Schlaganfall-Prävention

Warum ist das Schlaganfall-Risiko bei Vorhofflimmern erhöht? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Als Folge der flimmernden Vorhöfe fließt das Blut viel langsamer als normalerweise und gerinnt leichter. Dadurch können sich Blutgerinnsel in den Herzvorhöfen bilden. Lösen sich Stücke davon ab, können sie in die Herzkammer und von dort in den Körper gelangen und Blutgefäße verstopfen. Wenn ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß im Gehirn verstopft, dann kann ein Schlaganfall entstehen. Dabei wird Hirngewebe geschädigt. Bei Patienten und Patientinnen mit Vorhofflimmern ist die Gefahr eines Schlaganfalls erhöht. Seltener können verschleppte Blutgerinnsel auch Durchblutungsstörungen in den Armen, in den Beinen, in der Niere oder im Darm verursachen. 

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Wie hoch ist mein persönliches Schlaganfallrisiko? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Das Risiko eines Schlaganfalls ist bei Menschen mit Vorhofflimmern unterschiedlich. Es hängt davon ab, ob bei Ihnen bereits andere Faktoren oder Einflüsse vorliegen, die einen Schlaganfall begünstigen können.

Um die Gefahr für einen Schlaganfall bei Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern abzuschätzen, nutzt man ein spezielles Punktesystem ‒ einen Schlaganfall-Risiko-Score (CHA2DS2-VASc-Score). Dabei werden acht Risikofaktoren abgefragt, die die Gefahr für einen Schlaganfall erhöhen können. 

Der Rechner zeigt, wie hoch das Risiko für einen Schlaganfall innerhalb eines Jahres ist. Er informiert Sie auch, ob eine Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten (Antikoagulanzien) zu erwägen ist. 

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Innerhalb eines Jahres werden 2 von 1.000 Menschen mit diesem Punktwert einen Schlaganfall bekommen. 

  • Patienten und Patientinnen mit dem Punktwert 0 wird eher keine gerinnungshemmende Behandlung angeraten.
  • Mit einem Punktwert von 1 könnten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin abwägen, ob eine Behandlung mit einem Gerinnungshemmer begonnen wird.
  • Ab einem Punktwert von 2 ist eine Behandlung unter Berücksichtigung Ihres Blutungsrisikos angezeigt.
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Innerhalb eines Jahres werden 6 von 1.000 Menschen mit diesem Punktwert einen Schlaganfall bekommen. 

  • Patienten und Patientinnen mit dem Punktwert 0 wird eher keine gerinnungshemmende Behandlung angeraten.
  • Mit einem Punktwert von 1 könnten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin abwägen, ob eine Behandlung mit einem Gerinnungshemmer begonnen wird.
  • Ab einem Punktwert von 2 ist eine Behandlung unter Berücksichtigung Ihres Blutungsrisikos angezeigt.
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Innerhalb eines Jahres werden 25 von 1.000 Menschen mit diesem Punktwert einen Schlaganfall bekommen. 

  • Patienten und Patientinnen mit dem Punktwert 0 wird eher keine gerinnungshemmende Behandlung angeraten.
  • Mit einem Punktwert von 1 könnten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin abwägen, ob eine Behandlung mit einem Gerinnungshemmer begonnen wird.
  • Ab einem Punktwert von 2 ist eine Behandlung unter Berücksichtigung Ihres Blutungsrisikos angezeigt.
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Innerhalb eines Jahres werden 37 von 1.000 Menschen mit diesem Punktwert einen Schlaganfall bekommen. 

  • Patienten und Patientinnen mit dem Punktwert 0 wird eher keine gerinnungshemmende Behandlung angeraten.
  • Mit einem Punktwert von 1 könnten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin abwägen, ob eine Behandlung mit einem Gerinnungshemmer begonnen wird.
  • Ab einem Punktwert von 2 ist eine Behandlung unter Berücksichtigung Ihres Blutungsrisikos angezeigt.
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Innerhalb eines Jahres werden 55 von 1.000 Menschen mit diesem Punktwert einen Schlaganfall bekommen. 

