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Mehr Gesundheitskompetenz in Schulen nötig

Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen

Pressemitteilung 09.07.2019 - 08:10

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© istock.com/ SolStock

71 Prozent der Teilnehmer einer aktuellen, repräsentativen Bevölkerungsbefragung der Stiftung Gesundheitswissen geben an, dass Gesundheitsthemen in deutschen Schulen zu wenig behandelt werden. Zugleich finden 91 Prozent die ausführliche und regelmäßige Behandlung dieser Themen im Schulunterricht wichtig bzw. sehr wichtig. Anlässlich des Welttages für den Kompetenzerwerb junger Menschen am 15. Juli weist die Stiftung Gesundheitswissen daher darauf hin, dass die Kompetenzförderung von Jugendlichen in Deutschland zu Fragen der Gesundheit aktuell nicht ausreichend ist und dringend systematischer erfolgen muss.

„Unser Gesundheitssystem wird aufgrund des rasanten medizinischen Fortschritts immer komplexer. Zugleich setzen wir auf die Entscheidungsverantwortung der Patienten und Patientinnen. Für den selbstverantwortlichen Umgang mit der eigenen Gesundheit, eine zielsichere Navigation durch das deutsche Versorgungssystem sowie die souveräne Nutzung von Vorsorge- und Präventionsangeboten ist Gesundheitskompetenz unerlässlich,“ betont Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gesundheitswissen. „Mit unserem Schulprojekt „Pausenlos gesund“ reagieren wir auf eine Lücke in der Gesundheitsbildung. Unserer Überzeugung nach gehört Gesundheitskompetenz in den Unterricht. Denn was Kinder und Jugendliche nicht lernen, holen sie als Erwachsene nur schwer nach“, so Suhr.

„Pausenlos gesund“ zielt insbesondere auf die Förderung und Entwicklung der Gesundheits- und Systemkompetenz von Schülerinnen und Schülern, beispielsweise zu Fragen der Patientenrechte, zum deutschen Gesundheitssystem oder wie gute von schlechten Informationen bei Dr. Google unterschieden werden können. Es stellt damit eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Schulprogrammen zu den Themen „Bewegung“, „Ernährung“ oder „Zahngesundheit“ dar, die heute teilweise schon im Unterricht stattfinden.

Das Schulprojekt wurde mit lehrerfachlicher Begleitung und zusammen mit ausgewiesenen Experten entwickelt. Eine Anbindung an den Lehrplan und didaktische Hinweise helfen Lehrerinnen und Lehrern, das Material schnell in den Unterricht zu integrieren. „Pausenlos gesund“ wurde Ende Juni auch von der Gesellschaft für Pädagogik, Information und Medien e.V. als herausragendes Bildungsmedium ausgezeichnet.

Gesundheitskompetenz in Deutschland noch zu gering Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Verschiedene Studien zeigen die Folgen von geringer Gesundheitskompetenz. Demnach geht eine geringe Gesundheitskompetenz beispielsweise mit einem höheren Krankheitsrisiko, einer geringeren Lebenserwartung sowie mit der Gefahr von Unter-, Über- und Fehlversorgung einher. Trotz dieser Erkenntnisse hatte eine Untersuchung der Universität Bielefeld aus dem Jahr 2016 gezeigt, dass fast jeder Zweite im Alter von 15 bis 29 Jahren Schwierigkeiten damit hat, gesundheitsrelevante Informationen zu verstehen oder sie in individuelles Handeln wirksam umzusetzen. Dabei sind Bildung und Gesundheitskompetenz grundlegende Voraussetzungen für die Gesundheit und das Wohlbefinden. „Oftmals sind die Gründe hierfür fehlende Fähigkeiten und mangelndes Wissen, um informierte Entscheidungen treffen zu können,“ erläutert Suhr. Eine wichtige Aufgabe sei es daher, Jugendliche aufzuklären und durch die Implementierung entsprechender Programme den Kompetenzerwerb zu fördern. Jugendlichen solle so die Möglichkeit eröffnet werden, Entscheidungen informiert und selbstständig zu treffen.

Der Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen geht auf eine Initiative des Landes Sri Lanka zurück. Er wurde durch die Vereinten Nationen ausgerufen und findet seit 2014 jährlich am 15. Juli statt. Damit soll darauf aufmerksam gemacht werden, wie wichtig frühe Kompetenzentwicklung bei Jugendlichen ist.

Alle Informationen finden Sie unter: www.pausenlos-gesund.de

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