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Vorhofflimmern

Was ist Vorhofflimmern?

Beim Vorhofflimmern schlägt das Herz nicht im normalen Takt. Dadurch wird der Körper nicht richtig mit Blut versorgt – seine Leistungsfähigkeit nimmt ab. Außerdem steigt das Risiko für einen Schlaganfall. Lesen Sie auf dieser Seite, wie Vorhofflimmern entsteht, wie es sich bemerkbar macht und was Sie bei Verdacht auf Vorhofflimmern tun können.

Was ist Vorhofflimmern?

Normalerweise schlägt das Herz sehr gleichmäßig. Mit jedem Schlag pumpt es Blut durch den Körper, das uns mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Bei manchen Erkrankungen schlägt das Herz nicht im normalen Takt. Man spricht von Herz-Rhythmus-Störungen.

Eine verbreitete Herz-Rhythmus-Störung ist das Vorhofflimmern. Dabei schlägt das Herz unregelmäßig und häufig auch zu schnell. Manchmal kann es aber auch zu langsam schlagen oder es wechseln sich Phasen von schnellem Herzschlag mit Phasen von langsamem Herzschlag ab. Durch den gestörten Herzschlag pumpt das Herz weniger Blut durch den Körper.

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Was ist Vorhofflimmern?

Es ist schön, wenn im Leben alles so ist, wie wir es uns vorstellen. Aber manchmal geraten die Dinge aus dem Takt. Beim Herzen kann das auch passieren. Normalerweise löst der Sinusknoten als natürlicher Taktgeber kleine Stromstöße aus, die sich auf einem festgelegten Weg im Herzen ausbreiten. Das Herz schlägt im Takt.

Beim Vorhofflimmern entstehen die Stromstöße auch an anderen Stellen in den Vorhöfen. Diese unregelmäßigen Reize lassen die Vorhöfe sehr viel schneller schlagen als normal. Sie flimmern. Dadurch schlagen auch die Herzkammern unregelmäßig. Die Vorhöfe entleeren sich nicht mehr vollständig und das verbleibende Blut neigt zur Bildung von Gerinnseln, die in den Blutkreislauf gelangen können.

Vorhofflimmern ist nicht unmittelbar lebensbedrohlich, aber es kann die Gefahr von Schlaganfällen erhöhen. Etwa drei Prozent der Bevölkerung und etwa acht Prozent der über 65-Jährigen sind betroffen, Männer doppelt so häufig wie Frauen.

Meistens tritt Vorhofflimmern bei bereits vorhandenen Herzproblemen auf. Auch Bluthochdruck und ein deutliches Übergewicht können Vorhofflimmern begünstigen. Aber auch herzgesunde Menschen können – etwa durch Vererbung – an Vorhofflimmern erkranken. Vorhofflimmern kann entweder dauerhaft oder phasenweise auftreten. Eine solche Phase kann bis zu 48 Stunden und selten auch bis zu sieben Tagen andauern. Ansonsten ist der Herzschlag normal. Deswegen kann es vorkommen, dass Betroffene gar nicht merken, dass sie an Vorhofflimmern leiden. Die meisten verspüren jedoch ein verstärktes Herzklopfen. Mitunter kann auch die körperliche Leistungsfähigkeit abnehmen und es kann zu Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl sowie Brustschmerzen kommen. 

Bei dauerhaftem Vorhofflimmern kann schon Pulsmessen einen Hinweis auf die Erkrankung geben. Durch ein Ruhe-EKG, bei dem die Herzströme eine kurze Zeit lang gemessen werden, kann die Diagnose bestätigt werden. Tritt das Vorhofflimmern nur phasenweise auf, kann dies durch ein Langzeit-EKG festgestellt werden. Hierbei werden die Herzströme zwischen 24 und 72 Stunden aufgezeichnet. Bei festgestelltem Vorhofflimmern sind unter Umständen weitere Untersuchungen und die Bestimmung des Schlaganfallrisikos wichtig, um die optimale Behandlung zu erarbeiten.

Die zentralen Behandlungsziele sind dabei: Schlaganfallrisiko senken und Beschwerden verringern.

Heilen kann man das Vorhofflimmern in der Regel nicht. Aber wenn es behandelt wird, kann man gut damit leben. Erfahren Sie in unseren weiteren Filmen, wie Vorhofflimmern behandelt wird und warum Schlaganfallprävention dabei wichtig ist.

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Wie entsteht Vorhofflimmern?

