Aktualisiert im Januar 2022; nächste geplante Aktualisierung: Februar 2022  
Wissenschaftliche Beratung: Dr. med. Dagmar Lühmann, Prof. Dr. med. Martin Scherer

Der Impfstoff Comirnaty der Firmen BioNTech und Pfizer war der erste in der EU zugelassene Impfstoff. Es handelt sich um einen mRNA-Impfstoff, der in mehreren Dosen verabreicht wird.

Nach der Zulassungsstudie hat es weitere Untersuchungen zu diesem Impfstoff gegeben. Auf dieser Seite stellen wir wichtige Ergebnisse aus diesen Untersuchungen vor.

Wie wirksam ist Comirnaty gegen die Delta-Variante? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Es gibt inzwischen Studienergebnisse zur im Herbst 2021 in Deutschland vorherrschenden Delta-Variante. Sie zeigen, dass eine vollständige Impfung mit Comirnaty die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, im Vergleich zu keiner Impfung bei Erwachsenen um etwa 88 % senkt. Mit anderen Worten: Im Hinblick auf die Delta-Variante betrug die Wirksamkeit von Comirnaty in Bezug auf die Verhinderung von Erkrankungen etwa 88 %. Damit ist die Wirksamkeit geringer als z. B. bei der früheren Alpha-Variante – bei dieser betrug die Wirksamkeit 94 %.

Mehr über die Studie erfahren

Was weiß man über Herzmuskelentzündungen nach der Impfung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Herzmuskelentzündungen und Herzbeutel-Entzündungen gelten als sehr seltene Nebenwirkungen einer Comirnaty-Impfung. 

Herzmuskelentzündungen sind entzündliche Erkrankungen des Herzmuskels. Manchmal treten auch Entzündungen des Herzbeutels, der äußeren Umhüllung des Herzens, auf. Sie äußern sich u.a. durch Beschwerden wie Brustschmerzen, Störungen des Herzrhythmus oder Herzklopfen. Erste Beschwerden treten üblicherweise wenige Tage nach der Impfung auf. Es scheint, dass die Beschwerden häufiger nach der zweiten Impf-Dosis auftreten als nach der ersten. Jungen und junge Männer unter 30 Jahren scheinen am häufigsten von Herzmuskelentzündungen betroffen zu sein als andere Personen. Von Herzbeutelentzündungen sind vermehrt Männer im Alter von 20 bis 50 Jahren betroffen.

Herzmuskelentzündungen können innerhalb kurzer Zeit von allein ausheilen. Während dieser Zeit muss sich die betroffene Person körperlich schonen. Manchmal ist auch eine Behandlung mit Medikamenten zur Unterstützung der Herzfunktion oder ein Krankenhausaufenthalt mit Überwachung erforderlich.

In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) für die Sicherheit der Impfstoffe zuständig. Seit Beginn der Impfkampagne erhält das PEI Meldungen von Verdachtsfällen der Nebenwirkungen der Impfstoffe. Bis Ende November 2021 wurden dem PEI bei männlichen Jugendlichen und jungen Männern im Alter von 18-29 Jahren etwa 9 Fälle pro 100.000 Comirnaty-Impfungen gemeldet. Die Zahl der gemeldeten Fälle war höher als ohne die Impfung in Deutschland zu erwarten wäre. 

Es handelt sich bei den Angaben um Meldungen von Verdachtsfällen einer Nebenwirkung. Es kann sein, dass dem PEI nicht alle Fälle gemeldet wurden. Es kann aber auch sein, dass Fälle gemeldet wurden, bei denen im Nachhinein doch keine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung festgestellt werden konnte.  

Hinweis: Wer eine Nebenwirkung bei sich vermutet, kann diese dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) melden – am einfachsten online über das Portal des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Was ist zur Sicherheit während der Schwangerschaft bekannt? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Schwangere wurden in der Zulassungsstudie zu Comirnaty nicht untersucht. In der Zwischenzeit liegen erste Erkenntnisse zur Sicherheit des Impfstoffes Comirnaty aus Beobachtungsstudien vor. Ausgehend von zwei Studien aus Israel, traten Komplikation während der Schwangerschaft oder bei der Entbindung bei geimpften Frauen ähnlich häufig auf, wie bei nicht-geimpften Frauen. Zudem wurde kein Zusammenhang zwischen Komplikationen bei Neugeborenen und der Comirnaty-Impfung festgestellt. Auch wenn momentan nur begrenzte Erkenntnisse vorliegen, so scheint es keine Hinweise zu geben, dass die Comirnaty-Impfung in der Schwangerschaft das Risiko für Komplikationen bei Mutter oder Neugeborenem erhöht. 

