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Rauchen

Rauchentwöhnung: Hilfe und Beratung

Wie kann der Rauchstopp gelingen? Was tun gegen Entzugserscheinungen und ständige Gedanken an eine Zigarette? Holen Sie sich Hilfe bei Fachkräften!

Rauchentwöhnung: Hilfe durch Beratung

Telefonische Beratungsstellen

Verschiedene Organisationen bieten Telefonberatungen zur Rauchentwöhnung an, zum Beispiel die kostenfreie Telefonberatung des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit (BIÖG). Nach einem ersten Gespräch mit Informationen und Aufklärung folgen bis zu fünf weitere Anrufe zur Unterstützung des Rauchstopps. Diese telefonischen Gespräche haben unterschiedliche Inhalte und sind den Erfahrungen und dem Zeitpunkt in der Entwöhnungsphase angepasst.

Die Bundesweite Sucht & Drogen Hotline bietet telefonische Beratung, Hilfe und Informationen für Menschen mit Suchtproblemen sowie deren Angehörige. Dort können Sie sich in einem persönlichen Telefongespräch Informationen zum Rauchstopp holen und konkrete Fragen stellen. Ein Anruf kostet 20 Cent.

Hilfe vom Arzt

Ihr Hausarzt, Ihre Hausärztin kann Sie auf Wunsch zum Rauchstopp beraten. Dies gehört zu den üblichen Gründen für einen Arztbesuch und wird dementsprechend von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Es gibt auch Ärzte, Psychologen und andere Anlaufstellen, die Beratungen und spezielle Rauchersprechstunden anbieten. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin danach.

Entwöhnungsprogramme

Gruppenkurse, wie das Rauchfrei-Programm, und Entwöhnungsprogramme, wie das kostenfreie Rauchfrei Ausstiegsprogramm des BIÖG, haben ähnliche inhaltliche Blöcke wie die Verhaltenstherapie (Vorbereitung des Rauchstopps, Rauchentwöhnung, Beibehaltung des Nichtrauchens). Sie bieten zudem die Möglichkeit, sich mit anderen Rauchern auszutauschen und von deren Erfahrungen zu profitieren.

Rauchentwöhnung: Hilfe durch Verhaltenstherapie

Wie hilft Verhaltenstherapie beim Rauchstopp?

Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine Form der Psychotherapie, die auf Verhaltensänderungen und damit verbundene Gefühle abzielt. Für einen Rauchstopp wird die Verhaltenstherapie üblicherweise als Gruppentherapie angeboten. Die Unterstützung durch andere ehemalige Raucher kann dabei hilfreich sein.

Das Hauptziel der Verhaltenstherapie ist es, gemeinsam alternative Verhaltensweisen zum Rauchen zu entwickeln. Die Verhaltenstherapie verläuft in drei Phasen:

Phase 1: Rauchstopp vorbereiten

In der ersten Phase beobachten Sie Ihr Rauchverhalten, z. B. in Form von Protokollen oder Tagebüchern. Darin halten Sie fest, wie viele Zigaretten Sie rauchen und in welchen Situationen Sie Lust auf eine Zigarette bekommen. Außerdem sammeln Sie Motivation dafür, mit dem Rauchen aufzuhören.

Phase 2: Rauchstopp planen

Jetzt legen Sie ein Stoppdatum fest. Bis dahin können Sie unverändert weiterrauchen oder die Zahl der Zigaretten schrittweise verringern. Am gewählten Datum hören Sie auf.

Phase 3: Rauchfrei werden und bleiben

In dieser Phase dreht sich alles darum, Sie in Ihrem neuen Leben als Nichtraucher oder Nichtraucherin zu stärken. Hier werden die Vorzüge des Nichtrauchens und der Umgang mit schwierigen Situationen thematisiert.

Hilft Verhaltenstherapie in der Gruppe beim Rauchstopp?

Erhöht eine Gruppentherapie die Chance auf einen erfolgreichen Rauchstopp? Diese Frage wurde in einer systematischen Übersichtsarbeit aus neun RCTs mit knapp 1100 Personen überprüft. 17 von 100 Raucherinnen und Rauchern, die an einer Gruppentherapie teilgenommen hatten, waren nach 6 bzw. 12 Monaten noch rauchfrei. Ohne Gruppentherapie waren es 7 von 100 Raucherinnen und Rauchern. Diese Angaben stammen von den Teilnehmenden selbst. Es wurde nicht weiter überprüft, ob die Teilnehmenden tatsächlich noch rauchfrei waren. Das schränkt das Vertrauen in diese Studienergebnisse stark ein. Denn es lässt sich nicht ausschließen, dass die Teilnehmenden z. B. aus Scham falsche Angaben gemacht haben. In der Übersichtsarbeit finden sich keine Angaben über Nebenwirkungen der Gruppentherapie. Das schließt nicht aus, dass Nebenwirkungen auftreten können:

Verhaltenstherapie finden

Wie bekomme ich eine Verhaltenstherapie für den Rauchstopp?