Das Herz besteht aus vier Bereichen: zwei Vorhöfen und zwei Kammern. Diese pumpen das Blut durch den Körper, indem sie sich gleichmäßig zusammenziehen und wieder entspannen. Wir fühlen das als Herzschlag.

Der Herzschlag wird durch elektrische Impulse gesteuert. Diese entstehen an einer bestimmten Stelle im rechten Vorhof, die Sinusknoten genannt wird. Von dort aus wandern die elektrischen Impulse über die Vorhöfe zu den beiden Herzkammern.

Lesen Sie hier, wie das Herz arbeitet. 

Bei Vorhofflimmern kann sich das Gewebe in den Herzvorhöfen verändern, sodass dort neue elektrische Impulse entstehen. Diese stören die Impulse, die vom Sinusknoten ausgehen – ähnlich wie kleine Kurzschlüsse.

Die veränderten elektrischen Impulse bewirken, dass sich die Herzvorhöfe unregelmäßig und sehr schnell zusammenziehen: Sie flimmern. Das Flimmern wird teilweise auch auf die Herzkammern übertragen, die dann auch unregelmäßig schlagen.

Welche Folgen hat Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern ist in der Regel nicht unmittelbar lebensbedrohlich. Langfristig kann es jedoch Folgen für die Betroffenen haben:
 

  1. Herzschwäche

    Die Herzvorhöfe füllen die Herzkammern mit Blut. Bei Vorhofflimmern können die Herzvorhöfe diese Aufgabe nur noch unvollständig ausführen. Die Herzkammern füllen sich also schlechter mit Blut. Bei betroffenen Patienten und Patientinnen kann sich dies als Herzschwäche bemerkbar machen. Die Folge ist, dass man schneller ermüdet, wenn man körperlich aktiv ist.
     
  2. Schlaganfälle

    In den flimmernden Vorhöfen fließt das Blut sehr viel langsamer als bei normalem Herzschlag. Dadurch kann das Blut in den Vorhöfen gerinnen oder „verklumpen“. Im schlimmsten Fall lösen sich Stücke von diesen Blutgerinnseln ab und wandern dann durch den Körper. Dort verstopfen sie unter Umständen Blutgefäße, z. B. im Gehirn. So kann es zu einem Schlaganfall kommen. Verschleppte Blutgerinnsel lösen seltener auch Durchblutungsstörungen an Armen, Beinen, Nieren oder Darm aus.

Warum habe ich das Vorhofflimmern nicht bemerkt?

Viele Menschen bemerken lange Zeit nicht, dass sie Vorhofflimmern haben. Denn nicht immer führt der veränderte Herzschlag zu Beschwerden. Manchmal wird das Flimmern auch nur zufällig festgestellt. Bei anderen verursacht das Vorhofflimmern aber Symptome, die ärztlich abgeklärt werden sollten. Neben Herz-Rhythmus-Störungen können auch Müdigkeit, Atemnot und Schwindel auf Vorhofflimmern hinweisen.

Welche Arten von Vorhofflimmern gibt es?

Man unterscheidet drei Arten von Vorhofflimmern. Die Unterscheidung erfolgt danach, wie lange die Herz-Rhythmus-Störung anhält.

Vorhofflimmern kann phasenweise auftreten. In der Fachsprache nennt man dies paroxysmales Vorhofflimmern. Eine solche Phase kann bis zu 48 Stunden und selten auch mal sieben Tage andauern. Zwischen den Phasen ist der Herzschlag normal. Das phasenweise bzw. paroxysmale Vorhofflimmern kann in ein bleibendes Vorhofflimmern übergehen.

Bleibendes oder persistierendes Vorhofflimmern dauert länger als sieben Tage. Ohne Behandlung hört es nicht auf. Mit der Therapie kann bei einigen Patienten und Patientinnen der gleichmäßige Rhythmus wieder hergestellt werden.

Nicht immer verschwindet das Vorhofflimmern durch eine Therapie wieder. In diesem Fall spricht man von einem dauerhaften oder permanenten Vorhofflimmern. 

Die Aussagekraft dieser Einteilung ist eingeschränkt: Oft ist unklar, ob das Vorhofflimmern schon einmal aufgetreten ist oder wie lange es bereits besteht. Außerdem kann sich ein bleibendes Vorhofflimmern auch zurückbilden und dann plötzlich wieder auftreten.

Vorbeugung von Vorhofflimmern

Was begünstigt das Entstehen von Vorhofflimmern?

