Berlin, 13. August 2020 - Sonnenschutz ist wichtig, um Sonnenbrand zu verhindern und Hautkrebs vorzubeugen. Das ist vielen klar. Aber wie schützt man sich richtig vor den schädlichen UV-Strahlen? Wir räumen mit den Mythen und Halbwahrheiten auf und geben Hinweise, auf was man achten sollte.

Die Sonne ist wichtig für uns, doch ein Zuviel kann uns schaden. Ein Sonnenbrand ist nicht nur unangenehm, er kann auch die Haut nachhaltig schädigen und die Entstehung von Hautkrebs begünstigen. Bei der Schädigung der Haut spielt vor allem die ultraviolette Strahlung (UV) eine große Rolle – der Teil des Lichts, den wir nicht sehen und nicht fühlen.

UV-Strahlung macht weniger als zehn Prozent der Sonnenstrahlung aus. Sie wird in UV-A-, UV-B- und UV-C-Strahlung eingeteilt. Die UV-C-Strahlung wird komplett in der Ozonschicht der Atmosphäre abgefangen, die UV-B-Strahlung zu knapp 90 Prozent. Die UV-A-Strahlung hingegen gelangt weitgehend ungehindert auf die Erdoberfläche. Wie viel UV-Strahlung tatsächlich bei uns ankommt, hängt u. a. von der Bewölkung, der Tageszeit und dem Ort ab, an dem wir uns befinden. Wasser oder Schnee reflektieren die UV-Strahlung und verstärken dadurch ihre Wirkung.

Was ist ein UV-Index? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die „erwartete maximale sonnenbrandwirksame UV-Strahlung“ wird als UV-Index bezeichnet. Er reicht von 1 (gering) bis 11 (extrem). Auf den Seiten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) findet man eine Vorhersage für den jeweiligen Tag. Bereits ab einem UV-Index von 3 sind laut DWD Schutzmaßnahmen erforderlich.

Warum kann zu viel Sonne schaden? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Grafik Mann mit roter Haut in der sonne, daneben bleiche Frau unter dem Sonnenschirm im Dialogfenster öffnen

Trifft die UV-A- und die UV-B-Strahlung auf die Oberhaut, bilden die dortigen Pigmentzellen Melanin. Das färbt die Haut dunkel, ist aber ein Schutzmechanismus, um Zellschäden durch zu viel UV-Strahlung zu verhindern. Bei zu langer Sonneneinwirkung funktioniert diese Reparatur nicht mehr – die Haut stößt geschädigte Zellen ab. Bleiben durch intensive und dauerhafte UV-Strahlung geschädigte Zellen zurück, kann das zu Hautkrebs führen, auch noch nach Jahrzehnten.

Vor allem langwellige UV-A-Strahlen können in den tieferen Hautschichten bestimmte Fasern des Bindegewebes zerstören. Die Folge wird als vorzeitige Hautalterung sichtbar: Die Haut wird schneller schlaff und faltig. Bis zu 90 % der sichtbaren altersbedingten Hautalterung werden durch zu starke Sonnenbestrahlung verursacht. Da Solarien einen erhöhten Anteil an UV-A-Strahlung ausweisen, können Nutzer von diesem Effekt besonders betroffen sein.

Wie lange kann ich mich ungeschützt in der Sonne aufhalten? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Ohne Sonnenschutz sollte man sich nur sehr kurz in der Sonne aufhalten. Diese Zeitspanne wird als Eigenschutzzeit bezeichnet. Sie hängt vom persönlichen Hauttyp ab – und von der Intensität der UV-Strahlung in der Region am jeweiligen Tag (UV-Index). In West-Europa sind das im Durchschnitt fünf (bei Kindern und Menschen mit heller Haut) bis 15 Minuten, bevor ein Sonnenbrand entsteht. 

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Wie lange man mit Sonnencreme ohne Schäden in der Sonne bleiben kann, wird berechnet, indem man die Eigenschutzzeit mit dem Lichtschutzfaktor multipliziert. Nimmt man zehn Minuten an, ergibt eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 also 300 Minuten Sonne ohne Sonnenbrand – allerdings nur, wenn man regelmäßig und ausreichend nachcremt.

Wie kann man sich effektiv vor Sonnenbrand schützen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Kleidung ist für den Sonnenschutz wichtiger als Sonnencreme. Mehrere große medizinische Fachgesellschaften haben dazu eine Leitlinie erarbeitet und auf Grundlage des wissenschaftlichen Forschungsstandes Empfehlungen ausgesprochen. Danach sollen beim Sonnenschutz „wenn möglich physikalische Mittel“ genutzt werden. Das heißt: Starke Sonneneinstrahlung vermeiden, vor allem zwischen 11 und 15 Uhr. Man sollte also Schatten aufsuchen und sich in der Sonne eher anziehen als ausziehen, rät die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention als federführende Fachgesellschaft. Die Hautstellen, die nicht bedeckt werden können, sollen mit Sonnencreme geschützt werden.
 
Im Urlaub sollte man ebenso wie im Frühjahr die Haut langsam an die Sonne gewöhnen. Und weil auch die Augen durch UV-Strahlung geschädigt werden können, rät die Leitlinie dazu, eine Sonnenbrille mit 100 Prozent UV-A- und UV-B-Schutz zu tragen.

Was ist bei der Anwendung von Sonnencreme zu beachten? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die meisten Menschen verwenden immer noch zu wenig Sonnenschutzmittel. Hier gilt: Viel hilft viel. Um den auf der Packung angegebenen Lichtschutzfaktor zu erreichen, muss ein Erwachsener etwa 30 bis 40 ml für den gesamten Körper verwenden.  Also eine möglichst dicke Schicht auftragen und zwar nicht erst in der Sonne, sondern am besten 20 bis 30 Minuten vorher, damit die Wirkstoffe sich entfalten können. Nachcremen sollte man laut Leitlinie nach zwei Stunden und nach einem Aufenthalt im Wasser. 

Standard ist Lichtschutzfaktor 20, Kinder und Menschen mit heller Haut sollten Lichtschutzfaktor 30 oder höher verwenden. Speziell sollte man dabei auf Körperstellen achten, die der Sonnenstrahlung besonders ausgesetzt sind: Die unbehaarte Kopfhaut (oder der Scheitel), die Nase, die Haut rund um die Augen, die Wangen, Ohren, Lippen, Schultern und die Fußrücken. Hier kann man auch einen höheren Lichtschutzfaktor verwenden.

Stimmt’s? 5 Mythen rund um Sonne & Sonnenschutz Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Was ist dran an diesen gängigen Vorstellungen? Testen Sie Ihr Wissen!

Mythos 1: Im Schatten bekommt man keinen Sonnenbrand Mythos 2: Vorbräunen im Solarium schützt vor Sonnenbrand Mythos 3: Mit wasserfester Sonnencreme muss man sich nach dem Baden nicht erneut eincremen Mythos 4: Kleidung schützt vor Sonnenbrand Mythos 5: Wer Sonne meidet, riskiert einen Vitamin-D-Mangel
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