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Hypnose zur Rauchentwöhnung: Wirkt sie?

Hypnose-Behandlungen sollen das Verlangen nach Zigaretten schwächen und den Wunsch stärken, rauchfrei zu bleiben. Kann das funktionieren? 
 

Behandlung mit Hypnose

Wie funktioniert Hypnose bei der Rauchentwöhnung?

Die Hypnose ist ein spezielles Behandlungsverfahren in der Psychotherapie. Sie wird von geschulten Hypnotherapeuten und Hypnotherapeutinnen angeboten, z. B. von Ärzten oder Psychotherapeutinnen. Bei der Hypnose wird die Patientin, der Patient in einen anderen Bewusstseinszustand versetzt. In der sogenannten Trance soll man tief entspannt und gleichzeitig hochkonzentriert sein. Reize aus der Umwelt und das vernünftige Denken treten in den Hintergrund. Die Therapeutin kann den Patienten in diesem Zustand stark beeinflussen.

Man geht davon aus, dass Hypnose einen Zugang zum Unterbewusstsein ermöglicht. Der Hypnotherapeut nutzt diesen Zugang, um alte Denk- und Verhaltensmuster aufzulösen und neue Gedanken zu ermöglichen. Dadurch will man die richtige geistige Grundhaltung festigen, um mit dem Rauchen aufzuhören. Zudem soll dieses Verfahren helfen, sich komplett auf den Rauchstopp zu konzentrieren.

Wie läuft Hypnose zur Rauchentwöhnung ab?

Hypnosebehandlungen zur Rauchentwöhnung werden sowohl von Ärztinnen als auch von Psychotherapeuten angeboten. Sie können in Einzelsitzungen oder als Gruppentherapie stattfinden. Eine vollständige Behandlung umfasst drei bis fünf Sitzungen.

In den ersten Sitzungen werden zunächst die Hypnosetechniken erläutert und die Motivation für den Rauchstopp geklärt. Gemeinsam analysieren Patientin und Therapeut, welchen Stellenwert das Rauchen hat und welche Bedürfnisse es erfüllt. In der Hypnose selbst geht es darum, ein positives Bild von der rauchfreien Zukunft zu festigen und Motivation für den Rauchstopp zu schaffen.

Therapeut und Teilnehmende bestimmen einen konkreten Tag für den Rauchstopp. Bis dahin spielen Sie in Trance typische Situationen durch, in denen Sie normalerweise rauchen, und stellen sich bildlich vor, wie Sie diese Momente künftig ohne Zigarette bewältigen werden.

Außerdem erlernen Sie in den Sitzungen auch die Selbsthypnose. Damit können sie sich nach der Behandlung auch selbst in einen tranceartigen Zustand versetzen und ihr Selbstbild als Nichtraucher weiter festigen.

Über die Hypnosetechniken hinaus werden auch Informationen zur Wirkung des Nikotins im Körper, zur Ernährung und zum Umgang mit Rückfällen vermittelt.

Wirkt Hypnose bei der Rauchentwöhnung?

Hilft Hypnose bei der Rauchentwöhnung?

Laut der offiziellen medizinischen Leitlinie zur Tabakabhängigkeit ist Hypnose zur Unterstützung bei der Rauchentwöhnung möglicherweise wirksam. Grund für die eingeschränkte Empfehlung sind widersprüchliche Studienergebnisse zur Wirksamkeit der Hypnotherapie. Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine Hypnose nur von geschulten Ärzten und Psychotherapeutinnen vorgenommen werden sollte. Von einer Hypnose durch Laien wird ausdrücklich abgeraten.

Wer bietet Hypnose zur Rauchentwöhnung an?

Die Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie listet Therapeutinnen und Therapeuten, die eine entsprechende Ausbildung für die Hypnose absolviert haben. Auf der interaktiven Karte können Sie nach Anbietern in Ihrer Nähe suchen.

Bei der Hypnose handelt es sich um eine individuelle Gesundheitsleistung. Das bedeutet, dass die Krankenkassen in der Regel keine Kosten dafür tragen.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Hrsg. S3-Leitlinie „Screening, Diagnostik und Behandlung des schädlichen und abhängigen Tabakkonsums“: AWMF-Register Nr. 076-006. Verfügbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/076-006l_S3_Rauchen-_Tabakabhaengigkeit-Screening-Diagnostik-Behandlung_2021-03.pdf [17.12.2025].

Gerl W, Riegel B, Schweizer C, Freund U. Rauchen. In: Revenstorf D, Burkhard P, Rasch B, Hrsg. Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Berlin: Springer; 2023.S. 301-315.

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Anne Engler
Anne Engler

Anne Engler

Referentin Evidenzbasierte Medizin
Anne Engler ist Gesundheitswissenschaftlerin. Für die Stiftung erarbeitet sie mit den Methoden der evidenzbasierten Medizin Inhalte für multimediale Informationsangebote.
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Jannis Krupp
Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

Multimedia-Producer
Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
Wissenschaftliche Beratung:
Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch
Portrait Univ.Ass. Mag.rer.nat. Thomas Semlitsch

Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch

Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch studierte Chemie mit dem Ausbildungsschwerpunkt Biochemie und Zellbiologie der Karl Franzens Universität Graz. Vor seiner Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war er mehrere Jahre im Bereich Qualitätsmanagement und als Koordinator klinischer Studien an einer österreichischen Privatklinik tätig und absolvierte 2007 eine Post-Graduate Ausbildung zum Good Laboratory Practice (GLP) -Beauftragten für den Bereich analytisches Labor. Von 2008 bis 2014 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Research Unit „EBM Review Center“ der Medizinischen Universität Graz und von 2011 bis 2014 auch am Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research Forschungsgesellschaft tätig. Seit 2015 ist er als Univ. Assistent am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung im Fachbereich Evidenzbasierte Medizin beschäftigt. Herr Semlitsch ist seit 2018 Fachbereichssprecher der Sektion Österreich und somit Mitglied des erweiternden Vorstands des Deutschen Netzwerks Evidenz basierte Medizin (DNEbM).
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Mag. (FH) Christine Loder

Mag. (FH) Christine Loder

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BSc, MSc Cornelia Krenn
Cornelia Krenn, BSc, MSc

BSc, MSc Cornelia Krenn

Frau Cornelia Krenn, BSc, MSc studierte Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Medizinischen Universität Graz. Vor ihrer Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war sie mehrere Jahre als Pharmakovigilanz-Managerin in einem österreichischen Pharmaunternehmen tätig. Seit 2017 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich evidenzbasierte Medizin am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung beschäftigt. Daneben absolviert Frau Krenn aktuell das Doktoratsstudium „Sustainable Health Research“ an der Medizinischen Universität Graz.

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Aktualisiert am: 15.04.2026