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Bupropion: Hilft das Medikament beim Rauchstopp?

Manche Menschen fühlen sich niedergeschlagen oder gereizt, wenn sie das Rauchen aufgeben. Kann das Medikament Bupropion diese Entzugserscheinungen lindern?

Was ist Bupropion?

Bupropion ist ein Medikament, das Niedergeschlagenheit oder gereizte Stimmung lindern soll. Es wird deshalb auch zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Bupropion ist rezeptpflichtig, muss also von einem Arzt oder einer Ärztin verschrieben werden. Man nimmt es als Tablette ein. Die Therapie mit Bupropion beginnt üblicherweise ein bis zwei Wochen vor dem Rauchverzicht und wird für sieben bis zwölf Wochen fortgeführt.

Wie wirkt Bupropion beim Rauchstopp?

Man vermutet, dass Nikotin einen stimmungsaufhellenden Effekt hat. Deshalb kann ein Rauchstopp die Stimmung kurzzeitig verschlechtern. Bupropion soll dem entgegenwirken. Es dockt im Gehirn an den Stellen an, wo auch das Nikotin seine Wirkung entfaltet. Das Medikament blockiert diese Anbindungsstellen also, sodass Zigaretten oder andere Nikotinprodukte keinen spürbaren Effekt mehr haben.

Nutzen von Bupropion

Hilft Bupropion beim Rauchstopp?

Eine systematische aus 50 randomisiert-kontrollierten Studien zeigt, dass Bupropion den Rauchstopp wirksam unterstützen kann.

In der Arbeit wurden Erwachsene per Zufall in zwei Gruppen aufgeteilt.

  • Die eine Gruppe nahm Bupropion ein.
  • Die andere Gruppe erhielt ein Scheinmedikament (Placebo) oder keine medikamentöse Therapie zur Rauchentwöhnung.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studien nahmen über einen Zeitraum von 7 bis 12 Wochen zweimal täglich je 150 mg Bupropion als Tablette ein. Der Rauchstopp erfolgte nach einer Woche Medikamenteneinnahme.

6 bzw. 12 Monate nach dem Rauchstopp wurde in beiden Gruppen überprüft, wer rauchfrei war und wer nicht. 19 von 100 Personen, die Bupropion einnahmen, waren Nichtraucher geblieben. In der Placebogruppe waren es 12 von 100 Personen.

In manchen Studien wurde außerdem eine geringere Dosis von 150 mg Bupropion pro Tag untersucht. Es zeigte sich kein Unterschied zur höheren Tagesdosis von 300 mg.

Bupropion: Nebenwirkungen

Bei wie vielen Personen traten Nebenwirkungen auf?

Man unterscheidet zwischen Nebenwirkungen und sogenannten schweren unerwünschten Ereignissen. Dies sind lebensbedrohliche Zwischenfälle, die mit Krankenhausaufnahme, Tod oder dauerhafter Beeinträchtigung einhergehen oder bei denen ein Eingreifen nötig ist, um diese Folgen zu verhindern.

Schwere unerwünschte Ereignisse traten in beiden Untersuchungsgruppen gleich häufig auf: Etwa 2 bis 3 von 100 Personen mit und ohne Einnahme von Bupropion berichteten davon.

Die Studien gaben keine Hinweise darauf, dass Bupropion Suizide oder Krampfanfälle auslösen könnte.

Welche Nebenwirkungen hat Bupropion?

Schwere unerwünschte Ereignisse traten in beiden Gruppen bei jeweils 2 oder 3 von 100 Personen auf.

Neben den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen können bei der Einnahme von Bupropion häufiger leichtere Nebenwirkungen auftreten: Etwa 66 von 100 Personen, die Bupropion einnahmen, berichteten davon. Von den Personen, die ein Placebo erhielten, berichteten 58 von 100 von leichteren Nebenwirkungen. Die systematische Übersichtsarbeit berichtet, dass es etwas häufiger zu Schlafstörungen, Angststörungen und leichten psychiatrischen Nebenwirkungen bei der Einnahme von Bupropion häufiger kam, als bei der Einnahme der Scheinmedikation.

Alternativen zu Bupropion

Gibt es Alternativen zu Bupropion?

Neben Bupropion sind in Deutschland auch die Medikamente Vareniclin und Cytisin für den Rauchstopp zugelassen.

