Berlin, 18.06.2019 – Mückenstiche sind lästig, aber in der Regel harmlos. Schmerzhafter und mitunter auch gefährlicher sind hingegen Stiche von Bienen, Wespen und Zecken. Hier erfahren Sie, was Sie bei Stichen tun können, welche Maßnahmen sie unterlassen sollten und wie Sie eine Zecke wieder los werden.

Bienen- und Wespenstiche: Wann kühlen, wann besser zum Arzt? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Wenn eine Biene oder Wespe sticht, merkt man das in der Regel sofort: Die Einstichstelle schmerzt, brennt, schwillt an und wird rot. Ursache ist das bei einem Stich abgegebene Gift. Das können Sie selbst tun, wenn Sie gestochen werden:

  • Ist der Stachel in der Haut stecken geblieben, entfernen Sie ihn so schnell wie möglich mit einer Pinzette oder schaben Sie ihn mit einer scharfen Plastikkarte oder dem Fingernagel ab. Um den Giftsack dabei nicht auszudrücken, sollte auf den Stachelapparat kein Druck ausgeübt werden, d. h. er sollte nicht mit den Fingern zusammengepresst werden!
  • Um die Giftausbreitung zu verlangsamen, kann man die Einstichstelle waschen oder desinfizieren und mit Eiswürfeln oder kaltem Wasser kühlen.
  • Nicht kratzen, um eine Entzündung an der Einstichstelle zu vermeiden. Bei starkem Juckreiz helfen möglicherweise juckreizstillende Salben oder Gele.
  • Bei Stichen im Mund-Rachen-Raum sofort einen Arzt aufsuchen. Bis Sie beim Arzt sind, können Sie Eiswürfel lutschen, um die Schwellung aufzuhalten. 

Sind die Auswirkungen eines Bienen- oder Wespenstichs auf die Einstichstelle begrenzt, spricht man von einer lokalen Reaktion. Sie ist unangenehm, doch innerhalb eines Tages klingt die Schwellung in der Regel wieder ab.

Zum Arzt gehen sollten Sie bei starken Stichreaktionen. Wenn Sie von einer Wespe gestochen wurden und nicht gegen Tetanus geimpft sind, wird ebenfalls zum Arztbesuch geraten. Denn Wespen können Krankheitserreger wie Tetanus übertragen. 

Achtung: Manche Menschen reagieren allergisch auf Insektengift. Bei ihnen kann es zu schweren Reaktionen des gesamten Immunsystems mit einer starken Rötung und Schwellung, Fieber, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufbeschwerden bis zur Bewusstlosigkeit kommen. Solch ein anaphylaktischer Schock ist unter Umständen lebensbedrohlich. Sollten Sie bei sich oder jemandem in Ihrer Nähe Anzeichen einer starken allergischen Reaktion bemerken, verständigen Sie sofort den Notarzt! 

Zeckenstiche (Zeckenbisse) Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Zecken fängt man sich oft bei Waldspaziergängen oder Streifzügen durch hohes Gras ein. Sie kommen aber nicht nur im Wald vor, sondern überall wo es Pflanzen gibt – also auch in Gärten und Parks. Die ein bis zwei Millimeter großen Spinnentiere suchen sich am Körper eine möglichst geschützte Stelle und saugen sich dort mit Blut voll. Bleiben sie unentdeckt, fallen sie von selbst irgendwann wieder ab. Die Einstichstelle juckt und kann rot werden.

Ein Zeckenstich (im Volksmund auch Zeckenbiss genannt) ist an sich nicht schmerzhaft. Es können dabei jedoch Krankheiten übertragen werden. Denn die in Europa am häufigsten vorkommenden Zecken ernähren sich vom Blut anderer Tiere, zum Beispiel dem Blut von Nagetieren oder Rehen, und nehmen dadurch Krankheitserreger auf. Diese geben sie bei einem Stich an den Menschen weiter. Um das Ansteckungsrisiko gering zu halten, sollte die Zecke möglichst bald herausgezogen werden.

