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Rauchen

Mit dem Rauchen aufhören: Erfahrungen und Motivation

Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, können Erfahrungen von anderen als Motivation oder dienen, den Rauchstopp anzugehen oder durchzuhalten.

Endlich rauchfrei: Erfahrungen von Ex-Rauchern

Die ersten Wochen im rauchfreien Leben können eine echte Herausforderung sein. Hier berichten ehemalige Raucherinnen und Raucher über ihre Erfahrungen und über ihren ganz persönlichen Umgang mit dem Rückfallrisiko.

Was in der akuten Entgiftungsphase und bei der langfristigen Rauchentwöhnung zu beachten ist, erklärt außerdem die Expertin Dr. Vitzthum, therapeutische Leiterin des Instituts für Tabakentwöhnung und Raucherprävention am Vivantes Klinikum Neukölln.

Angelika Grosse

hat fast drei Jahrzehnte lang stark geraucht. Wie sie den Rauchstopp schaffte.

Dieter Schmidt

hat vor einer schweren OP von einem Tag auf den anderen aufgehört zu rauchen.

Florian Neuland

hat mehrfach versucht, das Rauchen aufzugeben. Wie es schließlich doch gelang.

Familie Meier

Als der Vater an Krebs erkrankte, haben Alfie und ihre Mutter mit dem Rauchen aufgehört.

Nach dem Rauchstopp

Wie überstehe ich die ersten zwei Wochen? Expertin Dr. Vitzthum gibt Tipps.

Langfristig Nichtraucher

Wie bleibe ich dauerhaft Nichtraucher? Anregungen von Expertin Dr. Vitzthum.

Erfahrungsberichte

Einige der gezeigten Personen in diesen Erfahrungsberichten stellen sich auf eigenen Wunsch mit geänderten Namen vor.

Angelika Grosse

Ich bin Angelika Grosse, 1963 geboren, habe 28 Jahre lang stark geraucht und bin seit 2007 Nichtraucherin. Ich habe immer gerne geraucht. Mir hat
das Rauchen auch geschmeckt. Und ich habe mir auch nie große Gedanken um meine Gesundheit gemacht. 

2007 gab es ein Angebot von unserem Arbeitgeber, mit dem Rauchen aufzuhören. Das heißt, es war ein Programm von einer Krankenkasse, in 10 Schritten rauchfrei zu werden. Für mich war es ein großer Anreiz, in der Gruppe das Programm zu absolvieren. Zum einen, weil man sich untereinander kannte, es waren ja Kolleginnen und Kollegen, die bekannt waren. Und das Ganze war mit Wetten verbunden, z.B. wenn ich es bis zum Tag X geschafft habe, dann kriege ich von dir ein Essen spendiert.

Das Besondere an dem Programm war, dass es am Anfang gar nicht darum ging, das Rauchen zu reduzieren, sondern einfach eine Bestandsaufnahme zu machen: Wie viel Zigaretten rauche ich pro Tag? Und zu welchen Anlässen und zu
welchen Gegebenheiten rauche ich eigentlich? Und danach ging es dann darum,
den Tabakkonsum zu reduzieren, das heißt: Tag für Tag weniger Zigaretten zu
rauchen bis am Ende der Tag "X" kam, der dann rauchfrei war.

Ich habe sehr schnell körperliche positive Veränderungen gespürt: Der Geschmacks- und Geruchssinn hat sich sehr schnell verbessert. Die Kleider haben nicht mehr nach Rauch gestunken. Ich habe weniger Herzklopfen gehabt, die Kurzatmigkeit ging zurück, ich habe besser geschlafen und alles in allem habe ich viel Geld und Zeit gespart.

Entzugserscheinungen waren natürlich ein Thema während meiner Raucherentwöhnung. Trotz allem haben sie nie lange angehalten. Es geht immer nur um ein paar Minuten, wo das Verlangen nach der Zigarette sehr groß war. Ich habe mich selbst natürlich motiviert, in dem ich auch neue Dinge ausprobiert habe. Ich habe mir einfach auch mal was Schönes gegönnt. Ich habe mir einen Blumenstrauß gekauft. Ich habe die Wohnung gestrichen. Ich habe versucht, statt Kaffee eine Tasse Tee zu trinken. Früher habe ich nach dem Kaffeetrinken, nach dem Frühstück erst mal zwei Zigaretten gebraucht. Ich habe dann auch nach dem Essen meine Zähne sehr schnell geputzt und rauchfreie Zonen aufgesucht. Ich habe mich an der frischen Luft bewegt und ich habe einfach das positive gesehen, was ich dadurch auch gewinne, wenn ich aufhöre zu rauchen. Nordic Walking war für mich ein
wichtiger Ausgleich nach dem Rauchstopp Und je regelmäßiger ich laufe, umso mehr bin ich fit geworden und umso mehr ist dann auch die Kurzatmigkeit zurückgegangen und auch das Gewicht konnte ich halten. Ich habe oft und monatelang davon geträumt, dass ich geraucht habe... und war froh, als ich aufgewacht bin und es nur ein Traum war.

Wissen ist gesund.

 

Dieter Schmidt

Mein Name ist Dieter Schmidt. Ich bin 1953 geboren. Ich habe 37 Jahre lang sehr stark geraucht. Und habe im Mai 2016 von einem Tag auf den anderen aufgehört zu rauchen.

