Berlin, 07.02.2020 - Ob Untersuchungen der Lunge, des Bauchraums oder des Kopfes – eine Computertomographie liefert schnell und präzise wichtige Informationen über Veränderungen oder Verletzungen im Körper: Innerhalb weniger Minuten werden mithilfe von Röntgenstrahlen und Computern detaillierte Bilder von Organen und anderen Körperbestandteilen erstellt. Als eines der wichtigsten bildgebenden Verfahren ist die CT trotz Strahlenbelastung für die moderne Diagnostik unentbehrlich geworden.

Wie funktioniert eine Computertomographie? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

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Erzeugt werden die Bilder mit einem Computertomographen. Das ist ein Apparat mit einem rotierenden Ring, durch den der Patient auf einer Liege hindurchgefahren wird. In der einen Ringhälfte befindet sich eine Röntgenröhre und in der gegenüberliegenden Ringhälfte ein Mess-System (Detektoren).

Der Ring bewegt sich kreisförmig um den Patienten herum. Dabei sendet die sich mitdrehende Röntgenröhre fächerförmige Strahlen aus, die die eingestellte Körperregion von allen Seiten durchdringen. Je nach Beschaffenheit des Körpergewebes werden die Röntgenstrahlen unterschiedlich stark abgeschwächt: Nur die Strahlen, die der Körper durchlässt, treffen auf die Detektoren auf der gegenüberliegenden Seite des Rings. 

Umgewandelt in elektronische Signale werden die Messdaten an einen Computer weitergeleitet, der daraus schließlich zweidimensionale Schnittbilder in verschiedenen Grautönen errechnet. Knochen lassen zum Beispiel nur sehr wenig Röntgenstrahlung durch, weshalb sie auf CT-Bildern hell erscheinen. 

Anders als beim konventionellen Röntgen werden bei einer CT viele Bilder nacheinander aufgenommen, jeweils von einer neuen Körperschicht. Damit lassen sich  Veränderungen in ihrer ganzen Ausdehnung genau darstellen. Auch dreidimensionale Bilder von bestimmten Organen können mithilfe dieser Daten erzeugt werden.

Wozu wird eine Computertomographie eingesetzt? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

CT-Untersuchungen sind besonders dann unentbehrlich, wenn es auf jede Minute ankommt: So kann die CT bei schweren Unfällen in kürzester Zeit innere Verletzungen, Blutungen oder Knochenbrüche sichtbar machen und eine unverzügliche Behandlung ermöglichen. Auch bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist die Untersuchungsmethode von großer Bedeutung. 

Außerdem spielt die CT in der Krebsdiagnostik eine wichtige Rolle, um Größe und Lage von Tumoren und möglichen Absiedelungen (Metastasen) zu erfassen.

Für wen kommt eine CT-Untersuchung in Frage? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Prinzipiell können alle Patienten mit der CT untersucht werden. Schwangere sollten sich aufgrund der Strahlenbelastung nur einer CT unterziehen, wenn keine andere Methode in Betracht kommt, um eine Diagnose stellen zu können. Weitere Einschränkungen gibt es allerdings, wenn bei der CT-Untersuchung die Gabe eines Kontrastmittels erforderlich ist.

Im Vorfeld sollte zunächst geklärt werden, ob vielleicht eine schonendere Methode ohne oder mit geringerer Strahlenbelastung wie Ultraschall, Magnetresonanztomografie oder klassisches Röntgen ausreicht. Das hängt von der Fragestellung und der Körperregion ab, die untersucht werden soll.

Wozu werden bei einer CT Kontrastmittel benötigt? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Manchmal ist es notwendig, dass vor der Untersuchung ein spezielles Mittel verabreicht wird, mit Hilfe dessen auf den Bildern stärkere Kontraste entstehen (Kontrastmittel). Dadurch lassen sich verschiedene Gewebestrukturen besser unterscheiden. 

