Bekommt man von zu vielen Kirschen Bauchschmerzen? Ist Milch gut für die Knochen? Und kann Vitamin C einer Erkältung vorbeugen? Nicht immer lassen sich Gesundheitstipps, die uns die uns im Alltag begegnen auch wissenschaftlich belegen. Die Stiftung Gesundheitswissen ist deshalb vielen bekannten Medizin-Mythen auf den Grund gegangen. Dafür haben wir die aktuelle Studienlage für Sie überprüft und liefern Wissen, auf das Sie sich verlassen können.

Gesundheitsmythen zu Ernährung & Lebensweise Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Ob Omas Geheimtipp oder populärer Rat im Internetforum: Gerade in Punkto Ernährung und gesunder Lebensweise hört und liest man von zahlreichen Gesundheitsmythen für sämtliche Lebenslagen. So soll Honig gegen Husten helfen, Kokosöl gesund sein und Eier sollen den Cholesterinspiegel erhöhen. Und spätestens seit Popeye wissen wir: Spinat macht stark – oder? Stimmt das auch alles?
  • Auch Menschen mit Diabetes dürfen naschen. Die Ansicht, dass Süßigkeiten für Diabetiker verboten sind, ist veraltet. Wichtig ist nur, dass Menschen mit Diabetes im Blick haben, wie sich die Süßigkeit auf den Blutzuckerspiegel auswirkt.
  • Hilft Hühnersuppe gegen Erkältungen? Das wurde bisher nur im Reagenzglas, aber nicht am Menschen getestet. Belege für die Wirksamkeit der Suppe gibt es nicht – aber wohltuend ist sie bei einem grippalen Infekt allemal.
  • Manche Gemüsesorten wie Spinat, aber auch Salat, Kohlrabi oder Rote Bete, können hohe Mengen an Nitrat enthalten. Der Körper kann aus Nitrat Nitrit bilden. Das kann den Transport von Sauerstoff im Blut behindern. Für Säuglinge und Kleinkinder bis drei Jahren besteht damit zumindest theoretisch das Risiko einer Sauerstoffknappheit, wenn sie an einem Tag große Mengen an Spinat essen. Tatsächlich essen die meisten Säuglinge und Kleinkinder aber eher kleine Mengen und sind damit nicht gefährdet.
  • Noch ein Tipp, bevor es knallt. Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit von Mitteln gegen Kater.
  • Schnaps kann zwar kurzzeitig als angenehm empfunden werden, da er das Völlegefühl betäubt. Laut einer Studie wird die Verdauung durch Alkohol jedoch eher gebremst. Größere Mengen Alkohol verlangsamen nämlich die Entleerung des Magens, anstatt sie zu fördern.
  • Honig an sich ist für Babys nicht schädlich. Allerdings sollten Säuglinge trotzdem weder Honig noch Lebensmittel bekommen, die Honig enthalten. Denn Honig kann den Krankheitserreger Clostridium botulinum enthalten. Dieser setzt ein starkes Nervengift frei.
  • Schön wäre es. Doch die aktuelle Studienlage deutet darauf hin, dass Cranberrysaft oder -tabletten keine wirksamen Mittel sind, um Harnwegsinfekten vorzubeugen. Bei einzelnen Personen mag zwar möglicherweise ein gewisser Schutz nicht ausgeschlossen sein. Der Effekt hier ist aber nur gering.
  • Kuhmilch enthält Kalzium und Kasein. Beide Stoffe bewirken, dass der Körper weniger Eisen aufnehmen kann. Daher kann Kuhmilch das Risiko für einen Eisenmangel erhöhen, was wiederum die körperliche und geistige Entwicklung eines Kindes beeinträchtigen kann. Aus diesem Grund sollten Babys erst ab dem sechsten Lebensmonat Kuhmilch bekommen und danach nur in kleinen Mengen.