Ich habe angefangen, als ich damals bei der Bundeswehr war. Das war so eine - wie soll man sagen - Gruppendynamik. Viele haben geraucht und dann denkt man: Okay, man gehört dazu - man raucht auch. Und dann ist das wie so eine Art Droge. Man raucht und glaubt auch, man kann nicht aufhören. 

Der Grund, warum ich aufgehört habe, war, dass ich zwei Herzinfarkte hatte und dass ich dringend eine Herz-OP brauchte. Und zwar relativ schnell. Ich hab da ein paar Tage drüber nachgedacht, mir war auch klar, dass ich aufhören musste. Das war natürlich der Schritt und das ist auch eine "Grenze", wenn man als "gesunder" Mensch in eine Klinik geht und wird dann am Herzen operiert. Das ist schon ein ziemlicher Schritt! Ich habe dann wirklich entschieden für mich: Du musst aufhören! Genau einen Tag vor der OP habe ich vor dem Krankenhaus die letzte Zigarette geraucht und das war's für mich.

Ich brauchte keine Methode, um aufzuhören. Das ist eine reine Kopfgeschichte. Weil: Wenn ich aufhöre, dann höre ich auf. Und da bin ich konsequent. Ich kann ja nicht hingehen und sagen, ich rauch' nur 10 Zigaretten am Tag - das bringt ja nichts! Damit komme ich nicht weiter. Also: entweder - oder.

Ich meinte natürlich, dass ich abhängig wäre. Und wenn ich dann aufhöre zu rauchen, dann würde mir irgendwie ein Genuss fehlen. Aber das Gegenteil ist eigentlich der Fall. Ich habe für mich gemerkt, dass ich - als ich aufgehört habe - einen wesentlich höheren Genuss habe. Indem das Essen besser schmeckt! Die Luft wesentlich angenehmer duftet. Und man ist viel freier, weil man auch nicht unbedingt nach einem Ort sucht, wo man rauchen darf.

Ich hatte weder Entzugserscheinungen noch sonstige "Gelüste" - wie es so schön heißt - noch einmal eine Zigarette zu rauchen. Überhaupt nicht! Es muss irgendein Schalter umgedreht worden sein und der hat gesagt: Nicht mehr rauchen!

Seit diesem Tag vor dem Krankenhausgebäude habe ich keine Zigarette mehr angefasst. Es ist immer eine mentale Sache, denn ich habe ja nicht nur den Kopf zwischen den Schultern, um zum Friseur zu gehen. Sondern der sollte ja auch über meinen Körper herrschen. Und wenn der Kopf sagt, du musst
aufhören, dann musst du aufhören. Noch bestimmt mein Kopf oder mein Gehirn, was ich als Persönlichkeit mache, das, was ich tue und was ich nicht tue.

Heute betrachte ich das Rauchen als einen Fehler. Den hätte ich nicht machen sollen. Denn es hat wahrscheinlich auch dazu geführt, dass ich die zwei Herzinfarkte hatte. Man merkt schon, wenn man so einen "Schuss vor den Bug" bekommen hat. Das Leben ist endlich! Darüber sollte man immer nachdenken.

Wissen ist gesund.


Florian Neuland

Mein Name ist Florian Neuland. Ich bin 1987 geboren. Ich war seit meiner frühen Jugend ein starker Raucher. 2016 habe ich es nach 13 Jahren geschafft, endlich damit aufzuhören.

Ich habe im Prinzip sämtliche Methoden ausprobiert. Ich hatte Nikotinkaugummis, Nikotinpflaster, Akkupunktur. Ich habe mir Bücher durchgelesen, Vorträge angehört, Videos angeschaut… Aber im Prinzip habe ich für mich selbst festgestellt, dass der eigentliche Punkt, wieso es nicht geklappt hat - war ich selbst! Die Entscheidung musste wirklich von innen heraus kommen, es musste meine Entscheidung sein. Und nicht die Entscheidung der Anderen.

Meine gesundheitliche Situation war am Schluss gar nicht mehr gut. Ich hatte starkes Asthma entwickelt und fast permanent Atemnot. Ich habe mich in einem richtigen Teufelskreis befunden. Ich bin früh aufgewacht und habe schlecht Luft bekommen und musste dann eine rauchen, um einen Hustenanfall auszulösen. Wenn ich mich frei gehustet hatte - erst dann konnte ich atmen.

Und der Tag, an dem ich es endlich geschafft habe, an dem Tag hatte ich nicht geplant aufzuhören. Ich bin früh aufgewacht, habe überraschend gut Luft bekommen und dachte: "Heute ist ein guter Tag, um nicht zu rauchen!" Ich wusste, dass es im Prinzip das Nikotin selbst ist, dass immer wieder nach dem nächsten Schub schreit. Und ich hatte an dem Tag frei, bin in eine Therme gefahren, habe ich in die Sauna gesetzt, um ganz bewusst dem Ruf nach dem nächsten Zug zu entfliehen. Ich saß in der Sauna, habe "entgiftet" und habe in dem Moment auch einfach entspannen können und die Sucht erst einmal beiseite gelassen.

Als ich diesen Punkt dann überwunden hatte, der Punkt des starken Rufes nach mehr, da wusste ich auch schon -okay- ich habe jetzt so lange nicht geraucht und ich wäre blöd, wenn ich jetzt noch mal weitermachen würde und doch wieder rauchen. Da war dann auch schon ein bisschen Motivation da -  durch das bis jetzt Erreichte!

