Bupropion ist ein Medikament, das Niedergeschlagenheit oder gereizte Stimmung lindern soll. Es wird deshalb auch zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Bupropion ist rezeptpflichtig, muss also von einem Arzt oder einer Ärztin verschrieben werden. Man nimmt es als Tablette ein. Die Therapie mit Bupropion beginnt üblicherweise ein bis zwei Wochen vor dem Rauchverzicht und wird für sieben bis zwölf Wochen fortgeführt.
Man vermutet, dass Nikotin einen stimmungsaufhellenden Effekt hat. Deshalb kann ein Rauchstopp die Stimmung kurzzeitig verschlechtern. Bupropion soll dem entgegenwirken. Es dockt im Gehirn an den Stellen an, wo auch das Nikotin seine Wirkung entfaltet. Das Medikament blockiert diese Anbindungsstellen also, sodass Zigaretten oder andere Nikotinprodukte keinen spürbaren Effekt mehr haben.
Eine systematische aus 50 randomisiert-kontrollierten Studien zeigt, dass Bupropion den Rauchstopp wirksam unterstützen kann.
In der Arbeit wurden Erwachsene per Zufall in zwei Gruppen aufgeteilt.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studien nahmen über einen Zeitraum von 7 bis 12 Wochen zweimal täglich je 150 mg Bupropion als Tablette ein. Der Rauchstopp erfolgte nach einer Woche Medikamenteneinnahme.
6 bzw. 12 Monate nach dem Rauchstopp wurde in beiden Gruppen überprüft, wer rauchfrei war und wer nicht. 19 von 100 Personen, die Bupropion einnahmen, waren Nichtraucher geblieben. In der Placebogruppe waren es 12 von 100 Personen.
In manchen Studien wurde außerdem eine geringere Dosis von 150 mg Bupropion pro Tag untersucht. Es zeigte sich kein Unterschied zur höheren Tagesdosis von 300 mg.
Man unterscheidet zwischen Nebenwirkungen und sogenannten schweren unerwünschten Ereignissen. Dies sind lebensbedrohliche Zwischenfälle, die mit Krankenhausaufnahme, Tod oder dauerhafter Beeinträchtigung einhergehen oder bei denen ein Eingreifen nötig ist, um diese Folgen zu verhindern.
Schwere unerwünschte Ereignisse traten in beiden Untersuchungsgruppen gleich häufig auf: Etwa 2 bis 3 von 100 Personen mit und ohne Einnahme von Bupropion berichteten davon.
Die Studien gaben keine Hinweise darauf, dass Bupropion Suizide oder Krampfanfälle auslösen könnte.
Schwere unerwünschte Ereignisse traten in beiden Gruppen bei jeweils 2 oder 3 von 100 Personen auf.
Neben den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen können bei der Einnahme von Bupropion häufiger leichtere Nebenwirkungen auftreten: Etwa 66 von 100 Personen, die Bupropion einnahmen, berichteten davon. Von den Personen, die ein Placebo erhielten, berichteten 58 von 100 von leichteren Nebenwirkungen. Die systematische Übersichtsarbeit berichtet, dass es etwas häufiger zu Schlafstörungen, Angststörungen und leichten psychiatrischen Nebenwirkungen bei der Einnahme von Bupropion häufiger kam, als bei der Einnahme der Scheinmedikation.
Neben Bupropion sind in Deutschland auch die Medikamente Vareniclin und Cytisin für den Rauchstopp zugelassen.
Außerdem gibt es rezeptfreie Hilfsmittel wie Nikotinpflaster und andere Ersatzprodukte.
Wer keine Medikamente oder Hilfsmittel verwenden möchte, findet auch bei zahlreichen Beratungsangeboten Hilfe zur Rauchentwöhnung.
Eine systematische Übersichtsarbeit verglich Nutzen und Nebenwirkungen der Medikamente Bupropion und Vareniclin. Dafür wurden erwachsene Raucher und Raucherinnen in zwei Gruppen eingeteilt, von denen eine Bupropion und die andere Vareniclin einnahm. Nach 6 bzw. 12 Monaten waren 18 von 100 Personen in der Bupropion-Gruppe noch rauchfrei. In der Vareniclin-Gruppe waren es 24 von 100 Personen. Nach diesen Ergebnissen unterstützt Vareniclin den Rauchstopp also etwas besser als Bupropion. Die Übersichtsarbeit ist von guter Qualität und das Vertrauen in die Ergebnisse zur Wirksamkeit ist hoch.
Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten mit Einnahme von Vareniclin oder Bupropion etwa gleich häufig auf: Bei 2 von 100 Personen traten derartige Zwischenfälle ein. Das Vertrauen in diese Angaben ist aber gering, da die Studienergebnisse sich dazu widersprechen.
Bei den leichteren Nebenwirkungen war die Verteilung unterschiedlich: In der Vareniclin-Gruppe wurde häufiger von Übelkeit, Kopfschmerzen oder seltsamen Träumen berichtet. In der Bupropion-Gruppe kam es häufiger zu Schlaflosigkeit.
Die meisten Studien in der Übersichtsarbeit wurden von Herstellern der jeweiligen Medikamente finanziert.
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Livingstone-Banks J, Fanshawe TR, Thomas KH et al. Nicotine receptor partial agonists for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2023; 5:CD006103. doi: 10.1002/14651858.CD006103.pub8.
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Aktualisiert am: 15.04.2026