Diagnostik

Wie stellt der Arzt Insomnie fest? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Ihr erster Ansprechpartner bei Schlafproblemen ist Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt. Ein erster Schritt ist das Gespräch mit dem Arzt bzw. der Ärztin. Dabei werden Betroffene sehr genau dazu befragt, wie sich die Schlafstörungen bei ihnen äußern. 

Speziell zum Schlaf wird es in der Regel um folgende Punkte gehen:

Zum Schlafverhalten Zur Schlafsituation Zu schlafstörenden Verhaltensweisen

Warum schlechter Schlaf chronisch werden kann und wie man eine Insomnie dann feststellt, erklärt Prof. Dr. Dieter Riemann, Leiter der Abteilung Schlafforschung an der Universitätsklinik Freiburg, im Film: 

Video als Text

In der Regel kann der Arzt, die Ärztin mit Hilfe Ihrer Angaben zu Beschwerden und Schlafverhalten beurteilen, ob bei Ihnen Insomnie vorliegt oder nicht. Fragebögen oder ein Schlaftagebuch helfen dabei, die Angaben präzise und nachvollziehbar festzuhalten.

Eine körperliche Untersuchung kann ebenfalls hinzukommen, wenn der Verdacht besteht, dass die Insomnie körperliche Ursachen hat. 

Falls Ihre Ärztin, Ihr Arzt in Betracht zieht, dass Sie zum Beispiel unter einer schlafbezogenen Atemstörung (Schlafapnoe) leiden oder eine tiefergehende Abklärung der Insomnie notwendig erscheint, werden Sie an die Schlafmedizin oder ein Schlaflabor überwiesen. Dort kann die Schlafstörung im Rahmen einer sogenannten Polysomnographie genauer abgeklärt werden.

Was ist ein Schlaftagebuch? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

In einem Schlaftagebuch wird das Schlaf-Wach-Verhalten über einen längeren Zeitraum, meistens 14 Tage, detailliert erfasst. Dazu werden auf einem Fragebogen täglich immer die gleichen Fragen beantwortet.
Anhand der Angaben im Schlaftagebuch können Sie selbst und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt abschätzen, wie ausgeprägt die Schlafstörung ist. Außerdem können Hinweise auf mögliche Ursachen und Ansatzpunkte für eine Behandlung erkannt werden. 

Schlaftagebücher werden auch als Abend-Morgen-Protokolle bezeichnet, da sie abends vor dem Schlafen und morgens nach dem Aufstehen auszufüllen sind.

Schlaftagebuch als PDF

Was ist eine Polysomnographie? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Polysomnographie ist das Standarduntersuchungsverfahren, um während des Schlafs verschiedene Körperfunktionen zu messen und damit spezielle Schlafstörungen abzuklären. Durchgeführt wird diese aufwändige Untersuchung in sogenannten Schlaflaboren, wo Betroffene ein bis zwei Nächte angeschlossen an eine Vielzahl von Messgeräten schlafen müssen.

Im Einzelnen wird Folgendes erfasst:

  • Hirnstrombild im Schlaf (Elektroenzephalographie [EEG])
  • Augenbewegungen im Schlaf (Elektrookulographie [EOG])
  • Muskelspannung im Schlaf (Elektromyographie [EMG])
  • Herzrhythmus im Schlaf (Elektrokardiogramm [EKG])  
  • Sauerstoffgehalt des Blutes (Pulsoxymetrie)
  • Körpertemperatur
  • Atemfluss über Mund und Nase
  • Atembewegungen
  • Beinbewegungen
  • Schnarchgeräusche
  • Körperlage

Wie messen Apps den Schlaf? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Eine Vielzahl von Apps beansprucht, die Schlafqualität und Schlafdauer zu messen. Allerdings wird bisher keine dieser Apps diesem Versprechen gerecht. Weder ein Smartphone noch eine Smartwatch oder ein Fitnessarmband kann die dazu erforderlichen körperlichen Signale erfassen. Die Apps haben auch nicht die notwendigen Funktionen für eine angemessene Auswertung.

Die derzeit verfügbaren Apps verarbeiten per Smartphone, Smartwatch oder Fitnessarmband erfasste Körperbewegungen, also wie ruhig oder unruhig jemand im Bett liegt. Daraus versuchen die Programme dann die Einschlafzeit, die Schlafdauer und auch Phasen des Tiefschlafes und REM-Schlafes zu berechnen. Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass die mit den Apps erhobenen Daten und Auswertungen nicht mit denen einer Polysomnographie übereinstimmen. 

Einige Apps erfassen Geräusche. Damit lässt sich feststellen, ob man schnarcht oder im Schlaf redet. Aber auch hier haben Untersuchungen gezeigt, dass die Qualität der Ergebnisse sehr abhängig von dem Gerät und der verbauten Technik ist. Zudem ist die Übereinstimmung mit den Ergebnissen einer Polysomnographie ebenfalls nicht sehr hoch.

Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin nicht ersetzen. Interessenkonflikte