Eigentlich ein Wahnsinn, wenn man sich überlegt, dass das erst wenige Stunden waren. Aber die haben schon stolz gemacht! Ich denke, die innere Einstellung war endlich da. Es kam endlich bei mir innen drin an. Es kam aus dem Bauch und nicht aus dem Kopf, dass ich jetzt aufhören möchte.

Es wird ja oft empfohlen, dass man alles, was einen ans Rauchen erinnert beiseite schaffen soll. Und dann wirklich von einem Moment auf den anderen aufhört. Bei mir war es eher so, dass ich mit einer halben Schachtel Zigaretten in der Tasche - die ich tatsächlich bis heute noch irgendwo habe! - aufhören konnte. Dadurch einfach die Sicherheit hatte, wenn ich rauchen müsste, dann hätte ich sie griffbereit. 

Es gab Momente, wo ich abends einfach doch rauchen wollte. Man hat ja auch Gewohnheiten, z.B. wenn man abends vor dem Fernseher sitzt. Dass man in der Werbung raus geht und raucht eine. Interessanterweise habe ich das auch gemacht. Ich bin in der Werbung raus gegangen, um NICHT zu rauchen. Ich war das einfach so gewohnt, dass ich das weiter gemacht habe, nur eben ohne zu rauchen. 
Überraschenderweise war es viel einfacher als gedacht! Ich hatte immer Angst vor Entzugserscheinungen, keine Ahnung, was alles passieren könnte. Aber als ich es einfach durchgezogen habe, wurde keine meiner Ängste wahr. 

Ich hatte schon ein Jahr bevor ich aufgehört habe, angefangen wieder Sport zu machen. Ich habe als Raucher einen Berg in den Alpen bestiegen. Und ich bin den Berg fast nicht hochgekommen. Ich musste so oft anhalten, weil ich einfach schlecht Luft bekommen habe, weil ich husten musste. Als Nichtraucher - ein Jahr später - habe ich mich an die Situation erinnert und ich bin wieder dorthin gefahren und exakt densselben Weg gegangen und war überrascht. Ich bin im nächsten Jahr wieder hingefahren und habe noch mal getestet. Und es ist mir wieder leichter gefallen! Und ich habe auch vor, in den nächsten Jahren immer wieder im selben Tag dorthin zu fahren und einfach mal zu gucken, was passiert.

Gesundheitlich geht es mir heute sehr, sehr gut. Das Asthma ist im Prinzip verschwunden, kann man sagen. Ich bin ein freier, selbstbestimmter Mensch. Ich lasse mir nicht mehr von einer Zigarette vorschreiben, wie ich zu leben habe. Sondern ich lebe mein Leben so, wie ich das möchte.

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Familie Meier

Ich bin Alfie Meier, bin 1992 geboren und ich habe 5 Jahre lang stark geraucht. Ich bin Ines Meier, bin 1969 geboren und habe 27 Jahre stark geraucht. Ich habe 2013 mit meiner Tochter zusammen aufgehört, aber danach doch wieder angefangen. 
2013 ist mein Mann an Krebs erkrankt. Daraufhin haben meine Tochter und ich gesagt: "Wir hören jetzt auf!" Für mich war die Erkrankung von meinem Papa wirklich das i-Tüpfelchen quasi, dass ich es schaffe, aufzuhören. Ich wollte schon immer aufhören zu rauchen. Es hat mich immer genervt. Aber dadurch, dass ich Todesangst um meinen Vater hatte und dann noch das Gefühl, ich wäre daran Schuld - hab ich es geschafft.

Es ist extrem schwer, mit dem Rauchen aufzuhören. Vor allem, wenn man alleine da steht. So nach 14 Tagen kommt der Moment, wo ich genervt werde, wo ich gereizt werde. Weil Du immer dieses Bedürfnis hast, du musst jetzt eine rauchen. Da ist dann der Knackpunkt: "Schaff ich`s oder schaff ich`s nicht?" Nehme ich dann die Zigarette, um wieder ruhiger zu werden? Oder finde ich irgendetwas Anderes? Ich habe die ganze Zeit irgendwas gesucht, was ich mir in den Mund stecken kann, wie ein Ersatz: Kaugummis. Pfefferminzbonbons. Ich habe viel Weintrauben gegessen oder Salzstangen. Und meine Hände waren halt immer beschäftigt, indem ich gemalt habe, u.a. Malen nach Zahlen. Ich habe angefangen, Tagebuch zu schreiben. So dass ich quasi gar nicht mehr die Möglichkeit hatte, zur Zigarette zu greifen, weil ich die ganze Zeit beschäftigt war.

Mir hat es sehr viel bedeutet, mit Mama zusammen aufzuhören, weil ich da nicht allein war. In den Momenten, wo man schwach wird, ist dann jemand. Der dann auch mal sagt: "Du komm - ich rauche nicht, du rauchst nicht!" "Wir schaffen es gemeinsam!" -  Das hat enorm geholfen.

Wir haben uns dann von Rauchern weggestellt. Wir hatten mit Rauchern gar nichts mehr zu tun. Einfach nur, um uns selbst zu schützen und es uns nicht schwerer zu machen. Und wir haben sehr viel geredet.

