Berlin, 10. November 2020 - PCR-, Antikörper und Antigen-Test: Sie alle haben das Ziel, eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus zu erkennen. Während beim Antikörper-Test die Immunreaktion des Körpers untersucht wird, wird bei den anderen Tests der Erreger direkt nachgewiesen. Wie unterscheiden sich die verschiedenen Tests noch?

PCR-Test: Sind bestimmte Erbgutmoleküle enthalten? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Der PCR-Test (Abkürzung für engl. polymerase chain reaction test) nutzt die Polymerase Kettenreaktion zur Untersuchung von Erbgut z. B. auf bestimmte Erbkrankheiten oder auch zur Diagnose von Infektionskrankheiten. Dabei wird das Erbgut - die doppelsträngige DNA (Desoxyribonukleinsäure), bei manchen Viren auch einzelsträngige RNA (Ribonukleinsäure) – welches in der beim Patienten entnommenen Probe in geringen Mengen enthalten ist, im Labor vervielfältigt. Die Erbgut-Moleküle können durch spezielle Farbstoffe angefärbt und so sichtbar gemacht werden. Damit erkennt man, ob die gesuchten Gensequenzen in der Probe enthalten waren. Gleichzeitig kann man auch die Menge dieser Erbsubstanz bestimmen. 

Konkret: Ein PCR-Test auf das Coronavirus SARS-CoV-2 ist ein direkter Nachweis der viralen RNA. Hierfür wird ein Abstrich aus Mund-, Nasen- oder Rachenraum gemacht, der dann im Labor auf die Erbsubstanz des Virus hin geprüft wird. Das Testergebnis ist normalerweise nach 24 bis 48 Stunden verfügbar.

Antigen-Test: Sind spezielle Eiweiße des Erregers enthalten? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Auch der Antigen-Test, der häufig auch als Schnelltest bezeichnet wird, ist ein direkter Erregernachweis. Allerdings sucht der Test nicht nach der Erbinformation, sondern nach speziellen Eiweißen des Erregers (sog. Antigene). Im Grunde kann er mit der Funktionsweise eines Schwangerschaftstests verglichen werden. Es gibt zwei Anzeige-Fenster, eines für die Funktionstüchtigkeit und eines für das Ergebnis Ist in der Probe das Virus-Antigen vorhanden, so verbindet es sich mit dem in dem Test befindlichen Antikörper. Es erscheint dann ein farbiger Strich im zweiten Kontrollfenster. 

Konkret: Für den Antigen-Test auf das neue Coronavirus wird wie beim PCR-Test ein Abstrich aus dem Mund-, oder Rachenraum genommen. Dieser wird auf den Test aufgebracht. Zeigen sich beide farbigen Striche ist das Ergebnis positiv. Die Corona-Antikörper im Test haben auf das vorhandene Virus in der Probe reagiert. Das Ergebnis ist nach wenigen Minuten ablesbar. Der Test muss zwar von geschultem Personal aber nicht zwangsläufig im Labor durchgeführt werden.

Antikörper-Test: Gibt es Antikörper gegen den Erreger? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Der Antikörper-Test hingegen ist ein indirekter Erregernachweis, da nicht das Virus selbst, sondern die entsprechende Immunantwort des Körpers festgestellt wird. Hierfür wird eine Blutprobe entnommen und auf eine Testunterlage gegeben. Diese trägt auch spezielle Eiweiße des nachzuweisenden Erregers. Sind im Blut Antikörper enthalten, verbinden diese sich mit den Viruspartikeln. Durch einen farbigen Marker können die Antikörper nun sichtbar gemacht werden: Antikörper erscheinen gelb.

Konkret: Es wird eine Blutprobe entnommen und an ein Labor zur Auswertung geschickt. Die Probe wird auf die Testplatte mit SARS-CoV-2 Erregermolekülen gegeben und angefärbt. Bei einem gelben Ergebnis sind Antikörper gegen das neuartige Coronavirus vorhanden. Bis zum Ergebnis dauert es wenige Tage. Allerdings zeigt das Ergebnis die Infektion dann bestenfalls rückblickend an. Zu früh eingesetzt, kann die Immunantwort noch zu gering sein. Der Test kann keine Früherkennung der Corona-Infektion leisten und sagt auch nichts darüber aus wie ansteckend der Betreffende noch ist. Zudem sagt er nichts über den Immunstatus aus. Daher werden diese Tests auch derzeit nur zu Forschungszwecken empfohlen.
 

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