Was kann man gegen vaskuläre Demenz tun? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Vaskuläre Demenz entsteht aufgrund von Durchblutungsstörungen im Gehirn, die als Folge von Erkrankungen der Blutgefäße auftreten. Daher sollte zum einen die Blutgefäßerkrankung behandelt werden. Zum anderen stehen Behandlungsmöglichkeiten für die geistigen (kognitiven) Demenzsymptome sowie psychische und Verhaltenssymptome, wie beispielsweise sehr streitlustiges Verhalten (Aggression), zur Verfügung. Auch die Behandlung der körperlichen Begleitsymptome ist möglich.

Ein Ziel der Therapien besteht darin, die geistigen Fähigkeiten, wie zum Beispiel Aufmerksamkeit oder Orientierung, zu erhalten oder zu verbessern. Weitere Therapieziele sind die Besserung möglicher körperlicher Einschränkungen wie Gangunsicherheit und die Linderung von psychischen und Verhaltenssymptomen. Insgesamt dienen alle Therapien auch dem Erhalt der Lebensqualität.

Behandlung der Blutgefäßerkrankung

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Verschiedene Faktoren können das Risiko von Blutgefäßerkrankungen und damit auch der vaskulären Demenz erhöhen. Werden diese Risikofaktoren verringert, verlangsamt sich womöglich das Voranschreiten der vaskulären Demenz.

Zu den Risikofaktoren für Blutgefäßerkrankungen gehören beispielsweise Übergewicht, Bluthochdruck, veränderte Blutfettwerte, insbesondere erhöhtes Cholesterin, Rauchen und die Zuckerkrankheit (Diabetes). Diese Umstände lassen sich durch einen entsprechenden Lebensstil günstig beeinflussen. Regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung können sich zum Beispiel positiv auf Gewicht, Blutdruck und Blutfette auswirken.

Welche Therapiemöglichkeiten mit Medikamenten gibt es? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Bei Blutgefäßerkrankungen kommen beispielsweise Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck, von erhöhten Blutfetten oder der Zuckerkrankheit (Diabetes) zum Einsatz. Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen sollen, können das Risiko von Durchblutungsstörungen im Gehirn verringern. Dadurch sollen weitere Blutgefäßschädigungen sowie (weitere) Schlaganfälle verhindert werden. Dies kann möglicherweise auch das Voranschreiten der vaskulären Demenz verlangsamen. Sollten Sie ein Medikament benötigen, wird Ihre Ärztin, Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen, und vielleicht auch mit Ihren Angehörigen, ein geeignetes Präparat auswählen.

Behandlung von geistigen Demenzsymptomen sowie psychischen und Verhaltenssymptomen

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Es stehen mehrere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die nicht mit der Einnahme von Medikamenten verbunden sind. Dabei werden verschiedene Ziele verfolgt: Generell geht es darum, das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Erkrankten zu erhalten oder zu erhöhen. Es ist deshalb auch wichtig, dass Menschen mit Demenz sich durch die Behandlungen nicht überfordert fühlen, sondern Erfolgserlebnisse haben.

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Weitere mögliche Ziele einer Behandlung ohne Medikamente sind:

  • Geistige und körperliche Fähigkeiten und Selbständigkeit erhalten oder fördern
  • Psychische Symptome und Verhaltenssymptome wie beispielsweise sehr streitlustiges Verhalten (Aggression) reduzieren und dadurch auch die Belastung von Angehörigen und Pflegenden verringern

Behandelt werden kann die vaskuläre Demenz mit Gesprächen über vergangene oder gegenwärtige Begebenheiten (kognitive Stimulation) oder Erinnerungsarbeit (autobiographische Arbeit). Auch Ergotherapie, Physiotherapie, körperliche Betätigung, Mal- oder Musiktherapie können geeignete Behandlungsmethoden darstellen. Verfahren, die die Sinne ansprechen, zum Beispiel Massagen, kommen möglicherweise ebenfalls in Frage.

Andere Angebote sollen Angehörige und Pflegende unterstützen. Dabei lernen die betreuenden Personen Fertigkeiten im Umgang mit Menschen mit Demenz.
Ist der Gang unsicher geworden, kann ein Gehtraining dazu beitragen, im Alltag sicherer, mobiler und damit eigenständiger zu werden. Bei Problemen mit der Kontrolle der Blase (Harninkontinenz) kommt möglicherweise ein Toilettentraining in Frage. 