Nach 4 Jahren rauchfrei kam bei mir eine Situation, wo es für mich extrem schwierig war. Ich hab dann doch wieder zur Zigarette gegriffen. Ich habe mir gesagt, ab und zu mal eine ist ok.
Als meine Mama wieder angefangen hat zu rauchen, war ich schon sehr sauer und enttäuscht. Ich versuche sie auch zu unterstützen, dass sie es schafft, aufzuhören. Ich sag ihr auch ständig: Das ist so teuer! Überleg mal, was könnten wir davon machen? Wir könnten in den Urlaub fahren von dem Geld! Oder, oder, oder...

Ja! Es stinkt. Es muss nicht sein. Es ist ungesund und teuer. Eigentlich sprechen so viele Sachen dagegen. Sie ist genervt davon, dass ich genervt bin, dass sie raucht!
Und ich bin einfach nur genervt, wenn wir irgendwo sind und wir nicht gleich reinkönnen, z.B. beim Einkaufen und sie dann noch eine rauchen muss.
Wenn ich zu Hause rauche, gehe ich auf den Balkon. Ich versuche "heimlich" zu rauchen, dass man es nicht so sieht. Im Prinzip ist es mir unangenehm, dass sie es sehen, dass ich rauche. 
Ich denke, warum ich es geschafft habe, nicht zu rauchen und sie wieder angefangen hat: Ich habe den richtigen Ekel entwickelt zum Thema Rauchen. Ich war vom Kopf her, glaube ich, nie ein echter Nichtraucher. Ich war neidisch, wenn die Leute geraucht haben. Ich wollte es auch wieder, die ganzen vier Jahre. Vom Kopf her habe ich es wahrscheinlich nie geschafft.
Ich wünsche meiner Mama, dass sie es schafft, auch aufzuhören. Und zwar langfristig. Und dass sie dann genau die gleiche Erfahrung macht, wie ich. Dass sie auch selbst sagt: "Oh - geil!" Sie kann wieder mehr schmecken oder sie kann wieder Parfüm an sich tragen, ohne dass sie nach Rauch stinkt. Und sie hat mehr Geld im Portemonnaie, was sie vielleicht für ihre Enkel ausgeben könnte. Das wünsche ich ihr!
In den 4 Jahren habe ich ja diese Erfahrung gemacht. Eigentlich fand ich es ja toll!

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Experten-Interviews:

Expertin Dr. Vitzthum vom Institut für Tabakentwöhnung & Raucherprävention am Vivantes Klinikum Neukölln:

Nach dem Rauchstopp

Das Aufhören ist für viele das eine - das Durchhalten das andere. So ganz knapp nach dem Rauchstopp gibt es ja diesen Suchtdruck, der sich aus dem Inneren meldet. Da ist es wirklich wichtig, dass man auch eine Soforthilfe zur Hand hat. Z.B. in eine Zitrone zu beißen oder ganz heiß oder ganz kalt zu duschen. Oder vielleicht auch ganz laut oder leise Musik zu hören, so dass man einen starken körperlichen Gegenreiz schafft. Vielen hilft es auch, wenn man so 10 - 15 mal am Tag zum Zähneputzen geht. Da kann man auch nicht zunehmen und das Verlangen nach dem Rauchen ist nach dem Zähneputzen auch immer relativ gering. 

In der Regel ist es oft so, dass eben die Entzugssymptome Einem Angst machen. Und das ist natürlich jetzt auch ein körperlicher Vorgang, den manche ein bisschen unterschätzen. Das heißt, viele Menschen sind es ja gewohnt, durch das Rauchen ganz schnell so einen "Belohnungs-Kick" zu bekommen. Und dafür haben wir in der normalen Welt nichts Adäquates - was sofort so wirkt wie das Rauchen. Und da ist es auch noch einmal wichtig, sich dafür (Ersatz-)Belohnungen zurechtzulegen. Das ist individuell recht unterschiedlich: Für den einen ist es vielleicht eine Blume, an der man sich erfreut, für den anderen ist es etwas selbst Gekochtes und für den Dritten ist es vielleicht irgendein kleines Geschenk, das man sich sonst vielleicht nicht gegönnt hätte.

Ex-RaucherInnen kennen ja noch die Raucherpause. Die soll man bitte unbedingt auch beibehalten - nur man sollte den Inhalt ändern. Die Pausen bleiben, nur man geht beispielsweise jetzt eine Runde um den Block, man trinkt etwas Schönes, man macht vielleicht irgendeine angenehme Betätigung, z. B. ein angenehmes Telefonat oder hört ein bisschen Musik, um sich im Alltag auch diese Ruheinseln weiterhin zu gönnen.

Das eine beim Aufhören ist ja der körperliche Entzug und die Entgiftung, das andere sind natürlich Gewohnheiten und Rituale. Und da kann man in der Regel immer so vorgehen, dass man bestimmte Auslösereize versucht zu vermeiden, zu verändern oder das Kopfkino anzupassen. Also der klassische Kaffee - den könnte man beispielsweise durch Tee ersetzen, also komplett vermeiden. Man könnte aus einer anderen Tasse trinken oder an einer anderen Stelle in der Wohnung. Man kann sich auch sagen: Naja, es gibt doch auch Nichtraucher, die Kaffee trinken!? Das wären so die "klassischen Möglichkeiten", wie man mit jedem Reiz im Alltag umgehen kann.

