Gerade in den ersten Tagen des Rauchstopps können Entzugserscheinungen auftreten, weil der Körper nach den gewohnten Suchtstoffen aus der Zigarette verlangt. Nikotinpflaster und andere nikotinhaltige Produkte sollen die Entzugserscheinungen und das Verlangen nach Zigaretten lindern.
Bei Nikotinpflaster und anderen Ersatzprodukten gelangt das Nikotin langsamer in den Körper als beim Rauchen. Deshalb ist das Genusserlebnis nicht vergleichbar. Wer stark raucht (ca. eine Packung am Tag) spürt daher auch mit Ersatzprodukten unter Umständen noch das Verlangen nach Zigaretten.
Es gibt viele Möglichkeiten, Ihren Rauchstopp zu unterstützen: von Selbsthilfe über professionelle Beratung bis hin zu Medikamenten. Finden Sie Ihre persönliche Strategie, um mit dem Rauchen aufzuhören.
Es gibt verschiedene Nikotinersatzprodukte auf dem Markt, dazu zählen Kaugummis, Lutschtabletten, Inhalatoren, Nasenspray und Pflaster. Die Produkte sind jeweils in unterschiedlichen Dosierungen verfügbar – je nachdem, wie stark man geraucht hat. Ihr Arzt, Ihre Ärztin kann Sie bei der Auswahl eines geeigneten Produkts unterstützen.
Nikotinpflaster geben über ihre Klebeschicht Nikotin an die Haut ab. So erzeugen sie über den Tag einen gleichbleibenden Nikotinspiegel, der vor Entzugssymptomen schützen soll. Sie sind geeignet für Raucherinnen und Raucher mit einer mittelstarken bis starken Tabakabhängigkeit. Ein Pflaster hält etwa 16 bis 24 Stunden.
Bei Nikotinkaugummis kommt es darauf an, langsam und vorsichtig zu kauen. So wird das enthaltene Nikotin gleichmäßig freigesetzt. Sobald Sie die Wirkung des Nikotins spüren, können Sie den Kaugummi in der Backentasche lagern und später weiterkauen. Nikotinkaugummis eigenen sich bei geringer oder mittelstarker Abhängigkeit sowie für Gelegenheitsraucher.
Lutschtabletten setzten ihr Nikotin über einen Zeitraum von 20 bis 30 Minuten frei. Sie eignen sich bei mittelstarker bis starker Abhängigkeit und unregelmäßigem Rauchverhalten.
Nikotinhaltige Nasen- oder Mundsprays führen dem Körper mit einem Sprühstoß hohe Mengen an Nikotin zu. Sie eignen sich deshalb besonders für Menschen mit starker Abhängigkeit. Auf dem deutschen Markt sind Nikotin-Nasensprays nicht mehr nicht verfügbar.
Eine systematische Übersichtsarbeit aus 133 randomisiert-kontrollierten Studien ergab, dass Nikotinpflaster und andere Ersatzprodukte beim Rauchstopp helfen können. In den Studien erhielten Raucher und Raucherinnen entweder ein Ersatzprodukt mit Nikotin oder ein Placebo ohne Nikotin. Zum Ende der Studien (nach 6 bzw. 12 Monaten) waren 16 von 100 Personen, die ein Ersatzprodukt nutzten, noch rauchfrei. In der Placebogruppe waren es nur 11 von 100 Personen. Die Qualität der Übersichtsarbeit und der zugrundeliegenden Studien ist gut, sodass diese Ergebnisse mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zuverlässig sind.
Aus Studien geht auch hervor, dass es sinnvoll sein kann, verschiedene Nikotinersatzprodukte zu kombinieren – zum Beispiel Nikotinpflaster und Nikotinkaugummis. Auch scheint es hilfreich zu sein, die Anwendung schon vor dem Rauchstopp zu beginnen. Nebenwirkungen treten dadurch nicht häufiger auf. Die Zuverlässigkeit der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen ist jedoch gering bis sehr gering, da diese in den Studien nur selten erfasst wurden.
Eine systematische Übersichtsarbeit aus 28 randomisiert-kontrollierten Studien untersuchte mögliche Nebenwirkungen von Nikotinpflastern und anderen Ersatzprodukten. In den Studien berichteten 3 von 100 Personen, die ein Ersatzprodukt nutzten, von Herzklopfen, Brustschmerzen oder ähnlichen Beschwerden. Bei Personen, die ein Placeboprodukt nutzten, war es 1 von 100.
Weitere Nebenwirkungen unterschieden sich je nachdem, welches Produkt verwendet wurde. So führen Nikotinpflaster bei bis zu 54 von 100 Nutzern und Nutzerinnen zu Hautreizungen. Kaugummi, Lutschtablette oder Sprays können dagegen die Mundschleimhaut reizen. In den Studien war dies bei 50 von 100 Personen der Fall.
Andere mögliche Nebenwirkungen sind Schmerzen im Mundraum, saures Aufstoßen oder Erbrechen.
Das Vertrauen in diese Ergebnisse ist mittelhoch. Das liegt vor allem an der durchwachsenen Qualität der zugrundeliegenden Studien.
Nikotinpflaster, -kaugummis und andere Ersatzprodukte erhalten Sie in der Apotheke. Es gibt sie in verschiedenen Dosierungen und Geschmacksrichtungen.
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Aktualisiert am: 15.04.2026