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Rauchen

Mit dem Rauchen aufhören: Finden Sie Ihre Strategie

Der Weg in ein rauchfreies Leben kann für jeden Menschen anders aussehen. Wie es gelingen kann, mit dem Rauchen aufzuhören, lesen Sie hier.

Rauchen aufhören: Wo stehe ich?

Schon die Entscheidung, mit dem Rauchen aufzuhören, kann sehr schwer fallen. Auch wer bereits einen Rauchstopp plant, hat oft Hürden im Kopf. Erkennen Sie die folgenden Gedanken wieder?

  • Ich habe Angst vor Entzugserscheinungen.
  • Ich habe niemanden, der mir durch den Rauchstopp helfen kann.
  • Wie schaffe ich es, Nichtraucher zu werden, wenn in meinem Umfeld alle (z. B. Partner, Freundinnen, Kollegen oder Lehrerinnen) weiterrauchen?
  • Ich habe zu viel Stress, um mit dem Rauchen aufzuhören (oder im Gegenteil: Langeweile).
  • Ich spüre bisher nicht, dass das Rauchen mir schadet.
  • Rauchen macht mir Spaß.
  • Mein Wille ist nicht stark genug.
  • Ich kann nächsten Monat, nächstes Jahr, in fünf Jahren immer noch aufhören.
  • Mir werden die Raucherpausen oder die Gesellschaft anderer Raucher fehlen.

Wer seine Hürden kennt, kann sich schon frühzeitig Strategien überlegen, damit umzugehen. Vielleicht haben Sie schon einmal versucht mit dem Rauchen aufzuhören? Rufen Sie sich in Erinnerung, woran Sie gescheitert sind. Beim nächsten Versuch können Sie sich gezielt darauf vorbereiten.

Rauchen aufhören: Warum sind Unterstützungsangebote sinnvoll?

Haben Sie sich überlegt, wie Sie mit dem Rauchen aufhören möchten? Es gibt viele Unterstützungsangebote für Raucherinnen und Raucher – von Beratung über Verhaltenstherapie bis hin zu Medikamenten. Vielleicht glauben Sie, dass sie den Rauchstopp aus eigener Kraft schaffen müssen – und das können Sie natürlich versuchen. Gerade wenn Sie nicht zum ersten Mal mit dem Rauchen aufhören, lohnt sich aber ein Blick auf die Hilfsangebote. Unser Rauchstopp-Navigator kann Ihnen helfen, eine passende Strategie für Ihren Rauchstopp zu finden.

Weniger rauchen

Was bringt es, weniger zu rauchen?

Wenn Ihnen der Rauchstopp gerade noch zu schwer vorkommt, können Sie zunächst versuchen, weniger zu rauchen. Weniger Rauchen ist eine Übergangslösung. Langfristig hilft nur, komplett mit dem Rauchen aufzuhören.

Verschiedene Alternativprodukte wie Tabakerhitzer oder E-Zigarette werden als Ersatz für die Zigarette genutzt und sollen den Rauchstopp erleichtern. Diese Produkte werden zudem als vermeintlich weniger schädlich vermarktet. Langzeituntersuchungen, wie sich diese Produkte auf die Gesundheit auswirken, fehlen jedoch noch überwiegend. Der beste Weg, mit dem Rauchen aufzuhören, bleibt ein kompletter Verzicht – auch auf Alternativprodukte.

Rauchen aufhören mit digitalen Angeboten

Apps für die Rauchentwöhnung

Die App-Stores bieten unzählige Smartphone-Anwendungen an, die bei der Rauchentwöhnung helfen sollen. Manche dieser sehr unterschiedlichen Apps sollen die Motivation zur Rauchentwöhnung stärken oder aufrechterhalten, andere geben Informationen, Tipps und Tricks rund um das Thema oder sogar strukturierte Anleitungen.

Einige Apps zur Rauchentwöhnung sind kostenpflichtig, andere nicht. Sie arbeiten nicht zwingend mit Methoden, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist. Ihre Qualität kann daher sehr unterschiedlich sein. Die meisten Apps werden von den Krankenkassen nicht bezahlt. Die ärztliche Leitlinie zur Tabakentwöhnung empfiehlt Apps als eigenständige Hilfe oder sinnvolle Ergänzung zu anderen Angeboten. Allerdings fehlen für die meisten Apps noch gute Wirksamkeitsnachweise. Nur sehr wenige wurden bisher wissenschaftlich fundiert überprüft. Wenn Sie Apps zur Rauchentwöhnung ausprobieren, wählen Sie nach Möglichkeit wissenschaftlich geprüfte Angebote.