  • Milch enthält Kalzium, das für die Knochenbildung und -stabilität gebraucht wird. Der Körper kann seinen Kalziumbedarf aber auch aus anderen Quellen decken, wie z. B. Grünkohl, Brokkoli oder Nüssen.
  • Zu viel Lakritz ist tatsächlich ungesund. Grund dafür ist der Inhaltsstoff Glycyrrhizin, der den typischen Geschmack verleiht. Nimmt man zu viel davon zu sich, kann das den Blutdruck erhöhen.
  • Tatsächlich kann man Bauchschmerzen bekommen, wenn man zu viele Kirschen isst. Grund dafür können zuckerähnliche Stoffe sein, die von Natur aus in Kirschen vorkommen und zu Blähungen und Bauchschmerzen führen.
  • Endlich wieder durchschlafen? Für Menschen mit häufigem Harndrang ein Traum. Kürbispräparate versprechen genau das. Allerdings ist die Wirkung von Kürbis allein bisher nicht nachgewiesen.
  • Die zusätzliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren soll angeblich gut für das Herz sein, sagt die Werbung. Tatsächlich schützt sie gesunde Menschen nicht vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das gilt sowohl für Nahrungsergänzungsmitttel wie Fischölkapseln als auch für eine Ernährung mit besonders viel Omega-3-Fettsäuren.
  • Tatsächlich: Das im Spinat enthaltene "Ecdysteron" soll die körperliche Leistung deutlich steigern. Aktuell wird sogar diskutiert, es als Dopingmittel im Sport zu verbieten. Allerdings müssten Sie für einen spürbaren Effekt täglich zwei bis acht Kilogramm Spinat essen...
  • Mit Honig können Hustenattacken seltener und weniger heftig auftreten - zumindest bei Kindern. Bei Erwachsenen wurde die Wirkung bislang noch nicht untersucht.
  • Superfood? Wohl eher nicht. Laut einer Studie der American Heart Association können die in Kokosöl enthaltenen gesättigten Fettsäuren zu Herzkreislauferkrankungen führen. Also: wenn überhaupt, dann nur in Maßen genießen.
  • Ob rot, gelb, blau, grün oder kunterbunt gefärbt: Bis zu 5 Eier pro Woche sind für gesunde Erwachsene unbedenklich.
  • Nur Fettreduktion hilft beim Abnehmen? Nein, denn auch wer auf Kohlenhydrate verzichtet, wird schlanker.
  • Gönnen Sie sich eine Tasse Kaffee. Oder auch mehrere. Studien belegen, dass drei bis vier Tassen Kaffee gut für die Gesundheit sein können.
  • Das in Karotten enthaltene Vitamin A ist zwar gesund für das menschliche Auge, verbessert aber nicht die Sehkraft. Denn: Unsere Ernährung ist bereits reich an Vitamin A. Ein Überschuss wird von unserem Körper sogar reguliert, um zu verhindern, dass sich schädliche Konzentrationen der Substanz anreichern.
  • Kinder haben einen höheren Wasseranteil im Körper als Erwachsene und sollten daher im Verhältnis auch mehr trinken. Ein Acht-Jähriger beispielsweise benötigt knapp einen Liter Wasser pro Tag, am besten in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee. Für Erwachsene werden dagegen 1,5 Liter pro Tag empfohlen.
  • Die Studienlage ist hier widersprüchlich. Was zählt, ist die Energiemenge, die wir über den Tag verteilt aufnehmen. Die Frage, ob die Uhrzeit dabei eine Rolle spielt, kann noch nicht beantwortet werden.

Gesundheitsmythen zu Bewegung & Sport Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

„Sport ist Mord.“ Dieser Ansicht war zumindest der frühere britische Premierminister Winston Churchill. Nicht erst seit heute wissen wir: Genau das Gegenteil ist der Fall. Sport ist gesund und ein Bewegungsmangel kann sich sogar negativ auf Körper und Psyche auswirken. Dennoch ranken sich viele Irrglauben rund um die Themen Sport und Bewegung. Wir gehen Fragen wie „Haben Fußballer öfter O-Beine?“ oder „Sind bei Muskelkater die Muskeln übersäuert?“ auf den Grund und ergänzen auch diese Kategorie regelmäßig um viele weitere Gesundheitsmythen.
