Hypnose-Behandlungen sollen das Verlangen nach Zigaretten schwächen und den Wunsch stärken, rauchfrei zu bleiben. Kann das funktionieren?
Die Hypnose ist ein spezielles Behandlungsverfahren in der Psychotherapie. Sie wird von geschulten Hypnotherapeuten und Hypnotherapeutinnen angeboten, z. B. von Ärzten oder Psychotherapeutinnen. Bei der Hypnose wird die Patientin, der Patient in einen anderen Bewusstseinszustand versetzt. In der sogenannten Trance soll man tief entspannt und gleichzeitig hochkonzentriert sein. Reize aus der Umwelt und das vernünftige Denken treten in den Hintergrund. Die Therapeutin kann den Patienten in diesem Zustand stark beeinflussen.
Man geht davon aus, dass Hypnose einen Zugang zum Unterbewusstsein ermöglicht. Der Hypnotherapeut nutzt diesen Zugang, um alte Denk- und Verhaltensmuster aufzulösen und neue Gedanken zu ermöglichen. Dadurch will man die richtige geistige Grundhaltung festigen, um mit dem Rauchen aufzuhören. Zudem soll dieses Verfahren helfen, sich komplett auf den Rauchstopp zu konzentrieren.
Hypnosebehandlungen zur Rauchentwöhnung werden sowohl von Ärztinnen als auch von Psychotherapeuten angeboten. Sie können in Einzelsitzungen oder als Gruppentherapie stattfinden. Eine vollständige Behandlung umfasst drei bis fünf Sitzungen.
In den ersten Sitzungen werden zunächst die Hypnosetechniken erläutert und die Motivation für den Rauchstopp geklärt. Gemeinsam analysieren Patientin und Therapeut, welchen Stellenwert das Rauchen hat und welche Bedürfnisse es erfüllt. In der Hypnose selbst geht es darum, ein positives Bild von der rauchfreien Zukunft zu festigen und Motivation für den Rauchstopp zu schaffen.
Therapeut und Teilnehmende bestimmen einen konkreten Tag für den Rauchstopp. Bis dahin spielen Sie in Trance typische Situationen durch, in denen Sie normalerweise rauchen, und stellen sich bildlich vor, wie Sie diese Momente künftig ohne Zigarette bewältigen werden.
Außerdem erlernen Sie in den Sitzungen auch die Selbsthypnose. Damit können sie sich nach der Behandlung auch selbst in einen tranceartigen Zustand versetzen und ihr Selbstbild als Nichtraucher weiter festigen.
Über die Hypnosetechniken hinaus werden auch Informationen zur Wirkung des Nikotins im Körper, zur Ernährung und zum Umgang mit Rückfällen vermittelt.
Laut der offiziellen medizinischen Leitlinie zur Tabakabhängigkeit ist Hypnose zur Unterstützung bei der Rauchentwöhnung möglicherweise wirksam. Grund für die eingeschränkte Empfehlung sind widersprüchliche Studienergebnisse zur Wirksamkeit der Hypnotherapie. Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine Hypnose nur von geschulten Ärzten und Psychotherapeutinnen vorgenommen werden sollte. Von einer Hypnose durch Laien wird ausdrücklich abgeraten.
Die Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie listet Therapeutinnen und Therapeuten, die eine entsprechende Ausbildung für die Hypnose absolviert haben. Auf der interaktiven Karte können Sie nach Anbietern in Ihrer Nähe suchen.
Bei der Hypnose handelt es sich um eine individuelle Gesundheitsleistung. Das bedeutet, dass die Krankenkassen in der Regel keine Kosten dafür tragen.
Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Hrsg. S3-Leitlinie „Screening, Diagnostik und Behandlung des schädlichen und abhängigen Tabakkonsums“: AWMF-Register Nr. 076-006. Verfügbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/076-006l_S3_Rauchen-_Tabakabhaengigkeit-Screening-Diagnostik-Behandlung_2021-03.pdf [17.12.2025].
Gerl W, Riegel B, Schweizer C, Freund U. Rauchen. In: Revenstorf D, Burkhard P, Rasch B, Hrsg. Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Berlin: Springer; 2023.S. 301-315.
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Aktualisiert am: 15.04.2026