Ein Gelenk ist die bewegliche Verbindung zwischen mindestens zwei Knochen. Im Zusammenspiel mit Muskeln, Sehnen und Bändern ermöglichen sie zahlreiche Bewegungen des menschlichen Körpers – ob Gehen, Rennen, Springen oder das simple Aufstehen am Morgen.
Auch wenn sich Gelenke voneinander unterscheiden: Es gibt einen charakteristischen Aufbau. So besteht ein Gelenk aus den Gelenkflächen, also dem Gelenkkopf des einen Knochens und der Gelenkpfanne des anderen Knochens. Dieses Konstrukt ist von einer Knorpelschicht überzogen. Diese hält die Oberfläche glatt und sorgt dafür, dass die Knochen bei Bewegungen wenig aneinander reiben. Zusätzlich federt der Knorpel harte Stöße ab und verteilt den Druck auf die Knochen. In einigen Gelenken sorgen zusätzliche Knorpelscheiben (Menisken) für die ideale Passung der Gelenkflächen. Sie befinden sich bspw. im Knie- oder im Kiefergelenk.
Zwischen den Gelenkflächen liegt ein Spalt. Darin befindet sich eine Flüssigkeit (die sogenannte „Gelenkschmiere“, die Synovia). Sie ermöglicht, dass sich die glatten Gelenkflächen noch besser und ohne Reibung aneinander entlang bewegen. Aus ihr nährt sich auch der Gelenkknorpel.
Luftdicht umschlossen wird das Gelenk von der Gelenkkapsel. Sie besteht aus Bindegewebe und hat eine innere und äußere Schicht. Die äußere ist fest, die innere hingegen locker. Letztere hat viele Nerven und Blutgefäße und kann auch Fettzellen enthalten. In der inneren Schicht befinden sich Zellen, die die Synovia produzieren. Grundsätzlich sorgt die Gelenkkapsel dafür, dass sich die Gelenkflächen nur in der vorgesehenen Richtung aufeinander bewegen. Muskeln, Sehnen und Bänder stabilisieren das Gelenk und gewährleisten Bewegungen und Belastungen aller Art.
Expertinnen und Experten unterscheiden echte Gelenke (Diarthrosen) und unechte Gelenke (Synarthrosen). Echte Gelenke ermöglichen durch ihren anatomischen Aufbau die Bewegung. Zu den größten echten Gelenkten zählen das Hüft- und Schultergelenk. Diese werden auch als Kugelgelenke bezeichnet.
Unechte Gelenke lassen demgegenüber kaum Bewegung zu. Sie liegen bspw. zwischen einer Rippe und einem Wirbel oder zwischen Kreuzbein und Steißbein. Auch zwischen Zähnen und Kieferknochen sowie den wachsenden Schädelknochen bei Neugeborenen befinden sich unechte Gelenke.
Unser Körper besteht aus ca. 200 Knochen, die durch rund 100 "echte" Gelenke beweglich miteinander verbunden sind. Die Gelenke sind sehr flexibel - aber auch besonders verletzlich - z.B. kann die Schulter leicht auskugeln.
Prinzipiell haben alle Gelenke den gleichen Aufbau:
Sehnen verbinden die Knochenenden mit der Muskulatur und übertragen die Kraft auf das Skelettsystem. Stabilisierend wirken die Bänder. Sie können leicht schlaff werden oder reißen, wenn man sie überdehnt. Eine elastische Knorpelschicht überzieht die Knochenenden. Sie kann je nach Gelenk bis zu einem Zentimeter dick sein und federt Druck und Stöße ab. Die Knorpel-Schichten werden nicht durchblutet. Stattdessen sind sie von Gelenkflüssigkeit umgeben, die alle nötigen Nährstoffe enthält. Bewegung ist deshalb so wichtig, weil dadurch alle Nährstoffe in den Knorpel transportiert werden.
Gelenke sind zwar flexibel. Aber sie sind auch verletzlich. So kann die Schulter, etwa bei Fehlbelastung, auskugeln. Ebenfalls können sich Knorpel zurückbilden. In diesen Fällen spricht man von Arthrose, einer chronischen Krankheit, die mit verschiedenen Beschwerden einhergeht: beispielsweise mit Schmerzen, einem Gefühl der Steifheit oder Bewegungseinschränkungen. 20% der Deutschen zwischen 18 und 79 Jahren erkranken im Laufe ihres Lebens an Arthrose.
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Fuchs J, Rabenberg M, Scheidt-Nave C. Prävalenz ausgewählter muskuloskelettaler Erkrankungen. Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz. 2013;56(5–6):678–86.
Schünke, M. (2014). Funktionelle Anatomie. Topografie und Funktion des Bewegungssystems. 2. Auflage. Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag.
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Erstellt am: 04.04.2017