  • Patienten und Patientinnen mit dem Punktwert 0 wird eher keine gerinnungshemmende Behandlung angeraten.
  • Mit einem Punktwert von 1 könnten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin abwägen, ob eine Behandlung mit einem Gerinnungshemmer begonnen wird.
  • Ab einem Punktwert von 2 ist eine Behandlung unter Berücksichtigung Ihres Blutungsrisikos angezeigt.
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Innerhalb eines Jahres werden 84 von 1.000 Menschen mit diesem Punktwert einen Schlaganfall bekommen. 

  • Patienten und Patientinnen mit dem Punktwert 0 wird eher keine gerinnungshemmende Behandlung angeraten.
  • Mit einem Punktwert von 1 könnten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin abwägen, ob eine Behandlung mit einem Gerinnungshemmer begonnen wird.
  • Ab einem Punktwert von 2 ist eine Behandlung unter Berücksichtigung Ihres Blutungsrisikos angezeigt.
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Innerhalb eines Jahres werden 114 von 1.000 Menschen mit diesem Punktwert einen Schlaganfall bekommen. 

  • Patienten und Patientinnen mit dem Punktwert 0 wird eher keine gerinnungshemmende Behandlung angeraten.
  • Mit einem Punktwert von 1 könnten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin abwägen, ob eine Behandlung mit einem Gerinnungshemmer begonnen wird.
  • Ab einem Punktwert von 2 ist eine Behandlung unter Berücksichtigung Ihres Blutungsrisikos angezeigt.
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Innerhalb eines Jahres werden 131 von 1.000 Menschen mit diesem Punktwert einen Schlaganfall bekommen. 

  • Patienten und Patientinnen mit dem Punktwert 0 wird eher keine gerinnungshemmende Behandlung angeraten.
  • Mit einem Punktwert von 1 könnten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin abwägen, ob eine Behandlung mit einem Gerinnungshemmer begonnen wird.
  • Ab einem Punktwert von 2 ist eine Behandlung unter Berücksichtigung Ihres Blutungsrisikos angezeigt.
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Innerhalb eines Jahres werden 126 von 1.000 Menschen mit diesem Punktwert einen Schlaganfall bekommen. 

  • Patienten und Patientinnen mit dem Punktwert 0 wird eher keine gerinnungshemmende Behandlung angeraten.
  • Mit einem Punktwert von 1 könnten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin abwägen, ob eine Behandlung mit einem Gerinnungshemmer begonnen wird.
  • Ab einem Punktwert von 2 ist eine Behandlung unter Berücksichtigung Ihres Blutungsrisikos angezeigt.
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Innerhalb eines Jahres werden 144 von 1.000 Menschen mit diesem Punktwert einen Schlaganfall bekommen. 

  • Patienten und Patientinnen mit dem Punktwert 0 wird eher keine gerinnungshemmende Behandlung angeraten.
  • Mit einem Punktwert von 1 könnten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin abwägen, ob eine Behandlung mit einem Gerinnungshemmer begonnen wird.
  • Ab einem Punktwert von 2 ist eine Behandlung unter Berücksichtigung Ihres Blutungsrisikos angezeigt.

Besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Bei der Entscheidung für eine mögliche Behandlung zur Schlaganfall-Vorbeugung ist auch Ihr Blutungsrisiko wichtig. Sie können dieses, genau wie das Schlaganfall-Risiko, gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abschätzen. 

Wie kann ich einem Schlaganfall vorbeugen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Zur Vorbeugung eines Schlaganfalls bei Vorhofflimmern werden Medikamente eingesetzt, die die Blutgerinnung hemmen. Diese Medikamente heißen Antikoagulanzien. Unter den verschiedenen Antikoagulanzien sind für die Schlaganfall-Prävention zwei Untergruppen relevant: Vitamin-K-Gegenspieler oder direkte orale Antikoagulanzien (DOAK). Sie können als Tablette eingenommen werden.

Sie verhindern, dass in den Blutgefäßen Gerinnsel entstehen und wirken so einem Schlaganfall entgegen. Gleichzeitig können diese Medikamente als Nebenwirkung schwere Blutungen verursachen. Deshalb wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihr persönliches Blutungsrisiko erfassen und mit Ihnen gemeinsam den Nutzen und die Nebenwirkungen einer solchen Therapie gegeneinander abwägen.