  • Schadet das Spiel mit dem Kopf tatsächlich dem Gehirn? Noch fehlen langfristige und aussagefähige Daten. Kopfbälle können schon mal zu Verletzungen führen, zum Beispiel zu Gehirnerschütterungen. Ob das Langzeitschäden nach sich zieht, ist noch nicht nachgewiesen.
  • Für den Muskelaufbau wird Kraftsportlern oft empfohlen, Eiweiß-Shakes zu trinken. Doch zwingend notwendig sind die Getränke aus Proteinpulver nicht. Auch Lebensmittel wie Eier, Fleisch, Fisch sowie Hülsenfrüchte sind reich an Eiweiß und helfen, die Muskeln zu erhalten und aufzubauen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Menschen, die regelmäßig Sport treiben, täglich 1,4 bis 2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen. Bei einer Person mit einem Gewicht von 70 Kilo wären das 98 bis 140 Gramm. Nur wer richtig große Muskeln aufbauen möchte und entsprechend trainiert, braucht mehr Eiweiß.
  • Einer Studie zufolge haben aufregende Fußballspiele im Jahr 2006 das Risiko für Herzvorfälle mehr als verdoppelt. In einer anderen Studie konnte allerdings kein Zusammenhang nachgewiesen werden. Wir bleiben bei dem Thema für Sie am Ball.
  • Man hat lange Zeit angenommen, dass Muskelkater von einer Überproduktion von Milchsäure im Körper herrühre. Dass die Muskeln „übersäuern“, wurde aber inzwischen wissenschaftlich widerlegt. Mehrere Studien haben ergeben, dass kleinste Verletzungen in den Muskeln die Ursache für den Muskelkater sind.
  • Oooo je, es ist wahr: Intensives Fußballspielen kann die Entwicklung von O-Beinen begünstigen – vor allem bei Kindern und Jugendlichen.

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Schützt Vorbräunen gegen Sonnenbrand? Mögen Mücken lieber süßes Blut? Kann man durch viel Trinken Kopfschmerzen loswerden? Wenn Sie wissen wollen, was es mit diesen und anderen Gesundheitsmythen zum Thema „Körper & Wissen“ auf sich hat, finden Sie hier Antworten:
  • Wer verliebt ist, der kann nur noch an die eine Person denken. Alles fühlt sich gut und schön an und nur noch wenige Sachen erscheinen wichtig. Die Ursache dafür liegt im veränderten Hormonspiegel. Wenn wir verliebt sind, steigt beispielsweise der Dopamin-Spiegel in unserem Körper. Das macht uns euphorisch. Mehr Adrenalin, genauer gesagt mehr Noradrenalin, lässt uns aufgeregt sein. Kommen Berührungen ins Spiel wird das sogenannte Kuschel-Hormon Oxytocin aktiviert. Die Art, wie diese Hormone auf Bereiche unseres Gehirns wirken, wenn wir verliebt sind, lässt uns Dinge tatsächlich anders wahrnehmen und macht uns weniger rational. Das haben Neurowissenschaftler in Studien herausgefunden. Im übertragenen Sinne stimmt es also: Liebe kann durchaus blind machen.
  • Das ist ein Mythos. Beim Niesen verändert sich der Druck im Brustkorb. Das bringt das Herz mitunter tatsächlich für einen Moment aus dem Takt. Die Betroffenen erleben das als Flattern oder Stolpern. Der Herzschlag setzt aber nicht aus. Denn der Takt wird vom Sinusknoten vorgegeben. Mit elektrischen Impulsen bringt er den Herzmuskel dazu, regelmäßig zu schlagen. Das Niesen hat darauf keinen Einfluss. Deshalb ist die Situation auch nicht lebensbedrohlich, denn die Herzfrequenz normalisiert sich sofort nach dem Niesen wieder.
