Berlin, 18.06.2019 (aktualisiert: 04.08.2020) – Wenn sich der Sommer von seiner strahlenden Seite zeigt, zieht es uns nach draußen. Sonnenschutz ist da natürlich ein Muss – doch manchmal passiert es einfach: Wir halten uns zu lange in der Sonne auf. Dann brennt die Haut, der Kopf brummt, vielleicht macht sich auch Übelkeit bemerkbar. Diese typischen Symptome stellen sich oft erst Stunden nach dem Sonnenbad ein. Was man jetzt selbst tun kann und wann man besser einen Arzt aufsuchen oder gar den Notarzt verständigen sollte, erfahren Sie in unserem Überblick.

Sonnenbrand – so lindern Sie die Symptome Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Haut wird rot, dann brennt und juckt sie, ein Sonnenbrand kündigt sich an. Was tun?

  • Raus aus der Sonne und kühlen! Aber nicht mit Eis oder eiskalten Kühl-Packs. Die belasten die geschädigte Haut zusätzlich. Am besten kühlen Sie die betroffenen Stellen für 5 bis 15 Minuten unter fließendem, kühlem Leitungswasser oder mit nassen Umschlägen. Befeuchten Sie dazu ein sauberes Tuch mit kühlem, sauberem Wasser und legen Sie es auf die betroffenen Stellen.
  • Neben kaltem Wasser können auch parfumfreie wasserhaltige Lotionen oder Gels Linderung verschaffen.
  • Trinken Sie genügend, um den Flüssigkeitsverlust durch die verbrannte Haut auszugleichen.

Bei einem Sonnenbrand handelt es sich meist um eine Verbrennung ersten Grades. Die Haut reagiert auf zu viel UV-Strahlung mit einer Entzündung. Etwa 4 bis 12 Stunden nach dem Sonnenbad wird sie heiß, rot, juckt und schmerzt. 

Um einen Sonnenbrand abzumildern, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Ein Weg sind entzündungshemmende Wirkstoffe wie bspw. Hydrokortison. Lotionen oder Cremes mit diesem Wirkstoff, der umgangssprachlich auch Cortison genannt wird, sollen dabei helfen, entzündliche Prozesse zu blockieren. Allerdings ist die bessere Wirksamkeit von kortisonhaltigen Lotionen gegenüber solchen ohne Kortison bei Verbrennungen ersten Grades nicht nachgewiesen. Für Kinder, Schwangere und Betroffene mit Hautverletzungen sind kortisonhaltige Cremes nicht geeignet.
 
Eine andere Möglichkeit setzt darauf, die betroffenen Hautstellen zu pflegen und dabei zu unterstützen, dass sich neue Hautzellen bilden. Wirkstoffe wie Dexpanthenol, häufig auch nur als Panthenol bezeichnet, unterstützen die Regeneration der Haut. Sie sollen durch das Verdampfen von Wasser kühlen und die Schutz-Barriere der Haut wiederherstellen.

Helfen Hausmittel gegen Sonnenbrand? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Quark oder Joghurt sind oft gepriesene Hausmittel gegen Sonnenbrand. Sie kühlen zwar ebenfalls, können aber die geschädigte Haut zusätzlich irritieren. Bei offenen Wunden können die in Quark und Joghurt enthaltenen Bakterien Entzündungen verursachen. Nicht sinnvoll ist eine Kühlung mit alkoholischen oder säurehaltigen Flüssigkeiten. Sie reizen die Haut und verstärken das Brennen.

Bilden sich großflächig Bläschen, ist das ein Anzeichen für eine Verbrennung zweiten Grades. Dann ist es besser, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Dasselbe gilt, wenn der Sonnenbrand mit Übelkeit, Fieber, Erbrechen oder gar einem Kreislaufkollaps verbunden ist. Kleinkinder und Babys sollten bei einem Sonnenbrand mit Fieber, Bläschen oder starken Schmerzen immer ärztlich untersucht werden.

Sonnenstich und Hitzeerschöpfung Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Zu viel Sonne abgekriegt? Das kann jedem und jeder mal passieren. Wenn man sich deshalb zwar matt, aber nicht krank fühlt, können Ausruhen, Abkühlen und Trinken - möglichst isotonische Getränke oder Mineralwasser – die Beschwerden lindern.