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Langfristig Nichtraucher

Die Anfangseuphorie nach dem Rauchstopp lässt meistens so nach 6 - 8 Wochen ein bisschen nach. Da ist es wichtig, dass man sich nochmal vergegenwärtigt: Wie war das eigentlich beim Aufhören? Was ist mir schwer gefallen? Was ist passiert und was musste ich alles durchstehen?

Wenn man Tagebuch führt beim Aufhören, kann das eine Hilfe sein, da noch einmal reinzuschauen. Weil man oft diese Unannehmlichkeiten schnell vergisst, und denkt: Jetzt kann ich mal wieder eine rauchen. Das kriege ich auch wieder hin, dann aufzuhören, jetzt habe ich so lange nicht geraucht. Das ist oft ein Trugschluss. Aus dem Ausrutscher kann leicht ein Rückfall werden.

Auch hilfreich: dass man nochmal insgesamt ein bisschen darauf zurück schaut. Was habe ich alles erlebt in der Zeit? Was ist von meinen Belohnungen schon umgesetzt, die ich mir damals ausgemalt habe, vor dem Rauchstopp, was ich mir dann gönnen werde? Das sind nochmal so "Emotionale Anstupser", die einen dann wieder zurück bringen und die Motivation weiter hochhalten.

Nach 2 - 3 Monaten fühlt man sich ja meistens schon als stabiler Ex-Raucher und wird auch ein bisschen übermütig und traut sich vielleicht auch wieder mehr zu trinken oder begibt sich vielleicht auch in die Gesellschaft von Rauchern. Das sind auch nochmal so Situationen, wo man vielleicht unvermutet eine Zigarette angeboten bekommt. Da ist es immer günstig, eine "Trockenübung" zu machen und sich quasi heimlich, still und leise zu Hause vorzubereiten. Wen werde ich dort treffen? Wie reagiere ich vielleicht auf solche Angebote? Damit dieses Gefahrenmoment gut vorübergeht und ich nicht in eine Falle tappe.

Es gibt ja für jeden ein Ziel, das er mit dem Rauchstopp verbindet. Für den einen ist es die Gesundheit oder das Geld oder dass man eben anders riecht,
also der Geruch sozusagen. Diese Ziele behalten natürlich ihre Wahrheit - auch noch nach 3 - 4 Monaten. Und wenn man sich das wieder in Erinnerung ruft - was war eigentlich mein Ziel, für das ich mich gequält habe beim Aufhören, dann hilft das, um noch einmal in diese Gefühlslage zu kommen. Und dann wird auch das Durchhalten wieder leichter.

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Motivation aufbringen

Video: Rauchstopp – 6 Tipps von der Expertin gegen Tabaksucht

Vorschaubild zum Video "Rauchstopp: 6 wichtige Schritte"
Bitte um das Video zu sehen.

Viele RaucherInnen möchten aufhören und viele versuchen es natürlich auch spontan. Besser ist es aus unserer Sicht, wenn wir es ein bisschen vorbereiten!

Schritt #1 wäre aus unserer Sicht ein Rauchstopp-Datum festzulegen. Da ist immer die prinzipielle Überlegung: Sollte es in der Woche sein oder lieber am Wochenende? Wo habe ich mehr Ablenkung? Wo habe ich mehr Spielraum? Es ist wichtig, dieses verbindliche Datum zu nehmen, dass man dann vielleicht auch Freunden erzählt, weil es damit einfach verbindlicher wird und man nicht so leicht noch durch ein Hintertürchen verschwinden kann.

Schritt #2: Wenn man vielleicht schon schlechte Erfahrungen gemacht hat beim Aufhören, dann ist es immer wichtig, sich auch Unterstützung zu suchen, z.B. über die Krankenkassen oder die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Natürlich können auch Freunde und Familie unterstützen.

Schritt #3. Der große Tag ist da! Bitte etwas besonders Schönes vornehmen! Damit das ein toller Tag in Ihrer Erinnerung bleibt. Genauso, wie Sie vielleicht das Rauchen noch positiv verknüpft haben zu diesem Zeitpunkt, ist es wichtig, neue positive Reize in Ihr Leben zu bringen. Und der erste Tag der Rauchfreiheit sollte eben extrem positiv besetzt sein.

Schritt #4: Da geht es jetzt darum, Handlungsalternativen zu finden, um das
Rauchen zu verlernen. Bestimmte Situationen sind ja noch eng verknüpft mit dem alten Verhaltensmuster. Und da muss man jetzt für jede Situation, die so auf einen zukommt in den nächsten Tagen, sich eine Alternative überlegen! Wichtig ist es beispielsweise auch, darauf zu achten, dass man sich möglichst in einer rauchfreien Umgebung bewegt. Und natürlich kann man sein Zuhause erstmal als rauchfrei erklären, alle Utensilien verbannen und auch die Gäste bitten, eben draußen zu rauchen. Damit man gar nicht erst in die Versuchung geführt wird, wieder in das alte Muster zurück zu rutschen.

Schritt #5: Das wären jetzt erste Notfalltipps. Wenn es ganz schlimm wird - was kann man da machen? Vielen hilft es z.B. ein Glas Wasser zu trinken, in kleinen Schlucken. Andere haben Karottensticks dabei. Andere setzen körperliche Gegenreize, z.B. ganz heißes oder kaltes Händewaschen kann schon eine Erleichterung bringen, denn die Verlangensattacken dauern ja auch meistens nur ein paar Minuten.

