Was sind die Behandlungsziele bei Bluthochdruck? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Bei der Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) soll der Blutdruck dauerhaft gesenkt und so auch das Risiko von Folgeerkrankungen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verringert werden.

Als Zielwert für den Blutdruck empfiehlt die europäische medizinische Leitlinie einen Wert von unter 140/90 mmHg.

Es können auch tiefere Zielwerte für den Blutdruck angestrebt werden, der obere Blutdruckwert sollte jedoch nicht unter 120 mmHg liegen. Bei Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck Grad 1 zielt die Therapie auch darauf ab, eine medikamentöse Behandlung möglichst hinauszuzögern oder ganz zu vermeiden. 

Wie kann Bluthochdruck behandelt werden? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Bluthochdruck kann auch durch Veränderungen der Lebensgewohnheiten beeinflusst werden. Reicht das allein nicht aus, lässt sich der Blutdruck durch Medikamente senken. 

Welche Behandlung im Einzelnen angezeigt und sinnvoll ist, hängt vom Schweregrad des Bluthochdrucks, den Begleiterkrankungen und dem Risiko der Patientin, des Patienten anderer Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall ab.

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Behandlung durch Lebensstiländerung

Wie kann Bluthochdruck ohne Medikamente behandelt werden? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Eine Behandlung des Bluthochdrucks durch Veränderung des Lebensstils gilt für alle Patientinnen und Patienten als Basistherapie. Personen mit Bluthochdruck Grad 1 und einem nur geringen bis mittleren Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen können in den ersten drei bis sechs Monaten der Behandlung diese Lebensstiländerungen auch als alleinige Therapie ausprobieren. Zu den Möglichkeiten der Lebensstiländerungen gehören:

Wie wirkt sich salzärmere Ernährung auf den Blutdruck aus? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Weniger Salz bei Bluthochdruck Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge besteht ein Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Natrium, welches im Salz enthalten ist, und dem Blutdruck. Salz bindet Wasser im Körper. Dadurch steigt das Blutvolumen, also die Menge des im Körper zirkulierenden Blutes. Das führt zu einer Blutdrucksteigerung und das Herz muss vermehrt pumpen. Eine verringerte Salzzufuhr hingegen bewirkt einen Rückgang des Flüssigkeitsvolumens in den Blutgefäßen sowie eine verringerte Anregung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) und des sympathischen Nervensystems. Dadurch kann der Blutdruck sinken.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Erwachsene eine Salzaufnahme von weniger als 5 g täglich. Tatsächlich essen in Deutschland Männer durchschnittlich 10,0 Gramm und Frauen 8,4 Gramm Salz am Tag, häufig sogar mehr. 

Wie wirkt sich Alkohol auf den Blutdruck aus? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Weniger Alkohol bei Bluthochdruck Es ist noch nicht abschließend geklärt, weshalb eine höhere Alkoholzufuhr den Blutdruck steigen lässt. Alkohol führt abhängig von der Alkoholmenge kurzfristig zu einer Gefäßerweiterung und damit zu einer Blutdrucksenkung. Langfristig bewirkt der Konsum von Alkohol jedoch eine Gefäßengstellung, wodurch der Blutdruck wiederum ansteigt. Der Anstieg des Blutdrucks ist dabei deutlich höher als der kurzfristige Abfall zu Beginn. Darüber hinaus wird angenommen, dass Alkohol den Salzhaushalt und die Aktivität des Blutdruckregelsystems „RAAS“ indirekt beeinflusst. Zudem fördert der hohe Kaloriengehalt alkoholischer Getränke die Entwicklung von Übergewicht, welches ebenfalls den Blutdruck steigern kann.

Wie wirken sich weitere Ernährungsumstellungen aus? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Ernährungsumstellungen bei Bluthochdruck Eine gesunde und ausgewogene Ernährung setzt sich aus Gemüse, Hülsenfrüchten, frischem Obst, fettarmen Milchprodukten, Vollkornprodukten, Fisch und ungesättigten Fettsäuren (insbesondere Olivenöl), aber wenig rotem Fleisch und gesättigten Fettsäuren zusammen. Die sogenannte DASH-Diät und auch die mediterrane Ernährungsweise enthalten viele dieser Nährstoffe und Lebensmittel.

Was ist die DASH-Diät?

Die DASH-Diät (Abkürzung für: Diätetischer Ansatz zum Stopp von Hochdruck) ist eine Sonderform der mediterranen Ernährung, die speziell für Personen mit Bluthochdruck entwickelt wurde. Sie zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an fettarmen Milchprodukten, niedrigen Fettgehalt, geringen Verzehr von rotem Fleisch, einen hohen Ballaststoffgehalt sowie überwiegenden Verzehr von Obst, Gemüse, Geflügel, Fisch, Nüssen und eine salz- und zuckerarme Ernährung aus. Die DASH-Ernährungsweise ist reich an Kalium, Magnesium, Kalzium, Eiweißen und Ballaststoffen, enthält aber wenig Fett, wenig gesättigte Fettsäuren sowie wenig Cholesterin.

Die Bestandteile unserer Nahrung beeinflussen verschiedene Prozesse im Körper. Es wird vermutet, dass die Zusammensetzung der mediterranen Ernährung oder DASH-Diät eine blutdrucksenkende Wirkung hat und sich u. a. auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS)  und auf die Aktivität des Sympathikus auswirkt. Wie die Bestandteile dieser Ernährung genau wirken, wird in Studien untersucht und ist noch nicht eindeutig geklärt.

Wie kann körperliche Aktivität den Blutdruck senken? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Körperliche Aktivität bei Bluthochdruck Bewegungsmangel fördert die Entwicklung von Bluthochdruck. Daraus können sich Folgeerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems entwickeln. Durch körperliche Bewegung erhöht sich der Blutdruck zwar kurzfristig, da vermehrt Blut durch den Kreislauf gepumpt werden muss. Langfristig hat körperliche Bewegung jedoch eine blutdrucksenkende Wirkung, da sich beim Training die Dehnbarkeit der Blutgefäße erhöht. Dadurch sinkt der Widerstand in den Blutgefäßen und folglich auch der Blutdruck. So kann man durch regelmäßige körperliche Bewegung einer Gefäßversteifung vorbeugen, die mit dem Alterungsprozess einhergeht und eine Blutdruckerhöhung verursacht.

Wie kann Abnehmen den Blutdruck verringern? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Gewicht abnehmen bei Bluthochdruck Übergewicht ist mit Bluthochdruck verbunden und Abnehmen in Richtung des Normalgewichts kann den Blutdruck senken. Eine Gewichtsabnahme beruht auf einem vielschichtigen Ansatz inklusive einer Ernährungsumstellung, regelmäßiger körperlicher Bewegung sowie auf einer motivierenden Beratung. Eine systematische Übersichtsarbeit hat den Nutzen von Gewichtsabnahme durch eine kalorienreduzierte Ernährung bei Personen mit Bluthochdruck (Grad 1–2) untersucht. Dabei zeigte sich, dass übergewichtige Personen mit Bluthochdruck, die ihr Körpergewicht in sechs bis zwölf Monaten um vier Kilogramm senken konnten, etwas niedrigere Blutdruckwerte hatten. Das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS), das den Salz- und Wasserhaushalt im Körper steuert und damit den Blutdruck reguliert, ist bei adipösen Menschen überaktiviert. Bereits eine moderate Senkung des Körpergewichts kann zu einer Verringerung der Aktivität des RAAS und so zu einer Senkung des Blutdrucks führen.

Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin nicht ersetzen. Interessenkonflikte