In beiden Studien wurden die Frauen überwiegend im dritten Schwangerschaftsdrittel geimpft.

Mehr über die Studien erfahren

Seit dem 16. September 2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die COVID-19-Impfung für Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel. Für die Überwachung der Sicherheit der Impfstoffe ist in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zuständig. Zusammen mit dem Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Universitätsmedizin in Berlin führt das PEI aktuell eine Studie durch. Dabei werden die Verträglichkeit und die Sicherheit der mRNA-Impfstoffe weiter untersucht.

Was empfiehlt die STIKO zur Impfung von 5- bis 11-Jährigen?  Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die STIKO empfiehlt die COVID-19 Impfung mit Comirnaty für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren, die Vorerkrankungen haben. Auch Kinder, die engen Kontakt zu Menschen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben, sollen die Impfung bekommen. Zu solchen gehören beispielsweise sehr alte Menschen, oder Menschen mit einer Immunschwäche. Auch Kinder ohne Vorerkrankungen können auf Wunsch eine Impfung bekommen. Dies ist nach einem sorgfältigem Aufklärungsgespräch durch die Ärztin oder durch den Arzt möglich.  

Laut STIKO-Empfehlung sollen zwei Dosen des Comirnaty-Impfstoffes im Abstand von drei bis sechs Wochen verabreicht werden. Die für Kinder dieser Altersgruppe zugelassene Impfstoffdosis beträgt 10 µg. Bei Jugendlichen und Erwachsenen werden 30 µg des Impfstoffes verabreicht. Wie wirksam und sicher der Impfstoff Comirnaty bei Kindern im Alter von 5- bis 11 Jahren ist, können Sie in unserem Studiencheck der Zulassungsstudie nachlesen.

Mehr über die Hintergründe der Empfehlung erfahren

Warum empfiehlt die STIKO Corminaty für 12- bis 17-Jährige?  Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Im Juni 2021 hatte die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung gegen COVID-19 nur für bestimmte Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 empfohlen. Dazu zählten u.a. 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen. Zu dem Zeitpunkt fehlten noch Daten zu möglichen sehr seltenen Nebenwirkungen. Da gesunde Kinder und Jugendliche zudem ein niedriges Risiko haben, schwer an COVID-19 zu erkranken, sah die STIKO von einer allgemeinen Impfempfehlung ab.

Seit dem 16. August gibt es eine neue Impfempfehlung. Die STIKO rät jetzt alle Kinder und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren zweimal impfen zu lassen. Eine Grundlage für die aktualisierte Empfehlung sind v.a. neue Daten aus den USA. Nach gegenwärtigem Wissensstand kommt die STIKO zu der Einschätzung, dass der Nutzen der Impfung das Risiko sehr seltener, schwerer Nebenwirkungen überwiegt. Insbesondere ist dies u.a. bei Kindern und Jugendlichen mit Vorerkrankungen deutlich der Fall.

Bei den sehr seltenen Nebenwirkungen handelt es sich um Herzmuskelentzündungen, von denen v. a. junge männliche Geimpfte betroffen sind. Die Erkrankung verlief größtenteils unkompliziert. Auch bei COVID-19 kann das Herz mitbetroffen sein. Weitere schwere Nebenwirkungen wurden bisher nicht nachgewiesen. Als einen weiteren Grund für die Aktualisierung der Empfehlung führt die STIKO an, dass ungeimpfte Kinder und Jugendliche mit der jetzt vorherrschenden Delta-Variante in einer möglichen 4. Welle ein höheres Infektionsrisiko haben. Weitere Informationen zur Wirksamkeit und Sicherheit von Comirnaty bei Kindern und Jugendlichen finden Sie in unserem Studiencheck

Quellen Interessenkonflikte