Was sind die Behandlungsziele bei Dranginkontinenz? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Ziel der Behandlung ist es, die Dranginkontinenz und damit verbundene Beschwerden zu lindern. Dranginkontinenz geht mit plötzlichen ungewollten Urinverlusten einher. Dies kann weitreichende Folgen haben. Neben körperlichen Auswirkungen wie etwa Hautkomplikationen können auch tägliche Aktivitäten, Sozialkontakte und die Psyche beeinträchtigt sein. Eine Behandlung von Dranginkontinenz und ihrer Beschwerden kann auch dazu beitragen, diese Folgen zu mindern und somit die Lebensqualität von Betroffenen vielfältig verbessern.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Behandlung der Dranginkontinenz hängt von der Ursache ab. Wird eine körperliche Grunderkrankung als Ursache für die Dranginkontinenz gefunden, kann zunächst diese behandelt werden.

Auch psychische Ursachen wie zum Beispiel unterdrückte Aggressionen, Ärger oder Ängste können hinter der Dranginkontinenz stehen. Man spricht dann von psychosomatischer Dranginkontinenz. Sie kann mit einer Psychotherapie behandelt werden. Dabei gilt es herauszufinden, welche seelischen Ursachen dahinterstehen und wie man ungünstigen Verhaltensmustern entgegenwirken kann.

Auch wenn sich keine Ursache für die Dranginkontinenz ausmachen lässt oder die Ursache nicht oder nicht hinreichend behandelbar ist, stehen Therapien zur Verfügung, die die Beschwerden lindern sollen.

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Behandlung von Dranginkontinenzbeschwerden Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Beschwerden von Dranginkontinenz können sowohl ohne Medikamente, mit Medikamenten oder auch durch eine Operation behandelt werden. In der Regel werden zuerst Behandlungsmöglichkeiten ohne Medikamente oder operativen Eingriff versucht.

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Behandlung ohne Medikamente

Welche Behandlungsmöglichkeiten ohne Medikamente gibt es? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Zu den Möglichkeiten, Dranginkontinenzbeschwerden ohne Medikamente zu behandeln, gehören zum Beispiel Änderungen beim Lebensstil oder ein Blasentraining. Beckenbodentraining und Elektrostimulation sind weitere nicht medikamentöse Verfahren, mit denen man Dranginkontinenzbeschwerden behandeln kann.

Wie Dranginkontinenz durch Lebensstil-Änderung behandeln? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Erster Ansatzpunkt, um die Beschwerden bei Dranginkontinenz zu lindern, ist die Änderung einiger Lebensgewohnheiten, etwa der Verzicht auf Koffein und Nikotin oder auch eine Anpassung der Trinkgewohnheiten. Dabei werden die Betroffenen beispielsweise angeleitet, im Tagesverlauf zwar ausreichend (und nicht zu wenig) Flüssigkeit aufzunehmen, die Trinkmenge jedoch gleichmäßig über den Tag zu verteilen. Bei (stark) übergewichtigen Menschen ist die Gewichtsabnahme durch Ernährungsumstellung und mehr Bewegung eine Möglichkeit zur Beeinflussung von Dranginkontinenzbeschwerden.

Was ist ein Blasentraining? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Blasentraining ist ein Verhaltenstraining. Es wird auch Toilettentraining genannt. Dabei werden in einem sogenannten Miktionstagebuch zunächst die Trinkgewohnheiten und täglichen Toilettengänge sowie Zeitpunkt, Menge und Häufigkeit von ungewolltem Urinverlust erfasst. Mit diesen Informationen wird ein „Toilettenplan“ erstellt, der Zeit und Häufigkeit der Blasenentleerungen festlegt.

Man geht dann genau nach Plan auf die Toilette, auch wenn man gar nicht muss. Damit soll ungewollter Urinverlust verhindert werden. Zunächst sind die Abstände kürzer. Indem die Toilettengänge mit der Zeit hinausgezögert werden, kann sich die Harnblase daran gewöhnen, mehr Urin zu speichern.

Das Blasentraining kann weitere Maßnahmen umfassen, zum Beispiel eine Aufklärung der Patientinnen und Patienten über ungünstige Trinkgewohnheiten sowie das Erlernen von Entspannungsverfahren und weiterer Techniken, mit denen der Harndrang unterdrückt und die Blasenentleerung etwas hinausgezögert werden kann.

Wie funktioniert Beckenbodentraining? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Beckenbodenmuskulatur spielt eine wichtige Rolle dabei, dass wir den Urin halten können und es nicht zu ungewollten Urinverlusten kommt. Wie andere Muskeln auch, kann die Beckenbodenmuskulatur zum Beispiel im fortschreitenden Alter oder infolge von Operationen geschwächt werden.

Beckenbodentraining ist ein physiotherapeutisches Verfahren, das die Beckenbodenmuskulatur stärken soll. Die Beckenbodenmuskulatur lässt sich durch verschiedene Übungen kräftigen. Dabei wird die Beckenbodenmuskulatur kontrolliert angespannt. Die Übungen werden meistens in der Gruppe oder einzeln unter Anleitung einer Physiotherapeutin, eines Physiotherapeuten erlernt und zu Hause wiederholt.

Was ist eine Elektrostimulation? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Nervenimpulse sorgen dafür, dass die Harnblase entleert oder Urin in der Harnblase gehalten wird. Bei der Elektrostimulation geht es darum, bestimmte Nerven elektrisch anzuregen, die Einfluss auf die Blasenfunktion haben.

