Was sind Halsschmerzen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Plötzlich auftretende (akute) Halsschmerzen sind weit verbreitet. Etwa ein Drittel aller Deutschen erkrankt mindestens einmal im Jahr daran. Halsschmerzen treten zum Beispiel bei einer Erkältung oder Grippe auf. 

Erkältungen werden überwiegend von Viren verursacht. Wenn sich die Viren im Rachenraum ausbreiten, kann sich die Schleimhaut im Rachen entzünden und dies führt in der Regel zu Halsschmerzen. Schluckbeschwerden, Halskratzen und Trockenheit im Hals sind ebenfalls typisch dafür. Zusätzlich können die Lymphknoten am Hals anschwellen und druckempfindlich werden. 

Wenn der Kehlkopf und die Stimmlippen von der Entzündung betroffen sind, kann es auch zu Heiserkeit kommen. Sie entsteht durch eine Schwellung der Schleimhäute auf den Stimmlippen, die sich in diesem Fall nicht mehr vollständig öffnen und schließen können. Die Stimme klingt dadurch rau und belegt, ist leiser oder kann sogar ganz wegbleiben.

Halsschmerzen und Heiserkeit sind in der kalten Jahreszeit besonders häufig und treten oft gemeinsam auf.

Welche Formen von Halsschmerzen gibt es? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Halsschmerzen können akut, wiederkehrend oder chronisch auftreten.

  • Die akute Form von Halsschmerzen tritt plötzlich auf, etwa bei Infektionen der oberen Atemwege wie einer Erkältung. Solche Halsschmerzen bei unkomplizierten Atemwegserkrankungen klingen meist nach ein paar Tagen wieder ab.
  • Treten Halsschmerzen dreimal oder häufiger im Jahr auf, nennt man sie wiederkehrende Halsschmerzen
  • Bei längerer Dauer der Beschwerden spricht man von chronischen Halsschmerzen. Die Ursachen hierfür sind oft äußere Einflüsse wie Schadstoffe aus der Umwelt oder Rauchen. Auch eine dauernde niedrige Luftfeuchtigkeit zum Beispiel durch Klimaanlagen kann zu chronischen Halsschmerzen führen. 

Wie verlaufen die Beschwerden? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die akuten Halsschmerzen beginnen meist mit einem trockenen Gefühl im Hals, das auch als Kratzen oder Brennen empfunden wird. Man muss sich häufig räuspern und kann schlechter schlucken als sonst. Bald darauf stellen sich die Halsschmerzen ein, die sich beim Schlucken noch verstärken. Akute Halsschmerzen bei unkomplizierten Atemwegsinfektionen klingen in der Regel innerhalb von drei bis acht Tagen von selbst und ohne Folgen wieder ab. 

Länger andauernde Halsschmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden. Ebenso ist ein rascher Arztbesuch ratsam, wenn neben den Halsschmerzen andere Symptome wie zum Beispiel Atembeschwerden, Kurzatmigkeit oder Luftnot sowie atemabhängige Schmerzen im Brustkorb auftreten.

Welche Hausmittel können bei Halsschmerzen helfen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Wenn man bei einer Entzündung im Rachen Halsschmerzen hat, sind in der Regel die Schleimhäute ausgetrocknet. Eine althergebrachte Methode dagegen ist das Gurgeln mit Salzwasser oder mit Kräutertee, zum Beispiel Salbei- oder Kamillentee. Salz und Kamille wird zudem eine desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben.

Gurgeln: So geht's Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

  • Schritt 1: Wasser erhitzen
  • Schritt 2: Tee- oder Kräutermischung hinzufügen und abkühlen lassen
  • Schritt 3: Mund mit der Flüssigkeit spülen
  • Schritt 4: Flüssigkeit gut im Mund verteilen
  • Schritt 5: Flüssigkeit in den Rachenraum laufen lassen und gurgeln
  • Schritt 6: Nach ein paar Sekunden Flüssigkeit ausspucken

Gurgeln: So geht's

Allerdings kommen die Wirkstoffe beim Gurgeln nur an die Oberfläche der Schleimhaut. Die Entzündung, die die tieferen Regionen der Schleimhaut betrifft, bleibt davon unberührt. Es konnte wissenschaftlich nicht belegt werden, dass Gurgeln gegen Halsentzündungen wirkt. 

Das Gurgeln mit grünem Tee oder mit Auszügen daraus kann möglicherweise das Risiko einer Grippeerkrankung senken. Diese Erkenntnis beruht allerdings auf nur wenigen Untersuchungen mit uneindeutigen Ergebnissen, die ausschließlich in Japan durchgeführt wurden. Daher ist es nicht ganz sicher, ob man diese Ergebnisse auf Deutschland übertragen kann. Über Risiken und Nebenwirkungen wurde nicht berichtet. Die untersuchten Personen gurgelten vor der Grippesaison als vorbeugende Maßnahme gegen die echte Grippe. 
Die Ergebnisse einer Studie aus Kanada legen nahe, dass das Gurgeln mit Wasser eine Grippeerkrankung nicht verhindern kann. Es lindert auch nicht das Ausmaß oder die Dauer der Beschwerden bei Grippe.

Ein feucht-warmer Halswickel soll die Durchblutung ankurbeln und so den Heilungsprozess bei Halsschmerzen und Heiserkeit unterstützen. Er ist vor allem dann empfehlenswert, wenn die Entzündung schon etwas länger andauert, die Beschwerden also bereits seit ein paar Tagen bestehen. Bei akuter Halsentzündung mit starken Schmerzen kann auch ein kalter Halswickel Linderung verschaffen. Hier wird als innere Schicht ein mit kühlem Wasser getränktes Tuch für 20 bis 40 Minuten umgelegt. 

Halswickel: So geht's Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

  • Schritt 1: Ein Halswickel eignet sich besonders gut bei Kälteempfindlichkeit
  • Schritt 2: Schüssel mit warmem Wasser und Tuch bereit legen
  • Schritt 3: Tuch nässen und auswringen
  • Schritt 4: Das Tuch zügig um den Hals legen
  • Schritt 5: Frotteetuch darüber um den Hals legen
  • Schritt 6: Frotteetuch gut befestigen
  • Schritt 7: Schal umwickeln und 30 - 60 Minuten ruhen

Halswickel: So geht's

Eine systematische Recherche konnte keine wissenschaftlichen Studien zum Thema Halswickel identifizieren. Es liegt also keine Evidenz zur Wirksamkeit von Halswickeln vor. Daher kann keine wissenschaftlich fundierte Aussage getroffen werden, ob dieses Hausmittels Halsschmerzen oder Erkältungssymptome lindern kann. 

Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen.