Patientenrechte Teil 1

Berlin, 09.03.2018 - Welche Rechte und Pflichten haben Patienten? In einer dreiteiligen Serie stellt die Stiftung Gesundheitswissen eine erste Auswahl wichtiger Patientenrechte vor. Die Serie entstand in Zusammenarbeit mit Dr. Rainer Hess. In Teil 1 erfahren Sie mehr zu den Themen freie Arztwahl, Facharzttermin und Patientenverfügung.

Unabhängig von der Fachrichtung gilt: Sie können sich Ihren Arzt, Ihre Ärztin oder Ihr Krankenhaus frei aussuchen. Als sozialversicherter Patient gilt das allerdings grundsätzlich nur für die zur Teilnahme an diesem System zugelassenen Ärzte und Krankenhäuser. In der Regel erhalten Sie für die stationäre Behandlung zwei Empfehlungen, in welchem Krankenhaus Sie sich behandeln lassen können. Wählen Sie ein anderes, sollten Sie die Kostenübernahme mit Ihrer Krankenkasse vorher klären. Sonst tragen Sie das Risiko, etwaige Mehrkosten – wie zum Beispiel höhere Fahrtkosten – selbst tragen zu müssen. 

Vermittlung zu einem Facharzt Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Wer gesetzlich versichert ist und keinen Facharzttermin bekommt, kann seit April 2017 die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung in Anspruch nehmen. Diese sind verpflichtet innerhalb einer Woche einen Behandlungstermin zu vermitteln. Auf diesen müssen Patienten maximal vier Wochen warten. Voraussetzung ist in den meisten Fällen: Die Versicherten haben eine Überweisung. Bei einem akuten Termin beim Psychotherapeuten braucht es die Empfehlung eines Therapeuten. Zu den Terminservicestellen geht es hier. Sollten Sie keinen Termin innerhalb dieser vier Wochen bekommen, muss die Terminservicestelle einen ambulanten Behandlungstermin in einem Krankenhaus anbieten (Ausnahme: Routineuntersuchung oder Bagatellerkrankung).

Patientenverfügung: Selbstbestimmung bei schwerer Erkrankung Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Eine schwere Erkrankung oder ein Unfall: In extremen Situationen können selbstbestimmte Entscheidungen unmöglich werden. Ein Mindestmaß an Selbstbestimmung können Sie jedoch im Vorfeld bewahren: mit einer Patientenverfügung! Darin legen Sie fest, welche ärztliche Behandlung Sie in einer bestimmten Situation wünschen – und welche nicht. Ihr Wille muss aber eindeutig erkennbar sein und die aktuelle Ursache der Behandlung (Unfall, akute Erkrankung, Sterbephase) möglichst berücksichtigen. Nur dann muss sich der Arzt daran halten. Deswegen sollten Sie eine Vertrauensperson mit einer Vorsorgevollmacht ausstatten, die Ihre Wünsche im Ernstfall vertritt und für Sie handelt. So vermeiden Sie die gerichtliche Bestellung eines Betreuers. Grundsätzlich ist es deswegen sinnvoll, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht zu kombinieren. Die Patientenverfügung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (§§ 1901a,b, 1904 BGB) verankert.

Haben Sie keine wirksame Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht und sind selbst nicht mehr entscheidungsfähig, entscheidet das sogenannte Betreuungsgericht über die Behandlung. Ein gerichtlich bestellter Betreuer ermittelt in diesem Fall den mutmaßlichen Willen des Betroffenen.

10 wichtige Patientenrechte Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Im zweiten Teil unserer Serie stellen wir Ihnen diese Themen vor: Ärztliche Aufklärung, Ablehnung einer Behandlung, Zweitmeinung und Kostenentscheidungen der Krankenkasse.

Teil 3 unserer Reihe zu Patientenrechten informiert über Behandlungsfehler, Einsicht in die Patientenakte und die Patientenquittung.

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