Berlin, 09.08.2018 – Nachmittags in einem Café. Plötzlich beobachten Sie, wie ein Gast in sich zusammensinkt und aufhört zu atmen – Herzstillstand. Sie wissen nicht genau, was jetzt zu tun ist und der letzte Erste-Hilfe-Kurs liegt schon länger zurück? So geht es vielen in einer Notsituation. Dabei ist wirksame Erste Hilfe oft einfach. Die folgenden fünf Tipps zeigen, was Sie als Laie im Notfall tun sollten und wie Sie gut für eine Notfall-Situation gewappnet sind.

1. Jede Sekunde zählt Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Ob in der Freizeit, am Arbeitsplatz oder im Straßenverkehr – wenn Menschen in Not geraten, ist schnelle Hilfe oft lebenswichtig. Etwa bei einem Herzstillstand: Nach Angaben der Stiftung Anästhesiologie sinkt ohne Reanimation sinkt die Überlebenschance pro Minute um ca. zehn Prozent. Bereits nach fünf Minuten ist es unwahrscheinlich, dass der Betroffene überlebt.

Selbst wenn im Ernstfall umgehend ein Notruf erfolgt, bis die Rettungskräfte eintreffen und eingreifen, vergeht meist wertvolle Zeit. Auch einfache Maßnahmen können lebensrettend sein. Beginnen Sie zügig mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen. Achten Sie dabei aber auch auf die eigene Sicherheit.

2. Gefahren für sich und andere ausschließen Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Wer im Notfall unüberlegt handelt, bringt möglicherweise sich und andere in Gefahr. Schlimmstenfalls entsteht zusätzlicher Schaden. Darum beginnt Erste Hilfe nicht mit Wiederbelebungs-Maßnahmen, sondern mit der eigenen Sicherheit. Sie erkennen einen Notfall? Bewahren Sie Ruhe und verschaffen sich einen Überblick: Was ist geschehen und welche Gefahren drohen? Der Selbstschutz hat Priorität. Nähern Sie sich Betroffenen erst, wenn es Ihnen gefahrlos möglich ist. So gilt zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall mit Verunglückten: Sichern und kennzeichnen Sie zunächst die Unfallstelle, warnen Sie andere Verkehrsteilnehmer, damit keine Folgeunfälle passieren. 

3. Einen Notruf absetzen Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Unter der europaweiten Notrufnummer 112 erreichen Sie die Rettungsleitstellen. Dort werden die Einsätze koordiniert. Damit die Rettungskräfte vorab alle relevanten Informationen erhalten, den Umfang der benötigten Maßnahmen einschätzen können und wissen, was sie am Unfallort erwartet, beantworten Sie am Telefon folgende Fragen: 

  • Wo ist etwas passiert?
  • Was ist geschehen?
  • Wie viele Verletzte gibt es?
  • Welche Verletzungen liegen vor?
  • Wer meldet den Unfall?

Warten Sie anschließend auf Rückfragen. Das Personal der Leitstellen ist geschult und wird Sie nicht allein lassen, bis Rettungskräfte eintreffen. 

Erste Hilfe: Zahlen und Fakten Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

  • Menschen trauen sich zu selten, mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen.
  • Jede Sekunde zählt. Bei einem Herzstillstand beispielsweise ist es bereits nach fünf Minuten ohne Wiederbelebungsmaßnahmen unwahrscheinlich, dass der Betroffene überlebt.
  • Die gesetzliche Hilfsfrist der Rettungsdienste liegt zwischen 5 und 20 Minuten - je nach Bundesland. Das ist die Zeitspanne, die über Leben und Tod entscheiden kann.

4. Erste Hilfe leisten – körperlich und seelisch Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Im Notfall ist die Hilfsbereitschaft wichtiger als das Wissen um spezielle Hilfsmaßnahmen. Selbstverständlich bewirken Sie mehr mit höherer Kompetenz. Doch schon mit einfachen Mitteln können Sie feststellen, ob Lebensgefahr besteht und welche Hilfe benötigt wird. Der Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin in der Leitstelle der Notrufzentrale wird Ihnen am Telefon mit Instruktionen zur Seite stehen. 

Wichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

  • Unterer Arm liegt im rechten Winkel neben dem Körper. Den Betroffenen zu sich herüberziehen. Oberschenkel des oberen Beins im rechten Winkel vor dem Körper positionieren. Die Stabile Seitenlage durch Ablage der Hand des oberen Arms unter dem Kopf stabilisieren. Kopf des Betroffenen leicht nach hinten überstrecken, Mund leicht öffnen.
  • Ballen einer Hand auf das untere Drittel des Brustbeins positionieren. Auflegen der zweiten Hand. In der Frequenz 100- bis 120-mal pro Minute den Oberkörper des Betroffenen 30x mind. 5 bis 6 cm tief eindrücken, dann beatmen.
  • Kopf des Betroffenen nach hinten neigen. Mit Daumen und Zeigefinger Nase verschließen. Normal einatmen. Die eingeatmete Luft über eine Sekunde lang gleichmäßig in den geöffneten Mund des Betroffenen abgeben. Immer im Wechsel: 30x Herzdruckmassage, 2x Beatmen. Hinweis: Ungeschulte Laien, die sich keine Beatmung zutrauen, können auch helfen, indem sie ausschließlich die Herzdruckmassage durchführen. 

Ist das Opfer bewusstlos, reagiert also nicht auf lautes Ansprechen, atmet aber normal? Dann bringen Sie es in die stabile Seitenlage. Damit verhindern Sie, dass Flüssigkeiten wie Blut oder Erbrochenes in die Atemwege gelangen, an denen der Betroffene ersticken könnte. Überprüfen Sie anschließend regelmäßig die Atmung, bis Rettungskräfte eintreffen. 

Können Sie hingegen keine oder nur eine unregelmäßige Atmung (Schnappatmung) feststellen, deutet das auf einen Herzstillstand hin. Ein Versagen der Pumpfunktion des Herzens führt unbehandelt unweigerlich auch zum Kreislaufstillstand. Es wird kein Blut mehr durch den Körper gepumpt – das Opfer schwebt in akuter Lebensgefahr. Dieser Zustand ist nur für sehr kurze Zeit umkehrbar. Beginnen Sie daher sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen. Diese umfassen Herzdruckmassage und Beatmung. Ungeschulte Laien, die sich keine Beatmung zutrauen, können auch helfen, indem sie ausschließlich die Herzdruckmassage durchführen. 

Beginnen Sie mit der Herzdruckmassage. Die richtige Frequenz liegt bei 100- bis 120-mal Drücken pro Minute. Um sie einzuhalten hilft es, wenn Sie im Kopf still den Pop-Hit „La Macarena“ oder „Stayin’ Alive“ mitsingen. Das hat eine Studie der Europäischen Gesellschaft für Anästhesiologie an der Universität Barcelona ergeben. Die Herzdruckmassage erfolgt im stetigen Wechsel mit der Beatmung: 30x Drücken, 2x Beatmen. In der Praxis zeigt sich aber, dass einige Menschen insbesondere bei der Beatmung unsicher sind. Noch einmal: Ehe Sie gar nicht helfen, können Sie auch nur die Herzdruckmassage durchführen. Beenden Sie die Reanimation erst, wenn Sie eindeutige Lebenszeichen feststellen oder Rettungskräfte übernehmen. 

Zur Ersten Hilfe gehören auch psychologische Maßnahmen. Personen, die nach einem Unfall unverletzt wirken, stehen häufig unter Schock und gefährden sich durch unreflektiertes Verhalten womöglich selbst. Sie können viel bewirken, indem Sie Betroffene ansprechen und beruhigen, sie außerhalb des Gefahrenbereichs bringen und ihren Zustand überwachen bis professionelle Helfer vor Ort sind. 

5. Fähigkeiten regelmäßig auffrischen Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Ein Notfall kann jederzeit eintreten. Wer darauf vorbereitet ist, kann wirksam helfen. Doch viele Menschen in Deutschland besitzen nur lückenhafte Erste-Hilfe-Kenntnisse. In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Asklepios Kliniken schätzte weniger als jeder Vierte (23 Prozent) seine Fähigkeiten als „gut“ ein. Bei der Hälfte der Befragten lag der letzte Kurs mindestens zehn Jahre zurück. Falls dies auch auf Sie zutrifft und Sie Ihre Kenntnisse erweitern oder auffrischen möchten: Rettungsdienste wie das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter oder der Malteser Hilfsdienst bieten regelmäßig Kurse an und empfehlen, diese alle zwei bis drei Jahre zu wiederholen. 

Wichtige Rechtsfragen zur Ersthilfe Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Muss ich helfen? Drohen mir bei Fehlern rechtliche Konsequenzen? Wer haftet, wenn mir etwas passiert? Wo kann ich mich zur Rechtslage erkundigen?
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