Im Folgenden finden Sie Informationen zur Behandlungsmethode "Aufklärung" mit einer Kurzbeschreibung, Nutzen, Schaden und weiteren Aspekten.

Die Daten sind einer randomisiert-kontrollierten Studie (RCT) aus Dänemark mit 100 Patientinnen und Patienten entnommen. Diese Zahlen sind keine endgültige Bewertung, sondern basieren auf der besten derzeit verfügbaren Evidenz.

An wen richten sich diese Informationen?

Aufklärung

Kurzbeschreibung: Was ist Aufklärung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Aufklärung ist die kleinste Form der Grundversorgung. Die Patienten und Patientinnen erhalten dabei Informationsmaterial zum Thema Kniearthrose. Zudem führt der Arzt/ die Ärztin mit ihnen ein ausführliches Beratungsgespräch. 

In der genannten Studie erhielten Betroffene detaillierte Informationen zu Kniearthrose in einem Arztgespräch und durch zwei Broschüren:

  • Broschüre 1 behandelte Themen wie Ursachen, Symptome, funktionelle Einschränkungen, empfohlene Behandlungen und allgemeine Ratschläge, wie man die Symptome von Kniearthrose lindern kann.
  • Broschüre 2 informierte, wo Betroffene Beratung finden und wie sie zu einem gesunden Lebensstil beitragen können, z. B. durch Diät, Rauch- und Alkoholverzicht und körperliche Aktivität.

Die alleinige Aufklärung entspricht übrigens nicht dem deutschen Standard der Grundversorgung bei einer Kniearthrose.   

Nutzen der Aufklärung Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

In der Studie wurde der Erfolg der Aufklärung gemessen. Dazu bewerteten von einer Kniearthrose Betroffene selbst ihren Gesundheitszustand und die Behandlungserfolge. Auf speziellen Fragebögen hielten sie dazu u. a. ihren Fortschritt im Hinblick auf Schmerzen, Funktionalität und Lebensqualität fest. Alle Teilnehmer hatten zu Beginn der Studie ihren Gesundheitszustand durchschnittlich mit einem Wert von 50 auf einer Skala von 0 bis 100 bewertet. Die Angabe von höheren Werten bedeutete in der Studie einen verbesserten Gesundheitszustand. 

Das Ergebnis nach zwölf Monaten:

  • Die Betroffenen, die die Informationsbroschüren erhalten hatten, gaben einen um zehn Punkte besseren Wert an: 60 von 100. 
  • Personen mit einem erhöhtem Body Mass Index (BMI) verringerten ihr Gewicht durchschnittlich um etwa 3% (2,5 kg).
  • Der Anteil an Patienten und Patientinnen, die regelmäßig Schmerzmittel einnahmen, veränderte sich über die zwölf Monate nicht. Das waren 57 von 100 Personen.

 

Schaden im Zusammenhang mit der Aufklärung Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Grundsätzlich gab es durch die Aufklärung allein keine Schäden oder Nebenwirkungen. 

Die typischen Beschwerden bei Kniearthrose wie Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit traten auf und konnten sich verstärken. 

Hatten sich bei den Teilnehmern der Studie die Beschwerden in dem Beobachtungszeitraum verstärkt, entschieden sich manche von ihnen für andere Behandlungsmethoden, wie z. B. invasive Verfahren. Dazu zählen Injektionen ins Knie, Kniespiegelungen oder Kniegelenkersatz-Operationen. Bei diesen Verfahren konnten Komplikationen wie Infektionen oder Gefäßverschlüsse auftreten. Die Folge: Schmerzen, Schwellungen und instabile Gelenke.

Weitere Aspekte der Aufklärung Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Informationen und Empfehlungen der Broschüren oder der nachfolgenden Beratungen führten dazu, dass Patientinnen und Patienten weitere Behandlungen durchführten. Dazu zählten neben den invasiven Verfahren auch konservative Behandlungen wie Physiotherapie, physikalische Maßnahmen, Akupunktur, Einlagen oder Medikamente. 

Mehr zu den anderen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie in

  • Option 2 „Konservatives Therapieprogramm“ und
  • Option 3 „Kniegelenkersatz“.
Quellen Informationen zu Studien

Im Folgenden finden Sie Informationen zur Behandlungsmethode "Konservatives Therapieprogramm" mit einer Kurzbeschreibung, Nutzen, Schaden und weiteren Aspekten.