Neben diesen beiden Antikoagulanzien gibt es eine weitere Wirkstoffgruppe, die Einfluss auf die Gerinnung hat: Plättchenhemmer (Thrombozytenaggregationshemmer), z. B. Acetylsalicylsäure (ASS). Plättchenhemmer werden wegen nicht ausreichender Wirkung bei Vorhofflimmern heutzutage nicht mehr zur Schlaganfallprävention eingesetzt.     

Der Verschluss des linken Vorhofohres des Herzens kann für eine bestimmte Patientengruppe, die ein erhöhtes Blutungsrisiko hat, als weiteres Therapieverfahren zur Vorbeugung gegen einen Schlaganfall infrage kommen. Laut den Empfehlungen der kardiologischen Fachgesellschaften wird der Verschluss des Vorhofohrs aber nicht als Alternative zur Therapie mit Antikoagulanzien bewertet. Denn die verfügbaren wissenschaftlichen Studien sind nur begrenzt aussagekräftig. 

Welche Medikamente kommen infrage? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Bei den gerinnungshemmenden Medikamenten, die als Tabletten eingenommen werden (orale Antikoagulanzien), gibt es zwei unterschiedliche Medikamentengruppen: Vitamin-K-Gegenspieler (auch Vitamin-K-Antagonisten) und direkte orale Antikoagulanzien (DOAK)

  • Vitamin K ist wichtig, um in der Leber bestimmte Stoffe für die Blutgerinnung zu bilden. Vitamin-K-Gegenspieler hemmen die Wirkung von Vitamin K. Die Wirkung setzt erst mit einigen Tagen Verzögerung ein, weil noch vorhandene Gerinnungsstoffe erst „verbraucht“ werden. Auch das Abklingen der Wirkung von Vitamin-K-Gegenspielern dauert einige Tage. Sollte allerdings ein Notfall (wie ein Unfall oder eine dringliche Operation) eintreten, kann die Wirkung der Vitamin-K-Gegenspieler durch ein Gegenmittel (Vitamin-K) aufgehoben werden.

    Vitamin-K-Gegenspieler wirken bei jedem Patienten unterschiedlich stark. Daher muss die Wirkung mithilfe von Blutgerinnungstests (INR) bei jedem einzelnen Patienten und jeder Patientin überprüft werden. Bei Vorhofflimmern wird zur Vorbeugung von Schlaganfällen ein INR-Wert zwischen 2.0 – 3.0 angestrebt. Liegen die Werte nicht in diesem angestrebten Bereich, muss die Dosis der Medikamente angepasst werden. 

    Der bekannteste Vitamin-K-Gegenspieler ist in Deutschland das Phenprocoumon.

  • Direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) wirken im Gegensatz zu Vitamin-K-Gegenspielern direkt an einzelnen Gerinnungsstoffen. Medikamente aus der Gruppe der DOAK sind Apixaban (Eliquis®), Dabigatran (Pradaxa®), Rivaroxaban (Xarelto®) und Edoxaban (Lixiana®). 
    Die DOAK werden ebenfalls als Tabletten eingenommen, und zwar immer in der gleichen Menge. Bei der Einnahme von DOAK muss man die Gerinnung nicht regelmäßig mit einem Gerinnungstest überprüfen. Während der Therapie wird der Arzt aber auf die Nierenfunktion achten und diese in bestimmten Abständen anhand von Blutwerten prüfen.

Welchen Nutzen und Schaden haben diese Medikamente? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die europäischen Behandlungsleitlinien bewerten sowohl die neuere Medikamentengruppe DOAK als auch Vitamin-K-Gegenspieler als wirksame Antikoagulanzien zur Schlaganfall-Prävention bei Vorhofflimmern. Beide Medikamentengruppen senken die Gefahr für Schlaganfälle, die durch Blutgerinnsel ausgelöst werden (embolische Schlaganfälle). Sie können aber gleichzeitig als Nebenwirkung schwere Blutungen, z.B. im Magen-Darm-Trakt, verursachen, die eine Krankenhausbehandlung oder Bluttransfusion nötig machen.

