Berlin, 12.03.2021 - Der Haushalt ist eine der größten Gefahrenquellen überhaupt – vor allem für Kinder. Sie erkunden meist neugierig alles, was sich ihnen bietet. Gerade Kleinkinder nehmen vieles in den Mund, denn der Mund ist ein wichtiges Sinnesorgan. Wenn es sich dabei um einen giftigen Stoff handelt, kann das schlimme Folgen haben. Worauf kann man in Haus und Garten achten, um das Risiko einer unabsichtlichen Vergiftung zu minimieren? Hier finden Sie Tipps, wie Kinder vor Vergiftungen geschützt werden können.

Die Neugier und der Entdeckerdrang der Kinder lassen den Haushalt zu einer der größten Gefahrenquellen in Sachen Vergiftungen bei Kindern werden – vor allem für Kinder zwischen zwei und vier Jahren. Neugierig verwenden sie Haushalts- und Reinigungsmittel, Medikamente oder Pflanzen für ihr Spiel und nicht selten gelangen die Dinge dann auch in den Mund. Bei den Reinigungs- und Haushaltsmitteln sind einige eher harmlos (z.B. Shampoo), andere aber gefährlich, zum Beispiel flüssige Entkalker, Backofenspray, Rohrreiniger oder Möbelpolitur. Ätzende Mittel wie Abflussreiniger können die Haut, Bindehaut und Schleimhaut reizen oder den Magen schädigen. Badreiniger führen bei versehentlichem Verschlucken zu Schleimhautreizungen, WC-Reiniger zu Hautrötungen oder Verätzungen. 

Auch Medikamente können eine Gefahrenquelle sein, da sie für Kinder wie Bonbons aussehen. Problematisch sind vor allem Schlaf- und Beruhigungsmittel, Zäpfchen oder die Anti-Babypille. Nicht zu vergessen: Herumliegende Zigaretten oder deren Reste nehmen Kinder ebenfalls gern einmal in den Mund. Das enthaltene Nikotin ist giftig und kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Achtung bei Kindern unter einem Jahr: Für sie ist Nikotin lebensgefährlich. Prüfen Sie auch die Pflanzen in Haus und Garten: Sehr giftig sind z.B. Eisenhut, Engelstrompete, Schierling und Tollkirsche. Auch Oleander, Weihnachtsstern oder Maiglöckchen und Goldregen sind gefährlich.

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Tipps für Eltern: So machen Sie den Haushalt kindersicher Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

  1. Bewahren Sie Medikamente und Putzmittel in abschließbaren oder unerreichbaren Schränken auf, ebenso Parfüm, Puder und Nagellack und Nagellackentferner. 
  2. Füllen Sie Putzmittel oder Chemikalien nicht um, vor allem nicht in Getränkeflaschen. 
  3. Sprechen Sie über Medikamente als Medizin, nicht als Saft oder Bonbons. 
  4. Verwenden Sie keine Lampenöle oder Duftöle. 
  5. Achten Sie auch in Garten und Garage auf Sicherheit und bewahren Sie Dünger, Pflanzenschutzmittel, Frostschutzmittel, Motoröl oder flüssigen Grillanzünder so auf, dass sie für Kinder nicht erreichbar sind. 
  6. Vermitteln Sie Kindern frühzeitig mögliche Gefahren in Haus und Garten. 
  7. Lassen Sie Ihr Kind nicht unbeaufsichtigt, wenn Sie mit Farben oder Terpentin arbeiten. 
  8. Lassen Sie Einkaufs- und Handtaschen mit Zigaretten, Medikamenten, Haushaltschemikalien oder Parfüm nicht unbeaufsichtigt stehen.

Vergiftung: An wen kann ich mich wenden? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Vermuten Sie, dass Ihr Kind sich vergiftet hat, bieten acht Kliniken in Deutschland Vergiftungszentralen an, die Sie im Notfall kontaktieren können. 

Folgende Fragen sind dann wichtig: 

  • Wer ist betroffen? (Alter, Gewicht)
  • Was wurde eingenommen? (Substanz, Verpackung, Firma, Pflanze)
  • Wieviel und wann? (Gesicherte Zeitangabe oder Vermutung)
  • Wie wurde es eingenommen? (Geschluckt? Eingeatmet? Auf die Haut? Ins Auge?)
  • Welche Symptome zeigt der Patient? (Husten? Erbrechen? Muskelzuckungen? Rauschzustand? Benommenheit? Schmerzen?)
  • Was wurde bereits unternommen?
  • Wer ruft an? (Name und Telefonnummer für den Rückruf). 

Auf einen Blick: Was tun bei Vergiftungen?

Was unterscheidet Vergiftungen bei Erwachsenen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Bei Erwachsenen gibt es absichtliche und versehentliche Vergiftungen – mit Alkohol, Medikamenten und Drogen, aber auch mit Rauchgas und Kohlenmonoxid. Häufig spielen Selbstmordgedanken eine Rolle. Eingenommen werden meist Antidepressiva, Psychopharmaka oder Beruhigungsmittel. Bei Drogen sind Vergiftungen durch Halluzinogene (Pilze oder LSD) und sogenannte Analeptika verbreitet. Analeptika stimulieren das zentrale Nervensystem, etwa das Atem- und Kreislaufzentrum, sind in höherer Dosis aber giftig und lösen Krämpfe aus. Mögliche Folgen solcher Vergiftungen sind ein akutes Leber- oder Nierenversagen, Herzstillstand oder ein Wachkoma.

Quellen