Die Daten sind zwei randomisiert-kontrollierten Studien (RCT) aus Dänemark mit jeweils 100 Patienten und Patientinnen entnommen. Diese Zahlen sind keine endgültige Bewertung, sondern basieren auf der besten derzeit verfügbaren Evidenz.

An wen richten sich diese Informationen?

Konservatives Therapieprogramm

Kurzbeschreibung Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Konservative Therapieprogramme bei der Behandlung von Kniearthrose bestehen aus unterschiedlichen Komponenten, die miteinander kombiniert werden. 
In der genannten Studie wurden fünf konservative Therapiemöglichkeiten ausgewählt.

Überblick über die einzelnen Komponenten des konservativen Therapieprogramms:

  • Schulung: Zwei einstündige Termine mit Informationen über die Krankheit, Therapiemöglichkeiten und Selbsthilfestrategien. Die Schulungen hatten das Ziel, Betroffene mit Kniearthrose darin zu unterstützen, eine aktive Rolle im Management ihrer Krankheit zu übernehmen.
  • Bewegungsprogramm: Zweimal wöchentlich ein einstündiges angeleitetes Bewegungsprogramm (Physiotherapie). Es zielte darauf ab, kontrollierte Bewegungen durchzuführen und förderte die Fähigkeit des Gelenks, während der körperlichen Aktivität stabil zu bleiben. Die Übungen sollten über das Programm hinaus dauerhaft und regelmäßig auch daheim ausgeführt werden. 
  • Einlagen: Individuell angepasste Einlagen für die Schuhe. Sie sollten die Belastung im Kniegelenk senken.
  • Gewichtsabnahme: Das Programm zur Gewichtsabnahme bestand aus vier einstündigen Terminen und richtete sich an Betroffene mit einem BMI höher als 25kg/m². Das Ziel: Patienten und Patientinnen sollten 5 Prozent ihres Körpergewichts abnehmen und danach das Gewicht halten, um die Belastung des Gelenks zu senken.
  • Schmerzmittel: Die Verschreibung erfolgte nur bei Bedarf, um schmerzfrei am Bewegungsprogramm teilnehmen zu können.

Das konservative Therapieprogramm wurde zwölf Wochen angewendet. Der Beobachtungszeitraum der Studie belief sich auf insgesamt zwölf Monate.

Nutzen des Konservativen Therapieprogramms Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

In der Studie wurde der Nutzen des konservativen Therapieprogramms für Arthrose-Patienten und -Patientinnen gemessen. Dazu bewerteten sie selbst ihren Gesundheitszustand und die Behandlungserfolge. Auf speziellen Fragebögen hielten sie dazu u. a. ihren Fortschritt im Hinblick auf Schmerzen, Funktionalität und Lebensqualität fest. Vor dem Beginn der Behandlungsmaßnahme bewerteten die Studienteilnehmer ihren Gesundheitszustand im Durchschnitt mit einem Wert von 50 auf einer Skala von 0 bis 100. Die Angabe von höheren Werten bedeutet einen verbesserten Gesundheitszustand.

Das Ergebnis nach zwölf Monaten: 

  • Patienten und Patientinnen hatten einen Nutzen durch die Teilnahme an dem konservativen Therapieprogramm. Sie gaben mit 70 von 100 einen um zwanzig Punkte besseren Wert an als beim Beginn des Behandlungsprogramms. Sie bewerteten ihren Gesundheitszustand damit zehn Punkte besser als jene Gruppe, die nur Informationsbroschüren erhalten hatte (Aufklärung). Diese hatte lediglich eine Verbesserung um zehn Punkte auf 60 von 100 angegeben.
  • Personen mit einem erhöhtem Body Mass Index (BMI) verringerten ihr Gewicht durchschnittlich um etwa 3% (2,5 kg). Damit bestand kein Unterschied im Vergleich zu jener Gruppe, die nur Informationsbroschüren erhalten hatte.
  • Der Anteil an Patienten und Patientinnen, die regelmäßig Schmerzmittel einnahmen, verringerte sich über den Zeitraum von zwölf Monaten um etwa 20 Personen: von etwa 60 von 100 auf etwa 40 von 100 Personen. Zum Vergleich: Bei der Behandlungsoption "Aufklärung" veränderte sich der Anteil der Personen, die regelmäßig Schmerzmittel einnahmen, nicht. 

