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Vareniclin: Hilft das Medikament beim Rauchstopp?

Entzugserscheinungen und das Verlangen nach Zigaretten machen es schwer, das Rauchen aufzugeben. Kann das Medikament Vareniclin dabei helfen?

Vareniclin: Wirkung

Was ist Vareniclin?

Vareniclin ist ein Nikotin-Rezeptor-Teilagonist. Ärzte und Ärztinnen können ihn auf Rezept verschreiben, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören möchten. Vareniclin wird als Tablette eingenommen. Normalerweise beginnt man eine Woche vor dem Rauchstopp mit der Einnahme und setzt sie dann über 12 Wochen fort.

Wie wirkt Vareniclin beim Rauchstopp?

Vareniclin dockt an bestimmten Stellen im Gehirn an, wo normalerweise auch Nikotin seine Wirkung entfaltet. Wenn Vareniclin diese Stellen besetzt, hat Nikotin aus Zigaretten keine spürbare Wirkung mehr. Außerdem führt Vareniclin dazu, dass das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet wird. Dies lindert Entzugserscheinungen.

Nutzen von Vareniclin

Hilft Vareniclin beim Rauchstopp?

Eine systematische Übersichtsarbeit aus 41 randomisiert-kontrollierten Studien zeigt, dass Vareniclin einen Rauchstopp wirksam unterstützen kann. Für die Arbeit wurden Erwachsene per Zufall in zwei Gruppen aufgeteilt.

  • Die eine Gruppe nahm Vareniclin ein.
  • Die andere Gruppe erhielt ein Scheinmedikament (Placebo).

In zwei Studien nahmen die Teilnehmenden Vareniclin über acht Wochen ein, in allen anderen Studien über einen Zeitraum von zwölf Wochen. Die Dosierung betrug in jeder Studie zweimal täglich je 1,0 mg Vareniclin.

6 bzw. 24 Monate nach dem Rauchstopp wurde in beiden Gruppen überprüft, wer rauchfrei war und wer nicht. 23 von 100 Personen, die Vareniclin einnahmen, rauchten nicht mehr. 10 von 100 Personen, die ein Scheinmedikament bekamen, rauchten nicht mehr.

Vareniclin: Nebenwirkungen

Bei wie vielen Personen traten Nebenwirkungen auf?

Leichte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen traten häufiger bei der Vareniclin-Einnahme auf. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten in beiden Gruppen jeweils bei 3 von 100 Personen auf.

Welche Nebenwirkungen hat Vareniclin?

Alternativen zu Vareniclin

Gibt es Alternativen zu Vareniclin?

Neben Vareniclin sind in Deutschland auch die Medikamente Cytisin und Bupropion für den Rauchstopp zugelassen.

Außerdem gibt es rezeptfreie Hilfsmittel wie Nikotinpflaster und andere Ersatzprodukte.

Wer keine Medikamente oder Hilfsmittel verwenden möchte, finde kann sich für Hilfe bei der Rauchentwöhnung an Beratungsstellen wenden.

Hilft Vareniclin besser als Bupropion?

Eine systematische Übersichtsarbeit verglich Nutzen und Nebenwirkungen der Medikamente Bupropion und Vareniclin. Dafür wurden erwachsene Raucher und Raucherinnen in zwei Gruppen eingeteilt, von denen eine Bupropion und die andere Vareniclin einnahm. Nach 6 bzw. 12 Monaten waren 18 von 100 Personen in der Bupropion-Gruppe noch rauchfrei. In der Vareniclin-Gruppe waren es 24 von 100 Personen. Die Übersichtsarbeit ist von guter Qualität und das Vertrauen in die Ergebnisse zur Wirksamkeit ist hoch. Man kann aus diesen Daten schließen, dass Vareniclin beim Rauchstopp besser hilft als Bupropion.

Die Angaben zu den Nebenwirkungen sind in den Studien sehr widersprüchlich. Das macht die Ergebnisse sehr widersprüchlich. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten mit Einnahme von Vareniclin oder Bupropion etwa gleich häufig auf: Bei 2 von 100 Personen kam es zu derartigen Zwischenfällen.

Bei den leichteren Nebenwirkungen war die Verteilung unterschiedlich: In der Vareniclin-Gruppe wurde häufiger von Übelkeit, Kopfschmerzen oder seltsamen Träumen berichtet. In der Bupropion-Gruppe kam es häufiger zu Schlaflosigkeit. 

Die meisten Studien in der Übersichtsarbeit wurden von Herstellern der jeweiligen Medikamente finanziert.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Livingstone-Banks J, Fanshawe TR, Thomas KH et al. Nicotine receptor partial agonists for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2023; 5:CD006103. doi: 10.1002/14651858.CD006103.pub8.

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Anne Engler
Anne Engler

Anne Engler

Referentin Evidenzbasierte Medizin
Anne Engler ist Gesundheitswissenschaftlerin. Für die Stiftung erarbeitet sie mit den Methoden der evidenzbasierten Medizin Inhalte für multimediale Informationsangebote.
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Jannis Krupp
Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

Multimedia-Producer
Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
Wissenschaftliche Beratung:
Mag. (FH) Christine Loder

Mag. (FH) Christine Loder

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BSc, MSc Cornelia Krenn
Cornelia Krenn, BSc, MSc

BSc, MSc Cornelia Krenn

Frau Cornelia Krenn, BSc, MSc studierte Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Medizinischen Universität Graz. Vor ihrer Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war sie mehrere Jahre als Pharmakovigilanz-Managerin in einem österreichischen Pharmaunternehmen tätig. Seit 2017 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich evidenzbasierte Medizin am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung beschäftigt. Daneben absolviert Frau Krenn aktuell das Doktoratsstudium „Sustainable Health Research“ an der Medizinischen Universität Graz.
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Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch
Portrait Univ.Ass. Mag.rer.nat. Thomas Semlitsch

Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch

Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch studierte Chemie mit dem Ausbildungsschwerpunkt Biochemie und Zellbiologie der Karl Franzens Universität Graz. Vor seiner Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war er mehrere Jahre im Bereich Qualitätsmanagement und als Koordinator klinischer Studien an einer österreichischen Privatklinik tätig und absolvierte 2007 eine Post-Graduate Ausbildung zum Good Laboratory Practice (GLP) -Beauftragten für den Bereich analytisches Labor. Von 2008 bis 2014 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Research Unit „EBM Review Center“ der Medizinischen Universität Graz und von 2011 bis 2014 auch am Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research Forschungsgesellschaft tätig. Seit 2015 ist er als Univ. Assistent am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung im Fachbereich Evidenzbasierte Medizin beschäftigt. Herr Semlitsch ist seit 2018 Fachbereichssprecher der Sektion Österreich und somit Mitglied des erweiternden Vorstands des Deutschen Netzwerks Evidenz basierte Medizin (DNEbM).

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Aktualisiert am: 15.04.2026