Bestimmte Umstände erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass man Vorhofflimmern bekommt. Solche Umstände werden Risikofaktoren genannt. Manche dieser Umstände, wie z. B. Alter oder Geschlecht lassen sich nicht beeinflussen. Andere Umstände sind veränderbar, z. B. Rauchen oder Alkohol trinken. Wichtige Risikofaktoren für Vorhofflimmern sind:

  • Genetische Veranlagung
  • Herzerkrankungen, z. B. koronare Herzkrankheit, Herzschwäche, Herzmuskel-Entzündungen, Herzklappen-Fehler, Herzinfarkt
  • Operationen am Herzen
  • Bestimmte Medikamente, z. B. gegen Krebs oder Psychosen, Mittel zur Erweiterung der Atemwege, einige Herzmedikamente und Potenzmittel gegen Erektionsstörungen
  • Hohes Alter, männliches Geschlecht
  • Starkes Übergewicht (Adipositas)
  • Infektionskrankheiten wie COVID-19 oder Grippe
  • Bestimmte Vorerkrankungen, z. B. Bluthochdruck, Diabetes, Schlafstörungen wie Schlafapnoe, Erkrankungen der Schilddrüse
  • Wenig Sport und Bewegung
  • Rauchen
  • Viel Alkohol trinken

Kann man Vorhofflimmern vorbeugen?

Vorhofflimmern lässt sich nach bisherigen Erkenntnissen nicht immer direkt verhindern. Es gibt aber Möglichkeiten, das Risiko zu verringern:

  1. Lassen Sie Krankheiten, die zu Vorhofflimmern führen können, behandeln. Dazu gehört z. B. Bluthochdruck oder eine Fehlfunktion der Schilddrüse.
     
  2. Ändern Sie Lebensgewohnheiten, die das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen:
    • Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
    • Streben Sie ein gesundes Körpergewicht an.
    • Bauen Sie ausreichend Sport und Bewegung in den Alltag ein.
    • Rauchen Sie nicht bzw. versuchen Sie, aufzuhören.
    • Trinken Sie möglichst wenig Alkohol.


WICHTIG: Trotz guter Vorbeugung lässt sich Vorhofflimmern nicht immer vermeiden. Manche Risikofaktoren, die die Entstehung von Vorhofflimmern begünstigen, wie z. B. Geschlecht und Alter, können nicht beeinflusst werden.

Wie häufig tritt Vorhofflimmern auf?

Das Risiko für Vorhofflimmern steigt mit dem Alter. Männer erkranken häufiger als Frauen. In Deutschland haben etwa 11 von 100 Männern und 5 von 100 Frauen zwischen 65 und 74 Jahren Vorhofflimmern.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

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Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Lisa-Marie Ströhlein
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Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
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Michael Mibs
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Michael Mibs

Referent Evidenzbasierte Medizin
Michael Mibs ist studierter Gesundheitswissenschaftler und Soziologe. Für die Stiftung erarbeitet er Inhalte für multimediale Informationsangebote auf Basis der Methoden der evidenzbasierten Medizin und konzipiert Analysen mit Bezug zur klinischen Versorgung.
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Nastasia Vogelsang
Nastasia Heilemann

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Senior-Multimedia-Producerin
Nastasia Vogelsang studierte Angewandte Medienwirtschaft mit Schwerpunkt TV-Producing. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert sie multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. med. Martin Scherer
Prof. Dr. Martin Scherer

Prof. Dr. med. Martin Scherer

Prof. Dr. med. Martin Scherer ist seit 2012 Direktor des Instituts und der Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Seit 2015 ist er Vorsitzender des Expertenbeirats der Stiftung Gesundheitswissen. Zudem ist Prof. Scherer Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), deren Präsident er von 2019 bis 2025 war. Von 2009 bis 2011 hatte er die W2-Professur „Versorgungsforschung und ihre Methoden“ am Institut für Sozialmedizin der Universität Lübeck inne. Seine Forschungsschwerpunkte liegen u.a. in der Über- und Unterversorgung und der Behandlung von Menschen mit Multimorbidität und Leitlinien. Martin Scherer studierte Humanmedizin in Marburg, Wien und Paris.
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Dr. med. Dagmar Lühmann
Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester und studierte anschließend Medizin an der Universität zu Lübeck. Nach dem Examen arbeitete sie als Assistenzärztin am Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie und promovierte dort zum Thema "Auswirkungen von Quecksilberexposition auf das menschliche Immunsystem". Später arbeitete sie am Institut für Sozialmedizin an der Universität zu Lübeck mit dem Schwerpunkt evidenzbasierte Medizin und Bewertung von medizinischen Verfahren (Health Technology Assessment). Seit 2013 ist sie als Forschungskoordinatorin am Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig.

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Aktualisiert am: 30.04.2024