellen reagieren zunächst weniger empfindlich auf das Insulin. Sie benötigen immer mehr Insulin, um die gleiche Menge an Glukose aufzunehmen. Die Insulinresistenz beginnt meist schon viele Jahre, bevor die Erkrankung Diabetes Typ 2 festgestellt wird.

Um den Blutzucker trotzdem zu senken, muss die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin herstellen. Langfristig ist die Bauchspeicheldrüse zu dieser vermehrten Arbeit nicht in der Lage. Nach einer gewissen Zeit sind die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse erschöpft. Sie können nicht mehr ausreichend Insulin herstellen und sogar absterben. Es entsteht ein Insulinmangel.

Was begünstigt das Auftreten von Diabetes Typ 2? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Das Auftreten von Diabetes Typ 2 ist zum Teil genetisch bedingt. Verschiedene Risikofaktoren können die Entwicklung jedoch begünstigen. Dazu gehören unter anderem: 

  • Übergewicht und Fettleibigkeit
  • Ein höheres Lebensalter
  • Lebensstilfaktoren wie Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung mit wenig Ballaststoffen und viel Fetten oder Zucker, Rauchen
  • Niedriger sozialer Status
  • Metabolisches Syndrom  
  • Bestimmte Medikamente
  • Vorheriger Schwangerschaftsdiabetes

Diagnose

Welche Beschwerden können auf Diabetes Typ 2 hinweisen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Diabetes Typ 2 kann lange Zeit ohne Beschwerden verlaufen. Viele Betroffene bemerken ihre Erkrankung gar nicht und die Diagnose wird oft zufällig im Rahmen anderer Untersuchungen gestellt.

Folgende Anzeichen können auf Diabetes Typ 2 hindeuten:

  • Häufiges Wasserlassen
  • Starkes Durstgefühl
  • Müdigkeit und Schwächegefühl
  • Konzentrationsschwäche und Antriebsarmut
  • Trockene Haut 

Wie wird Diabetes Typ 2 festgestellt? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Um Diabetes Typ 2 sicher festzustellen, ist eine Blutabnahme notwendig. Im Blut werden mehrere Werte bestimmt. Des Weiteren erfragt der Arzt, die Ärztin vorliegende Symptome sowie die Krankheitsvorgeschichte des oder der Betroffenen und der Familie. Anhand von Fragebögen kann die Ärztin, der Arzt verschiedene Risikofaktoren für Diabetes in Erfahrung bringen.

Welche Blutzuckerwerte gibt es? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Es gibt verschiedene Methoden, um den Zuckergehalt im Blut zu bestimmen. Zucker liegt im Blut in Form von Glukose vor. Umgangssprachlich spricht man auch vom Blutzucker. Die Glukose wird im Blut gemessen und in der Einheit mg/dl (Milligramm pro Deziliter) oder mmol/l (Millimol pro Liter) angegeben. Um die Diagnose Diabetes Typ 2 zu stellen, bestimmen Ärztinnen und Ärzte meistens mehrere Werte. So kann man zum Beispiel natürliche Schwankungen berücksichtigen oder Faktoren ausschließen, die den Blutzuckerwert möglicherweise verfälschen könnten. 

HbA1c-Wert (Langzeit-Blutzuckerwert) Nüchtern-Blutzuckerwert Zwei-Stunden-Blutzuckerwert nach einem oralen Glukose-Toleranztest mit 75 Gramm Glukose (oGTT) Gelegenheits-Blutzuckerwert

Verlauf

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Diabetes Typ 2 ist eine fortschreitende Erkrankung. Zu Beginn treten oft lange keine oder nur wenige Symptome auf. Wenn der Blutzuckerwert dauerhaft erhöht ist, dann kann das die Blutgefäße und Nerven schädigen. Dadurch steigt das Risiko von Folgeerkrankungen wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall oder Durchblutungs-Störungen in den Beinen und Füßen. Auch Störungen der Nierenfunktion, Augen-Erkrankungen oder Empfindungs-Störungen können auftreten.

Prävention

Wie kann man Diabetes Typ 2 vorbeugen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Diabetes Typ 2 kann ein gesunder Lebensstil dazu führen, dass die Erkrankung möglichst spät oder eventuell auch gar nicht auftritt. Zu einem gesunden Lebensstil gehören u. a.:

Gesunde Ernährung Ausreichend Bewegung Normalgewicht anstreben Wenig Alkohol und Verzicht auf Rauchen

Gibt es Früherkennungsuntersuchungen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Diabetes Typ 2 verursacht oft lange keine Beschwerden. Daher bietet es sich an, im Rahmen einer Früherkennungs-Untersuchung den Blutzuckerwert überprüfen zu lassen. Dies kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn Diabetes Typ 2 bereits in der Familie aufgetreten ist.

Ab dem 35. Lebensjahr haben gesetzlich krankenversicherte Personen alle drei Jahre Anspruch auf Früherkennungs-Untersuchungen, um zum Beispiel Anzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Nierenerkrankungen festzustellen. Bei diesem „Gesundheits-Check-up“ erfolgt auch eine Kontrolle des Blutzuckerwerts.

Prädiabetes

Diagnose Prädiabetes – was bedeutet das? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Der so genannte Prädiabetes ist eine Vorstufe von Diabetes. Beim Prädiabetes liegen die Blutzuckerwerte über dem normalen Bereich, aber unterhalb der Grenze zur Diagnose Diabetes Typ 2. 

Personen mit Prädiabetes haben ein erhöhtes Risiko, Diabetes Typ 2 zu entwickeln. Einige Studien zeigten, dass Betroffene in manchen Fällen auch wieder zu normalen Blutzuckerwerten zurückkehren können. 

Ob und zu welchem Zeitpunkt sich Prädiabetes zu echtem Diabetes entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab. Neben dem Alter spielen womöglich auch Lebensgewohnheiten eine Rolle, zum Beispiel eine ungesunde Ernährung, Rauchen oder Bewegungsmangel.

Weitere Diabetes-Formen

Welche weiteren Formen von Diabetes gibt es? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Neben Diabetes Typ 2 gibt es noch eine Reihe weiterer Diabetes-Formen.  

Diabetes mellitus Typ 1 Schwangerschaftsdiabetes Diabetes durch Medikamente Diabetes durch Gendefekte Diabetes durch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse Diabetes durch andere Erkrankungen
Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt nicht ersetzen. Interessenkonflikte