Die Leitlinien-Empfehlung stützt sich auf wissenschaftliche Studien, die einzelne DOAK-Präparate mit einem Vitamin-K-Gegenspieler verglichen haben. Dabei wurde untersucht, ob die DOAK als mindestens gleichwertige Alternative zu den Vitamin-K-Gegenspielern gelten können oder sogar zu einem größeren Nutzen (z.B. weniger Schlaganfälle) oder weniger Schaden (z.B. Blutungen) führen können. 

Für welche Medikamentengruppe sich Patientinnen und Patienten entscheiden, hängt nicht nur vom Nutzen und Schaden ab. Auch andere Einflüsse auf das tägliche Leben wie z.B. regelmäßige Gerinnungskontrollen oder das Vorhandensein von Gegenmitteln für Notfälle sind bedeutsam. Faktoren wie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die Sie möglicherweise einnehmen, und Ihr Gesundheitszustand (vor allem die Nierenfunktion und das Risiko für Magen-Darm-Blutungen) spielen ebenfalls eine Rolle. Diese Faktoren sind auch für die Höhe der Dosierung der Medikamente zur Schlaganfall-Vorbeugung wichtig.

Untersuchte Patientengruppe

Die Studienergebnisse im Einzelnen 

Die folgenden Ergebnisse stammen aus den Zulassungsstudien zu den vier DOAKs Apixaban (Eliquis®), Dabigatran (Pradaxa®), Rivaroxaban (Xarelto®) und Edoxaban (Lixiana®).  Die Studien untersuchten sowohl für die Medikamentengruppe DOAK als auch für die Vitamin-K-Gegenspieler den Nutzen und Schaden, unter anderen in Bezug auf die folgenden wichtigen Aspekte: 

  • Auftreten von Schlaganfällen
  • Tod
  • Lebensqualität
  • schwere Blutungen (z.B. im Magen-Darm-Trakt, die eine Bluttransfusion oder eine Krankenhausbehandlung nötig machen) 

Der grundsätzliche Nutzen einer blutverdünnenden Behandlung zur Vorbeugung eines Schlaganfalls konnte in einer systematischen Übersichtsarbeit gezeigt werden. So konnte durch eine gut dosierte Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten unter anderem bei etwa 25 von 1.000 Vorhofflimmern-Betroffenen im Zeitraum von 12 Monaten ein Schlaganfall verhindert werden. Schlaganfälle traten innerhalb eines Jahres bei etwa 15 von 1.000 Vorhofflimmern-Betroffenen auf. Ohne blutverdünnende Behandlung kam es bei etwa 40 von 1.000 Betroffenen zu einem Schlaganfall. 

Auch Todesfällen konnte durch die Einnahme vorgebeugt werden. Innerhalb eines Jahres verstarben insgesamt dennoch etwa 40 von 1.000 Betroffenen mit einer blutverdünnenden Behandlung - nicht nur an Schlaganfall, sondern an allen denkbaren Todesursachen. 

Die Ergebnisse der Zulassungsstudien bestätigen die Wirksamkeit sowohl für Vitamin-K-Antagonisten als auch die DOAKs. Die Ergebnisse im Einzelnen können Sie durch Klick auf die jeweiligen Medikamente einsehen:

  • Schlaganfall  
    Mit der Einnahme von Dabigatran 150mg traten innerhalb eines Jahres weniger Schlaganfälle auf als mit dem Vitamin-K-Gegenspieler: bei 10 von 1.000 im Vergleich zu 16 von 1.000 Menschen.

    Tod (alle Todesursachen)
    Es verstarben innerhalb eines Jahres sowohl mit Dabigatran 150mg als auch Vitamin-K-Gegenspieler etwa 40 von 1.000 Menschen.

    Lebensqualität 
    Patienten und Patientinnen, die Dabigatran oder den Vitamin-K-Gegenspieler einnahmen und bei denen kein Schlaganfall und keine Blutung aufgetreten ist, bewerteten ihre Lebensqualität über ein Jahr hinweg als gleichbleibend.

