Was ist Harninkontinenz? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Harninkontinenz ist eine Form der Inkontinenz. Man versteht unter Harninkontinenz die unzureichende oder fehlende Fähigkeit, den Urin in der Harnblase zu halten. Man sagt dazu auch Speicherstörung der Harnblase. Dabei kommt es immer wieder zu plötzlichen nicht kontrollierbaren Urinverlusten. Dies können kleinere Urinmengen sein oder die Harnblase kann sich auch vollständig entleeren. Je nach Schweregrad beeinträchtigt Harninkontinenz das familiäre Zusammenleben oder auch das Freizeit- und Berufsleben.

Frauen sind häufiger davon betroffen als Männer. Grund ist der unterschiedliche Aufbau des Beckens. Der weibliche Beckenboden hat mehr Durchgänge, ist dehnbarer als der männliche und kann durch Schwangerschaften und Geburten zusätzlich geschwächt werden.

Obwohl viele Männer und Frauen dieses Problem haben, ist Harninkontinenz in der Öffentlichkeit ein Tabuthema. Viele Betroffene suchen keinen Arzt auf ‒ trotz der körperlichen Beschwerden und psychischen Probleme, die ein nicht kontrollierbarer Urinverlust mit sich bringen kann. Und trotz der Schwierigkeiten, die möglicherweise im Alltag auftreten. 

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Welche Formen der Harninkontinenz gibt es? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Harninkontinenz tritt in unterschiedlichen Formen auf. Diese unterscheiden sich in den möglichen Ursachen und den begleitenden Beschwerden. Bei Erwachsenen können folgende Formen von Harninkontinenz auftreten. Um mehr zu erfahren, klicken Sie auf den Pfeil und wählen Sie die entsprechende Form mit der Maus an:

Neben den unterschiedlichen Formen lassen sich auch zeitlich unterschiedliche Verläufe von Inkontinenz voneinander abgrenzen. Inkontinenz kann dauerhaft sein, vor allem im Alter aber auch vorübergehend auftreten. Eine zeitlich beschränkte Dranginkontinenz kann zum Beispiel infolge von Arzneimittel-Nebenwirkungen bestehen.

Wie viele Menschen sind von Harninkontinenz betroffen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Aussagen darüber, wie häufig Harninkontinenz auftritt, lassen sich schwer treffen und die Zahlen hierzu schwanken sehr. Ein Grund: Die Angaben beruhen auf Befragungen. Diese wurden mit unterschiedlichen Methoden und unterschiedlichen Gruppen von Menschen durchgeführt. Außerdem stellt die Inkontinenz immer noch ein Tabuthema dar. Einige Betroffene empfinden Scham und geben in Umfragen nicht an, inkontinent zu sein. 

Zahlen zur Häufigkeit von Harninkontinenz liegen beispielsweise aus einer deutschlandweiten Studie aus dem Jahr 2005 vor. Demnach sind in Deutschland über alle Altersstufen hinweg durchschnittlich etwa 13 von 100 Erwachsenen von Harninkontinenz betroffen, Frauen dabei häufiger als Männer. 15 von 100 Frauen und knapp 10 von 100 Männern gaben an, inkontinent zu sein. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter. Während in der Gruppe der 18- bis 40-Jährigen etwa 6 von 100 Befragten laut Selbstauskunft inkontinent waren, gaben dies 23 von 100 Befragten bei den über 60-Jährigen an. Eine weitere Studie kam zu ähnlichen Ergebnissen.

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Welche Folgen kann Harninkontinenz haben? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Harninkontinenz kann sich auf alle Lebensbereiche auswirken. Sie kann zu körperlichen Beschwerden und Erkrankungen wie etwa Hautentzündungen im Intimbereich oder Harnwegsinfektionen führen. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko für Krankenhausaufenthalte oder Heimaufnahmen. Alltagsaktivitäten, soziale Kontakte, körperliche Aktivität, Freizeitunternehmungen oder auch die Sexualität können durch die Inkontinenz beeinträchtigt sein. 

Als Folge des unkontrollierbaren Urinverlusts können Depressionen, Minderwertigkeitsgefühle, soziale Ausgrenzung und Vereinsamung auftreten. Bei älteren Menschen erhöht Dranginkontinenz außerdem das Risiko für Stürze, weil die Notwendigkeit, rasch eine Toilette aufzusuchen, mit erhöhter Stolpergefahr verbunden ist. 

Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt nicht ersetzen.