Wie erhält man einen Organspendeausweis? Unter welchen Voraussetzungen dürfen Ärzte Organe entnehmen? Und wer entscheidet, wenn der Wille des potenziellen Spenders unbekannt ist? 10 Fragen und Antworten zur Organspende. 

Berlin, 29.05.2020 - Die Bereitschaft zur Organspende wächst: Von Januar bis Ende April 2020 wurden 2,23 Millionen Organspendeausweise bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bestellt. Das sind 33 Prozent mehr als im Vorjahr (1,69 Millionen). Doch die Zahl der tatsächlichen Organspender war im vergangenen Jahr leicht rückläufig: Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation wurden 2019 von 932 Verstorbenen Organe entnommen, 2,4 Prozent weniger als 2018. Noch immer warten tausende Patientinnen und Patienten in Deutschland auf ein möglicherweise lebensrettendes Spenderorgan.  

Warum sind Organübertragungen so wichtig? Wie erkläre ich meine Bereitschaft zur Organspende? Wie bekommt man einen Organspendeausweis? Gibt es Altersgrenzen oder andere Beschränkungen? Kann ich meine Entscheidung rückgängig machen?

In anderen Ländern Europas, z. B. Frankreich, Italien, Polen, Österreich und Spanien, gilt hingegen die Widerspruchslösung. Demzufolge ist ein Mensch solange Organspender, bis er aktiv widerspricht. Tut er dies nicht, können Ärzte im Fall seines Todes Organe entnehmen. Bei Auslandsaufenthalten gelten übrigens die Regelungen des jeweiligen Landes, nicht die des Heimatlandes.

Unter welchen Voraussetzungen dürfen Ärzte Organe entnehmen? Wer entscheidet, wenn der Wille des potenziellen Spenders unbekannt ist? Wie finden Organ und Empfänger zueinander? Nach welchen Kriterien werden Organe vergeben? Welche Organe kann man zu Lebzeiten spenden?
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