Früherkennung

Was ist das Ziel von Früherkennungsuntersuchungen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Mit Früherkennungsuntersuchungen für Eierstockkrebs sollen bereits vorhandene bösartige Tumoren, die den Frauen noch keine Beschwerden bereiten, zu einem frühen Zeitpunkt festgestellt werden. Durch das Erkennen des Krebses im Frühstadium soll eine ebenfalls früh einsetzende Behandlung ermöglicht werden. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass mehr Frauen von Eierstockkrebs geheilt und vor dem Tod bewahrt werden können. Früherkennungsuntersuchungen werden auch Screening-Untersuchungen genannt.

 

Was passiert vor der Durchführung einer Früherkennung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Vor den frauenärztlichen Untersuchungen, die eventuell eine Früherkennungsuntersuchung umfassen, findet die sogenannte Anamnese statt. Äußert die Patientin Beschwerden, die möglicherweise auf Eierstockkrebs zurückzuführen sind, wird die Ärztin oder der Arzt weitere Untersuchungen vornehmen.

Wenn die Patientin schon Beschwerden hat, gelten diese Untersuchungen nicht mehr als Früherkennung.

Welche Untersuchungen können durchgeführt werden? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Zur Früherkennung von Eierstockkrebs können Ärztinnen und Ärzte u.a. zwei Methoden nutzen:

Eierstockkrebs-Früherkennung mittels Ultraschalluntersuchung

In Deutschland wird die Früherkennungsuntersuchung von Eierstockkrebs mittels Ultraschall durch die Scheide in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Der Grund dafür ist, dass die aktuelle Forschung keinen Nutzen dieser Früherkennungsmaßnahme aufzeigt. Frauenärzte und -ärztinnen bieten eine Ultraschalluntersuchung als sogenannte Individuelle Gesundheitsleistung, kurz IGeL, an. 

Wie funktioniert die Ultraschalluntersuchung? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Bei der Früherkennungsuntersuchung durch die Scheide (transvaginale Sonografie) führt die Frauenärztin oder der Frauenarzt eine stabförmige Ultraschallsonde in die Scheide der Patientin ein. Diese Sonde sendet Schallwellen aus und empfängt sie auch wieder. Der Unterschied zwischen gesendeten und empfangenen Wellen wird von einem Computer in ein Bild umgerechnet. Das so entstandene Bild der Eierstöcke können sich Arzt oder Ärztin und Patientin auf einem Bildschirm gemeinsam anschauen. Die Ärztin oder der Arzt kann am Bildschirm die Größe und das Volumen der Eierstöcke ausmessen sowie die Form und das umliegende Gewebe beurteilen. Dadurch ergeben sich Hinweise auf eine mögliche Krebserkrankung. Es hängt auch von der Erfahrung der Untersucherin, des Untersuchers ab, wie eindeutig der Verdacht auf Eierstockkrebs ist.

Bei einer Untersuchung mit Ultraschall kann mit Hilfe von Schallwellen das Körperinnere sichtbar gemacht werden. Wie das funktioniert, sehen Sie in diesem Film:

Video als Text

Was sagen die Ergebnisse einer Ultraschalluntersuchung aus? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Kaum ein Test in der Medizin kann 100-prozentig zwischen Gesunden und Erkrankten unterscheiden. Deswegen können positive bzw. negative Ultraschallergebnisse Verschiedenes bedeuten:

  • Ein positives Ultraschallergebnis ist richtig positiv, wenn Eierstockkrebs wirklich vorliegt.
  • Ein positives Ultraschallergebnis ist falsch positiv, wenn in Wirklichkeit kein Eierstockkrebs vorliegt.
  • Ein negatives Ultraschallergebnis ist richtig negativ, wenn kein Eierstockkrebs vorliegt.
  • Ein negatives Testergebnis ist falsch negativ, wenn trotz des negativen Ultraschallergebnisses Eierstockkrebs vorliegt. 