Schritt #6: Um die langfristige Motivation zum Durchhalten auch aufrecht zu erhalten, ist es immer gut, wenn man sich so ein eigenes Motto zurechtlegt. Und was ganz gut hilft, sind z.B. die "3 Gs". Das wären *Gesundheit *Geld *Geruch. Das heißt, ich tue das Beste für meine Gesundheit. Die zweite Sache wäre das Geld, das ich gespart habe und womit ich mir schöne Wünsche erfüllen kann. Das dritte wäre der Geruch und letztendlich auch der Geschmackssinn, der sich ganz schnell verbessert und wo ich auch merke, dass es bei mir zu Hause jetzt besser riecht und dass ich natürlich auch neue Geschmacksrichtungen entdecke.

Viele ehemalige Raucher haben gesagt, wenn ich das gewusst hätte, wie leicht es ist, hätte ich das schon viel früher gemacht!

Dieser "6-Schritte-Plan" ist natürlich nur ein grober Fahrplan und jeder muss individuell noch mal gucken, was für ihn im Alltag passt, wo er sich da wiederfindet und was für ihn dann letztendlich auch umsetzbar ist.

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Rauchfrei werden: Reicht ein starker Wille?

In einer Umfrage zwischen 2016 und 2019 (DEBRA-Studie) gaben rund 20 Prozent der befragten Raucherinnen und Raucher an, im letzten Jahr mindestens einen Versuch zum Aufhören unternommen zu haben. Gut 7 Prozent hatten es mehr als einmal versucht. Etwa 60 Prozent der Raucherinnen und Raucher setzen auf ihre eigene Willenskraft, um mit dem Rauchen aufzuhören. Andere Studien berichten allerdings, dass es lediglich zwei bis drei Prozent schaffen, ohne professionelle Unterstützung dauerhaft Nichtraucher zu bleiben.

Raucherinnen und Raucher, die in Eigenregie mit dem Rauchen aufhören möchten, wählen unterschiedliche Strategien. Die einen hören in dem Moment auf, in dem sie den Entschluss dazu fassen. Andere setzen sich einen späteren Zeitpunkt am gleichen Tag oder ein bestimmtes Datum zum Aufhören. Zudem gibt es Raucherinnen und Raucher, die zunächst weniger rauchen und dann ganz aufhören, während andere sofort aufhören, ohne ihren Konsum vorher zu reduzieren.

Warum möchten Sie mit dem Rauchen aufhören?

Sortieren Sie die folgenden Aussagen nach Wichtigkeit: Die, die Ihnen am wichtigsten erscheint, kommt ganz nach oben. Packt Sie die Lust auf eine Zigarette, können Sie sich diese Gründe in Erinnerung rufen.

  • Ich möchte gesund bleiben.
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  • Ich möchte eine Familie gründen.
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  • Rauchen ist mir zu teuer.
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  • Meine Familie soll nicht unter Passivrauch leiden.
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  • Ich habe bereits gesundheitliche Probleme, die sich nicht verschlechtern sollen.
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  • Ich möchte nicht so enden wie ein rauchendes Familienmitglied.
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  • Ich möchte nicht mehr abhängig sein.
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Video: Rauchstopp – was ich sofort dafür tun kann

Portrait von Dr. Karin Vitzhtum. Beim Klick auf das Bild startet das Video.
Bitte um das Video zu sehen.

Expertin Dr. Vitzthum vom Institut für Tabakentwöhnung & Raucherprävention am Vivantes Klinikum Neukölln im Interview 

Die meisten RaucherInnen haben ja längere Zeit den Wunsch, aufzuhören und schieben die Entscheidung "Soll ich es machen oder nicht?" -  immer so ein bisschen vor sich hin. Wenn man aufhören möchte, ist es immer wichtig, dass man sich auch seinen eigenen Vorstellungen noch einmal anders nähert. Da kann es eine Hilfe sein - um zu einer Entscheidung zu kommen -
dass man eine Pro- und Contra-Liste anlegt: Was spricht noch für‘s Rauchen und was spricht schon dagegen? 

Je nachdem, wie diese Liste sich dann gestaltet, kann man natürlich auch die einzelnen Argumente noch ein bisschen kritisch unter die Lupe nehmen und überlegen: Stimmt es wirklich, dass ich gerne rauche? Oder ist das nicht eher ein Mechanismus, weil ich die Entzugssymptome unterdrücken muss?
Wenn man diese Pro- & Contra-Liste aufgestellt hat, dann kann man auch überlegen: Was könnte denn meine Motivation, aufzuhören, noch mal ein bisschen steigern? Dann könnte man sich überlegen: Was hätte das für eine Auswirkung auf mein Leben, wenn ich weiter rauche? Z. B. in gesundheitlicher Hinsicht könnte es weiter bergab gehen. Es könnte z.B. auch Auswirkungen auf meine Familie haben, dass sie mich vielleicht mehr meidet und ggf. die Enkelkinder nicht mehr zu Besuch kommen, weil es in der Wohnung stinkt! Es könnte natürlich auch dazu führen, dass ich weiterhin wenig Geld habe, weil ich ja sehr viel verqualme! Oder dass ich bald andere Einschränkungen spüre, weil ich z.B. auch gesellschaftlich nicht mehr so gern gesehen bin. Und ich begebe mich da selbst so ein bisschen mehr ins Abseits.