Mehr über verschiedene Therapiemöglichkeiten ohne Medikamente erfahren Sie in der Gesundheitsinformation Demenz.

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Die medikamentöse Behandlung hat wie die nichtmedikamentöse Therapie einerseits das Ziel, geistige (kognitive) Fähigkeiten wie Gedächtnis und Orientierungsvermögen für eine Weile zu verbessern oder wenigstens den Abbau dieser Fähigkeiten zu verzögern. Das andere Ziel ist die Linderung von psychischen Symptomen und Verhaltenssymptomen.

Im Folgenden werden Medikamente aufgeführt, die bei vaskulärer Demenz zum Einsatz kommen können. Dies ist keine Aussage darüber, ob und welchen Nutzen die Medikamente haben

Welche Medikamente sollen die geistigen Symptome lindern? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Bislang ist die Wirkung von Medikamenten, die die geistigen (kognitiven) Fähigkeiten bei vaskulärer Demenz bessern könnten, noch nicht ausreichend erforscht. Bei Patienten oder Patientinnen, die eine Mischform aus vaskulärer Demenz und Alzheimer-Demenz aufweisen, können Medikamente gegen Alzheimer-Demenz zum Einsatz kommen, etwa Cholinesterase-Hemmer und Memantin.

Auch wenn nicht gleichzeitig Alzheimer-Demenz vorliegt, werden diese Medikamente in Einzelfällen auch bei vaskulärer Demenz verabreicht. Dies geschieht dann im sogenannten Off-Label-Use, also außerhalb des eigentlichen Zulassungsbereiches des Medikaments.

Bei vaskulärer Demenz können unter Umständen auch ginkgohaltige Medikamente eingenommen werden. Sie werden aus den Blättern des Ginkgo-biloba-Baumes gewonnen und enthalten Wirkstoffe, deren Wirkmechanismen und Zusammenspiel noch nicht vollständig geklärt sind.

Unter anderem wird Ginkgo biloba zugesprochen, die Durchblutung im Gehirn zu fördern und damit die geistigen Fähigkeiten wie auch die Bewältigung von alltäglichen Aufgaben zu verbessern. Möglicherweise lindert Ginkgo biloba auch einige psychische und Verhaltenssymptome. Medikamente mit Ginkgo biloba sind ohne Rezept erhältlich. Allerdings kann das Mittel bei vorhandener Demenz auch verschrieben werden. Da Ginkgo die Wirkung von bestimmten blutgerinnenden Medikamenten hemmen kann, ist eine gründliche Abwägung der Vor- und Nachteile zusammen mit Ärztin oder Arzt notwendig.

Welche Medikamente sollen Verhaltenssymptome lindern? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Psychische Symptome und Verhaltenssymptome wie sehr starke Streitlust (Aggression) entstehen aufgrund von Schädigungen und Fehlfunktionen des Gehirns bei Demenz. Ausgelöst werden die Symptome zumeist durch Umweltbedingungen wie Änderungen der Wohnumgebung, Lärm, Schmerzen oder auch unpassende Kommunikation mit den Erkrankten.

Wenn die Symptome durch andere Maßnahmen, etwa nichtmedikamentöse Therapien, nicht nachlassen, können unter Umständen auch Medikamente eingesetzt werden. Allerdings ist die Wirkung dieser Medikamente bei vaskulärer Demenz bislang wenig erforscht, so dass Erkenntnisse hauptsächlich aus Untersuchungen bei Menschen mit Alzheimer-Demenz abgeleitet wurden.

Medikamente gegen Depressionen (Antidepressiva) sollen beispielsweise die Stimmung verbessern. Andere Medikamente wie Neuroleptika sollen Verhaltenssymptome mindern, wie etwa sehr starke Streitlust (Aggression) und krankhafte innere Unruhe, die sich in sehr starkem Bewegungsdrang äußern kann. Es können unter Umständen auch Medikamente eingesetzt werden, die beruhigend wirken (Tranquilizer).
Diese Medikamente lindern womöglich die Symptome. Sie können aber auch Nebenwirkungen, die teilweise schwer sein können, verursachen. Wenn Sie ein Medikament benötigen, wird Ihre Ärztin, Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen und vielleicht auch mit Ihren Angehörigen ein geeignetes Präparat auswählen.

Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt nicht ersetzen.