Wie wahrscheinlich ist es, bei einem positiven Ultraschallergebnis auch wirklich Eierstockkrebs zu haben? 

Wie wahrscheinlich ist es, bei einem negativen Ultraschallergebnis auch tatsächlich keinen Eierstockkrebs zu haben?

Etwa 999 bis 1.000 von 1.000 Frauen, deren Ultraschallergebnis negativ ist, haben tatsächlich keinen Eierstockkrebs.

Hintergrundinformationen zu den Zahlen

Eierstockkrebsfrüherkennung mittels Tastuntersuchung

Was passiert bei einer Tastuntersuchung des Beckens? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Tastuntersuchung des Beckens mit zwei Händen (bimanuelle Palpation) ist keine eigenständige Früherkennungsuntersuchung. Sie ist Teil der gynäkologischen Krebsfrüherkennung. Frauen ab dem 20. Lebensjahr haben die Möglichkeit, diese einmal jährlich vom Gynäkologen oder von der Gynäkologin durchführen zu lassen. Die gynäkologische Krebsfrüherkennung umfasst eine Reihe weiterer Untersuchungen, wie beispielweise einen Abstrich von Zellen am Muttermund zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Die Tastuntersuchung des Beckens wird auch bei Frauen durchgeführt, die im Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt keine Beschwerden äußern.

Für die Tastuntersuchung des Beckens nutzt der Frauenarzt bzw. die Frauenärztin beide Hände. Dabei werden Finger der einen Hand in die Scheide der Patientin eingeführt. Die andere Hand liegt auf dem Bauch. Mit der Tastuntersuchung des Beckens soll nicht nur geprüft werden, ob die Eierstöcke krankhaft verändert sind. Auch die Beschaffenheit anderer Geschlechtsorgane wie der Gebärmutter wird ertastet.

Was sagen die Ergebnisse der Tastuntersuchung aus? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Tastuntersuchung mit zwei Händen ist zur Früherkennung von Eierstockkrebs laut den Ergebnissen einer großen Studie nicht geeignet. An Eierstockkrebs erkrankte Frauen, die noch keine Beschwerden haben, können mit dieser Untersuchung nur schwer erkannt werden. 

Hintergrundinformationen zu den Zahlen

Inwieweit die Tastuntersuchung andere Erkrankungen als Eierstockkrebs aufspüren kann, ist nicht Thema dieser Gesundheitsinformation.

Was passiert bei Verdacht auf Eierstockkrebs?

Weder mit der Tastuntersuchung noch mit der Ultraschalluntersuchung kann eindeutig festgestellt werden, ob wirklich Eierstockkrebs vorliegt. Bei einem Verdacht auf eine mögliche Eierstockkrebserkrankung schließen sich weitere Untersuchungen an. Wenn sich bei der Tastuntersuchung oder der Ultraschalluntersuchung ein auffälliger Befund ergibt, wird die Ärztin, der Arzt, diesen und auch das weitere Vorgehen mit der Patientin besprechen. Bei einem Verdacht auf Eierstockkrebs hat die betroffene Frau ausreichend Zeit, den Befund und die empfohlenen Maßnahmen zu überdenken, mit einem Menschen ihres Vertrauens zu besprechen und wenn gewünscht sich eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen.

Gibt es noch weitere Maßnahmen zur Früherkennung von Eierstockkrebs?

Eine weitere Früherkennungsmaßnahme ist die Bestimmung des sogenannten Tumormarkers CA-125 im Blut. Die aktuell verfügbaren Forschungsergebnisse zeigen keinen Nutzen der jährlichen CA-125-Bestimmung zusammen mit vaginalen Ultraschalluntersuchungen. CA-125-Bestimmungen sind von den Patientinnen, genauso wie die Ultraschalluntersuchung, selber zu zahlen (IGeL).
Mehr zu Tumormarkern in der Krebsmedizin findet sich beim Krebsinformationsdienst.

Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können den Arzt nicht ersetzen.