Wenn man aufhören möchte, ist es immer eine Hilfe, wenn man sich ein konkretes Datum vornimmt! Also: ein konkretes Rauchstopp-Datum zu setzen. Und dann alles ein bisschen "generalstabsmäßig" vorzubereiten. Alles aus dem Weg zu räumen und sich eben auch etwas besonders Schönes vornehmen. Für diese erste Zeit, damit man sich auch darauf freut, rauchfrei zu werden.

Wissen ist gesund.

Rückfälle vermeiden

Wie lassen sich Rückfälle vermeiden?

Nach einem Rauchstopp besteht die Gefahr eines Rückfalls, besonders in den ersten Tagen nach dem Aufhören. Viele Raucherinnen und Raucher brauchen daher mehrere Versuche, um mit dem Rauchen endgültig aufzuhören. Die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls bleibt bestehen, sie verringert sich aber mit der Zeit, je länger Sie durchhalten. Gründe für einen Rückfall können vielfältig sein, z. B. mangelnde Motivation, Ärger, Stress, Partys, Entzugssymptome oder ein sehr starkes Verlangen zu rauchen.

Rauchentwöhnung erfordert Durchhaltevermögen. Sie können sich in dieser Zeit Unterstützung suchen, z. B. durch Gespräche mit ehemaligen Raucherinnen und Rauchern oder Fachleuten. Im akuten Fall können Sie auch die kostenlose Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nutzen: Tel. 0800 8313131.

Was kann ich selbst tun, um einen Rückfall zu vermeiden?

Um einen Rückfall während der Rauchentwöhnung zu vermeiden, gibt es einige Verhaltensregeln, die Sie nach Ihren persönlichen Bedürfnissen einsetzen können:

  • Vermeiden Sie Situationen, in denen Sie früher gern geraucht haben.
  • Entfernen Sie Hinweisreize, z. B. alte Zigaretten oder Aschenbecher.
  • Informieren Sie Familienmitglieder und Freunde über Ihr Ziel, mit dem Rauchen aufzuhören, und bitten Sie sie um Unterstützung.
  • Teilen Sie Ihre Erfahrungen als Nichtraucher mit Freunden und der Familie.
  • Führen Sie sich immer wieder vor Augen, welche Vorteile das Nichtrauchen mit sich bringt und welche Ziele Sie mit dem Nichtrauchen erreichen wollen.
  • Eine Notfallkarte zeigt Ihnen, wie Sie sich in schwierigen Situationen zu verhalten haben, z. B. den kritischen Ort verlassen oder jemanden anrufen. Außerdem führt sie Ihnen den wichtigsten Grund für die Rauchentwöhnung nochmals vor Augen.
  • Lenken Sie sich mit Entspannungstechniken, Bewegung oder anderem ab.
  • Sport und gesunde Ernährung reduzieren Entzugssymptome. Zudem beugen Sie so einer Gewichtszunahme vor.
  • Das Verlangen nach einer Zigarette lässt sich kurzfristig z. B. mit Pfefferminz, Kaugummi, Chilipulver oder Tabasco dämpfen.
  • Bestätigen Sie sich immer wieder selbst („Ich schaffe das!“).
  • Belohnen Sie sich, wenn Sie in schwierigen Situationen nicht geraucht haben: Kaufen Sie sich von dem Geld, das Sie durch das Nichtrauchen sparen, etwas Schönes.
  • Suchen Sie sich professionelle Unterstützung, wenn Ihnen die Rauchentwöhnung allein nicht gelingt.

Warum können auch vergebliche Versuche hilfreich sein?

Selbst wenn es nicht auf Anhieb mit dem Rauchstopp klappt: Jeder Versuch bringt Sie Ihrem Ziel näher. Warum das so ist, erklärt Dr. Vitzthum vom Institut für Tabakentwöhnung & Raucherprävention am Vivantes Klinikum Neukölln im Film:

Video: Rauchstopp – warum vergebliche Versuche hilfreich sein können

Vorschaubild Video Rauchen Vergebliche Versuche
Bitte um das Video zu sehen.

Warum können auch vergebliche Versuche hilfreich sein?

Viele Raucher kennen natürlich erfolglose Rauchstopp-Versuche. Und ganz oft ist es so, dass man da die eigenen Hürden nicht so richtig erkannt hat. Es kann ja sein, dass ich z. B. sehr an meiner Rolle als Raucher hänge. Also ich gehöre dann plötzlich nicht mehr zu denen, die mehr oder weniger gemütlich, kontaktfreudig, lustig sind. Und ich habe vielleicht auch das Bild: "Eine ist Keine." Oder irgendwie empfinde ich das als etwas Revolutionäres und Emanzipiertes, was ich da mache…

Das darf man nicht unterschätzen, dass man auch in diese Richtung mal denken muss! Warum fällt es mir eigentlich so schwer? Warum habe ich schon ein paar Aufhörversuche hinter mich gebracht?

