Jährlich ist bundesweit mehr als jeder vierte Erwachsene von einer psychischen Erkrankung betroffen. Mit der Corona-Pandemie sind für viele Menschen die Belastungen weiter gestiegen. Doch wie geht man eigentlich vor, wenn Probleme unlösbar erscheinen und allein nicht bewältigt werden können? Wo finden Menschen Unterstützung? Und wie genau kommt man an einen Therapieplatz? Zum Welttag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober 2022 hat die Stiftung Gesundheitswissen Informationen zusammengestellt, die bei der Suche nach Hilfe bei einer psychischen Erkrankung helfen können.
Die meisten Menschen kennen sie: die Tage an denen der Alltag einen zu überwältigen scheint oder man einfach traurig und nicht gut drauf ist. Solche vorrübergehenden Stimmungstiefs können viele gut bewältigen – sie finden allein einen Weg heraus. Doch was, wenn die bedrückende Stimmung bleibt, dauerhafte Angst oder Erschöpfung zum ständigen Begleiter werden? Dann ist es ratsam, nach der Ursache zu suchen. Denn der Grund kann auch eine psychische Erkrankung sein. Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde sind jährlich knapp 28 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland von einer psychischen Erkrankung betroffen. Den häufigsten Anteil der psychischen Störungen machen dabei Angststörungen, Depressionen und Beschwerden verursacht durch Alkohol- oder Medikamentengebrauch aus. Hilfe bei einer solchen Erkrankung kann eine Psychotherapie bieten.
Wer unsicher ist, ob der nächste Schritt zu einem Therapeuten führt, kann sich zunächst auch an seinen Hausarzt wenden. Diese ärztliche Einschätzung kann helfen - auch wenn keine Überweisung erforderlich ist, um eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen. Der Termin kann auch direkt in einer Praxis vereinbart werden.
In manchen Fällen kann man selbst nicht warten und benötigt direkt schnelle Hilfe bei psychischen Problemen. Auch Angehörige finden hier Unterstützung: Konkrete Anlaufstellen und wo man sich im Notfall hinwendet.
Wenn sich Beschwerden wie Angstzustände oder extreme Erschöpfung über einen längeren Zeitraum nicht bessern, könnte das ein erster Hinweis auf eine psychische Erkrankung sein. Auch körperliche Beschwerden, für die keine organische Ursache gefunden wird, sind möglich. Unter anderem können die folgenden Fragen helfen einzuschätzen, inwieweit eine Psychotherapie für einen selbst in Betracht kommt:
(Wichtig: Diese Fragen sind nicht zur Selbstdiagnose gedacht und ersetzen nicht das Gespräch mit einem Psychotherapeuten, einer Psychotherapeutin.)
Übrigens: Die Kosten für eine Psychotherapie trägt die gesetzliche Krankenkasse. Das Erstgespräch und die Probesitzungen werden automatisch übernommen, sofern die Praxis gesetzlich Versicherte annimmt und eine Kassenzulassung hat. Die Kosten für die anschließende Therapie müssen dann noch durch die Krankenkasse genehmigt werden. Den nötigen Antrag erhält man in der Regel in der Praxis vor Ort.
Die Stiftung Gesundheitswissen bietet umfangreiche Informationen zum Thema Depression. Erfahren Sie mehr zu Entstehung und Krankheitsanzeichen und Behandlung oder wie andere mit der Diagnose Depression umgehen.