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Wie funktionieren die Atemwege?

Etwa 10- bis 15-mal pro Minute atmen Menschen im Ruhezustand ein und aus. Bevor der Sauerstoff aus der Atemluft in die Lunge gelangt, wird er durch die Atemwege transportiert. Hier wird die Luft erwärmt und gereinigt. Die Atemwege haben aber noch andere wichtige Aufgaben. Erfahren Sie auf dieser Seite mehr darüber.

Als Atemwege bezeichnet man alle Bereiche des Körpers, die beim Atmen von Luft durchströmt werden. Die Atemwege werden in obere und untere Atemwege eingeteilt . Zu den oberen zählen Nase, Nasennebenhöhlen und Rachenraum, zu den unteren Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien und Lunge. Alle Bereiche erfüllen wichtige Aufgaben rund um die Atmung.

Film: Wie funktionieren die Atemwege?

Darstellung der Atemwege eines Menschen. Beim Klick auf das Bild gelangen Sie zum Video.

Wie funktionieren die Atemwege?

Als Atemwege bezeichnet man alle Bereiche des Körpers, die beim Atmen von Luft durchströmt werden. Zu den oberen Atemwegen gehören die Nase, Nasennebenhöhlen und der Rachenraum. Die unteren Atemwege werden vom Kehlkopf mit dem Kehldeckel, der Luftröhre, den Bronchien und der Lunge gebildet.

In der Lunge gelangt der eingeatmete Sauerstoff ins Blut. Das Kohlendioxid dagegen gelangt vom Blut in die Atemwege und wird ausgeatmet.

In der Nase wird die Atemluft befeuchtet, angewärmt und von größeren Staubpartikeln vorgereinigt. Da dieser erste Filter ein tiefes Eindringen kleinerer Teilchen und Krankheitserreger bis in die Lunge nicht verhindern kann, wird die Atemluft weiter gereinigt. Hierfür ist ein Großteil der Atemwege mit einer speziellen Schleimhaut bedeckt. Diese Schleimhaut bildet einen wässrigen und durchsichtigen Schleim. Sie hat viele kleine Härchen, die sich wellenartig bewegen. Kleinste Fremdkörper und Krankheitserreger bleiben hier haften und werden durch die Bewegungen der Härchen in die entgegengesetzte Richtung abtransportiert und z.B. ausgehustet. In der Regel aber heruntergeschluckt.

Der Kehldeckel verschließt nur beim Schlucken die Luftröhre, damit keine Nahrung oder Flüssigkeit hineingelangt. Beim Atmen ist der Eingang zu Luftröhre offen.

Wissen ist gesund.

Die Nase reinigt die Luft

Die eingeatmete Luft durchströmt zuerst die Nase. Hier wird die Luft von Schmutz und Keimen gereinigt, befeuchtet und angewärmt.

Während der Einatmung strömt die Luft an verschiedenen Sinneszellen in der Nase vorbei. So können wir bestimmte Stoffe – auch giftige – zum Beispiel am üblen oder ätzenden Geruch erkennen. Wir werden dann vor deren Einatmen gewarnt.

Die Nasenschleimhäute und die Nasenhaare sorgen wiederum dafür, dass die eingeatmete Luft erwärmt, angefeuchtet und gereinigt wird. Erste Schadstoffe und Krankheitserreger werden hier aus der Luft gefiltert.

Nasen- oder Mundatmung: Was ist gesünder?

In vielen Situationen atmen wir über den Mund statt über die Nase, zum Beispiel bei intensiver sportlicher Aktivität oder wenn wir erkältet sind. Dabei gelangt die Atemluft direkt über den Mundraum in den Rachen. Dieser direkte Weg hat Nachteile. Die Atemluft wird im Mund nicht so umfassend von Schmutzpartikeln befreit und noch dazu weniger angewärmt und befeuchtet, als wenn sie durch die Nase strömt. Atmet man dauerhaft durch den Mund, können die Schleimhäute der Atemwege austrocknen. Sie können die Luft in diesem Fall weniger gut reinigen. Krankheitserreger können dann möglicherweise nicht mehr richtig abtransportiert werden und das Risiko für Erkrankungen der Atemwege steigt.

Rauchen gefährdet die Selbstreinigung der Atemwege

Entzündungen der Atemwege und schädliche Einwirkungen, z. B. Rauchen, können Schleimhäute und Flimmerhärchen angreifen und so u. a. die wichtige Selbstreinigung der Atemwege verhindern oder stören.

Folgen des Rauchens für die Atemwege

Die Atemwege reinigen sich selbst

Während die Luft durch die Atemwege strömt, wird sie weiter gereinigt. Die Wände der Atemwege sind innen von einer Schicht aus Flimmerzellen bedeckt. Diese Zellen haben auf ihrer Oberfläche feine Flimmerhärchen. Auf den Flimmerhärchen befindet sich eine Schicht aus Schleim. Daran bleiben Staubteilchen und Krankheitserreger haften.