 

Der Anteil an Patienten und Patientinnen, die regelmäßig Schmerzmittel einnahmen, verringerte sich über zwölf Monate um etwa 20 Personen:

  • 40
  • 20
  • 40

40 Patienten haben keinen Nutzen, da sie auch vorher keine Medikamente einnahmen.

20 Patienten haben einen Nutzen, da sie nun keine Medikamente mehr einnehmen.

40 Patienten haben keinen Nutzen, da sie weiterhin Medikamente einnehmen.

Schaden im Zusammenhang mit dem Konservativen Programm Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

In den Studien traten die typischen Beschwerden einer Kniearthrose wie Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit auf und / oder verstärkten sich. 
Auch durch den Gebrauch und die Ausführung der einzelnen Programmteile kam es zu unerwünschten Ereignissen. Dazu zählten unter anderen:

  • Nebenwirkungen von Schmerzmedikamenten
  • Nebenwirkungen durch Gewichtsreduktion 
  • verstärkte Schmerzen 
  • Verletzungen oder Überbelastungen durch das Bewegungsprogramm  

Hatten sich die Beschwerden in dem Beobachtungszeitraum verstärkt, entschieden sich manche Patienten für andere Behandlungsmethoden, z. B. invasive Verfahren wie Injektionen ins Knie, Kniespiegelungen oder Kniegelenkersatz. Dabei konnten Komplikationen der Operation (z. B. Infektionen oder Gefäßverschlüsse) und in der Folge Schmerzen, Schwellungen und instabile Gelenke auftreten.

Weitere Aspekte Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Zusätzlich zum konservativen Therapieprogramm nutzten die Patientinnen und Patienten neben den invasiven Verfahren auch konservative Behandlungen wie Physiotherapie, physikalischen Maßnahmen, Akupunktur, Einlagen oder Medikamente.

Mehr zu den anderen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie in

  • Option 1 „Aufklärung“ und
  • Option 3 „Kniegelenkersatz“.
Quellen Informationen zu Studien

Im Folgenden finden Sie Informationen zur Behandlungsmethode "Kniegelenkersatz" mit einer Kurzbeschreibung, Nutzen, Schaden und weiteren Aspekten.

Die Daten sind zwei randomisiert-kontrollierten Studien (RCT) aus Dänemark mit jeweils 100 Patienten und Patientinnen entnommen. Diese Zahlen sind keine endgültige Bewertung, sondern basieren auf der besten derzeit verfügbaren Evidenz.

An wen richten sich diese Informationen?

Kniegelenkersatz

Was passiert bei einer Kniegelenkersatz-Operation? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Eine Form des Kniegelenkersatzes ist die totale Endoprothese. Dabei wird das echte Kniegelenk entfernt und Bestandteile wie Gelenkkopf und -pfanne werden durch künstliche Materialien ersetzt. 

Wie wird ein künstliches Kniegelenk im Knochen verankert? Welche Operationsverfahren werden eingesetzt? Wie viel Zeit sollten Betroffene einplanen?

Kniegelenkersatz - Prothesenmodelle Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Hemischlittenprothese, totale Knie-Endoprothese, achsgeführte Knieprothese: Welchen Arten des Gelenkersatzes es gibt, sehen Sie in diesem Video:

Video als Text

Kurzbeschreibung der Studie Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Beim Kniegelenkersatz wurde den Studienteilnehmern operativ ein künstliches Kniegelenk eingesetzt (totale Knie-Endoprothese). Im Anschluss erhielten sie ein zwölfwöchiges konservatives Therapieprogramm. Es bestand aus fünf Komponenten: Schulung, Bewegungsprogramm, Einlegesohlen sowie bei Bedarf Schmerzmittel und Gewichtsabnahme.

Nutzen des Kniegelenkersatzes Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Arthrose-Patienten und -Patientinnen wurde ein künstliches Kniegelenk eingesetzt. Nach zwölf Monaten wurde der Nutzen dieser Behandlung durch die Betroffenen bewertet. Auf speziellen Fragebögen hielten sie dazu u. a. ihren Fortschritt im Hinblick auf Schmerzen, Funktionalität und Lebensqualität fest. Vor dem Beginn der Behandlungsmaßnahme schätzten die Studienteilnehmer ihren Gesundheitszustand im Durchschnitt mit einem Wert von 50 auf einer Skala von 0 bis 100 ein. Die Angabe von höheren Werten bedeutet einen verbesserten Gesundheitszustand.