  • Der Zuckergehalt des Blutes scheint keine Rolle zu spielen, wenn es darum geht, wer gestochen wird und wer verschont bleibt. Manche Mücken orientieren sich am Körperduft, andere am Kohlendioxid der ausgeatmeten Luft. Und auch die Gene scheinen eine Rolle zu spielen.
  • Auch bei intensivem Sonnenschutz droht kein Vitamin-D-Mangel. Wer sich mit Sonnencreme und im Schatten vor UV-Strahlung schützt, muss keine negativen Auswirkungen auf seinen Vitamin-D-Haushalt fürchten.
  • Tatsächlich: Auf einem Langstreckenflug verringert das Tragen von Kompressionsstrümpfen das Risiko, Blutgerinnsel zu bekommen. Experten sehen allerdings keinen Anlass für Flugreisende ohne erhöhtes Thromboserisiko, Kompressionsstrümpfe zu tragen.
  • Studien zeigen: Vorbräunen – ob im Solarium oder im Freien – bietet kaum Schutz vor Sonnenbrand. Denn: Solarien bräunen zwar die Haut, lassen sie aber keinen natürlichen Lichtschutz aufbauen. Durch Bräunung und Gewöhnung an die Sonne im Freien steigt der Eigenschutz der Haut max. auf den Lichtschutzfaktor (LSF) 2. Erwachsenen empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) einen LSF von mindestens 20, Kindern von mindestens 30.
  • Schlafen macht schlau? Im Schlaf werden gelernte Informationen dauerhaft gespeichert. Eine Alternative zum Büffeln ist das Lernen im Tiefschlaf aber wohl nicht.
  • Wasser kann lediglich gegen Kopfschmerzen helfen, die durch zu wenig trinken entstehen. Wissenschaftliche Belege, dass Wasserzufuhr Kopfschmerzen grundsätzlich lindert oder vorbeugt, gibt es bislang nicht.

Gesundheitsmythen zu Kompetenz & Gesundheit Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Nicht alle Fragen, die uns interessieren, stellen wir in dem ohnehin schon recht kurzen Arzt-Patienten-Gespräch unserem Mediziner und unserer Medizinerin des Vertrauens. In unserer Bildergalerie zum Thema „Kompetenz & Gesundheit“ geben wir Ihnen zum Beispiel Antworten auf diese Fragen: Kann man in der Sauna abnehmen? Soll man die Nase hochziehen oder putzen? Ist Baden nach dem Essen gefährlich?
  • Wie toll wäre das: Schokolade essen und dabei auch noch etwas fürs Herz tun. Tatsächlich weisen mehrere Kurzzeit-Studien darauf hin, dass bestimmte Inhaltsstoffe von Schokolade das Risiko für Herzerkrankungen verringern könnten. Vermutet wird, dass enthaltene Flavonoide - das sind sekundäre Pflanzenstoffe - eine blutdrucksenkende Wirkung haben können. Flavonoide kommen in Kakao vor. Bitterschokolade mit einem hohen Kakao-Anteil von z.B. 70 Prozent hat mehr Flavonoide als Vollmilchschokolade. Doch ganz ohne Bedenken sollten wir nicht regelmäßig ins Schokoregal greifen. In Schokolade steckt auch Zucker und Fett, was bei übermäßigem Verzehr zu Übergewicht führen kann. Und das wirkt sich wiederum negativ aufs Herz aus. Die Deutsche Herzstiftung gibt daher den Rat: Schokolade besser nur in Maßen zu genießen. Übrigens: Flavonoide kommen auch in anderen Lebensmitteln vor, z.B. in roten Weintrauben, Äpfeln und schwarzem Tee.
