Krankheitserreger im Vergleich

Berlin, 15.04.2020 - Man fühlt sich krank und geht zum Arzt. Der Arzt diagnostiziert einen viralen Infekt. Aber was unterscheidet eigentlich einen Virus von einem Bakterium? Kennen Sie den Unterschied? Wir erklären verschiedene Erreger, die einen Menschen krank machen können, aber auch nützen.

Sowohl Bakterien als auch Viren können uns krank machen. Das ist eine der wenigen Gemeinsamkeiten dieser unterschiedlichen Krankheitserreger. Sonst sind die beiden Erreger-Gruppen in vielen Bereichen sehr verschieden und manchmal auch recht nützlich.

Viren und Bakterien - Unterschied in Vermehrung und Stoffwechsel

Bakterien (z. B. Milchsäurebakterien) sind mikroskopisch kleine Lebewesen, die man mit dem bloßen Auge nicht sehen kann. Sie bestehen aus einer Zelle mit eigenem Stoffwechsel. Sie benötigen Nahrung und vermehren sich durch Zellteilung. Viele Bakterien werden durch eine Zellwand stabilisiert. Das Aussehen der Bakterien ist dabei recht verschieden, es gibt u. a. stäbchenförmige, runde, spiralförmige oder fadenförmige Bakterienarten. 

Viren (z. B. Corona-Viren) sind im Gegensatz zu Bakterien keine Lebewesen. Viren können nicht eigenständig leben, weil sie keinen eigenen Stoffwechsel zur Energiegewinnung haben. Sie benötigen eine andere Zelle, eine sogenannte Wirtszelle, um zu leben und sich vermehren zu können. Nur mit Hilfe dieser Wirtszelle können sich Viren vervielfältigen und verbreiten.

Krankheiten durch Bakterien und Viren - Antibiotikum hilft nicht immer

Viren und Bakterien werden oft im Zusammenhang mit Krankheiten genannt. Und in der Tat sind sie für unterschiedliche Krankheiten beim Menschen verantwortlich. Dabei verwechselt man gern mal, welche Krankheiten nun von Bakterien ausgelöst werden und welche von Viren. Dies ist aber wichtig, wenn man Medikamente wie Antibiotika wirksam einsetzen will.

Krankheiten, die durch Bakterien verursacht werden, sind zum Beispiel eitrige Entzündungen der Haut, bakterielle Lungenentzündungen oder Blasenentzündungen. Bakterien spielen auch bei Lebensmittelvergiftungen eine Rolle (z. B. Salmonellen). Sie können sich in Lebensmitteln befinden, werden mitgegessen und verursachen dann Übelkeit oder Durchfall. Wenn Bakterien die Blutbahn, die Hirnhäute oder das Herz befallen, dann können sich schwerwiegende oder gar lebensbedrohliche Erkrankungen entwickeln. Bei Infektionen durch Bakterien können Antibiotika helfen, wieder gesund zu werden. 

Krankheiten, die durch Viren verursacht werden, sind zum Beispiel Erkrankungen der Atemwege wie Erkältungen, Grippe oder COVID-19, eine Erkrankung, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst wird. Aber auch Masern, Röteln, Mumps (Ziegenpeter) oder Windpocken zählen zu den Viruserkrankungen. Einige Durchfallerkrankungen werden ebenfalls durch Viren ausgelöst. Wichtig zu wissen ist, dass bei Virus-Erkrankungen Antibiotika nicht helfen.

Nicht nur Schaden auch Nutzen – wichtige Aufgaben von Viren und Bakterien

Viren und Bakterien müssen aber nicht immer gefährlich sein – sie können auch nützen und erfüllen wichtige Aufgaben im Menschen. Das gilt insbesondere für Bakterien. So leben zum Beispiel auf unserer Haut, im Mund sowie im Darm eine Vielzahl nützlicher Bakterien. Auf der Haut helfen sie dabei, den natürlichen Schutzschild gegen Krankheitserreger aufrechtzuerhalten. Dem Darm gelingt es, dank der Hilfe nützlicher Bakterien, Krankheitserreger abzuwehren. Außerdem brauchen wir Darmbakterien zum Beispiel, um wichtige Nährstoffe zu bilden oder zu verarbeiten.

Während sich die Wissenschaftler bereits ein gutes Bild von den Vorteilen der Bakterien gemacht haben, weiß man bisher nur sehr wenig über den Nutzen der ansässigen Viren. Das liegt vor allem an ihren Eigenschaften. Denn Viren müssen lebende Zellen infizieren, weil sie allein keinen kompletten Lebenszyklus bestreiten können. Das macht die Unterscheidung zwischen Freund und Feind sehr viel komplizierter als bei Bakterien. Aktuelle Forschung deutet darauf hin, dass bestimmte Viren im Darm, die sogenannten Phagen, die Darmflora des Menschen mit regulieren. Die Viren helfen dabei, die Darmschleimhautzellen in steter Alarmbereitschaft zu halten, also das Immunsystem zu aktivieren, sodass sich der Darm trotz aller Infektionsvorgänge nicht entzündet.

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