Apps auf Rezept

Ärzte und Ärztinnen können bestimmte Apps auf Rezept verschreiben. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in diesen Fällen die Kosten dafür. Diese Apps heißen digitale Gesundheitsanwendungen (kurz DiGA). Im Gegensatz zu anderen Apps müssen DiGA ein Prüfverfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte durchlaufen. Nach erfolgreicher Prüfung werden sie in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen.

Online-Selbsthilfeprogramme

Anders als Apps bieten Online-Selbsthilfeprogramme in der Regel ein komplexeres und systematisch aufgebautes Programm, das den Weg in die Rauchfreiheit unterstützen soll und meist ähnlich strukturiert ist wie eine Gruppentherapie. Sie können die Programme nutzen, wann und wo es Ihnen passt – sogar anonym. Dazu benötigen Sie ein Smartphone oder einen Computer.

Ein kostenloses Online-Selbsthilfeprogramm finden Sie zum Beispiel über das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit. Im Rauchfrei-Programm erhalten Sie täglich unterstützende E-Mails, Tipps und Informationen zum Rauchstopp.

Rauchen aufhören mit Achtsamkeit

Was sind Achtsamkeitsübungen?

Achtsamkeit bedeutet, dass man seine eigenen Gedanken und Gefühle beobachtet, ohne sie zu bewerten. Achtsamkeit hilft Menschen, ihre Gedanken und Gefühle besser zu kontrollieren. Beim Rauchstopp verspürt man oft den starken Drang nach einer Zigarette und schlechte Stimmung.

Übungen zur Achtsamkeit sollen dazu führen, besser mit solchen Situationen umzugehen. Folgendes können Sie dabei lernen:

  • Dinge akzeptieren, die man nicht ändern kann, und stattdessen das eigene Leben besser gestalten (Akzeptanz- und Commitment-Therapie)
  • Gelassenheit (Achtsamkeitstraining)
  • Stress und starke Gefühle aushalten, ohne dass es einem schlechter geht (Stress-Toleranz-Training)
  • Sich konzentrieren und den eigenen Körper bewusst wahrnehmen (Yoga)

In einer systematischen Übersichtsarbeit wurde untersucht, ob Achtsamkeitsübungen helfen können, mit dem Rauchen aufzuhören. Dabei hat sich eine randomisiert-kontrollierte Studie aus den USA mit der Frage beschäftigt, ob Achtsamkeitstraining beim Rauchstopp hilft. Verglichen wurde eine Gruppe, die Achtsamkeitstraining erhielt, mit einer zweiten Gruppe, die ohne unterstützende Therapie zur Rauchentwöhnung blieb. Nach sechs Monaten war die Zahl der Nichtraucher in beiden Gruppen gleich groß. Die Zuverlässigkeit des Ergebnisses ist gering, da das Vorgehen der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen nicht ausreichend beschrieben ist.

Zu anderen Achtsamkeitsübungen wie ACT, Stresstoleranz-Training oder Yoga ließ sich keine randomisiert-kontrollierte Studie finden, die eine dieser Maßnahmen mit den Ergebnissen ohne eine unterstützende Therapie zur Rauchentwöhnung verglichen hat.

Rauchen aufhören mit Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen für Menschen, die rauchen

Der Austausch mit anderen Menschen, die kürzlich mit dem Rauchen aufgehört haben, mag zusätzliche Motivation geben. In den Gesprächen können Sie Ihre persönlichen Hürden besprechen und sich Tipps einholen. Eine Übersicht zu Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe finden Sie beispielsweise bei der Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle Berlin oder bei der Suchtselbsthilfe des Blauen Kreuz.

Selbsthilfematerial zur Rauchentwöhnung

Kostenlose Informationsmaterialien zum Rauchstopp erhalten Sie über das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit.

Rauchen aufhören mit professioneller Begleitung

Psychotherapie und Rauchstopp-Programme

Fachkräfte können den Rauchstopp auf viele Arten begleiten – von der Planung über den Entzug bis hin zum langfristigen Durchhalten. Dafür stehen Telefonberatungen, Entwöhnungsprogramme und Gruppentherapien zur Verfügung.

Hilfe für die Rauchentwöhnung: Informationen zu Beratungsangeboten.

Kasten: Rauchen aufhören mit Hypnose

Bei einer Hypnose wird man in eine Art Wachschlaf versetzt. In diesem Zustand kann der Therapeut, die Therapeutin Gefühle und Gedanken rund um das Rauchen beeinflussen und so die Grundlage für den Rauchstopp legen.

