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Cytisin: Hilft das Medikament beim Rauchstopp?

Die ersten Tage der Rauchentwöhnung fallen oft schwer. Medikamente wie Cytisin sollen Entzugserscheinungen lindern und so das Durchhalten erleichtern. Funktioniert das?

Was ist Cytisin?

Cytisin ist ein Nikotin-Rezeptor-Teilagonist. Er ist für Menschen gedacht, die mit dem Rauchen aufhören möchten. In diesem Fall kann Ihr Arzt, Ihre Ärztin Cytisin-Tabletten auf Rezept verschreiben. Man nimmt Cytisin für 25 Tage ein. Spätestens ab dem fünften Tag sollten Sie nicht mehr rauchen und auch keine anderen Nikotinprodukte mehr verwenden. Andernfalls könnten sich die Nebenwirkungen von Cytisin verstärken.

Wie wirkt Cytisin zur Rauchentwöhnung?

Cytisin ist ein Wirkstoff, der von Natur aus in der Pflanze Goldregen vorkommt. Er dockt im Gehirn an den Nikotinrezeptoren an und ahmt die Wirkung von Nikotin in etwas schwächerer Form nach. Dadurch soll es die Entzugserscheinungen lindern und die angenehmen Wirkungen von Nikotin abschwächen.

Nutzen von Cytisin

Hilft Cytisin beim Rauchstopp?

Eine systematische Übersichtsarbeit aus fünf randomisiert-kontrollierten Studien zeigt, dass Cytisin-Tabletten einen Rauchstopp wirksam unterstützen können.
Dafür wurden erwachsene Raucherinnen und Raucher per Zufall in zwei Gruppen aufgeteilt.

  • Die eine Gruppe erhielt pro Tag neun Milligramm Cytisin.
  • Die andere Gruppe nahm ein Scheinmedikament ein (Placebo).

In den meisten Studien wurde Cytisin für 20 bis 25 Tage eingenommen. Nur eine Studie verlängerte den Zeitraum auf 40 bis 84 Tage. 6 bzw. 24 Monate nach dem Rauchstopp wurde in beiden Gruppen überprüft, wer rauchfrei war und wer nicht. 21 von 100 Personen, die Cytisin einnahmen, rauchten nicht mehr. 16 von 100 Personen, die ein Scheinmedikament bekamen, rauchten nicht mehr.

Cytisin: Nebenwirkungen

Bei wie vielen Personen traten Nebenwirkungen auf?

Etwa 5 von 100 Personen aus beiden Testgruppen berichteten von schweren gesundheitlichen Problemen während der Behandlung.

In der Cytisin-Gruppe traten leichtere Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen, auf: Etwa 18 von 100 Personen berichteten davon. Auch 14 von 100 Personen in der Placebogruppe wiesen auf leichte Nebenwirkungen hin.

Alternativen zu Cytisin

Gibt es Alternativen zu Cytisin?

Neben Cytisin sind in Deutschland auch die Medikamente Vareniclin und Bupropion für den Rauchstopp zugelassen.

Außerdem gibt es rezeptfreie Hilfsmittel wie Nikotinpflaster und andere Ersatzprodukte.

Wer keine Medikamente oder Hilfsmittel verwenden möchte, findet bei zahlreichen Beratungsangeboten Hilfe zur Rauchentwöhnung.

Hilft Cytisin besser als Vareniclin?

Eine systematische Übersichtsarbeit verglich Nutzen und Nebenwirkungen der Medikamente Cytisin und Vareniclin. Dafür wurden erwachsene Raucher per Zufall in zwei Gruppen aufgeteilt, von denen eine Cytisin und die andere Vareniclin einnahm.

6 bzw. 12 Monate nach dem Rauchstopp wurde in beiden Gruppen überprüft, wer rauchfrei war und wer nicht. 11 von 100 Personen in der Cytisin-Gruppe waren zu dem jeweiligen Zeitpunkt noch rauchfrei, in der Vareniclin-Gruppe 13 von 100 Personen. Demnach helfen beide Medikamente etwa gleich gut beim Rauchstopp.

Leichte Nebenwirkungen wie Übelkeit oder ungewöhnliche/seltsame Träume traten bei der Cytisin-Einnahme seltener auf, während sich bei Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit kein Unterschied zwischen den Gruppen zeigte.

Die methodische Qualität der Studien ist gut und das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Ergebnisse zur Rauchentwöhnung moderat.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Livingstone-Banks J, Fanshawe TR, Thomas KH et al. Nicotine receptor partial agonists for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2023; 5:CD006103. doi: 10.1002/14651858.CD006103.pub8.

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Anne Engler
Anne Engler

Anne Engler

Referentin Evidenzbasierte Medizin
Anne Engler ist Gesundheitswissenschaftlerin. Für die Stiftung erarbeitet sie mit den Methoden der evidenzbasierten Medizin Inhalte für multimediale Informationsangebote.
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Jannis Krupp
Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

Multimedia-Producer
Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
Wissenschaftliche Beratung:
Mag. (FH) Christine Loder

Mag. (FH) Christine Loder

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BSc, MSc Cornelia Krenn
Cornelia Krenn, BSc, MSc

BSc, MSc Cornelia Krenn

Frau Cornelia Krenn, BSc, MSc studierte Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Medizinischen Universität Graz. Vor ihrer Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war sie mehrere Jahre als Pharmakovigilanz-Managerin in einem österreichischen Pharmaunternehmen tätig. Seit 2017 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich evidenzbasierte Medizin am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung beschäftigt. Daneben absolviert Frau Krenn aktuell das Doktoratsstudium „Sustainable Health Research“ an der Medizinischen Universität Graz.
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Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch
Portrait Univ.Ass. Mag.rer.nat. Thomas Semlitsch

Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch

Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch studierte Chemie mit dem Ausbildungsschwerpunkt Biochemie und Zellbiologie der Karl Franzens Universität Graz. Vor seiner Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war er mehrere Jahre im Bereich Qualitätsmanagement und als Koordinator klinischer Studien an einer österreichischen Privatklinik tätig und absolvierte 2007 eine Post-Graduate Ausbildung zum Good Laboratory Practice (GLP) -Beauftragten für den Bereich analytisches Labor. Von 2008 bis 2014 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Research Unit „EBM Review Center“ der Medizinischen Universität Graz und von 2011 bis 2014 auch am Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research Forschungsgesellschaft tätig. Seit 2015 ist er als Univ. Assistent am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung im Fachbereich Evidenzbasierte Medizin beschäftigt. Herr Semlitsch ist seit 2018 Fachbereichssprecher der Sektion Österreich und somit Mitglied des erweiternden Vorstands des Deutschen Netzwerks Evidenz basierte Medizin (DNEbM).

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Aktualisiert am: 15.04.2026