Eine kühle, aber nicht eiskalte Dusche kann helfen, wenn der oder die Betroffene ansonsten gesund ist. Ältere Menschen, kleine Kinder oder Menschen mit Vorerkrankungen sollten eher zu einem Schwamm oder Tuch mit kaltem Wasser greifen und die Haut feucht abwaschen. Damit stellen sie sicher, dass ihr Kreislauf nicht noch zusätzlich durch eine plötzliche Abkühlung wie beim Duschen belastet wird. 

Was tun bei Sonnenstich?

Wer nach einem längeren Aufenthalt in der Sonne jedoch unter Schwindel, Übelkeit und einem hochroten, schmerzendem Kopf leidet, hat womöglich einen Sonnenstich. Die Ursache ist eine Reizung der Hirnhäute und eine Schwellung des Hirngewebes durch übermäßige Sonnenbestrahlung des Kopfs. Unter Umständen kann sich Nackensteifigkeit einstellen oder das Bewusstsein getrübt sein. Da normalerweise bei einem Sonnenstich nur der Kopf betroffen ist, ist die Körpertemperatur allenfalls leicht erhöht. 

  • Die Betroffenen sollten sofort in eine schattige, kühle Umgebung gebracht werden und sich mit erhöhtem Kopf hinlegen. 
  • Kopf und Nacken sollten mit feuchten, kühlen Tüchern bedeckt werden. 
  • Trinken ist ratsam – aber nur, wenn der oder die Betroffene bei klarem Bewusstsein ist.

Bessern sich die Symptome, ist ein Arztbesuch nicht zwingend erforderlich. Kindern und älteren Menschen wird allerdings geraten, den Verdacht auf Sonnenstich immer ärztlich abklären zu lassen. Zeigen die Betroffenen starke Beschwerden, z. B. deutliche Nackensteifigkeit, Krämpfe oder zunehmende Verwirrung, muss der Notarzt verständigt werden.

Was tun bei Hitzeerschöpfung?

Von einer Hitzeerschöpfung spricht man, wenn bei längerer Hitzebelastung (oft in Verbindung mit körperlicher Anstrengung und wenig Flüssigkeitszufuhr) verstärkt Schweiß gebildet wird und der Körper auf den großen Flüssigkeits- bzw. Salzverlust reagiert: Schwäche, Kopfschmerzen,
Durst, Übelkeit und Schwindel bis hin zu Verwirrtheit und Schock können die Folgen sein. 

  • Die Hitzeerschöpfung erfordert deshalb einen raschen Elektrolyt- und Flüssigkeitsausgleich in einer kühlen Umgebung. Ist kein isotonisches Getränk zur Hand, kann ein Teelöffels Kochsalz zu einem Liter Wasser beigemischt werden. 
  • Vorsichtshalber ist die Lagerung in Schocklage ratsam.

Bei ausgeprägten Beschwerden sollte ein Arzt verständigt werden. Ist der oder die Betroffene apathisch oder muss stark erbrechen, ist es ratsam, den Notarzt zu rufen - auch um einen mitunter lebensgefährlichen Hitzschlag (siehe unten) auszuschließen. 

Bei Hitzschlag sofort Notarzt alarmieren Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Achtung: Gerät die Körpertemperatur außer Kontrolle und steigt innerhalb von 10 bis 15 Minuten stark an, kann dies auf einen möglicherweise lebensgefährlichen Hitzschlag hindeuten. Die Körpertemperatur kann in diesem Fall auf bis zu 41 Grad Celsius ansteigen. Weitere Beschwerden sind trockene, heiße Haut, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Krämpfe, Verwirrtheit bis hin zur Bewusstlosigkeit. Da es für den Laien nicht einfach ist, eine Hitzeerschöpfung von einem Sonnenstich oder einem Hitzschlag zu unterscheiden, sollte im Zweifel sofort der Notarzt alarmiert werden.

  • Den Betroffenen oder die Betroffene sofort in den Schatten bringen.
  • Bis zum Eintreffen des Arztes sollte der Körper mit allem, was zur Kühlung zur Verfügung steht, bedeckt werden - z. B. mit feuchten Tüchern oder kaltem Wasser.
  • Ist der oder die Betroffene bei Bewusstsein: kühle Getränke anbieten.
  • Bei Bewusstlosigkeit: Lagerung in der stabilen Seitenlage
Quellen: Bildnachweis