Mehr über Hypnose zur Rauchentwöhnung

Rauchen aufhören mit Medikamenten

Rezeptfreie Medikamente für den Rauchstopp

Nikotinersatzprodukte wie Nikotinpflaster oder -kaugummi können die ersten Wochen des Rauchstopps erleichtern, indem sie Entzugserscheinungen und das Verlangen nach Zigaretten lindern. Die Ersatzprodukte sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.

Verschreibungspflichtige Medikamente für den Rauchstopp

Vareniclin, Bupropion und Cytisin sind verschreibungspflichtige Medikamente. Sie sollen Entzugserscheinungen entgegenwirken und den Drang zu rauchen senken. Ihr Arzt, Ihre Ärztin kann Sie zu den verschiedenen Medikamenten beraten und bei Bedarf ein Rezept ausstellen.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Hrsg. S3-Leitlinie „Screening, Diagnostik und Behandlung des schädlichen und abhängigen Tabakkonsums“: AWMF-Register Nr. 076-006. 

Bold KW, Garrison KA, DeLucia A et al. Smartphone apps for smoking cessation: Systematic framework for app review and analysis; 2023/07/13. J Med Internet Res 2023; 25.

Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz), Deutsche Krebshilfe, Hrsg. Tabakatlas Deutschland 2025. Lengerich: Pabst Science Publishers; 2025 Verfügbar unter: https://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Aktuelles/Download/Tabakatlas-Deutschland-2025.pdf [17.12.2025].

Jackson S, Brown J, Norris E, Livingstone-Banks J, Hayes E, Lindson N. Mindfulness for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2022; 4(4):CD013696. doi: 10.1002/14651858.CD013696.pub2.

Michalak J, Blaeser S, Heidenreich T. Achtsamkeitsbasierte Therapie. Psychiatr. Psychother. up2date 2012; 6(04):245–56. doi: 10.1055/s-0032-1304959.

Milcarz K, Polanska K, Balwicki L et al. Perceived barriers and motivators to smoking cessation among socially-disadvantaged populations in Poland. Int J Occup Med Environ Health 2019; 32(3):363–77. doi: 10.13075/ijomeh.1896.01377.

Taylor GMJ, Dalili MN, Semwal M, Civljak M, Sheikh A, Car J. Internet-based interventions for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2017; 9:CD007078. doi: 10.1002/14651858.CD007078.pub5.

Ubhi HK, Kotz D, Michie S et al. Comparative analysis of smoking cessation smartphone applications available in 2012 versus 2014. Addictive Behaviors 2016; 58:175–81. doi: 10.1016/j.addbeh.2016.02.026.

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Anne Engler
Anne Engler

Anne Engler

Referentin Evidenzbasierte Medizin
Anne Engler ist Gesundheitswissenschaftlerin. Für die Stiftung erarbeitet sie mit den Methoden der evidenzbasierten Medizin Inhalte für multimediale Informationsangebote.
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Jannis Krupp
Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

Multimedia-Producer
Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
Wissenschaftliche Beratung:
Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch
Portrait Univ.Ass. Mag.rer.nat. Thomas Semlitsch

Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch

Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch studierte Chemie mit dem Ausbildungsschwerpunkt Biochemie und Zellbiologie der Karl Franzens Universität Graz. Vor seiner Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war er mehrere Jahre im Bereich Qualitätsmanagement und als Koordinator klinischer Studien an einer österreichischen Privatklinik tätig und absolvierte 2007 eine Post-Graduate Ausbildung zum Good Laboratory Practice (GLP) -Beauftragten für den Bereich analytisches Labor. Von 2008 bis 2014 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Research Unit „EBM Review Center“ der Medizinischen Universität Graz und von 2011 bis 2014 auch am Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research Forschungsgesellschaft tätig. Seit 2015 ist er als Univ. Assistent am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung im Fachbereich Evidenzbasierte Medizin beschäftigt. Herr Semlitsch ist seit 2018 Fachbereichssprecher der Sektion Österreich und somit Mitglied des erweiternden Vorstands des Deutschen Netzwerks Evidenz basierte Medizin (DNEbM).
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Mag. (FH) Christine Loder

Mag. (FH) Christine Loder

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BSc, MSc Cornelia Krenn
Cornelia Krenn, BSc, MSc

BSc, MSc Cornelia Krenn

Frau Cornelia Krenn, BSc, MSc studierte Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Medizinischen Universität Graz. Vor ihrer Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war sie mehrere Jahre als Pharmakovigilanz-Managerin in einem österreichischen Pharmaunternehmen tätig. Seit 2017 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich evidenzbasierte Medizin am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung beschäftigt. Daneben absolviert Frau Krenn aktuell das Doktoratsstudium „Sustainable Health Research“ an der Medizinischen Universität Graz.

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Aktualisiert am: 15.04.2026