  • Erkältungen werden durch Krankheitserreger ausgelöst, nicht durch Zugluft. Regelmäßiges Lüften kann dafür sorgen, dass weniger Erkältungsviren im Raum sind. Wichtig zu wissen: Stoßlüften ist besser als Dauerlüften, denn durch andauerndes Lüften wird die Luft im Raum trockener. Das wirkt sich auf unsere Schleimhäute aus: Trocknen sie aus, fällt es schwerer, Viren abzuwehren. Zudem können sich Studien zufolge Viren in trockenen Räumen besser verbreiten.
  • Zwar zeigt die Waage direkt nach dem Saunagang oft ein paar Pfunde weniger an. Fettpölsterchen werden dabei aber nicht verbrannt. Denn das verlorene Gewicht ist nur die Menge an Flüssigkeit, die der Körper verloren hat.
  • Kaffeetrinker kennen das: Bei zu viel Koffein rast das Herz. Krankhaft aus dem Takt gerät es dabei aber nicht. Wer täglich Kaffee trinkt, muss keine Angst haben, eine Herzrhythmusstörung zu entwickeln.
  • Vitamin C beugt Erkältungen vor – denken viele. Tatsächlich ist das ein Irrtum. Vitamin C verkürzt lediglich die durchschnittliche Krankheitsdauer – bei kontinuierlicher Anwendung.
  • Nicht besser als ein Placebo. Die zusätzliche Einnahme von Magnesium hatte in Studien keinen Effekt. Das gilt zumindest für Muskelkrämpfe, bei denen die Ursache unklar ist.
  • Probiotika sollen bei infektiösem Durchfall die Krankheitsdauer verkürzen. Die Mikroorganismen gelten als Konkurrenten gegen die Durchfall-auslösenden Krankheitserreger und sollen die Darmflora verbessern. Soweit die Theorie. Die aktuelle Studienlage zeigt allerdings, dass Durchfall-Erkrankungen durch Probiotika nicht schneller vorbei sind.
  • Laut Schlafmedizinern lässt sich der Schlafmangel der vergangenen Nacht meist nicht wieder rückgängig zu machen. Es spricht aber nichts dagegen, am Wochenende mal richtig auszuschlafen.
  • Laut HNO-Ärzten kann zu starkes Schnäuzen den Schleim in die Nasennebenhöhlen oder das Mittelohr katapultieren und dort möglicherweise Entzündungen auslösen. Besser also vorsichtig die Nase putzen oder tatsächlich den Schleim hochziehen.
  • An einem vollen Magen ist noch niemand untergegangen... Bisher gibt es nur wenige wissenschaftliche Studien zu diesem Thema. Sie zeigen, dass Mahlzeiten vor dem Schwimmen keine Auswirkungen auf die körperliche Leistung haben. Ein Verbot von Essen vor dem Baden ist daher unbegründet.
  • Menschen, die kalt duschen, sind seltener krank? Dafür gibt es bislang keine verlässlichen wissenschaftlichen Belege.

Gesundheitsmythen zu Psyche & Wohlbefinden Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Was ist dran an Aussagen wie „Der beste Schlaf ist der vor Mitternacht“, „Schokolade macht glücklich“ oder „Lachen ist gesund“? In der folgenden Bildergalerie erfahren Sie, welche Gesundheitsmythen rund um das Thema Psyche & Wohlbefinden wahr sind.
  • Dass Magengeschwüre durch Stress verursacht werden, ist ein Mythos. Hervorgerufen werden sie durch Bakterien, sogenannte Helicobacter pylori. Das haben die australischen Wissenschaftler Robin Warren und Barry Marshall Mitte der 80er-Jahre in einem Selbstversuch herausgefunden. Sie tranken die Bakterien, ihr Magen entzündete sich und sie bekamen ein Geschwür. Mithilfe von Antibiotika verschwanden die Symptome wieder. Für ihre Entdeckung erhielten Robin Warren und Barry Marshall 2005 den Nobelpreis.