Dann ist es immer wichtig, noch einmal zu überlegen, was ich vielleicht auch aus den Vorerfahrungen weiß. Wo es gefährlich oder riskant werden kann für mich? Wo vielleicht auch eine Rückfallgefahr lauern würde? Und da kann man prinzipiell ein paar von diesen Reizen vermeiden. Also vielleicht keinen Alkohol zu trinken. Das ist ja immer ein großer Risikofaktor. Oder nicht jede Zigarette beispielsweise mit einem Gummibärchen zu ersetzen, wenn man Angst hat, zuzunehmen.

Erfolglose Rauchstopp-Versuche führen manchmal auch dazu, dass man eher noch ein bisschen bequemer wird und denkt: "Ich schaffe es sowieso nicht!" Die Wahrscheinlichkeit steigt aber mit jedem (!) Aufhör-Versuch, dass es auch wirklich langfristig klappt. Da möchte ich wirklich auch jeden ermutigen, dass er noch einmal einen Anlauf nimmt und es nochmal angeht. Dass man nicht bei der "Angst vor der Angst" schon stehen bleibt. Und alle lernen ja auch etwas bei einem Rauchstopp-Versuch.

Wissen ist gesund.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Klinische Psychologie & Psychotherapie. Unter Mitarbeit von Hans-Ulrich Wittchen und Jürgen Hoyer. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Berlin: Springer; 2011.

Hoch EK, Kröger CB. Nikotinabhängigkeit. In: Wittchen HU, Hoyer J, editors. Klinische Psychologie & Psychotherapie. 2nd ed. Berlin, Heidelberg; 2011. p. 767–82.

Kotz D, Batra A, Kastaun S. Rauchstoppversuche und genutzte Entwöhnungsmethoden. Eine deutschlandweite repräsentative Befragung anhand sozioökonomischer Merkmale in 19 Wellen von 2016–2019 (DEBRA-Studie). Dtsch Arztebl Int 2020; 117:7–13. 

Patel MS, Patel SB, Steinberg MB. Smoking cessation. Ann Intern Med 2021; 174(12): ITC177–ITC192. DOI: 10.7326/AITC202112210.

Rodríguez-Cano R, López-Durán A, Martínez-Vispo C, Becoña E. Causes of smoking relapse in the 12 months after smoking cessation treatment: Affective and cigarette dependence-related factors. Addictive Behaviors 2021; 119:106903. DOI: 10.1016/j.addbeh.2021.106903.

Stead LF, Buitrago D, Preciado N, Sanchez G, Hartmann-Boyce J, Lancaster T. Physician advice for smoking cessation. The Cochrane Database of Systematic Reviews 2013; (5):CD000165. DOI: 10.1002/14651858.CD000165.pub4.

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Anne Engler
Anne Engler

Anne Engler

Referentin Evidenzbasierte Medizin
Anne Engler ist Gesundheitswissenschaftlerin. Für die Stiftung erarbeitet sie mit den Methoden der evidenzbasierten Medizin Inhalte für multimediale Informationsangebote.
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Jannis Krupp
Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

Multimedia-Producer
Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
Wissenschaftliche Beratung:
Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch
Portrait Univ.Ass. Mag.rer.nat. Thomas Semlitsch

Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch

Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch studierte Chemie mit dem Ausbildungsschwerpunkt Biochemie und Zellbiologie der Karl Franzens Universität Graz. Vor seiner Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war er mehrere Jahre im Bereich Qualitätsmanagement und als Koordinator klinischer Studien an einer österreichischen Privatklinik tätig und absolvierte 2007 eine Post-Graduate Ausbildung zum Good Laboratory Practice (GLP) -Beauftragten für den Bereich analytisches Labor. Von 2008 bis 2014 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Research Unit „EBM Review Center“ der Medizinischen Universität Graz und von 2011 bis 2014 auch am Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research Forschungsgesellschaft tätig. Seit 2015 ist er als Univ. Assistent am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung im Fachbereich Evidenzbasierte Medizin beschäftigt. Herr Semlitsch ist seit 2018 Fachbereichssprecher der Sektion Österreich und somit Mitglied des erweiternden Vorstands des Deutschen Netzwerks Evidenz basierte Medizin (DNEbM).
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Mag. (FH) Christine Loder

Mag. (FH) Christine Loder

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BSc, MSc Cornelia Krenn
Cornelia Krenn, BSc, MSc

BSc, MSc Cornelia Krenn

Frau Cornelia Krenn, BSc, MSc studierte Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Medizinischen Universität Graz. Vor ihrer Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war sie mehrere Jahre als Pharmakovigilanz-Managerin in einem österreichischen Pharmaunternehmen tätig. Seit 2017 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich evidenzbasierte Medizin am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung beschäftigt. Daneben absolviert Frau Krenn aktuell das Doktoratsstudium „Sustainable Health Research“ an der Medizinischen Universität Graz.

Die Stiftung Gesundheitswissen hat das Ziel, verlässliches Gesundheitswissen in der Bevölkerung zu stärken. Die an der Erstellung unserer Angebote beteiligten Personen haben keine Interessenkonflikte, die eine unabhängige und neutrale Informationsvermittlung beeinflussen.

Weitere Hinweise zum Umgang mit Interessenkonflikten finden Sie hier.

Alle unsere Angebote beruhen auf den derzeit besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie stellen keine endgültige Bewertung dar und sind keine Empfehlungen.

Weitere wichtige Hinweise zu unseren Angeboten finden Sie hier.

Aktualisiert am: 23.03.2026