Es gibt verschiedene Verfahren der Elektrostimulation:

Elektrostimulation des Schienbeinnervs Elektrostimulation von Nerven im unteren Rücken

Behandlung mit Medikamenten

Wie kann Dranginkontinenz mit Medikamenten behandelt werden? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Medikamente zur Behandlung der Dranginkontinenzbeschwerden können spätestens dann eingesetzt werden, wenn eine Veränderung des Lebensstils oder ein Blasen- und/oder Beckenbodentraining alleine nicht wirksam waren. Zunächst werden dies in der Regel Medikamente zum Einnehmen sein.

Man unterscheidet zwei Hauptklassen: Zum einen sind dies Medikamente aus der Gruppe der Antimuskarinika. Sie werden auch Anticholinergika genannt, weil sie die Wirkung des Botenstoffs Acetylcholin im Körper herabsetzen. Zum anderen werden sogenannte beta-adrenerge Medikamente eingesetzt. Sie enthalten den Wirkstoff Mirabegron. Beide beeinflussen die Blasenmuskulatur, die für das Dehnen und Zusammenziehen der Harnblase zuständig ist, auf unterschiedliche Weise.

Helfen sie nicht in gewünschtem Maße, kommt unter Umständen auch eine Behandlung mit dem Nervengift Onabotulinumtoxin A („Botox“) infrage. Botox wird in den Blasenmuskel gespritzt. Je nach Ursache der Dranginkontinenz können auch Hormonpräparate mit Östrogen infrage kommen. Diese werden bei Frauen in oder nach den Wechseljahren eingesetzt, sofern die Beschwerden bei Dranginkontinenz eine hormonelle Ursache haben. Die Östrogenmedikamente gibt es als Tabletten, Cremes oder Zäpfchen, die in die Scheide eingeführt werden.

Behandlungsmaßnahmen mit und ohne Medikamente lassen sich kombinieren. Zum Beispiel kann zusätzlich zur Medikamenteneinnahme ein Blasentraining erfolgen.

Wir wirken Anticholinergika? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Anticholinergika, auch Antimuskarinika genannt, sind Medikamente, die dem übermäßigen Zusammenziehen der Muskeln in der Harnblasenwand bei Dranginkontinenz entgegenwirken. Dadurch sollen typische Dranginkontinenzbeschwerden wie plötzlicher Harndrang und unkontrollierbare Blasenentleerungen abnehmen.

Zur Behandlung von Dranginkontinenz stehen unterschiedliche Anticholinergika zur Verfügung, zum Beispiel solche mit den Wirkstoffen Darifenacin, Fesoterodin, Oxybutynin, Propiverin, Solifenacin, Tolterodin und Trospiumchlorid.

Art und Anzahl der Nebenwirkungen können abhängig vom eingesetzten Medikament unterschiedlich sein. Möglich sind zum Beispiel Mundtrockenheit, Verstopfung oder Schwindel. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, welches Anticholinergikum sich bei Ihnen eignen könnte. Bei der Auswahl ist auch wichtig, welche anderen Erkrankungen Sie haben.

Wie wirkt eine beta-adrenerge Behandlung mit Mirabegron? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Mirabegron soll zu einer Entspannung der Muskulatur in der Harnblasenwand und zu einer gesteigerten Speicherkapazität der Harnblase führen. Dadurch sollen ein übermäßiger Harndrang und unkontrollierte Urinverluste bei Dranginkontinenz minimiert werden. Die Behandlung mit Mirabegron verfolgt also dasselbe Ziel wie eine Behandlung mit Anticholinergika ‒ nur auf anderem Wege.

Eine Behandlung mit Mirabegron kommt zum Beispiel in Betracht, wenn durch Anticholinergika unzumutbare Nebenwirkungen aufgetreten sind oder wenn bestimmte Erkrankungen vorliegen, bei denen Anticholinergika nicht eingesetzt werden dürfen. Auch bei der Einnahme von Mirabegron können Nebenwirkungen auftreten, zum Beispiel Bluthochdruck oder Kopfschmerzen.

Was passiert bei einer Behandlung mit Botox? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Wenn die Behandlung von Dranginkontinenz mit einem Blasentraining oder Medikamenten zum Einnehmen nicht erfolgreich verlaufen ist, kann auch eine Behandlung mit Botulinumtoxin („Botox“) überlegt werden. Die Substanz wird in die Muskelwand der Harnblase gespritzt.

Botulinumtoxin ist ein Nervengift, das für eine Vielzahl von medizinischen Zwecken eingesetzt wird. Es hemmt die Informationsübertragung an der Nervenzelle und führt damit zu einer vorübergehenden Lähmung der Blasenmuskulatur, bei der die Muskeln gleichzeitig erschlaffen. Durch die schlaffe Lähmung kann das Zusammenziehen der Harnblasenmuskelwand gehemmt und die Speicherfähigkeit der Harnblase verbessert werden. Die Wirkung der „Botox“-Spritzen hält etwa drei bis neun Monate an. Danach kann Botulinumtoxin erneut gespritzt werden.

Eine Behandlung mit „Botox“ eignet sich nicht für alle Patientinnen und Patienten. Die Substanz darf nicht eingesetzt werden, wenn es in der Vorgeschichte zu Restharn nach der Blasenentleerung gekommen ist.

Operationen

Wie kann Dranginkontinenz operativ behandelt werden? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Mit Ausnahme der Operation zum Einbringen eines Harnblasenschrittmachers werden Operationen in der Regel erst dann eingesetzt, wenn andere Behandlungsmaßnahmen nicht erfolgen konnten, nicht ausreichend wirksam waren oder keine Erfolgsaussichten haben. Bei Dranginkontinenz stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung:

Einsetzen eines Harnblasenschrittmachers Harnblasenvergrößerung Einsetzen eines Katheters zur Harnableitung
Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt nicht ersetzen.