    Schwere Blutungen 
    Innerhalb eines Jahres traten unabhängig von dem Medikament schwere Blutungen bei 31 – 34 von 1.000 Menschen auf.

  • Schlaganfall
    Innerhalb eines Jahres hatten 14 – 16 von 1.000 Menschen einen Schlaganfall – mit beiden Medikamenten (Dabigatran und Vitamin-K-Gegenspieler).

    Tod (alle Todesursachen)
    Es verstarben innerhalb eines Jahres sowohl mit Dabigatran 110mg als auch Vitamin-K-Gegenspieler 40 von 1.000 Menschen.

    Lebensqualität 
    Patienten und Patientinnen, die Dabigatran oder den Vitamin-K-Gegenspieler einnahmen und bei denen kein Schlaganfall und keine Blutung aufgetreten war, bewerteten ihre Lebensqualität über ein Jahr hinweg als gleichbleibend.

    Schwere Blutungen
    Mit der Einnahme von Dabigatran 110mg traten innerhalb eines Jahres weniger schwere Blutungen auf als mit dem Vitamin-K-Gegenspieler: bei 27 von 1.000 im Vergleich zu 34 von 1.000 Menschen

  • Schlaganfall
    Mit der Einnahme von Apixaban traten innerhalb eines Jahres weniger Schlaganfälle auf als mit dem Vitamin-K-Gegenspieler: bei 12 von 1.000 im Vergleich zu 15 von 1.000 Menschen

    Tod (alle Todesursachen)
    Mit Apixaban verstarben innerhalb eines Jahres weniger Menschen mit Vorhofflimmern: 35 von 1.000 gegenüber 39 von 1.000 mit dem Vitamin-K-Gegenspieler. 

    Lebensqualität
    Es wurde nicht untersucht, ob sich die Einnahme des Medikaments auf die Lebensqualität auswirkt.

    Schwere Blutungen
    Mit der Einnahme von Apixaban traten innerhalb eines Jahres weniger schwere Blutungen auf als mit dem Vitamin-K-Gegenspieler: bei 21 von 1.000 im Vergleich zu 31 von 1.000 Menschen.
     

  • Schlaganfall
    Innerhalb eines Jahres hatten sowohl mit Edoxaban als auch Vitamin-K-Gegenspieler 15 – 19 von 1.000 Menschen einen Schlaganfall.

    Tod (alle Todesursachen)
    In beiden Gruppen (Edoxaban oder Vitamin-K-Gegenspieler) verstarben 40 – 44 von 1.000 Menschen innerhalb eines Jahres.

    Lebensqualität
    Es wurde nicht untersucht, ob sich die Einnahme des Medikaments auf die Lebensqualität auswirkt.

    Schwere Blutungen
    Mit der Einnahme von Edoxaban 60mg traten innerhalb eines Jahres weniger schwere Blutungen auf als mit dem Vitamin-K-Gegenspieler: bei 28 von 1.000 im Vergleich zu 34 von 1.000 Menschen.
     

  • Schlaganfall
    Innerhalb eines Jahres hatten sowohl mit Edoxaban als auch Vitamin-K-Gegenspieler 15 – 19 von 1.000 Menschen einen Schlaganfall.

    Tod (alle Todesursachen)
    Mit der Einnahme von Edoxaban 30mg verstarben innerhalb eines Jahres weniger Menschen mit Vorhofflimmern als mit der Einnahme von Vitamin-K-Gegenspieler: 38 von 1.000 gegenüber 44 von 1.000 Menschen mit Vorhofflimmern.

    Lebensqualität
    Es wurde nicht untersucht, ob sich die Einnahme des Medikaments auf die Lebensqualität auswirkt.

    Schwere Blutungen
    Mit der Einnahme von Edoxaban 30mg traten innerhalb eines Jahres weniger schwere Blutungen auf als mit Vitamin-K-Gegenspielern: bei 16 von 1.000 im Vergleich zu 34 von 1.000 Menschen.

