Studiencheck

Insomnie lässt sich auf verschiedene Weise behandeln. Eine Möglichkeit ist die internetbasierte kognitive Verhaltenstherapie (iKVT), bei der die Inhalte der persönlichen kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) durch ein interaktives Computerprogramm vermittelt werden. Solche Programme können die Anwenderinnen und Anwender selbstständig nutzen. Es gibt dabei keinen direkten persönlichen Austausch mit einem Therapeuten oder einer Therapeutin. Eine iKVT besteht aus verschiedenen Therapiebausteinen. Beispielsweise werden Schlaftipps (Maßnahmen zur Schlafhygiene) vermittelt und es werden Techniken und Verhaltensweisen, die den Schlaf verbessern können, erlernt und angewendet. 

Erfahren Sie hier, was Studien zur Wirksamkeit dieser Therapieform bei Insomnie ergeben haben.

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In einer systematischen Übersichtsarbeit wurden die Ergebnisse von elf randomisierten kontrollierten Studien (RCT) herangezogen. Untersucht wurden der Nutzen und Schaden einer internetbasierten kognitiven Verhaltenstherapie (iKVT) zur Behandlung von Insomnie.
Dafür wurden Erwachsene mit Insomnie zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt:

  • Die so genannte Behandlungsgruppe erhielt Zugang zu einer iKVT.
  • Die andere Gruppe bekam zunächst keinen Zugang zu einer iKVT (Kontrollgruppe).

Die iKVT dauerte je nach Studie zwischen fünf und neun Wochen. Die insomniespezifische iKVT umfasste alle Kernelemente einer kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). 
In der überwiegenden Mehrzahl der Studien wurden die Teilnehmenden der Kontrollgruppe auf Wartelisten gesetzt. Die Teilnehmenden bekamen also zunächst keine iKVT, sondern erst nach Ablauf der wissenschaftlichen Untersuchung. 
Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer dokumentierten ihren Schlaf in Schlaftagebüchern. Dabei hielten sie fest, wie viele Minuten sie zum Einschlafen benötigten, wie lange sie wach blieben, als sie nachts aufwachten, und wie lang die Schlafzeit wie auch die im Bett verbrachte Zeit insgesamt waren. Die Schlafeffizienz der Teilnehmenden wurde aus der Schlafzeit und der Gesamtzeit im Bett errechnet. 

Die Ergebnisse im Einzelnen Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Nutzen einer iKVT bei Insomnie

Nach Beendigung der Behandlung wurden die Ergebnisse der Schlaftagebücher aus beiden Gruppen verglichen. Sie beruhen auf sechs bis neun Studien, da nicht jede von ihnen alle Aspekte untersuchte.

  • Die Einschlafzeit war bei den Nutzerinnen und Nutzern der insomniespezifischen iKVT im Durchschnitt elf Minuten kürzer als bei den Teilnehmenden, die keine iKVT anwandten.
  • Die Wachzeit nach dem Einschlafen war bei den iKVT-Nutzerinnen und -Nutzern im Durchschnitt 20 Minuten kürzer als bei den Personen, die keine erhielten.
  • Die Gesamtschlafzeit dauerte bei Personen mit iKVT im Durchschnitt 20 Minuten länger als bei den Teilnehmenden, die keine absolvierten.
  • Die Schlafeffizienz war bei den Teilnehmenden mit iKVT besser als bei den Teilnehmenden, die dazu keinen Zugang hatten. 
  • Die Schlafqualität, die Gesamtzeit, die die Personen im Bett verbrachten, und die Anzahl der Wachphasen während des Schlafes unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen. Diese Erhebungen beruhen auf den Ergebnissen von vier bis sechs Studien.

Schaden einer iKVT bei Insomnie 

In der Übersichtsarbeit finden sich keine Angaben über Nebenwirkungen. Das schließt nicht aus, dass Nebenwirkungen auftreten können.

Langfristiger Nutzen der iKVT bei Insomnie

Ein Vergleich der Ergebnisse nach vier bis 48 Wochen ergab, dass die Schlafeffizienz in der iKVT-Gruppe im Durchschnitt besser war als in der Kontrollgruppe. Die Gesamtschlafzeit unterschied sich zwischen den Gruppen dagegen nicht. Andere Ergebnisse aus den Schlaftagebüchern wurden nicht untersucht.

Einschränkung der Ergebnisse Woher stammen die Informationen? Quellen