  • Nachtschwärmer können aufatmen: Denn wie erholsam unser Schlaf ist, hängt nicht davon ab, ob man um 22 Uhr oder um 2 Uhr ins Bett geht - Hauptsache, man erhält ausreichend Tiefschlaf.
  • Tatsächlich: Für jedes Haar gibt es nur eine endliche Menge an Zellen, die Farbpigmente herstellen. Steht der Körper unter Stress, wird auch die Farbversorgung überaktiv und verbraucht in kurzer Zeit den gesamten Vorrat dieser Zellen. Nachwachsende Haare erscheinen dann grau oder weiß.
  • Viele Menschen kennen das Gefühl, im Winter niedergeschlagen zu sein. Manche leiden gar an einer handfesten Herbst-/ Winterdepression. Tageslichtlampen können bei einigen Menschen die Symptome einer saisonalen Depression lindern. Wichtig zu wissen: Mit Tageslichtlampen sind Lampen gemeint, die helles Licht einer bestimmten Intensität erzeugen (mind. 2500 lux). Je nach Intensität sollen die Lampen 30 min – 2h angewendet werden.
  • Lachen allein ist keine Medizin. Es kann aber zum Beispiel Schmerzen erträglicher machen.
  • Oxytocin heißt unser Kuschelhormon. Es ist an der Entstehung von Gefühlen wie Vertrauen und Liebe beteiligt. Forscher vermuten, dass es auch eine schmerzlindernde Wirkung hat.
  • Schokolade sorgt kurzfristig für gute Laune. Das liegt aber kaum an den stimmungsaufhellenden Stoffen in der Kakaobohne. Vor allem mit ihrem Zucker und unserer Erwartungshaltung wird Schokolade zum Glücklichmacher.
  • Einige Menschen klagen über schlechten Schlaf bei Vollmond. Ob an dem Mythos tatsächlich etwas dran ist, wurde noch nicht eindeutig geklärt. Zwar fanden Forscher 2013 einen Zusammenhang zwischen Mondphasen und Schlafverhalten: Bei Vollmond war der Schlaf kürzer und weniger erholsam. Allerdings wurden die Studienergebnisse in den Folgejahren mehrfach widerlegt.
  • Häufig liest man, dass blaues Licht von Handy- oder Laptopdisplays wach hält. Bisher gibt es dazu noch keinen wissenschaftlichen Nachweis. Denn: Bislang wird aus Studien zu diesem Thema nicht klar, was genau uns wach hält: Ist es das blaue Licht oder das Licht im Allgemeinen? Oder sind es letztlich nur die aufregenden Inhalte auf den Bildschirmen, die uns vom Schlafen abhalten?

Gesundheitsmythen zu Notfall & Erste Hilfe Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Wie heilt eine Wunde besser – mit oder ohne Pflaster? Und hilft es wirklich, bei Nasenbluten den Kopf in den Nacken zu legen? Die Antworten hat die Stiftung Gesundheitswissen für Sie recherchiert.
  • Wunden heilen besser an der frischen Luft? Bei Schürfwunden, Kratzern oder kleinen Schnitten gilt: Sobald eine Wunde aufgehört hat zu bluten, sollte sie gereinigt und mit einem geeigneten Pflaster verschlossen werden. Es verhindert, dass Schmutz und Keime eindringen, hält die Wunde feucht und unterstützt sie so beim Abheilen.
  • Das Gegenteil ist richtig: Den Kopf nach vorn beugen, damit das Blut abfließen kann. So wird es nicht verschluckt, was zu Übelkeit führen kann. Außerdem hilfreich: den Nacken kühlen und die Nasenflügel phasenweise fest zusammendrücken, um die Blutung möglichst rasch zu stoppen.
Quellen

Erstellt am 29.04.2019, zuletzt aktualisiert am 20.01.2023