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Hilft Akupunktur beim Rauchstopp?

Eine Akupunktur zur Rauchentwöhnung soll Entzugserscheinungen und das Verlangen nach Zigaretten lindern. Wie funktioniert die Behandlung und hilft sie tatsächlich?

Akupunktur zur Rauchentwöhnung

Wie funktioniert Akupunktur bei der Rauchentwöhnung?

Die Akupunktur ist ein Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Dabei werden Nadeln an ganz bestimmten Körperstellen in die Haut gestochen. An diesen Punkten lösen sie Reize aus, die einen therapeutischen Effekt haben sollen. Die Nadeln verbleiben normalerweise für etwa 20 bis 30 Minuten im Körper, können aber auch als Dauernadeln für mehrere Tage gesetzt werden.

Neben der klassischen Akupunktur mit Nadeln gibt es auch ähnliche Therapien, bei denen die Akupunkturpunkte mit gering dosierten Laserstrahlen, elektrischem Strom (Elektrostimulation) oder stumpfem Druck (Akupressur) stimuliert werden.

Bei der Rauchentwöhnung soll die Akupunktur das Verlangen nach Zigaretten verringern und Entzugssymptome lindern. Dazu werden die Akupunkturnadeln meist an den sogenannten Suchtpunkten am Ohr gesetzt.

Mögliche Nebenwirkungen der Akupunktur sind Hämatome, Entzündungen oder ein Taubheitsgefühl an den Einstichstellen. Diese treten aber selten auf.

Wirkt Akupunktur bei der Rauchentwöhnung?

Hilft Akupunktur bei der Rauchentwöhnung?

Die offizielle ärztliche Leitlinie empfiehlt die Akupunktur nicht als unterstützende Maßnahme für den Rauchstopp. Es liegen keinerlei wissenschaftliche Belege dafür vor, dass diese Behandlung dabei hilft, langfristig mit dem Rauchen aufzuhören. Da keine schweren Nebenwirkungen bekannt sind, wird auch nicht ausdrücklich von der Akupunktur abgeraten.

Hinweise aus Studien

Laut Studien bringt die Akupunktur keinen Vorteil bei der Rauchentwöhnung. Zwei große Übersichtsarbeiten haben Studien zusammengefasst, in denen verschiedene Akupunkturformen als Behandlung untersucht wurden. In diesen Studien erhielt eine Testgruppe Akupunktur während der Rauchentwöhnung. Als Vergleich diente eine zweite Gruppe, die keine Behandlung oder eine Scheinbehandlung erhielt. Nach 6 bis 13 Monaten gab es in beiden Gruppen etwa gleich viele Nichtraucher. Die Akupunktur hat also nicht dazu geführt, dass mehr Teilnehmende Nichtraucher blieben.

Ergebnisse zu Nebenwirkungen von Akupunktur oder ähnlichen Verfahren wurden in beiden systematischen Übersichtsarbeiten nicht berichtet. Die Zuverlässigkeit dieser Ergebnisse ist gering. Grund dafür sind methodische Mängel in den Übersichtarbeiten sowie in den Einzelstudien.

Wo kann ich Akupunktur machen lassen?

Auf der Internetseite der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur können Sie nach geprüften Akupunkturärztinnen und -ärzten in Ihrer Nähe suchen. 
Die Akupunktur ist eine individuelle Gesundheitsleistung. Das bedeutet, dass die Krankenkasse in der Regel keine Kosten dafür übernimmt.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Hrsg. S3-Leitlinie „Screening, Diagnostik und Behandlung des schädlichen und abhängigen Tabakkonsums“: AWMF-Register Nr. 076-006.

White AR, Rampes H, Liu JP, Stead LF, Campbell J. Acupuncture and related interventions for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev. 2011;(1):CD000009. doi:10.1002/14651858.CD000009.pub3.

Zhang YY, Su YZ, Tian ZY et al. Acupuncture and related acupoint therapies for smoking cessation: An umbrella review and updated meta-analysis. Tob Induc Dis 2024; 22. doi: 10.18332/tid/186147.

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Anne Engler
Anne Engler

Anne Engler

Referentin Evidenzbasierte Medizin
Anne Engler ist Gesundheitswissenschaftlerin. Für die Stiftung erarbeitet sie mit den Methoden der evidenzbasierten Medizin Inhalte für multimediale Informationsangebote.
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Jannis Krupp
Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

Multimedia-Producer
Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
Wissenschaftliche Beratung:
Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch
Portrait Univ.Ass. Mag.rer.nat. Thomas Semlitsch

Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch

Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch studierte Chemie mit dem Ausbildungsschwerpunkt Biochemie und Zellbiologie der Karl Franzens Universität Graz. Vor seiner Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war er mehrere Jahre im Bereich Qualitätsmanagement und als Koordinator klinischer Studien an einer österreichischen Privatklinik tätig und absolvierte 2007 eine Post-Graduate Ausbildung zum Good Laboratory Practice (GLP) -Beauftragten für den Bereich analytisches Labor. Von 2008 bis 2014 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Research Unit „EBM Review Center“ der Medizinischen Universität Graz und von 2011 bis 2014 auch am Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research Forschungsgesellschaft tätig. Seit 2015 ist er als Univ. Assistent am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung im Fachbereich Evidenzbasierte Medizin beschäftigt. Herr Semlitsch ist seit 2018 Fachbereichssprecher der Sektion Österreich und somit Mitglied des erweiternden Vorstands des Deutschen Netzwerks Evidenz basierte Medizin (DNEbM).
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Mag. (FH) Christine Loder

Mag. (FH) Christine Loder

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BSc, MSc Cornelia Krenn
Cornelia Krenn, BSc, MSc

BSc, MSc Cornelia Krenn

Frau Cornelia Krenn, BSc, MSc studierte Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Medizinischen Universität Graz. Vor ihrer Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war sie mehrere Jahre als Pharmakovigilanz-Managerin in einem österreichischen Pharmaunternehmen tätig. Seit 2017 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich evidenzbasierte Medizin am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung beschäftigt. Daneben absolviert Frau Krenn aktuell das Doktoratsstudium „Sustainable Health Research“ an der Medizinischen Universität Graz.

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Aktualisiert am: 15.04.2026