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Hilft die E-Zigarette beim Rauchstopp?

Manche Raucherinnen und Raucher glauben, dass ein vorübergehender Wechsel zur E-Zigarette den Rauchstopp erleichtern kann. Stimmt das?

Was sind E-Zigaretten?

Wie funktionieren E-Zigaretten?

E-Zigaretten sind elektronische Geräte, die eine Flüssigkeit erhitzen, sodass Wasserdampf gemischt mit den weiteren Inhaltsstoffen zur Inhalation entsteht. Die Flüssigkeit – auch Liquid genannt – enthält neben Nikotin in der Regel die Trägerstoffe Propylenglykol und Glycerin sowie Aromastoffe. E-Zigaretten sind auch ohne Nikotin und Aromastoffe verfügbar. Die Produkte sind in zahlreichen Marken und Modellen seit 2006 auf dem Markt.

Oft wird für E-Zigaretten auch synonym der Begriff „Vape“ benutzt, der sich vom englischen Wort „Vaporiser“ (deutsch: „Verdampfer“) ableitet. Es gibt wiederaufladbare und nachfüllbare E-Zigaretten sowie Einweg-E-Zigaretten.

Mit E-Zigarette zu rauchen aufhören

Helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?

Es gibt wissenschaftliche Belege dafür, dass die E-Zigarette dabei helfen kann, auf Tabakzigaretten zu verzichten. Allerdings erfolgt nach dem Umstieg auf die E-Zigarette nicht immer ein kompletter Rauchstopp, also ein vollständiger Verzicht auf Nikotinprodukte.

Diese Schlüsse lassen sich aus einer systematischen Übersichtsarbeit ziehen. In dieser Studie untersuchte man, ob E-Zigaretten mit Nikotin besser für den Rauchstopp geeignet sind als Beratungsprogramme. Außerdem wurden nikotinhaltige E-Zigaretten mit E-Zigaretten ohne Nikotin verglichen.

Alle Teilnehmenden wurden dazu angehalten, keine Tabakzigaretten mehr zu rauchen. 6 bis 24 Monate später ließen sich folgende Zahlen erheben:

  • 10 bzw. 11 von 100 Betroffenen, die eine nikotinhaltige E-Zigarette nutzen, rauchten keine Tabakzigaretten mehr.
  • 10 von 100 Betroffenen, die eine nikotinfreie E-Zigarette nutzen, rauchten keine Tabakzigaretten mehr.
  • 6 von 100 Betroffenen, die keine E-Zigaretten nutzen oder nur eine Raucherberatung erhielten, rauchten keine Tabakzigaretten mehr.

Die Teilnehmenden wurden auch dazu aufgefordert, nach spätestens 24 Wochen auf E-Zigaretten zu verzichten. Daran hielten sich jedoch nicht alle.

Das Vertrauen in die Ergebnisse ist aufgrund der methodischen Qualität für den Nutzen und die leichten Nebenwirkungen von nikotinhaltigen E-Zigaretten im Vergleich zu nikotinfreien E-Zigaretten moderat und für den Vergleich von E-Zigaretten mit Nikotin zu keiner E-Zigarette gering. 

Es liegen keine Daten zu unerwünschten Ereignissen über zwölf Monate hinaus vor.

Kann die E-Zigarette eine Übergangslösung für den Rauchstopp sein?

Vielleicht haben Sie überlegt, die E-Zigarette als Übergangslösung für den Rauchstopp zu nutzen: also erst einmal von Tabak- auf E-Zigaretten umzusteigen und dann ganz aufzuhören. Das Deutsche Krebsforschungszentrum rät von dieser Strategie ab. Untersuchungen zeigen, dass viele Anwenderinnen nach dem Rauchstopp langfristig bei der E-Zigarette bleiben. Sie sind also weiterhin abhängig und tragen die damit verbundenen Gesundheitsrisiken. Auch die ärztliche Leitlinie zur Tabakabhängigkeit empfiehlt E-Zigaretten nicht, um mit dem Rauchen aufzuhören.

Wer Unterstützung für den Rauchstopp sucht, findet wissenschaftlich geprüfte Alternativen. Ihr Arzt, Ihre Ärztin kann Sie zum Beispiel zu Nikotinpflastern oder Medikamenten beraten.

Sind E-Zigaretten gesund?

Nebenwirkungen von E-Zigaretten

In fünf randomisiert-kontrollierten Studien fanden sich Angaben über Nebenwirkungen bei der Nutzung von nikotinhaltigen und nikotinfreien E-Zigaretten. Dazu zählten Mund- und Rachenreizung, Husten, Kurzatmigkeit und Kopfschmerzen. Für das Auftreten von Nebenwirkungen ergab es keinen Unterschied, ob eine nikotinhaltige oder eine nikotinfreie E-Zigarette verwendet wurde: In beiden Gruppen traten bei etwa 46 von 100 Personen Nebenwirkungen auf. 

Auch in vier randomisiert-kontrollierten Studien, die nikotinhaltige E-Zigaretten mit einer Raucherberatung verglichen, fanden sich Angaben über Nebenwirkungen. 84 von 100 Personen, die E-Zigaretten verwendeten, berichteten von Nebenwirkungen. Bei Personen, die keine E-Zigaretten verwendeten, war dies bei 66 von 100 der Fall.