Das Ergebnis nach zwölf Monaten:

  • Patienten und Patientinnen hatten einen Nutzen durch den Kniegelenkersatz. Mit 86 von 100 gaben sie einen um 36 Punkte verbesserten Wert an als zum Beginn der Behandlung. Sie bewerteten ihren Gesundheitszustand 26 Punkte besser als die Gruppe mit der "Aufklärung" und 16 Punkte besser als die Gruppe mit dem "konservativen Therapieprogramm".
  • Patienten und Patientinnen mit erhöhtem BMI (>25 kg/m²) haben durchschnittlich kein Gewicht verloren – anders als die Studienteilnehmer der anderen Behandlungsmöglichkeiten.
  • Der Anteil an Patienten und Patientinnen, die regelmäßig Schmerzmittel einnahmen, verringerte sich über die zwölf Monate um 41 Personen: Von 67 von 100 auf 26 von 100 Personen. Zum Vergleich: Beim "konservativen Therapieprogramm" verringerte sich der Anteil an Personen, die regelmäßig Schmerzmittel einnahmen um 20, während bei der "Aufklärung" keine Veränderung auftrat.

Der Anteil an Patienten und Patientinnen, die regelmäßig Schmerzmittel einnahmen, verringerte sich über die zwölf Monate um etwa 41 Personen:

  • 33
  • 41
  • 26

33 Patienten haben keinen Nutzen, da sie auch vorher keine Medikamente einnahmen.

41 Patienten haben einen Nutzen, da sie nun keine Medikamente mehr einnehmen.

26 Patienten haben keinen Nutzen, da sie weiterhin Medikamente einnehmen.

Schaden im Zusammenhang mit einem Kniegelenkersatz Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Nach der Operation traten neben den üblichen Operationsfolgen wie Schmerzen und Schwellungen auch schwere Komplikationen am operierten Knie auf. Das betraf 16 von 100 Patienten und Patientinnen nach der Operation. Zu den Operationsfolgen gehörten u. a.:

  • Gefäßverschluss
  • tiefe Infektion
  • Gelenksteifigkeit, die einer Mobilisierung bedurfte

Nach der Operation wurde ein konservatives Therapieprogramm eingesetzt. Durch einzelnen Bestandteile dieser Behandlung konnten unerwünschte Ereignisse auftreten. Darunter:

  • Nebenwirkungen von Schmerzmedikamenten
  • Nebenwirkungen durch Gewichtsreduktion 
  • verstärkte Schmerzen 
  • Verletzungen oder Überbelastungen durch das Bewegungsprogramm  

Weitere Aspekte Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Haltbarkeit des künstlichen Kniegelenks
Nach zehn Jahren waren bei den Studienteilnehmern noch 95%, nach 15 Jahren noch 91% und nach 20 Jahren noch 87% der Prothesen im Knie.

Für die Haltbarkeit eines künstlichen Kniegelenks spielen Geschlecht und Alter eine Rolle: Männer haben ein höheres Risiko für einen Wechseleingriff. Je früher ein künstliches Kniegelenk eingesetzt wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine Wechseloperation notwendig wird.

  • Männer: Bei 35 von 100 Patienten, die die Prothese im Alter von 50 bis 54 Jahren erhielten, wurde im Laufe ihres Lebens eine Wechseloperation notwendig. Bei Männern in einem Alter von über 70 Jahren bei der ersten Kniegelenkersatz-Operation hatten nur etwa 5 von 100 eine Wechseloperation.
  • Frauen: Bei 20 von 100 Patientinnen, die im Alter von Anfang 50 einen Kniegelenkersatz erhielten, wurde später eine Wechseloperation notwendig. Bei Frauen über 70 Jahre sank die Notwendigkeit auf 5 von 100. 

Mehr zu den anderen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie in

  • Option 1 „Aufklärung“ und
  • Option 2 „Konservatives Therapieprogramm“.

Wie kann ich die Behandlungsmöglichkeiten vergleichen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Im Bereich "Meine Möglichkeiten" haben Sie ausführliche Informationen zu Hintergrund, Nutzen und Schaden von drei Behandlungsmöglichkeiten bei Kniearthrose erhalten:

1.    Aufklärung (Informationsmaterial und Beratung)
2.    vielfältiges konservatives Therapieprogramm
3.    Kniegelenkersatz kombiniert mit konservativem Therapieprogramm 

Lesen Sie nun weiter in Schritt 4: Zusammenfassung. Hier werden die drei Behandlungsmethoden kurz und übersichtlich gegenüber gestellt.

Quellen