Außerdem gibt es rezeptfreie Hilfsmittel wie Nikotinpflaster und andere Ersatzprodukte.

Wer keine Medikamente oder Hilfsmittel verwenden möchte, findet auch bei zahlreichen Beratungsangeboten Hilfe zur Rauchentwöhnung.

Hilft Bupropion besser als Vareniclin?

Eine systematische Übersichtsarbeit verglich Nutzen und Nebenwirkungen der Medikamente Bupropion und Vareniclin. Dafür wurden erwachsene Raucher und Raucherinnen in zwei Gruppen eingeteilt, von denen eine Bupropion und die andere Vareniclin einnahm. Nach 6 bzw. 12 Monaten waren 18 von 100 Personen in der Bupropion-Gruppe noch rauchfrei. In der Vareniclin-Gruppe waren es 24 von 100 Personen. Nach diesen Ergebnissen unterstützt Vareniclin den Rauchstopp also etwas besser als Bupropion. Die Übersichtsarbeit ist von guter Qualität und das Vertrauen in die Ergebnisse zur Wirksamkeit ist hoch.

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten mit Einnahme von Vareniclin oder Bupropion etwa gleich häufig auf: Bei 2 von 100 Personen traten derartige Zwischenfälle ein. Das Vertrauen in diese Angaben ist aber gering, da die Studienergebnisse sich dazu widersprechen.

Bei den leichteren Nebenwirkungen war die Verteilung unterschiedlich: In der Vareniclin-Gruppe wurde häufiger von Übelkeit, Kopfschmerzen oder seltsamen Träumen berichtet. In der Bupropion-Gruppe kam es häufiger zu Schlaflosigkeit.

Die meisten Studien in der Übersichtsarbeit wurden von Herstellern der jeweiligen Medikamente finanziert.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Hajizadeh A, Howes S, Theodoulou A et al. Antidepressants for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2023; 5:CD000031. doi: 10.1002/14651858.CD000031.pub6.

Livingstone-Banks J, Fanshawe TR, Thomas KH et al. Nicotine receptor partial agonists for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2023; 5:CD006103. doi: 10.1002/14651858.CD006103.pub8.

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Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Anne Engler
Anne Engler

Anne Engler

Referentin Evidenzbasierte Medizin
Anne Engler ist Gesundheitswissenschaftlerin. Für die Stiftung erarbeitet sie mit den Methoden der evidenzbasierten Medizin Inhalte für multimediale Informationsangebote.
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Jannis Krupp
Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

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Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
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Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
Wissenschaftliche Beratung:
Mag. (FH) Christine Loder

Mag. (FH) Christine Loder

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BSc, MSc Cornelia Krenn
Cornelia Krenn, BSc, MSc

BSc, MSc Cornelia Krenn

Frau Cornelia Krenn, BSc, MSc studierte Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Medizinischen Universität Graz. Vor ihrer Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war sie mehrere Jahre als Pharmakovigilanz-Managerin in einem österreichischen Pharmaunternehmen tätig. Seit 2017 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich evidenzbasierte Medizin am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung beschäftigt. Daneben absolviert Frau Krenn aktuell das Doktoratsstudium „Sustainable Health Research“ an der Medizinischen Universität Graz.
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Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch
Portrait Univ.Ass. Mag.rer.nat. Thomas Semlitsch

Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch

Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch studierte Chemie mit dem Ausbildungsschwerpunkt Biochemie und Zellbiologie der Karl Franzens Universität Graz. Vor seiner Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war er mehrere Jahre im Bereich Qualitätsmanagement und als Koordinator klinischer Studien an einer österreichischen Privatklinik tätig und absolvierte 2007 eine Post-Graduate Ausbildung zum Good Laboratory Practice (GLP) -Beauftragten für den Bereich analytisches Labor. Von 2008 bis 2014 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Research Unit „EBM Review Center“ der Medizinischen Universität Graz und von 2011 bis 2014 auch am Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research Forschungsgesellschaft tätig. Seit 2015 ist er als Univ. Assistent am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung im Fachbereich Evidenzbasierte Medizin beschäftigt. Herr Semlitsch ist seit 2018 Fachbereichssprecher der Sektion Österreich und somit Mitglied des erweiternden Vorstands des Deutschen Netzwerks Evidenz basierte Medizin (DNEbM).

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Aktualisiert am: 15.04.2026