Neun Studien (RCTs) untersuchten schwerwiegende unerwünschte Ereignisse bei der Nutzung von E-Zigaretten mit und ohne Nikotin und zehn RCTs bei der Nutzung von E-Zigaretten im Vergleich zu keiner Nutzung. Diese traten insgesamt selten auf. In allen Gruppen war dies bei etwa 3 von 100 Personen der Fall.

Sind E-Zigaretten gesünder als Zigaretten?

Langzeituntersuchungen zum Dampfen liegen noch nicht vor, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass E-Zigaretten schädlich sind. Zum einen nimmt man an, dass der Gebrauch von E-Zigaretten weniger schädlich ist als Zigarettenrauchen, da der Dampf weniger Schadstoffe enthält. Zum anderen kann es aber sein, dass diese Schadstoffe schon ausreichen, um die Gesundheit langfristig zu beeinträchtigen. Außerdem können beim Erhitzen der Liquids neue Schadstoffe entstehen. So wurden im Aerosol krebserzeugende Stoffe wie Formaldehyd, Acetaldehyd und Acrolein nachgewiesen sowie reaktive Sauerstoffverbindungen und Metalle, darunter Nickel, Chrom und Blei.

Das Nikotin in den E-Zigaretten macht ebenso abhängig wie das Nikotin in Zigaretten und könnte zum Beispiel Einfluss auf die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Wer E-Zigaretten dampft, setzt sich zwar nicht den krebserregenden Stoffen des Zigarettenrauchs aus, hat aber trotzdem ein ähnliches Risiko für Herzinfarkten oder Schlaganfällen wie Tabakraucher. Bei Schwangeren kann Nikotin die Entwicklung des Fetus beeinträchtigen.

Den Liquids von E-Zigaretten werden Kühlstoffe beigemischt. Diese sollen ein kühlendes und erfrischendes Gefühl in Mund und Rachen erzeugen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung können Kühlstoffe unter anderem die Leber und Nieren nachhaltig schädigen. Entsprechende Schäden ließen sich bei Tierversuchen beobachten. Unklar ist derzeit noch, wie das Risiko für Lungenschäden einzuschätzen ist. Das Institut rät deshalb, auf Liquids mit Kühlstoffen zu verzichten.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Bundesinstitut für Risikobewertung. E-Zigaretten: Kühlstoffe können gesundheitliche Risiken bergen: Stellungnahme Nr. 003/2026 des BfR vom 23. Januar 2026. BfR-Stellungnahmen 2026 (003). DOI: 10.17590/20260123-140309-0.

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). E-Zigaretten: Alles andere als harmlos; 2025. Verfügbar unter: https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/e-zigaretten-alles-andere-als-harmlos/ [27.02.2026].

Lindson N, Butler AR, McRobbie H, Bullen C, Hajek P, Begh R et al. Electronic cigarettes for smoking cessation. The Cochrane Database of Systematic Reviews 2024; 1:CD010216. DOI: 10.1002/14651858.CD010216.pub8.

Treede I, Kahnert S, Schaller K. Gesundheitsrisiken von E-Zigaretten; 2024. Verfügbar unter: https://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Krebspraevention/Download/pdf/FzR/FzR_2024_E-Zigaretten.pdf [27.02.2026].

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Anne Engler
Anne Engler

Anne Engler

Referentin Evidenzbasierte Medizin
Anne Engler ist Gesundheitswissenschaftlerin. Für die Stiftung erarbeitet sie mit den Methoden der evidenzbasierten Medizin Inhalte für multimediale Informationsangebote.
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Jannis Krupp
Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

Multimedia-Producer
Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
Wissenschaftliche Beratung:
Mag. (FH) Christine Loder

Mag. (FH) Christine Loder

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BSc, MSc Cornelia Krenn
Cornelia Krenn, BSc, MSc

BSc, MSc Cornelia Krenn

Frau Cornelia Krenn, BSc, MSc studierte Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Medizinischen Universität Graz. Vor ihrer Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war sie mehrere Jahre als Pharmakovigilanz-Managerin in einem österreichischen Pharmaunternehmen tätig. Seit 2017 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich evidenzbasierte Medizin am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung beschäftigt. Daneben absolviert Frau Krenn aktuell das Doktoratsstudium „Sustainable Health Research“ an der Medizinischen Universität Graz.
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Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch
Portrait Univ.Ass. Mag.rer.nat. Thomas Semlitsch

Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch

Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch studierte Chemie mit dem Ausbildungsschwerpunkt Biochemie und Zellbiologie der Karl Franzens Universität Graz. Vor seiner Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war er mehrere Jahre im Bereich Qualitätsmanagement und als Koordinator klinischer Studien an einer österreichischen Privatklinik tätig und absolvierte 2007 eine Post-Graduate Ausbildung zum Good Laboratory Practice (GLP) -Beauftragten für den Bereich analytisches Labor. Von 2008 bis 2014 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Research Unit „EBM Review Center“ der Medizinischen Universität Graz und von 2011 bis 2014 auch am Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research Forschungsgesellschaft tätig. Seit 2015 ist er als Univ. Assistent am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung im Fachbereich Evidenzbasierte Medizin beschäftigt. Herr Semlitsch ist seit 2018 Fachbereichssprecher der Sektion Österreich und somit Mitglied des erweiternden Vorstands des Deutschen Netzwerks Evidenz basierte Medizin (DNEbM).

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Aktualisiert am: 15.04.2026