Um Kniearthrose entgegenzuwirken, sind grundsätzlich zwei Ansatzpunkte denkbar: Die Vorbeugung der Arthrose selbst, die sogenannte Primärprävention, oder die Verhinderung des fortschreitenden Knorpelverschleißes. Bei Letzterem spricht man von Progressionsprävention.

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Vorbeugung

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Zwei gezeichnete Menschen mit unterschiedlichem Bauchumfang. Das Bild visualisiert den Risikofaktor Übergewicht. Es führt zu einer Infografik mit dem Thema "Welche Risikofaktoren begünstigen Arthrose?". im Dialogfenster öffnen
Infografik Risikofaktoren Arthrose © Stiftung Gesundheitswissen 2017

Um Kniearthrose vorzubeugen, setzt man bei den Ursachen der Erkrankung an. Das sind insbesondere die knorpelschädigenden Einflüsse, auch Risikofaktoren genannt. Dazu gehören z. B. Gelenkfehlstellungen, schwere kniende Tätigkeiten oder Übergewicht. Derartige Risikofaktoren sollten vermieden oder vermindert werden. Man spricht dabei von Primärprävention.

Grundsätzlich aber gilt: Damit Gelenke in Form bleiben, brauchen sie Bewegung. Regelmäßige und maßvolle körperliche Bewegung tut sowohl dem gesunden als auch dem bereits geschädigten Knorpel gut. 

Der Grund: Durch die Bewegung wird die Nährstoffversorgung des Knorpels angeregt und die Schmierung der Gelenkflächen gefördert. Auch die Muskeln, die sich nah an den Gelenken befinden, werden durch körperliche Bewegung gestärkt.

Wie kann ich das Fortschreiten der Kniearthrose verhindern? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Auch wenn ein Knorpelschaden bereits vorhanden ist, kann das Fortschreiten der Arthrose möglicherweise verhindert oder wenigstens verlangsamt werden (Progressionsprävention). Auch hier gilt: Man sollte versuchen, die genannten Risikofaktoren positiv zu beeinflussen (z. B. durch Gewichtsabnahme) und die betroffenen Gelenke zu bewegen, ohne sie allzu stark zu belasten. 

Gewichtsabnahme

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Das Bild zeigt eine Waage und ein Maßband. Beim Klick vergrößert sich die Ansicht des Bildes. im Dialogfenster öffnen
© Moizagrebinfo (CCO) via pixabay

Übergewicht gilt als gelenkbelastender Faktor. Von Übergewicht spricht man im Allgemeinen bei einem Body-Mass-Index (BMI) von über 25 kg/m². Der BMI, auch Körpermasseindex genannt, stellt das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße. Durch Gewichtsabnahme soll sich die mechanische Belastung auf das Kniegelenk und den Knorpel verringern. Arthrose, die auf dem Röntgenbild sichtbar, aber noch ohne Beschwerden ist, bleibt dadurch möglicherweise beschwerdefrei oder die Beschwerden treten später auf. 

Wie viel muss ich abnehmen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Gewichtsabnahme führt bei übergewichtigen Menschen mit Kniearthrose zu weniger Schmerzen und einer besseren Beweglichkeit. Dafür müssten sie etwa 5 % des Körpergewichts abnehmen. Das bedeutet z. B. für einen Mann mit 100 kg eine Gewichtsabnahme von 5 kg. 

Um die Beschwerden längerfristig zu bessern, kommt es darauf an, das reduzierte Gewicht auch zu halten. Eine dauerhafte Umstellung des Lebensstils kann dafür notwendig und hilfreich sein. 

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um sein Gewicht zu reduzieren und anschließend zu halten. Bewegung und die Unterstützung eines Ernährungsberaters oder einer -beraterin können zum Erhalt der erzielten Gewichtsabnahme beitragen. Darauf deuten Studien hin. 
 

Bewegung und Physiotherapie

Wer an Arthrose erkrankt ist, kennt den Teufelskreis:

  • Bewegung verursacht Schmerzen.
  • Um die Schmerzen zu vermeiden, bewegen sich Betroffene weniger.
  • Dadurch wird der Knorpel wiederum schlechter mit Nährstoffen versorgt – er erneuert sich noch langsamer – und der Verschleiß nimmt zu.

Bewegung und Physiotherapie sind also Erfolg versprechende Ansätze in der Prävention von Kniearthrose.

Gelenke, die nicht beansprucht und nicht trainiert werden, können verkümmern.

Prof. Dr. med. Martin Scherer

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© Stiftung Gesundheitswissen 2017

Welche Art von Bewegung ist bei Kniearthrose geeignet? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Günstig sind Sportarten mit gleichmäßigen Bewegungsabläufen. Geeignet dafür sind zum Beispiel Nordic Walking, Radfahren und Schwimmen. Eher ungünstig sind Sportarten mit abrupten, raschen Bewegungsabläufen wie Tennis, Joggen und Fußball. Denn ruckartige und mit viel Kraft ausgeführte Bewegungen beanspruchen den Knorpel besonders. Welche Art von Bewegung oder Übungsprogramm für Sie infrage kommt, hängt auch davon ab, wie und mit wem Sie es ausüben wollen und was Sie motiviert.

Faktenbox: Helfen mir Bewegungsprogramme bei Kniearthrose?

Erläuterungen zur Faktenbox „Helfen mir Bewegungsprogramme bei Kniearthrose?“

Hilft Wassergymnastik bei Kniearthrose? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

In einer Übersichtsarbeit wurde die Wirkung von mehrwöchigen Übungsprogrammen im Warmwasserbecken (Wassergymnastik) bei Menschen mit Kniearthrose untersucht. Es ergaben sich keine Hinweise darauf, dass sich durch die Teilnahme daran Schmerzen, Beweglichkeit und Lebensqualität bei den Betroffenen verbessern ließen. 

Lediglich für Betroffene mit Hüftarthrose deuten Studien darauf hin, dass Wassergymnastik unmittelbar nach Ende des Behandlungsprogramms das Leiden bessern kann.

Ist Physiotherapie bei Kniearthrose sinnvoll? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Wenn Ihre Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist, kann Physiotherapie, insbesondere von der Ärztin oder dem Arzt verschriebene Krankengymnastik, eine durchaus sinnvolle Maßnahme sein. Denn mit Krankengymnastik können Sie Ihre Kraft stärken, sich maßvoll belasten, die Koordination der Körperteile verbessern und Ihr Gleichgewicht stärken. Dabei kann auch versucht werden, weniger bewegliche Gelenke wieder beweglicher zu machen. Außerdem erhalten Sie Schulungen im Gebrauch von Hilfsmitteln.

Quellen
Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können den Arzt nicht ersetzen.