Wochenbettdepression ist eine Gemütsstörung, die bei Müttern innerhalb der ersten zwölf Monate nach der Geburt auftreten kann. Zu den Symptomen zählen u.a. Niedergeschlagenheit, Verlust des Interesses oder der Freude sowie Antriebslosigkeit. Maßnahmen, die der Entstehung der Wochenbettdepression vorbeugen könnten (Präventionsmaßnahmen), wurden bislang nicht intensiv untersucht.

Unter anderem wird diskutiert, ob man durch regelmäßiges körperliches Training Wochenbettdepressionen vorbeugen kann. Ein regelmäßiges körperliches Training wird auch vermehrt zur Behandlung der Wochenbettdepression angeboten. 

Kann körperliches Training das Entstehen der Wochenbettdepression verhindern?

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In einer systematischen Übersichtsarbeit über mehrere Studien wurde untersucht, ob regelmäßiges körperliches Training nach der Geburt auch das Auftreten der Wochenbettdepression verhindern kann.

An den Studien nahmen Frauen teil, die innerhalb der vorangegangenen zehn Wochen eine Geburt hatten. Zu Untersuchungsbeginn waren die Frauen nicht an Wochenbettdepression erkrankt. Alle untersuchten Frauen erhielten eine normale Versorgung nach der Geburt.

  • Eine Gruppe von Frauen erhielt zusätzlich körperliches Training (Aerobic- oder Kraftübungen).
  • Die andere Gruppe von Frauen erhielt keine zusätzliche Maßnahme.

Nach zwei oder sechs Monaten wurde verglichen, wie viele Frauen in jeder Gruppe an Wochenbettdepression erkrankt waren.

Die Ergebnisse im Einzelnen

Nutzen des körperlichen Trainings Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Wie viele Frauen litten an Wochenbettdepression, nachdem sie nach der Geburt regelmäßig körperlich trainiert hatten?

In zwei Studien mit insgesamt 265 Teilnehmerinnen wurde untersucht, ob das körperliche Training bei Frauen nach der Geburt die Entstehung von Wochenbettdepression verhindern kann. Das körperliche Training umfasste Aerobic- und ggf. Kraftübungen. Es dauerte 30 oder 60 Minuten pro Einheit und wurde über insgesamt zwei bis sechs Monate ein- oder fünfmal pro Woche durchgeführt. Die Teilnehmerinnen trainierten angeleitet in einer Gruppe oder führten selbstständig Einzelübungen aus. Die Vergleichsgruppe hat keine zusätzlichen Maßnahmen bekommen.

Es wurden folgende Ergebnisse erzielt:

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Zwischen den Vergleichsgruppen zeigte sich kein Unterschied: Mit oder ohne körperliches Training litten etwa 10 bis 12 je 100 Frauen, die zu Studienbeginn keine Krankheitszeichen hatten, nach zwei bis sechs Monaten an Wochenbettdepression.

Das bedeutet, dass das körperliche Training nach der Geburt keinen Einfluss auf das Auftreten der Wochenbettdepression zu haben scheint.

Einschränkung der Ergebnisse

Schaden der Präventionsmaßnahme Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

In der Übersichtsarbeit wird nicht über Nebenwirkungen berichtet. In einer der beiden Studien wird angegeben, dass keine Nebenwirkungen aufgetreten seien. Angaben dazu, wie dies untersucht wurde, fehlen jedoch. Die zweite Studie berichtet nicht zu diesem Thema. Dies bedeutet jedoch nicht, dass keine Nebenwirkungen auftreten können. 

Woher stammen diese Informationen? Quellen

Erstellt im Mai 2019; nächste geplante Aktualisierung: Mai 2022

Wissenschaftliche Beratung: Frau Prof. Dr. Anke Steckelberg