Die verwendete Pinzette sollte nach Innen gewinkelte Spitzen haben (z. B. eine Splitterpinzette). Bei flachen, parallel verlaufenden Spitzen besteht die Gefahr, dass die Zecke beim Zugreifen zusammengedrückt wird. Da durch den Druck Krankheitserreger aus der Zecke in den Körper gepresst werden könnten, sollte Druck auf die Zecke vermieden werden. Es gibt deshalb auch spezielle Zeckenpinzetten oder Zeckenzangen. Auch Zeckenkarten oder -haken sind so geformt, dass sich die Zecke entfernen lässt, ohne sie zu zerquetschen. Es ist allerdings wichtig, sich dabei an die Gebrauchsanweisung des Herstellers zu halten.

Die Einstichstelle sollten Sie in den folgenden Wochen im Blick behalten. Zum Arzt gehen sollten Sie, wenn sich bei Ihnen innerhalb von sechs Wochen grippeähnliche Symptome zeigen oder sich eine ringförmige Hautrötung bildet. Dies kann ein Zeichen für eine Borreliose sein. Weitere Informationen zu dieser Erkrankung finden Sie in diesem Ratgeber des Robert Koch Instituts.

Zeckenbisse können in seltenen Fällen auch eine Infektion mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zur Folge haben. Diese Hirnhautentzündung macht sich ein bis zwei Wochen nach dem Stich mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen bemerkbar. Menschen, die in einem FSME-Risikogebiet leben und viel in der Natur unterwegs sind, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), sich impfen zu lassen. Wer mehr darüber sowie über FSME-Risikogebiete wissen möchte: Das Robert Koch Institut hat auf seinen Seiten umfassende Informationen zu FSME zusammengestellt.

Mückenstiche: Das können Sie gegen Jucken tun Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Es summt, krabbelt, piekt – dann brennt und juckt es. Mist – schon wieder ein Mückenstich. Die Stelle wird rot, dick und hört nicht mehr auf zu jucken. Wohl jeder hat den Impuls, nun zu kratzen. Doch genau das sollten Sie nicht tun. Durch Kratzen wird die Haut noch mehr gereizt, kann sich entzünden und dann noch stärker jucken. Außerdem können so Keime in die Wunde geraten. Den unangenehmen Juckreiz lindern können diese Maßnahmen:

  • Kühlen: Eiswürfel in ein Stofftuch wickeln und auf den Stich halten. Durch die Kälte werden die Blutgefäße verengt, was die Ausschüttung von juckreizfördernden Substanzen verlangsamt. Durch das Kühlen leiten die Nerven die Reize außerdem langsamer weiter. 
  • Hitze: Mit kleinen elektrischen Geräten kann die Einstichstelle für ein paar Sekunden auf rund 50 Grad Celsius erhitzt werden. Die Wirkungsweise ist noch nicht ganz geklärt. Eine mögliche Erklärung ist, dass die sensiblen Hautnerven auf die Überwärmung reagieren, indem sie die Reizweiterleitung abschalten. Dadurch kommt das Jucksignal im Gehirn nicht mehr an. 
  • Antihistaminika: Der Botenstoff Histamin befindet sich im Speichel von Insekten und wird auch vom Körper als Reaktion auf den Stich ausgeschüttet. Histamin löst über die umliegenden Nerven-Enden und im umliegenden Gewebe einen Juckreiz aus. Es entstehen meist gerötete Quaddeln auf der Haut. Es gibt verschiedene Gele oder Salben mit Substanzen, welche die Wirkung von Histamin abschwächen sollen.

Meist verschwinden die juckenden Quaddeln innerhalb von ein paar Tagen von allein. Manche Menschen reagieren allerdings stärker auf Mückenstiche als andere. Dann schwillt der Stich stark an und entzündet sich. Bei ausgeprägten Beschwerden kann der Arzt oder die Ärztin gegen die Entzündung eine Salbe verschreiben. 

Äußerst selten sind starke allergische Reaktionen. Bei einem solchen anaphylaktischem Schock reagiert das komplette Immunsystem des Körpers auf den Mückenstich mit grippeähnlichen Symptomen bis hin zur Bewusstlosigkeit. In diesem Fall sollten Sie umgehend einen Notarzt verständigen und Erste Hilfe leisten.

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