Vareniclin ist ein Nikotin-Rezeptor-Teilagonist. Ärzte und Ärztinnen können ihn auf Rezept verschreiben, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören möchten. Vareniclin wird als Tablette eingenommen. Normalerweise beginnt man eine Woche vor dem Rauchstopp mit der Einnahme und setzt sie dann über 12 Wochen fort.
Vareniclin dockt an bestimmten Stellen im Gehirn an, wo normalerweise auch Nikotin seine Wirkung entfaltet. Wenn Vareniclin diese Stellen besetzt, hat Nikotin aus Zigaretten keine spürbare Wirkung mehr. Außerdem führt Vareniclin dazu, dass das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet wird. Dies lindert Entzugserscheinungen.
Eine systematische Übersichtsarbeit aus 41 randomisiert-kontrollierten Studien zeigt, dass Vareniclin einen Rauchstopp wirksam unterstützen kann. Für die Arbeit wurden Erwachsene per Zufall in zwei Gruppen aufgeteilt.
In zwei Studien nahmen die Teilnehmenden Vareniclin über acht Wochen ein, in allen anderen Studien über einen Zeitraum von zwölf Wochen. Die Dosierung betrug in jeder Studie zweimal täglich je 1,0 mg Vareniclin.
6 bzw. 24 Monate nach dem Rauchstopp wurde in beiden Gruppen überprüft, wer rauchfrei war und wer nicht. 23 von 100 Personen, die Vareniclin einnahmen, rauchten nicht mehr. 10 von 100 Personen, die ein Scheinmedikament bekamen, rauchten nicht mehr.
Leichte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen traten häufiger bei der Vareniclin-Einnahme auf. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten in beiden Gruppen jeweils bei 3 von 100 Personen auf.
Neben Vareniclin sind in Deutschland auch die Medikamente Cytisin und Bupropion für den Rauchstopp zugelassen.
Außerdem gibt es rezeptfreie Hilfsmittel wie Nikotinpflaster und andere Ersatzprodukte.
Wer keine Medikamente oder Hilfsmittel verwenden möchte, finde kann sich für Hilfe bei der Rauchentwöhnung an Beratungsstellen wenden.
Eine systematische Übersichtsarbeit verglich Nutzen und Nebenwirkungen der Medikamente Bupropion und Vareniclin. Dafür wurden erwachsene Raucher und Raucherinnen in zwei Gruppen eingeteilt, von denen eine Bupropion und die andere Vareniclin einnahm. Nach 6 bzw. 12 Monaten waren 18 von 100 Personen in der Bupropion-Gruppe noch rauchfrei. In der Vareniclin-Gruppe waren es 24 von 100 Personen. Die Übersichtsarbeit ist von guter Qualität und das Vertrauen in die Ergebnisse zur Wirksamkeit ist hoch. Man kann aus diesen Daten schließen, dass Vareniclin beim Rauchstopp besser hilft als Bupropion.
Die Angaben zu den Nebenwirkungen sind in den Studien sehr widersprüchlich. Das macht die Ergebnisse sehr widersprüchlich. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten mit Einnahme von Vareniclin oder Bupropion etwa gleich häufig auf: Bei 2 von 100 Personen kam es zu derartigen Zwischenfällen.
Bei den leichteren Nebenwirkungen war die Verteilung unterschiedlich: In der Vareniclin-Gruppe wurde häufiger von Übelkeit, Kopfschmerzen oder seltsamen Träumen berichtet. In der Bupropion-Gruppe kam es häufiger zu Schlaflosigkeit.
Die meisten Studien in der Übersichtsarbeit wurden von Herstellern der jeweiligen Medikamente finanziert.
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Livingstone-Banks J, Fanshawe TR, Thomas KH et al. Nicotine receptor partial agonists for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2023; 5:CD006103. doi: 10.1002/14651858.CD006103.pub8.
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Aktualisiert am: 15.04.2026