Bei der CT sind das meist jodhaltige Kontrastmittel, die über ein Blutgefäß gespritzt werden, oder bariumhaltige Lösungen, die zur besseren Darstellung des Magen-Darm-Trakts getrunken werden.

Jodhaltige Kontrastmittel dürfen bei bestimmten Erkrankungen wie Kontrastmittel-Unverträglichkeiten, Schilddrüsen- oder Nierenerkrankungen nicht oder nur mit Vorsicht verabreicht werden. Daher wird der Patient nach Vorerkrankungen, Allergien und seiner aktuellen Medikation gefragt.

Wie läuft eine CT-Untersuchung ab? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Zum Untersuchungstag sollten Patienten ihre radiologischen Vorbefunde und – sofern vorhanden – den Röntgenpass mitbringen: einmal, um einen Vergleich zu haben, aber auch, um überflüssige Doppeluntersuchungen zu vermeiden.

Die CT-Untersuchung selbst ist schmerzlos und dauert in der Regel wenige Minuten, in seltenen Fällen bis zu einer halben Stunde. Der Patient wird dazu auf der Liege durch den rotierenden Ring gefahren und sollte sich möglichst nicht bewegen. 

Wegen der Strahlungsbelastung geht das Personal während der Aufnahme in einen Nebenraum. Über ein Fenster und eine Gegensprechanlage ist der Patient aber jederzeit mit dem Personal in Kontakt. So kann er auch Anweisungen erhalten, wenn er kurz die Luft anhalten soll, damit das Bild nicht „verwackelt“.

Wie hoch ist die Strahlenbelastung bei einer Computertomographie?

Dem diagnostischen Nutzen der CT steht die Strahlenbelastung gegenüber. Denn Röntgenstrahlen sind sehr energiereich und können in höheren Dosen das Erbgut der Zellen schädigen und dadurch Krebserkrankungen begünstigen. Daher muss vor der Untersuchung auch immer der Nutzen gegen mögliche Risiken abgewogen werden. 

Die Belastung durch Röntgenstrahlung wird in Sievert (Sv) angegeben. Schon Strahlendosen in der Größenordnung von 1 Millisievert (mSv) erhöhen nach Ansicht von Experten nachweislich das Erkrankungsrisiko. Wie groß die Strahlenbelastung bei einer Computertomographie ist, hängt auch von der untersuchten Körperregion und vom Gerätetyp ab. Bei einer Schädel-CT liegt sie bei durchschnittlich 1 bis 3 mSv. Die Belastung bei einer Bauch-CT ist mit durchschnittlich 8 bis 20 mSv deutlich höher. 

Dank technologischer Weiterentwicklungen stehen heute Computertomographen zur Verfügung, die die Strahlenbelastung verringern ohne Einbußen in der Bildqualität – etwa durch eine noch kürzere Untersuchungsdauer oder durch Anpassung der Strahlendosis an die zu untersuchende Körperregion.

Was ist der Unterschied zwischen einer Computertomographie (CT) und einer Magnetresonanztomographie (MRT)?

Während die Schichtaufnahmen bei einer Computertomographie (CT) mithilfe von Röntgenstrahlen erzeugt werden, funktioniert dies bei einer MRT mithilfe von Magnetfeldern und Radiowellen. Eine Strahlenbelastung gibt es bei einer MRT deshalb nicht. In ihren Möglichkeiten und Einsatzgebieten unterscheiden sich die beiden bildgebenden Verfahren aber erheblich und lassen sich nicht einfach untereinander ersetzen. Welche Untersuchungsmethode angebracht ist, muss der Arzt oder die Ärztin im Einzelfall entscheiden.

Weiterführende Informationsangebote:

Informationen des Bundesamts für Strahlenschutz zu Nutzen und Risiken von Röntgen und CT: 
http://www.bfs.de/DE/themen/ion/anwendung-medizin/diagnostik/roentgen/roentgen_node.html

Antworten des Radiologienetzes auf häufige Fragen zu bildgebenden Untersuchungen:
https://www.radiologie.de/ihre-haufigsten-fragen-faq/

Quellen Bildnachweis