Patientenrechte Teil 1

Berlin, 20.12.2019 - Welche Rechte und Pflichten haben Patienten? In einer dreiteiligen Serie stellt die Stiftung Gesundheitswissen eine erste Auswahl wichtiger Patientenrechte vor. Die Serie entstand in Zusammenarbeit mit Dr. Rainer Hess. In Teil 1 erfahren Sie mehr zu den Themen freie Arztwahl, Facharzttermin und Patientenverfügung.

Patientenverfügung: Selbstbestimmung bei schwerer Erkrankung Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Mit einer Patientenverfügung legen Sie fest, welche ärztliche Behandlung Sie in einer bestimmten Situation wünschen – und welche nicht. Ihr Wille muss aber eindeutig erkennbar sein und die aktuelle Ursache der Behandlung (Unfall, akute Erkrankung, Sterbephase) möglichst berücksichtigen. Nur dann muss sich der Arzt daran halten. Deswegen sollten Sie eine Vertrauensperson mit einer Vorsorgevollmacht ausstatten, die Ihre Wünsche im Ernstfall vertritt und für Sie handelt. So vermeiden Sie die gerichtliche Bestellung eines Betreuers. Grundsätzlich ist es deswegen sinnvoll, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht zu kombinieren. Die Patientenverfügung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (§§ 1901a, b, 1904 BGB) verankert.

Haben Sie keine wirksame Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht und sind selbst nicht mehr entscheidungsfähig, entscheidet das sogenannte Betreuungsgericht über die Behandlung. Ein gerichtlich bestellter Betreuer ermittelt in diesem Fall den mutmaßlichen Willen des Betroffenen.

> Weitere Infos zum Thema Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

Wofür braucht man eine Patientenverfügung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

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Unabhängig von der Fachrichtung gilt: Sie können sich Ihren Arzt, Ihre Ärztin oder Ihr Krankenhaus frei aussuchen. Als sozialversicherter Patient gilt das allerdings grundsätzlich nur für die zur Teilnahme an diesem System zugelassenen Ärzte und Krankenhäuser. In der Regel erhalten Sie für die stationäre Behandlung zwei Empfehlungen, in welchem Krankenhaus Sie sich behandeln lassen können. Wählen Sie ein anderes, sollten Sie die Kostenübernahme mit Ihrer Krankenkasse vorher klären. Sonst tragen Sie das Risiko, etwaige Mehrkosten – wie zum Beispiel höhere Fahrtkosten – selbst tragen zu müssen. 

Vermittlung zu einem Haus- oder Facharzt Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Wer gesetzlich versichert ist und keinen Arzttermin bekommt, kann die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung über die Rufnummer 116117 in Anspruch nehmen. Ab 2020 sind sie rund um die Uhr erreichbar. Diese Stellen sind verpflichtet, innerhalb einer Woche einen Behandlungstermin zu vermitteln und Patienten auch bei der Suche nach einem Hausarzt zu unterstützen. Für die Vermittlung eines Facharzttermins benötigt man – mit Ausnahme von Terminen bei Augenärzten, Gynäkologen und Erstgesprächen bei einem psychotherapeutisch tätigen Arzt oder Psychotherapeuten – eine Überweisung. Auf den Behandlungstermin müssen Patienten maximal vier Wochen, für die psychotherapeutische Akutbehandlung maximal zwei Wochen warten. Sollten Sie keinen Termin innerhalb dieser vier bzw. zwei Wochen bekommen, muss die Terminservicestelle einen ambulanten Behandlungstermin in einem Krankenhaus anbieten. Ausnahmen sind Routineuntersuchungen oder eine Bagatellerkrankung. Zu den Terminservicestellen geht es hier

Mit der kostenlos herunterladbaren App 116117 können sich Patienten über Arzt- und Psychotherapeutenpraxen in ihrer Umgebung informieren und geöffnete, nahegelegene Bereitschaftspraxen für die dringende Versorgung auch außerhalb von Sprechstundenzeiten finden.

10 wichtige Patientenrechte Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Im zweiten Teil unserer Serie stellen wir Ihnen diese Themen vor: Ärztliche Aufklärung, Ablehnung einer Behandlung, Zweitmeinung und Kostenentscheidungen der Krankenkasse.

Teil 3 unserer Reihe zu Patientenrechten informiert über Behandlungsfehler, Einsicht in die Patientenakte und die Patientenquittung.

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