Berlin, 24.Juli 2019 - Eine unbedachte Bewegung beim Sport oder ein Sturz auf der Treppe – schon ist es passiert: Der Fuß schmerzt, Laufen ist unmöglich. Ob er wirklich gebrochen ist, kann eine Röntgenaufnahme zeigen. Mit Hilfe von Röntgenstrahlen können bestimmte krankhafte Veränderungen im Inneren des Körpers sichtbar gemacht werden. Wir erklären, wie Röntgen funktioniert, wozu es eingesetzt wird und welche Gefahr von Röntgenstrahlen ausgeht.

Bei einer Röntgenuntersuchung entsteht ein Abbild eines Körperbereichs, weshalb das Röntgen auch zu den sogenannten bildgebenden Verfahren gezählt wird. In Deutschland werden pro Jahr statistisch gesehen 1,7 Röntgenuntersuchungen pro Einwohner durchgeführt. Röntgen ist damit das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren. Die meisten Röntgenaufnahmen entfallen auf zahnmedizinische Untersuchungen (ca. 42%) und auf Untersuchungen des Skeletts (27%). 

Für die Entdeckung der Röntgenstrahlen erhielt der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen 1901 den Nobelpreis für Physik.

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Wie entsteht ein Röntgenbild? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Körperregion, die untersucht werden soll, wird für kurze Zeit mit Röntgenstrahlen bestrahlt. Diese Strahlen werden mithilfe einer Röntgenröhre erzeugt: In der Röhre befinden sich in einem Vakuum zwei Elektroden, die Kathode und Anode. Wird die Anode zum Glühen gebracht, lösen sich Elektronen aus dem Material heraus, die dann in Richtung Anode beschleunigt werden. Wenn die Elektronen auf die Anode treffen, geben sie Energie in Form elektromagnetischer Wellen ab: der Röntgenstrahlung.

Röntgenstrahlen können den Körper durchdringen. Bei einer Röntgenaufnahme befindet sich hinter dem Körper eine Art Film, der durch die Röntgenstrahlung belichtet wird. Dadurch wird ein Bild erzeugt. 

Die verschiedenen Gewebe im Körper lassen dabei unterschiedlich viel Strahlung hindurch. Wenn viel Röntgenstrahlung auf den Film gelangt, dann wird das Röntgenbild an der Stelle dunkel. Wenn weniger Strahlung auf den Film gelangt, dann bleibt das Röntgenbild an der Stelle weiß. Knochen sind beispielsweise dichter als Muskeln und fangen dadurch mehr Strahlung ab. Im Röntgenbild sind Knochen deutlich als helle Umrisse oder Strukturen erkennbar. Hohlräume und weiche Gewebeteile hingegen lassen viel Strahlung hindurch und werden auf dem Bild deshalb schwarz bzw. dunkel dargestellt. So kann das Körperinnere sichtbar gemacht werden.

Wie läuft eine Röntgenuntersuchung ab? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Vor einer Röntgenaufnahme müssen Schmuck und andere Metallteile abgelegt werden. Sie können zu „Flecken“ oder „Schatten“ auf den Bildern führen. Mit einer Bleischürze werden umliegende, empfindliche Körperregionen abgedeckt. Da keine Röntgenstrahlung durch diese Bleischürze dringen kann, wird so eine unnötige Strahlenbelastung vermieden. 
Eine Röntgenaufnahme dauert nur wenige Sekunden. Sie wird – je nachdem, welches Körperteil abgebildet werden soll – im Stehen, Sitzen oder Liegen gemacht. Damit das Bild scharf wird, sollte sich der Patient während der Aufnahme nicht bewegen.

Welche Röntgen-Formen gibt es? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Je nachdem, was mit der Röntgenuntersuchung erreicht werden soll, können unterschiedliche Formen zum Einsatz kommen:

Konventionelles Röntgen Röntgen mit Hilfe von Kontrastmitteln Röntgen-Durchleuchtung Computertomographie (CT)

Strahlenbelastung: Ist Röntgen gefährlich? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Eine Röntgenuntersuchung ist immer mit einer Strahlenbelastung verbunden. Sie wird deshalb auch nur dann veranlasst, wenn der gesundheitliche Nutzen die Risiken überwiegt. Denn Röntgenstrahlen sind sehr energiereich und können in höheren Dosen das Erbgut der Zellen schädigen und dadurch Krebserkrankungen begünstigen. Heutige digitale Röntgenverfahren sind aber vergleichsweise strahlungsarm.

Die Belastung durch Röntgenstrahlung wird in Sievert (Sv) angegeben. Wie groß die Strahlenbelastung bei einer Röntgenuntersuchung ist, hängt von der Untersuchungsart und der untersuchten Körperregion ab. Während eine Zahn-Aufnahme eine Dosis von höchstens 0,02 mSv nach sich zieht, sind es bei einer Aufnahme der weiblichen Brust 0,4 mSv und bei einem Röntgenbild der Niere etwa 1 mSv. Die Dosiswerte einer bestimmten Untersuchung sind individuell unterschiedlich und hängen auch vom Körperbau und dem Körpergewicht ab.

Das Bundesamt für Strahlenschutz berechnet regelmäßig die Strahlenbelastung, der die Bürger im Schnitt pro Jahr zusätzlich durch ärztliche Untersuchungen ausgesetzt sind. Sie liegt seit 2007 konstant bei etwa 1,7 mSv. Zum Vergleich: Die natürliche Strahlenbelastung, der jeder durch natürliche Strahlenquellen und kosmische Strahlung ausgesetzt ist, beträgt durchschnittlich 2,1 mSv pro Jahr. 

Um umliegendes Gewebe vor Strahlung zu schützen, werden empfindliche Körperregionen beim Röntgen mit einer Bleischürze abgedeckt. Dennoch ist eine – meist geringe – Strahlenbelastung nicht zu vermeiden. Schwangere werden deshalb nur geröntgt, wenn es dazu keine Alternative gibt und besondere Gefahr für Gesundheit und Leben der Mutter besteht. Auch bei Kindern werden Röntgenaufnahmen nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Schaden gemacht. 

Weiterführende Informationen zu Röntgen, Strahlenbelastung und Strahlenschutz sowie einen Röntgenpass finden Sie in dieser Broschüre des Bundesamtes für Strahlenschutz.
 

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