  • Schlaganfall
    Mit der Einnahme von Rivaroxaban und dem Vitamin-K-Gegenspieler traten innerhalb eines Jahres vergleichbar viele Schlaganfälle auf: bei 16 – 20 von 1.000 Personen.

    Tod (alle Todesursachen)
    Mit beiden Medikamenten verstarben innerhalb eines Jahres 19 – 22 von 1.000 Menschen.

    Lebensqualität
    Es wurde nicht untersucht, ob sich die Einnahme des Medikaments auf die Lebensqualität auswirkt.

    Schwere Blutungen
    Mit der Einnahme von Rivaroxaban oder dem Vitamin-K-Gegenspieler traten innerhalb eines Jahres schwere Blutungen etwa gleich häufig auf: bei 34 – 36 von 1.000 Menschen.

Wie beeinflusst das Blutungsrisiko die Wahl der Behandlung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Bei Antikoagulanzien, die als Routinebehandlung zur Schlaganfall-Vorbeugung gelten, sind Blutungen die häufigste Nebenwirkung. Für das persönliche Blutungsrisiko sind neben der Medikamenteneinnahme noch andere Risikofaktoren wichtig, z.B. eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion, vorherige Blutungen oder hoher Alkoholkonsum. Mit der Anzahl der Risikofaktoren steigt auch das Blutungsrisiko. Die Risikofaktoren können über verschiedene Risikorechner bzw. im Gespräch mit Ihrem Behandler erfasst werden. Danach wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin mit Ihnen gemeinsam den Nutzen und Schaden einer Therapie abwägen.

Vorhofohr-Verschluss

Was ist ein Vorhofohr-Verschluss? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Darstellung des Herzens mit Vergrößerung des Vorhofohrs. Beim Klick öffnet sich die Grafik in vergrößerter Ansicht im Dialogfenster öffnen
Vorhofohr © Stiftung Gesundheitswissen

Das linke Vorhofohr besitzt ungefähr die Größe eines Daumens und hat eine enge Öffnung zum linken Herz-Vorhof. Die Mehrheit der Blutgerinnsel sind im linken Vorhofohr anzutreffen (ca. 90 Prozent), da sich beim Vorhofflimmern der linke Herzvorhof unzureichend zusammenzieht.

Um diese Gerinnsel abzufangen, wurden Implantate (spezielle Vorhofohr-Verschlusssysteme, Watchman®-Implantat) entwickelt. Der Eingriff erfolgt über einen dünnen Schlauch (Herzkatheter). Mithilfe des Katheters wird über eine Vene im Bereich der Leiste ein selbstentfaltendes Vorhofohr-Verschlusssystem (ein „Schirmchen“) in das linke Vorhofohr eingeführt und das Vorhofohr so verschlossen. 

Das Vorhofohr kann auch bei einer Operation am offenen Herzen verschlossen oder entfernt werden. Dies macht man allerdings nur bei Menschen, die aus anderen Gründen sowieso am Herzen operiert werden.

Wann kommt ein Vorhofohr-Verschluss als Therapie infrage? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Vorbeugung gegen Schlaganfälle mit oralen Antikoagulanzien, die als Routinebehandlung gelten, ist wegen erhöhter Blutungsgefahr nicht für alle Patientinnen und Patienten geeignet. Der Vorhofohr-Verschluss mit einem Implantat kann bei Patienten und Patientinnen erwogen werden, die ein deutlich erhöhtes Schlaganfall-Risiko haben und gerinnungshemmende Medikamente nicht einnehmen können. Dies betrifft zum Beispiel Patienten und Patientinnen, die ein erhöhtes Blutungsrisiko haben. Die Studienergebnisse zu dieser Methode können im Moment die Frage nach dem Verhältnis von Nutzen und Schaden noch nicht abschließend beantworten.

Auch die Fachgesellschaften sehen den Vorhofohrverschluss nicht als gleichwertige Präventionsmaßnahme. Sie weisen zusätzlich auf das Komplikationsrisiko der Implantate hin und geben zu bedenken, dass eine Behandlung mit Medikamenten zur Schlaganfall-Prävention bei den meisten Menschen mit Vorhofflimmern möglich ist.

Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt nicht ersetzen.