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Helfen Tabakerhitzer beim Rauchstopp?

Tabakerhitzer werden als gesündere Alternative zu normalen Zigaretten beworben. Sind sie tatsächlich gesünder und eignen sie sich, wenn man mit dem Rauchen aufhören möchte?

Was sind Tabakerhitzer?

Tabakerhitzer sind elektronische Heizgeräte. Sie haben etwa die Größe eines Stifts. Zum Rauchen wird das Gerät mit einem Tabakstick befüllt und dann elektronisch auf etwa 250 bis 350 Grad erhitzt. Dieses Erhitzen soll schonender sein als bei Zigaretten, die bei rund 900 Grad verbrennen.

Der Tabak in den Tabaksticks ist stark verarbeitet, damit er auch bei niedrigeren Temperaturen Nikotin und andere Genussstoffe abgibt. Es gibt auch Erhitzer ohne Tabak. Sie enthalten pflanzliche Materialien wie Rooibos, die mit Nikotin angereichert werden. 

Wie funktionieren Tabakerhitzer?

Beim Erhitzen entsteht ein nikotinhaltiger Dampf, den man über das Mundstück des Tabaksticks inhaliert. Nach dem Gebrauch wird das Heizgerät im Charger wieder aufgeladen. Die Tabaksticks sind mit unterschiedlich hohem Nikotingehalt erhältlich. Die „Zigarettenlänge“ liegt ähnlich wie bei normalen Zigaretten bei vier bis sechs Minuten.

Tabakerhitzer sind keine E-Zigaretten. Letztere verwenden keinen Tabak, sondern eine nikotinhaltige Flüssigkeit.

Sind Tabakerhitzer gesund?

Sind Tabakerhitzer gesünder als Zigaretten?

Herstellerfirmen behaupten, dass das Rauchen von Tabakerhitzern gesünder sei als das Rauchen von Zigaretten. Da die Erhitzer den Tabak nicht verbrennen, sollen weniger gesundheitsschädliche Stoffe entstehen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich auch im Dampf von Tabakerhitzern gesundheitsschädliche und krebserregende Inhaltsstoffe befinden – tatsächlich auch Stoffe, die in Zigarettenrauch nicht vorkommen. Es liegen derzeit keine ausreichenden wissenschaftliche Belege vor, dass dieser Dampf weniger schädlich ist als der Rauch von herkömmlichen Zigaretten. Auch die ärztliche Leitlinie zur Tabakabhängigkeit empfiehlt den Tabakerhitzer nicht zur Schadensminderung.

Zwar geben manche Studien Hinweise darauf, dass im Dampf von Tabakerhitzern im Vergleich zum Zigarettenrauch weniger gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe enthalten sind. In den Studien wurden jedoch ausschließlich Biomarker oder andere Laborparameter untersucht, zum Beispiel Nikotin, Cotinin, der Teergehalt, Kohlenmonoxid oder Nitrosamine. Diese liefern zwar erste Hinweise auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen, sagen jedoch nichts über die langfristigen Folgen von Tabakerhitzern aus. Entsprechende Langzeitstudien fehlen.

Die vorliegenden Studien wurden größtenteils von den Herstellerfirmen selbst finanziert und erhoben. Es besteht ein Interessenkonflikt, der die Ergebnisse beeinflusst haben könnte. 

Wie wirken sich Tabakerhitzer auf die Gesundheit aus?

Nach dem heutigen Kenntnisstand der Wissenschaft ist unklar, wie sich Tabakerhitzer langfristig auf die Gesundheit auswirken. Dafür fehlen aussagekräftige Langzeitstudien. Studien weisen darauf hin, dass Tabakerhitzer verschiedene Formen von Lungenentzündungen oder schweren Lungenerkrankungen verursachen können. Außerdem wurden Schäden am Herz-Kreislauf-System festgestellt, z. B. ein erhöhter Blutdruck oder beschleunigter Herzschlag.

Durch Tabakerhitzer gelangen krebserregende Stoffe in den Körper. Ob sich dadurch das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöht, ist derzeit noch unklar. Es ist davon auszugehen, dass Tabakerhitzer während der Schwangerschaft ein erhöhtes Krankheitsrisiko für Mutter und Kind mit sich bringen. Wahrscheinlich geht der Konsum von Tabakerhitzern mit gesundheitlichen Risiken einher, auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt das Ausmaß noch nicht abzuschätzen ist.

Rauchstopp mit Tabakerhitzern

Helfen Tabakerhitzer beim Rauchstopp?

Es ist unklar, ob Tabakerhitzer beim Rauchstopp helfen. Bisher liegen keine Studien vor, die die Wirksamkeit dieser Produkte nachweisen. Medizinische Leitlinien empfehlen sie bisher nicht.

Tabakerhitzer enthalten etwa genauso viel Nikotin wie herkömmliche Zigaretten. Man kann also davon ausgehen, dass Tabakerhitzer genauso abhängig machen.

Mit dem Rauchen aufhören: Hier finden Sie Unterstützung

Es gibt viele Möglichkeiten, Ihren Rauchstopp zu unterstützen: von Selbsthilfe über professionelle Beratung bis hin zu Medikamenten. Finden Sie Ihre persönliche Strategie, um mit dem Rauchen aufzuhören.

Das Bild zu diesem Text wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

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Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Anne Engler
Anne Engler

Anne Engler

Referentin Evidenzbasierte Medizin
Anne Engler ist Gesundheitswissenschaftlerin. Für die Stiftung erarbeitet sie mit den Methoden der evidenzbasierten Medizin Inhalte für multimediale Informationsangebote.
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Jannis Krupp
Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

Multimedia-Producer
Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
Wissenschaftliche Beratung:
Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch
Portrait Univ.Ass. Mag.rer.nat. Thomas Semlitsch

Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch

Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch studierte Chemie mit dem Ausbildungsschwerpunkt Biochemie und Zellbiologie der Karl Franzens Universität Graz. Vor seiner Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war er mehrere Jahre im Bereich Qualitätsmanagement und als Koordinator klinischer Studien an einer österreichischen Privatklinik tätig und absolvierte 2007 eine Post-Graduate Ausbildung zum Good Laboratory Practice (GLP) -Beauftragten für den Bereich analytisches Labor. Von 2008 bis 2014 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Research Unit „EBM Review Center“ der Medizinischen Universität Graz und von 2011 bis 2014 auch am Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research Forschungsgesellschaft tätig. Seit 2015 ist er als Univ. Assistent am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung im Fachbereich Evidenzbasierte Medizin beschäftigt. Herr Semlitsch ist seit 2018 Fachbereichssprecher der Sektion Österreich und somit Mitglied des erweiternden Vorstands des Deutschen Netzwerks Evidenz basierte Medizin (DNEbM).
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Mag. (FH) Christine Loder

Mag. (FH) Christine Loder

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BSc, MSc Cornelia Krenn
Cornelia Krenn, BSc, MSc

BSc, MSc Cornelia Krenn

Frau Cornelia Krenn, BSc, MSc studierte Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Medizinischen Universität Graz. Vor ihrer Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war sie mehrere Jahre als Pharmakovigilanz-Managerin in einem österreichischen Pharmaunternehmen tätig. Seit 2017 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich evidenzbasierte Medizin am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung beschäftigt. Daneben absolviert Frau Krenn aktuell das Doktoratsstudium „Sustainable Health Research“ an der Medizinischen Universität Graz.

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Aktualisiert am: 15.04.2026