Ihr Hausarzt, Ihre Hausärztin kann Ihnen eine Verhaltenstherapie für den Rauchstopp verschreiben. Mit dieser Verordnung können Sie zu einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin gehen und eine Behandlung beginnen. Da die Plätze für eine Psychotherapie häufig knapp sind, müssen Sie ggf. mit Wartezeiten rechnen. Um Wartezeiten zu überbrücken, hätten Sie die Möglichkeit, sich zum Beispiel eine App auf Rezept verschreiben zu lassen oder andere kostenfreie Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen. Fragen Sie auch Ihre Krankenkasse: Viele gesetzliche Krankenversicherungen halten Angebote für den Rauchstopp bereit.

Die Kosten für eine Gruppentherapie variieren je nach Anbieter. Viele Krankenkassen bezuschussen die Teilnahme. Fragen Sie diesbezüglich Ihre Krankenkasse.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Hrsg. S3-Leitlinie „Screening, Diagnostik und Behandlung des schädlichen und abhängigen Tabakkonsums“: AWMF-Register Nr. 076-006. Verfügbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/076-006l_S3_Rauchen-_Tabakabhaengigkeit-Screening-Diagnostik-Behandlung_2021-03.pdf [17.12.2025].

Hoch EK, Kröger CB. Nikotinabhängigkeit. In: Wittchen HU, Hoyer J, editors. Klinische Psychologie & Psychotherapie. 2nd ed. Berlin, Heidelberg; 2011. p. 767–82.

Stead LF, Carroll AJ, Lancaster T. Group behaviour therapy programmes for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2017; 3:CD001007. doi: 10.1002/14651858.CD001007.pub3.
 

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Anne Engler
Anne Engler

Anne Engler

Referentin Evidenzbasierte Medizin
Anne Engler ist Gesundheitswissenschaftlerin. Für die Stiftung erarbeitet sie mit den Methoden der evidenzbasierten Medizin Inhalte für multimediale Informationsangebote.
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Jannis Krupp
Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

Multimedia-Producer
Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
Wissenschaftliche Beratung:
Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch
Portrait Univ.Ass. Mag.rer.nat. Thomas Semlitsch

Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch

Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch studierte Chemie mit dem Ausbildungsschwerpunkt Biochemie und Zellbiologie der Karl Franzens Universität Graz. Vor seiner Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war er mehrere Jahre im Bereich Qualitätsmanagement und als Koordinator klinischer Studien an einer österreichischen Privatklinik tätig und absolvierte 2007 eine Post-Graduate Ausbildung zum Good Laboratory Practice (GLP) -Beauftragten für den Bereich analytisches Labor. Von 2008 bis 2014 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Research Unit „EBM Review Center“ der Medizinischen Universität Graz und von 2011 bis 2014 auch am Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research Forschungsgesellschaft tätig. Seit 2015 ist er als Univ. Assistent am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung im Fachbereich Evidenzbasierte Medizin beschäftigt. Herr Semlitsch ist seit 2018 Fachbereichssprecher der Sektion Österreich und somit Mitglied des erweiternden Vorstands des Deutschen Netzwerks Evidenz basierte Medizin (DNEbM).
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Mag. (FH) Christine Loder

Mag. (FH) Christine Loder

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BSc, MSc Cornelia Krenn
Cornelia Krenn, BSc, MSc

BSc, MSc Cornelia Krenn

Frau Cornelia Krenn, BSc, MSc studierte Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Medizinischen Universität Graz. Vor ihrer Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war sie mehrere Jahre als Pharmakovigilanz-Managerin in einem österreichischen Pharmaunternehmen tätig. Seit 2017 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich evidenzbasierte Medizin am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung beschäftigt. Daneben absolviert Frau Krenn aktuell das Doktoratsstudium „Sustainable Health Research“ an der Medizinischen Universität Graz.

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Aktualisiert am: 15.04.2026