Kann man Demenz vorbeugen?

Demenz-Prävention durch die Verringerung von Risikofaktoren? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Primäre Demenzen sind aktuell nicht heilbar. Auch deshalb wird zunehmend erforscht, ob man einer Demenz vorbeugen kann (Primärprävention ). Die Prävention von Demenz ist – wenn überhaupt - durch die Verringerung von beeinflussbaren Risikofaktoren für Demenz denkbar.

Große Beobachtungsstudien geben Hinweise darauf, dass bestimmte Faktoren das Demenzrisiko erhöhen bzw. senken. Daher empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter anderem auf das Rauchen zu verzichten, nicht übermäßig viel Alkohol zu konsumieren,  starkes Übergewicht (Adipositas) im mittleren Lebensalter zu vermeiden und eine so genannte mediterrane Ernährungsweise einzuhalten. Außerdem sollten Bluthochdruck (Hypertonie), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Fettstoffwechselstörungen behandelt werden.

Ob eine Senkung dieser in Beobachtungsstudien nachgewiesenen Risikofaktoren das spätere Auftreten einer Demenz tatsächlich verhindern kann (Primärprävention), muss in randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) untersucht werden. Laut WHO zeigten allerdings die bisher durchgeführten randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs), dass die mediterrane Diät, die Blutdruckbehandlung, die intensive medikamentöse Zuckerkontrolle von Menschen mit Diabetes Typ 2 bzw. Behandlung von Fettstoffwechselstörungen mit Statinen die Zahl von Personen, die später an Demenz erkrankten, nicht senken konnten. Allerdings waren die Studien größtenteils von niedriger Qualität, sodass bessere Studien zu anderen Ergebnissen kommen könnten. Zudem fehlen für weitere Risikofaktoren aussagekräftige Ergebnisse aus randomisiert-kontrollierten Studien. 

Kann man mit Medikamenten Demenz vorbeugen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Es wird diskutiert, ob man möglicherweise auch durch die Einnahme von Medikamenten einer Demenz vorbeugen kann. Dabei handelt es sich unter anderem um Medikamente mit den Wirkstoffen Ginkgo biloba Extrakt sowie Acetylsalicylsäure.

Bei Medikamenten mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure wird davon ausgegangen, dass diese die Blutgerinnung in gewissem Ausmaß hemmen und dadurch Mikroinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen können. Diese wiederum stellen Risikofaktoren für vaskuläre Demenz dar. Möglicherweise kann durch die Einnahme von acetylsalicylsäurehaltigen Präparaten auch eine dosisabhängige anti-entzündliche Wirkung erzeugt werden. Es wird vermutet, dass hierdurch das Auftreten einer Alzheimer-Demenz eventuell herausgezögert werden kann.

Bei Ginkgo biloba wird angenommen, dass es sich um ein Antioxidans handelt. Mit der Einnahme dieses Antioxidanses sollen bestimmte chemische Reaktionen (Oxidationsvorgänge) verhindert werden, die möglicherweise am Abbau von Nervenzellen bei Demenz beteiligt sind. 

Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin nicht ersetzen