Berlin, 18.06.2019 – Wenn sich der Sommer von seiner strahlenden Seite zeigt, zieht es uns nach draußen. Sonnenschutz ist da natürlich ein Muss – doch manchmal passiert es einfach: Wir halten uns zu lange in der Sonne auf. Dann brennt die Haut, der Kopf brummt, vielleicht macht sich auch Übelkeit bemerkbar. Diese typischen Symptome stellen sich oft erst Stunden nach dem Sonnenbad ein. Was man jetzt selbst tun kann und wann man besser einen Arzt aufsuchen oder gar den Notarzt verständigen sollte, erfahren Sie in unserem Überblick.

Sonnenbrand – so lindern Sie die Symptome Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Haut wird rot, dann brennt und juckt sie, ein Sonnenbrand kündigt sich an. Was tun?

  • Raus aus der Sonne und kühlen! Aber nicht mit Eis oder eiskalten Kühl-Packs. Die belasten die geschädigte Haut zusätzlich. Am besten kühlen Sie die betroffenen Stellen für 5 bis 15 Minuten unter fließendem, kühlem Leitungswasser oder mit nassen Umschlägen. Befeuchten Sie dazu ein sauberes Tuch mit kühlem, sauberem Wasser und legen Sie es auf die betroffenen Stellen.
  • Neben kaltem Wasser können auch parfumfreie wasserhaltige Lotionen oder Gels Linderung verschaffen.
  • Trinken Sie genügend, um den Flüssigkeitsverlust durch die verbrannte Haut auszugleichen.

Bei einem Sonnenbrand handelt es sich meist um eine Verbrennung ersten Grades. Die Haut reagiert auf zu viel UV-Strahlung mit einer Entzündung. Etwa 4 bis 12 Stunden nach dem Sonnenbad wird sie heiß, rot, juckt und schmerzt. 

Um einen Sonnenbrand abzumildern, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Ein Weg sind entzündungshemmende Wirkstoffe wie bspw. Hydrokortison. Lotionen oder Cremes mit diesem Wirkstoff, der umgangssprachlich auch Cortison genannt wird, sollen dabei helfen, entzündliche Prozesse zu blockieren. Allerdings ist die bessere Wirksamkeit von kortisonhaltigen Lotionen gegenüber solchen ohne Kortison bei Verbrennungen ersten Grades nicht nachgewiesen. Für Kinder, Schwangere und Betroffene mit Hautverletzungen sind kortisonhaltige Cremes nicht geeignet.
 
Eine andere Möglichkeit setzt darauf, die betroffenen Hautstellen zu pflegen und dabei zu unterstützen, dass sich neue Hautzellen bilden. Wirkstoffe wie Dexpanthenol, häufig auch nur als Panthenol bezeichnet, unterstützen die Regeneration der Haut. Sie sollen durch das Verdampfen von Wasser kühlen und die Schutz-Barriere der Haut wiederherstellen.

Helfen Hausmittel gegen Sonnenbrand? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Quark oder Joghurt sind oft gepriesene Hausmittel gegen Sonnenbrand. Sie kühlen zwar ebenfalls, können aber die geschädigte Haut zusätzlich irritieren. Bei offenen Wunden können die in Quark und Joghurt enthaltenen Bakterien Entzündungen verursachen. Nicht sinnvoll ist eine Kühlung mit alkoholischen oder säurehaltigen Flüssigkeiten. Sie reizen die Haut und verstärken das Brennen.

Bilden sich großflächig Bläschen, ist das ein Anzeichen für eine Verbrennung zweiten Grades. Dann ist es besser, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Dasselbe gilt, wenn der Sonnenbrand mit Übelkeit, Fieber, Erbrechen oder gar einem Kreislaufkollaps verbunden ist. Kleinkinder und Babys sollten bei einem Sonnenbrand mit Fieber, Bläschen oder starken Schmerzen immer ärztlich untersucht werden.

Hitzeerschöpfung und Sonnenstich Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Wer nach einem längeren Aufenthalt in der Sonne oder nach ein paar Tagen mit hohen Temperaturen grippeähnliche Symptome verspürt, leidet womöglich unter Hitzeerschöpfung. Die Körpertemperatur ist erhöht, aber in der Regel unter 40,5 Grad Celsius. Dazu können Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit, Muskelkrämpfe oder Magen-Darmbeschwerden kommen. Ursachen für die Hitzeerschöpfung sind Wassermangel und ein Verlust von Salzen, die im Schweiß enthalten sind. Arbeiter, Sportler und ältere Menschen, die sich ohne ausreichend zu trinken längere Zeit in der Sonne aufhalten, sind deshalb typische Kandidaten für eine Hitzeerschöpfung. Auch hier gilt: 

  • Die hilfreichste Therapie ist Ausruhen, Abkühlen und Trinken, möglichst isotonische Getränke oder Mineralwasser trinken. 
  • Eine kühle, aber nicht eiskalte Dusche kann helfen, wenn der oder die Betroffene ansonsten gesund ist. Ältere Menschen, kleine Kinder oder Menschen mit Vorerkrankungen sollten eher zu einem Schwamm oder Tuch mit kaltem Wasser greifen und die Haut feucht abwaschen. Damit stellen sie sicher, dass ihr Kreislauf nicht noch zusätzlich durch eine plötzliche Abkühlung wie beim Duschen belastet wird. 

Bei einem Sonnenstich können ähnliche Symptome wie bei einer Hitzeerschöpfung auftreten. Allerdings ist hier die Ursache eine Reizung der Hirnhäute und eine Schwellung des Hirngewebes durch übermäßige Sonnenbestrahlung des Kopfs. Der Kopf fühlt sich sehr heiß an und schmerzt; es kann sich Nackensteifigkeit einstellen. 

  • Die Betroffenen sollten sofort in eine kühle Umgebung gebracht werden und sich hinlegen. Kopf und Nacken können mit feuchten, kühlen Tüchern bedeckt werden. 
  • Bei ausgeprägten Beschwerden oder Bewusstseinsstörungen sollte ein Arzt verständigt werden. 
  • Kindern und älteren Menschen wird geraten, den Verdacht auf Sonnenstich immer ärztlich abklären zu lassen.

Bei Hitzschlag sofort Notarzt alarmieren Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Achtung: Gerät die Körpertemperatur außer Kontrolle und steigt innerhalb von 10 bis 15 Minuten stark an, kann dies auf einen möglicherweise lebensgefährlichen Hitzschlag hindeuten. Die Körpertemperatur kann in diesem Fall auf bis zu 41 Grad Celsius ansteigen. Weitere Beschwerden sind trockene, heiße Haut, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Krämpfe, Verwirrtheit bis hin zur Bewusstlosigkeit. Da es für den Laien nicht einfach ist, eine Hitzeerschöpfung von einem Sonnenstich oder einem Hitzschlag zu unterscheiden, sollte im Zweifel sofort der Notarzt alarmiert werden. Bis zum Eintreffen des Arztes können kühle, feuchte Umschläge und Flüssigkeitszufuhr helfen.

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