Die Flimmerhärchen bewegen den Schleim in Richtung Rachen. Dort kann er ausgehustet oder verschluckt werden. Diese Selbstreinigung findet fast überall in den Atemwegen statt.

Der Rachen als Abwehrbarriere für Keime

Hinter Nasenhöhle und Mundhöhle liegt der Rachen. Er führt vom hinteren Teil des Mundes und der Nase durch den Hals bis zum Kehlkopf und zur Speiseröhre. Sowohl die Atemluft als auch die Nahrung oder Flüssigkeit, die wir zu uns nehmen, kommen durch den Rachen. Erst am Rachenausgang trennen sich Luft- und Speisewege.

Das Rachengewebe spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern. Das Lymphgewebe und die Mandeln sind eine Abwehrbarriere für alle Keime, die durch die oberen Atemwege in den Körper einzudringen versuchen.

Der Kehlkopf schützt vor Verschlucken

Am Rachenausgang liegt der Kehlkopf. Er ist das Verbindungsstück zwischen Rachen und Luftröhre. Der Kehlkopf wird im oberen Teil vom Kehldeckel begrenzt. Dieser sorgt dafür, dass die Atemluft in die Luftröhre und die Nahrung in die Speiseröhre gelangt, man sich also nicht verschluckt. Beim Schlucken legt sich der Kehldeckel dabei fest über den Eingang des Kehlkopfs, so dass Nahrungsbestandteile den Rachen nur durch die dahinter liegende Speiseröhre verlassen können. Beim Ein- und Ausatmen hingegen bleibt der Kehldeckel offen. Dadurch kann Atemluft über den Kehlkopf in die Luftröhre und Lungen einströmen bzw. beim Ausatmen über Kehlkopf, Rachen, Nase und Mund wieder nach draußen gelangen.

Entstehungsort der Stimme

Neben seiner Aufgabe, den Luft- vom Speiseweg zu trennen, ist der Kehlkopf auch unser Stimmbildungsorgan. Im Kehlkopf liegen die Stimmbänder oder Stimmlippen. Sie ermöglichen uns das Sprechen. Beim Einatmen sind sie geöffnet, beim Ausatmen werden sie gespannt und durch die Luft zum Schwingen gebracht. So entstehen Schallwellen, die als Stimme hörbar werden.

Die Luftröhre: Wichtiger Verbindungskanal

Beim Einatmen gelangt die Luft vom Kehlkopf in die Luftröhre und weiter in die Bronchien. Dabei wird sie weiter angefeuchtet und erwärmt. Schmutzpartikel und Krankheitserreger sowie Schleim werden über die Flimmerhärchen der Schleimhaut nach oben in Richtung Rachen abgeleitet.

Die Lunge versorgt den Körper mit Sauerstoff

Am Ende teilt sich die Luftröhre in zwei Bronchien auf. Über diese gelangt die Luft in die Lunge. Die Bronchien zweigen sich immer weiter auf.

Am Ende der vielen Verzweigungen finden sich etwa 300 Millionen Lungenbläschen, die von einem Netzwerk feinster Blutgefäße, den Lungenkapillaren, umgeben sind. Hier findet der Gasaustausch statt: Sauerstoff aus der Atemluft wird aus der Lunge ins Blut aufgenommen und Kohlendioxid aus dem Blut in die Lunge abgegeben und so wieder ausgeatmet.

Die Lunge: Sauerstoff rein, Kohlendioxid raus

Um immer gut mit Sauerstoff versorgt zu sein, müssen wir über die Lunge ständig Sauerstoff aus der Atemluft aufnehmen. Wie schnell und wie tief wir atmen, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel benötigen wir bei körperlicher Anstrengung etwas mehr Sauerstoff als im ruhenden Zustand. In der Lunge wird unser Blut mit Sauerstoff angereichert und Kohlendioxid wird abgegeben.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Aumüller G WG. Nase und Nasennebenhöhlen. In: Aumüller G, Aust G, Engele et al., Hrsg. Duale Reihe: Anatomie. Stuttgart: Thieme; 2020. S. 1039–48.

Aumüller G WG. Halsorgane. In: Aumüller G, Aust G, Engele et al., Hrsg. Duale Reihe: Anatomie. Stuttgart: Thieme; 2020. S. 914–37.

Kunzelmann K TO. Lungenatmung. In: Schmidt RF, Lang F, Heckmann M, Hrsg. Physiologie des Menschen mit Pathophysiologie. Heidelberg: Springer; 2010. S. 698–723.

Richter DW. Atemregulation. In: Schmidt RF, Lang F, Heckmann M, Hrsg. Physiologie des Menschen mit Pathophysiologie. Heidelberg: Springer; 2010. S. 724–39.

Schmitz F. Atmungsorgane und Pleura. In: Aumüller G, Aust G, Engele et al., Hrsg. Duale Reihe: Anatomie. Stuttgart: Thieme; 2020. S. 541–77.

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Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Erstellt vom Team Stiftung Gesundheitswissen.

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Erstellt am: 11.07.2023